Gesendet:                       Freitag, 02. Mai 2014 18:28

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Betreff:                           Beschwerde über den Fluglärm im 23. Bezirk - schildbürgermäßiger Flugverkehr lässt für eine 3. Piste nichts Gutes erwarten

 

Sehr geehrter Herr Gemeinderat Valentin,

bei der letzten Stadtkonferenz haben Sie den Anwesenden eindrucksvoll erklärt, dass Wien durch eine 3. Piste Richtung Wien nicht mehr sondern weniger vom Fluglärm betroffen sein sollte. Ihre Begründung war nicht zuletzt das neue Immissionsminimierungsgebot im Luftfahrtgesetz. Weiters haben Sie auch darauf verwiesen, dass davon auszugehen sei, dass ja nicht schildbürgermäßig geflogen werden würde. In Liesing erleben wir leider jeden Tag das absolute Gegenteil:

·         Das fängt um etwa 6:30 mit den ersten Starts auf der Bumerang-Nachtflugroute an, wo die Flugzeuge zwar Richtung Sollenau starten, dann aber wie ein Bumerang über Mödling und Wien fliegen und dort die Menschen aufwecken.

·         Danach geht es entgegen den Lärmschutzbestimmungen in den Luftverkehrsregeln – vor allem bei Windstille – mit Starts im Minutentakt auf der Abflugroute Liesing weiter. Und das obwohl es mehr als ausreichend Alternativen über weniger dicht besiedeltes Gebiet gibt, die aber nur bei stärkeren Wind beflogen werden (müssen).  

·         Auch in der Zeit, wo es nur sehr wenig Starts gibt,  fliegen die schweren und besonders lauten Transatlantikflieger ausgerechnet – erraten – über das dichtest besiedelte Liesing. Kaum vorstellbar, dass ein Umweg um Wien herum für die Airlines hier ein Problem sein könnte.

·         Dieser Annahme wird dadurch verstärkt, dass die Flugzeuge beim Landen einen noch viel größeren Umweg fliegen, nur um dann genau über dicht besiedeltes Wohngebiet im Süden Wiens (Mödling, Maria-Enzersdorf, Brunn/Gebirge, Perchtoldsdorf und den Randbereich Liesings) fliegen, damit möglichst alle Flugzeuge über die dicht besiedelte Westeinflugsschneise landen können. Dass hier trotz rückläufiger Flugbewegungen entgegen den Intentionen der Luftverkehrsregeln bei Windstille oder vernachlässigbaren Wind nicht von Osten oder Süden her gelandet wird und außerdem oft auch noch in die falsche Richtung ins Flugbeschränkungsgebiet eingeflogen wird, würde selbst die Bürger von Schilda glatt vor Neid erblassen lassen.

 

·         Vervollständigt wird das Bild mehr als schildbürgermäßiger Vereinbarungen dadurch, dass entsprechend der politisch festgelegten Windstille-Regelung auf der Abflugroute Liesing am späten Abend sogar noch mehr geflogen wird als unter Tags. Also gerade dann, wenn die Kinder schlafen gehen sollten und Erwachsene sich von der Arbeit erholen wollen, wird dort geflogen, wo es am meisten Menschen trifft. Der deutlich höhere Fluglärm-Dauerschallpegel für den Abend, lässt zwar keinen Spielraum für Zweifel, dass eine Übertragung der Ergebnisse der Greiser Studien auf Liesing zu hohe Gesundheitsrisiken ausweisen könnte, widerspricht aber sogar dem von der ICAO im sogenannten ausgewogenen Ansatz propagierten Vorschlägen zur Lärmvermeidung.

·         Dröhnende Propellerflugzeuge die auch ohne Flugroute in der Nacht über Liesing starten, Vermessungsflüge mitten in der Nacht und Gewitter deren Folgen sämtliche Vereinbarungen außer Kraft setzen, sorgen dafür, dass einer fehlgeleiteten Flugverkehrswirtschaft auch noch die Nachtruhe geopfert wird.

 
Entsprechend diesen subjektiven Erfahrungen, die auch objektiv belegbar sind, verlieren alle Beteuerungen, dass Wien mit einer 3. Piste Richtung Wien nicht vermehrt über Wien geflogen wird, den letzten Rest an Glaubwürdigkeit.

 
Abschließend möchte ich darauf hinweisen, dass eine Öffnung der Rechtskurve von der Piste 29 für Jets zwar in die richtige Richtung geht, dass aber nur eine gleichzeitige Einstellung der Abflugroute Liesing und eine Änderung der anderen schildbürgermäßigen Vereinbarungen zu Lasten der Wiener  Bevölkerung und damit des Steuerzahlers, das Fluglärmproblem dort lösen kann. Dafür wünsche ich Ihnen viel Erfolg!

 
Mit freundlichen Grüßen