Fluglärmterror in Liesing
21.09.2009
danke an alle diejenigen, denen wir
es verdanken, dass wir jeden Tag im 1-Minutenintervall erinnert werden, dass es
den Wiener Flughafen noch gibt.
Man möchte meinen, dass die
Flugzeuge im Konvoi fliegen, so kurz sind zeitweise die Abstände. Kann mir
deshalb auch nicht vorstellen, dass es auf dem VIA nicht zu „Warteschlangen“ in
der Luft kommt; bei dieser Flugdichte die alleine über den südlichen Teil von
Wien herrscht und dann noch die Restlichen. Warteschlangen bedeuten mehr
Spritverbrauch = mehr Luftverschmutzung.
Wenn mal eine zeitlang Ruhe aus/in
der Luft herrscht, dann nur, um die alle in der Warteschlange
wartenden/kreisenden Flugzeugen landen zu lassen bevor denen der Sprit
ausgeht.
Habe mir vor über 3 Jahren eine
Eigentumswohnung in Liesing gekauft.
Bin aus meiner letzten Wohnung in
Hietzing, wo ich 17 Jahre wohnte, geflüchtet. Grund: der immer mehr werdende
Straßenlärm. War nervlich und psychisch total am Ende, bekam Essstörungen und
Panikattacken. Anfang 2006 übersiedelte ich nach Liesing.
Endlich eine Wohnung im Grünen mit
Loggia und ohne jeglichen Straßenlärm.
Dafür musste ich auf meine alten
Tage auch noch einen Kredit aufnehmen.
Aber mit der Ruhe ist es seit 2007
endgültig vorbei. Der Fluglärm wird von Jahr zu Jahr immer ärger, zeitweise muss
ich das Radio oder den Fernseher lauter schalten um den Fluglärm zu übertönen.
Auch auf das Vogelgezwitscher muss
ich in den Monaten Juni, Juli, August und September verzichten. Man hört nur
mehr das dröhnen aus der Luft. Auch das Stellen eines Weckers erspart man sich
in der Früh. Der Fluglärm weckt einen im Minutentakt.
Es erfreut mich auch ungemein, dass
Fly Niki Air so erfolgreich den Flugverkehr erhöhen kann und damit zur
Luftverpestung noch mehr beitragen kann. Bin mir aber auch 100%ig sicher, dass
Hr. Lauda nicht in der vom Flugverkehr betroffenen Zone
lebt.
Was mich noch wundert, egal in
welche Richtung man in Liesing sieht, es wird gebaut auf Teufel komm raus. Die
Häuser und Wohnungen gehen wegen der grünen Lage und auch guter Infrastruktur,
vor allem auch der guten öffentlichen Verbindungen (U6 etc.) wahrscheinlich weg
wie die warmen Semmeln. Auf der Strecke bleiben aber leider wieder wie immer,
die vielen jungen Menschen, die eine Familie gründen wollen oder bereits
gegründet haben, ältere Personen so wie ich, die auf die alten Tage mal eine
ruhige Wohnung im Grünen genießen wollen oder auch diejenigen die noch
berufstätig sind (stressige Arbeit im Job) und anschließend den wohlverdienten
ruhigen Abend genießen wollen.
Die alle werden auf gut deutsch
gesagt: BESCHISSEN UND BETROGEN!!!!!
Denn die Besichtigung eines Kauf-
bzw. Mietprojektes wird sicher nur zu den „verkehrsarmen Flugzeiten“
durchgeführt.
Nach dem Motto: seht zu wie ihr mit
dieser Lärmsituation klar kommt
lassen sie einem im Stich. Da man
diese neue Wohnsituation meistens aus finanziellen Gründen nicht so schnell
wieder verändern kann bzw. will, ist man gezwungen dem erhofften „endlich
Ruheoase“ empfundenem Glücksgefühl in „Scheiß Fluglärm – stürzt alle ab“
Hassgefühl umwandeln zu lassen.
Traurig aber wahr. So geht es
bestimmt nicht nur mir.
Wenn man nicht gerade auf der Südost
Tangente wohnt, wo Tag und Nacht der Straßenverkehrslärm herrscht, dann möchte
man in Liesing am Abend glauben, in der Luft ist mehr Verkehr als auf den
Straßen.
Das Lärm und die Luftverschmutzung
krank machen ist ja wohl allen bekannt, das aber in dieser Hinsicht den
100.000tausenden Betroffenen und Leidtragenden in keiner Weise geholfen wird,
sondern Ihnen noch eine 3. Startpiste aufs Auge gedrückt werden soll, die die
jetzige Situation bestimmt nicht verbessern wird, grenzt an eine boden- und
rücksichtlose Gemeinheit.
Wo sollen sich die Menschen, die nur
in Ruhe und mit guten Luftverhältnissen ihr neues Zuhause planen sich in Zukunft
eine Bleibe suchen? Muss man in Zukunft vor Neuanschaffung einer Wohnung/Hauses
erst die zukünftige Flughafenplanung studieren?
Gegen den Straßenlärm werden
Schallschutzwände erbaut. Was hilft aber gegen den immer mehr massiv störenden
Fluglärm?
Ach ja, vielleicht fällt ja
irgendeinem cleveren Architekten ein neuer Baustil ein!!?? Selbstverständlich
unterirdisch mit genügend Luftzufuhr!!
Es ist doch sicher in allem unserem
Interesse, dass auf den störenden Fluglärmterror auch in Zukunft noch mehr
Rücksicht genommen wird.
Noch etwas möchte ich loswerden: Nur
um als „Umsteige Haltestelle“ für alle Nachbarsländer unsere Luft noch mehr zu
verschmutzen/vergiften
sollten wir uns eigentlich zu schade
sein. Welche Vorteile haben wir davon?
Nur ein Nachteil: mehr
Flugverkehr-Lärm.
Auch Bratislava, Budapest, Prag etc.
haben bestimmt schöne Flughäfen mit guten
„Umsteigemöglichkeiten“!!
Sollen doch alle diese
„Haltestellen“ in Zukunft beanspruchen und uns verschonen.
Zu warnen wären noch alle
diejenigen, die ihre Wertanlagen in Immobilien investieren möchten. Wer hofft,
dass sein Geld durch den Erwerb eines Eigentums (egal ob Haus, Wohnung oder
Grundstück) in der betroffenen Region vermehrt wird, wäre besser daran dieses zu
„verfressen“ bzw. zu „versaufen“. Der dadurch entstehende Gewinn wäre mit
Sicherheit: mehr Kilos auf der Waage bzw. eine Leberzirrhose.