Sent: Montag, 21. September 2009 18:56
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Subject: Beschwerde über den Fluglärm im 23. Bezirk  - Warnung vor Investition in Immobilien

Fluglärmterror in Liesing                                       21.09.2009

 

danke an alle diejenigen, denen wir es verdanken, dass wir jeden Tag im 1-Minutenintervall erinnert werden, dass es den Wiener Flughafen noch gibt.

 

Man möchte meinen, dass die Flugzeuge im Konvoi fliegen, so kurz sind zeitweise die Abstände. Kann mir deshalb auch nicht vorstellen, dass es auf dem VIA nicht zu „Warteschlangen“ in der Luft kommt; bei dieser Flugdichte die alleine über den südlichen Teil von Wien herrscht und dann noch die Restlichen. Warteschlangen bedeuten mehr Spritverbrauch = mehr Luftverschmutzung.

Wenn mal eine zeitlang Ruhe aus/in der Luft herrscht, dann nur, um die alle in der Warteschlange wartenden/kreisenden Flugzeugen landen zu lassen bevor denen der Sprit ausgeht.

 

Habe mir vor über 3 Jahren eine Eigentumswohnung in Liesing gekauft.

Bin aus meiner letzten Wohnung in Hietzing, wo ich 17 Jahre wohnte, geflüchtet. Grund: der immer mehr werdende Straßenlärm. War nervlich und psychisch total am Ende, bekam Essstörungen und Panikattacken. Anfang 2006 übersiedelte ich nach Liesing.

Endlich eine Wohnung im Grünen mit Loggia und ohne jeglichen Straßenlärm.

Dafür musste ich auf meine alten Tage auch noch einen Kredit aufnehmen.

Aber mit der Ruhe ist es seit 2007 endgültig vorbei. Der Fluglärm wird von Jahr zu Jahr immer ärger, zeitweise muss ich das Radio oder den Fernseher lauter schalten um den Fluglärm zu übertönen.

Auch auf das Vogelgezwitscher muss ich in den Monaten Juni, Juli, August und September verzichten. Man hört nur mehr das dröhnen aus der Luft. Auch das Stellen eines Weckers erspart man sich in der Früh. Der Fluglärm weckt einen im Minutentakt.

 

Es erfreut mich auch ungemein, dass Fly Niki Air so erfolgreich den Flugverkehr erhöhen kann und damit zur Luftverpestung noch mehr beitragen kann. Bin mir aber auch 100%ig sicher, dass Hr. Lauda nicht in der vom Flugverkehr betroffenen Zone lebt.

 

Was mich noch wundert, egal in welche Richtung man in Liesing sieht, es wird gebaut auf Teufel komm raus. Die Häuser und Wohnungen gehen wegen der grünen Lage und auch guter Infrastruktur, vor allem auch der guten öffentlichen Verbindungen (U6 etc.) wahrscheinlich weg wie die warmen Semmeln. Auf der Strecke bleiben aber leider wieder wie immer, die vielen jungen Menschen, die eine Familie gründen wollen oder bereits gegründet haben, ältere Personen so wie ich, die auf die alten Tage mal eine ruhige Wohnung im Grünen genießen wollen oder auch diejenigen die noch berufstätig sind (stressige Arbeit im Job) und anschließend den wohlverdienten ruhigen Abend genießen wollen.

Die alle werden auf gut deutsch gesagt: BESCHISSEN UND BETROGEN!!!!!

Denn die Besichtigung eines Kauf- bzw. Mietprojektes wird sicher nur zu den „verkehrsarmen Flugzeiten“ durchgeführt.

Nach dem Motto: seht zu wie ihr mit dieser Lärmsituation klar kommt

lassen sie einem im Stich. Da man diese neue Wohnsituation meistens aus finanziellen Gründen nicht so schnell wieder verändern kann bzw. will, ist man gezwungen dem erhofften „endlich Ruheoase“ empfundenem Glücksgefühl in „Scheiß Fluglärm – stürzt alle ab“ Hassgefühl umwandeln zu lassen.

Traurig aber wahr. So geht es bestimmt nicht nur mir.

 

Wenn man nicht gerade auf der Südost Tangente wohnt, wo Tag und Nacht der Straßenverkehrslärm herrscht, dann möchte man in Liesing am Abend glauben, in der Luft ist mehr Verkehr als auf den Straßen.

 

Das Lärm und die Luftverschmutzung krank machen ist ja wohl allen bekannt, das aber in dieser Hinsicht den 100.000tausenden Betroffenen und Leidtragenden in keiner Weise geholfen wird, sondern Ihnen noch eine 3. Startpiste aufs Auge gedrückt werden soll, die die jetzige Situation bestimmt nicht verbessern wird, grenzt an eine boden- und rücksichtlose Gemeinheit.

 

Wo sollen sich die Menschen, die nur in Ruhe und mit guten Luftverhältnissen ihr neues Zuhause planen sich in Zukunft eine Bleibe suchen? Muss man in Zukunft vor Neuanschaffung einer Wohnung/Hauses erst die zukünftige Flughafenplanung studieren?

 

Gegen den Straßenlärm werden Schallschutzwände erbaut. Was hilft aber gegen den immer mehr massiv störenden Fluglärm?

Ach ja, vielleicht fällt ja irgendeinem cleveren Architekten ein neuer Baustil ein!!?? Selbstverständlich unterirdisch mit genügend Luftzufuhr!!

Es ist doch sicher in allem unserem Interesse, dass auf den störenden Fluglärmterror auch in Zukunft noch mehr Rücksicht genommen wird.

 

Noch etwas möchte ich loswerden: Nur um als „Umsteige Haltestelle“ für alle Nachbarsländer unsere Luft noch mehr zu verschmutzen/vergiften

sollten wir uns eigentlich zu schade sein. Welche Vorteile haben wir davon?

 

 

 

Nur ein Nachteil: mehr Flugverkehr-Lärm.

Auch Bratislava, Budapest, Prag etc. haben bestimmt schöne Flughäfen mit guten „Umsteigemöglichkeiten“!!

Sollen doch alle diese „Haltestellen“ in Zukunft beanspruchen und uns verschonen.

 

Zu warnen wären noch alle diejenigen, die ihre Wertanlagen in Immobilien investieren möchten. Wer hofft, dass sein Geld durch den Erwerb eines Eigentums (egal ob Haus, Wohnung oder Grundstück) in der betroffenen Region vermehrt wird, wäre besser daran dieses zu „verfressen“ bzw. zu „versaufen“. Der dadurch entstehende Gewinn wäre mit Sicherheit: mehr Kilos auf der Waage bzw. eine Leberzirrhose.