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Aktuell - Öffentliche Podiumsdiskussion am Mittwoch, 8. September, 19h VHS LiesingEinladung zur Podiumsdiskussion
Thema "Gesundheitsschädlicher und verkehrstechnisch unnötiger Fluglärm in Liesing - eine politische Notwendigkeit? "
Am Podium:
Moderation: J. Gepp, Stadtzeitung “Falter”

Nach 3 kurzen Impulsreferaten im Spannungsfeld zwischen Behauptungen der verantwortlichen Politiker und Realität zu den Themen:
und ersten Stellungnahmen der Politiker dazu, wird ausreichende Gelegenheit geboten, aktiv an der Diskussion teilzunehmen und Fragen an die am Podium vertretenen Politiker zu richten.

Haus der Begegnung / VHS Liesing bei der S-Bahn Liesing, Eingang Perchtoldsdorfer Straße 1, Garderobensaal, barrierefrei im Erdgeschoss  - Einladung mit Stadtplan als PDF

27.8.2010 Im 23. Bezirk werden 30.000 Einladungen zur Podiumsdiskussion verteilt
In Mauer und Alt-Erlaa wurde bereits mit der Verteilung von rund 30.000 Einladungen begonnen. Die Einladungen werden in den Bezirksteilen Mauer, Kalksburg, Rodaun,  Liesing, Atzgersdorf, Erlaa, Siebenhirten und Teilen von Inzersdorf verteilt.
Diejenigen, welche keine Werbung in ihrem Briefkasten wollen, können sich die Einladung auch als PDF herunterladen.

Für die Podiumsdiskussion selbst gibt es bereits definitive Zusagen der 3 Oppositionsparteien, während es vom Wiener Bürgermeister noch keine Antwort auf die direkt an ihn gerichtete Anfrage gibt, wer für die SPÖ an der Diskussion teilnehmen wird.

22.8.2010 exemplarische Auswertungen der Flugspuren verdeutlichen die fehlende Notwendigkeit über Liesing zu starten

Nicht nur der von der Austro Control selbst gestaltete Pistenplan zeigt, dass es keine kapazitätsmäßige oder windmäßige Notwendigkeit für die Startroute über Liesing gibt. Auch eine exemplarische Auswertung an Hand der Flugspuren der Austro Control verdeutlicht, dass es problemlos möglich sein sollte, den Flugverkehr so zu lenken, dass damit deutlich weniger Menschen vom Fluglärm betroffen wären.

So zeigen die Flugspuren für Sonntag, den 15.8.2010, dass zwischen 7 Uhr und 8 Uhr in der Früh neun (dröhnende) Starts die über das dicht besiedelte Liesing geflogen wurden, während auf der zur Entlastung Wiens aus Steuergeld mitfinanzierten 2. Piste (16/34) weniger als zehn Landungen und 2 Starts stattgefunden haben.

Flugspuren verdeutlichen freie Kapazität auf der zur Entlastung Wiens gebauten 2. Piste

Selbst für den Laien scheint es naheliegend, dass auf dieser 2. Piste noch die Möglichkeit bestehen müsste, zwischen den Landungen auch noch weitere Starts über weitgehend unbesiedeltes Gebiet einzuschieben. Tatsächlich gehen Insider in diesem Zusammenhang von 45 - 55 Flugbewegungen aus, die auf einer Piste untergebracht werden können, wenn auf dieser gleichzeitig gestartet und gelandet wird.

Ein weiteres Beispiel dafür, dass unnötigerweise gerade über eines der am dichtesten besiedelten Gebiete Österreichs gedröhnt wird, war der letzte Donnerstag. Auch hier wurde in der Erholungsphase am Abend alleine zwischen 20:00 und 21:00 zehnmal direkt über Liesing gestartet, obwohl auf der zur Entlastung Wiens gebauten 2. Piste mit nur 23 Landungen in dieser Zeit noch mehr als ausreichend Kapazität zur Verfügung stand. Es wäre also problemlos möglich gewesen, die Starts Richtung Tschechien und die Slowakei mit einem großen Bogen um Wien herum Richtung Norden zu führen, statt unsinnigerweise über den dicht besiedelten Süden Wiens zu fliegen.

Diese beiden Beispiele verdeutlichen, wie leicht es eigentlich möglich wäre, die Anzahl der vom Fluglärm betroffenen Menschen drastisch zu reduzieren. 

7.8.2010 Liesing ohne verkehrstechnische Notwendigkeit vom Fluglärmterror betroffen
Der Pistenbelegungsplan der Austro Control bestätigt, was mit der Materie vertraute Personen wie Piloten schon länger vermuten. Bei der für die Flugrouten über Liesing immer wieder behauptete kapazitätsmäßigen Notwendigkeit handelt es sich augenscheinlich um einen Schmäh!

Denn gerade dann, wenn die meisten Flugzeuge in kurzer Abfolge starten (überwiegend Depatures), sieht der Pistenbelegungsplan der Austro Control bei starkem Wind keine Abflüge über Liesing vor. So soll bei Ost/Südostwind auf der Piste 16 nach Süden gestartet werden und bei West/Nordwestwind sind die im Pistenbelegungsplan in Klammern angeführten Flugrouten von der Piste 34 aus zu fliegen. Das betrifft alle 4 Flugrouten (LEDVA, MIKOV,KOVEL, LANUX), die direkt über Liesing verlaufen und zu Grenzübergabepunkten in Tschechien und der Slowakei geführt werden.

Hingegen werden laut Pistenbelegungsplan bei Windstille (Calm) - also bei verkehrstechnisch noch weitgehend vernachlässigbarem Wind - die Flugrouten LANUX und KOVEL von der Piste 29 über Liesing geführt, während dafür andere Destinationen nicht von der Piste 29 sondern von der Piste 34 aus beflogen werden. Gleichzeitig wird über den Norden Wiens gelandet - als möglichst eng um Wien herumgeflogen.
Verwendung der Startrouten wenn überwiegen gestartet wird, zeigt fehlende kapazitätsmäßige Notwendigkeit über Liesing zu starten
Dazu findet sich auch im Diskussionsforum Austrian Aviation Net bereits 2008 ein entsprechender Expertenbeitrag, der beschreibt, dass aus Kapazitätsgründen bei Nordwestwind Starts Richtung Tschechien und Slowakei auf der Piste 34 (und damit nicht über Liesing) geführt werden,  um eineinhalb Pisten für den Start verwenden zu können. Umkehrschluss: die 2004 eingeführte Ausweitung der Flugrouten über Liesing dient also nicht der Kapazitätserweiterung.

Dass ausgerechnet bei vernachlässigbarem Wind dann doch über Liesing gestartet wird, zeigt, dass die 2004 nach Liesing verlegten Flugrouten ein politisch verursachtes Problem sind, für das es keine verkehrstechnische Rechtfertigung gibt. Vielmehr wurden hier unter dem falschen Vorwand der Kapazitätsoptimierung die berechtigten Interessen der Bevölkerung an der Vermeidung unnötiger Lärmbelastung dem Verlangen der Airlines nach Profitoptimierung geopfert.

Für die 2004 angeblich aus Kapazitätsgründen benötigte zusätzliche Flugroute über Liesing dürfte es auch eine Alternative über weitgehend unbesiedeltes Gebiet gegeben haben

Dass die Flugroute über Liesing den Politikern von der Austro Control angeblich als einzige mögliche Option verkauft wurde, den Bereich der für Startrouten von der Piste 29 auszuweiten, fügt sich nahtlos ins Bild. Dabei reicht jedoch ein Blick auf die auch im Internet verfügbaren Flugroutenkarten aus, um zu sehen, dass es eine Alternative mit um Größenordnungen weniger Betroffenen am südöstlichen Rand der schon existierenden Flugrouten geben dürfte. Diese dürfte aber von den Beamten der Austro Control nicht einmal geprüft worden sein.
Flugroutenverschiebung nach Liesing - ungeprüfte Alternativen im Südosten
Je mehr sich Behauptungen über die nur mit der Flugroute über Liesing erreichbare Kapazität und nicht vorhandene Lärmbelastung als Fiktion heraustellen, desto vehementer ist die Einstellung der Flugrouten über Liesing zu fordern!

18.7.2010 Dröhnende nächtliche Überflüge über dem dicht besiedelten Liesing
Weckflüge mitten in der Nacht von Donnerstag auf Freitag mit bis zu 77 Dezibel(!) lassen sich nicht nur mit Hilfe der Lärmmessungen der BI "Liesing gegen Fluglärm" objektiv nachweisen, sondern auch an Hand der Flugspuren der Austro Control bestätigen.
Dröhnende Überflüge um 0:30 und 0:55

Sowohl um 0:30 als auch um 0:55 wurde über dichtest besiedeltem Gebiet gestartet und dabei erheblicher Lärm produziert, der viele Menschen aus dem Schlaf gerissen haben dürfte.
Flugspuren bestätigen Nichteinhaltung der Nachtflugregelung
Dass es sich bei den nächtlichen Überflügen nicht um Notfälle gehandelte haben dürfte, geht alleine schon daraus hervor, dass es sowohl um 0:30 als auch um 0:55  über Liesing gestartet wurde.  Es sei denn, man ginge davon aus, dass jedes Gewitter einen Notfall darstellt, der es erlaubt, mitten in der Nacht über dichtest besiedeltes Gebiet zu dröhnen. Würde man eine solche Sichtweise auf das Autofahren anwenden, so dürfte bei einer Sperre eines Autobahnabschnitts auf der Umfahrung selbstverständlich auch dann Tempo 130 gefahren werden dürfen, wenn die Straße mitten durch ein Ortsgebiet durchgeht.

Leider sind dröhnende Überflüge in der Nacht kein Einzelfall: Insbesondere rund um 22h wird häufig über Liesing geflogen. Generell ist die auf Wien-Liesing angewandte Nachtflugregelung, in der fälschlicherweise davon ausgegangen wird, dass Flugzeuge ab 2 oder 3km Höhe keine merkbare Lärmbelästigung mehr darstellen und daher in dieser Flughöhe über dicht besiedeltes Gebiet geflogen wird, völlig unzureichend, die Bevölkerung vor dem besonders gesundheitsschädlichen nächtlichen Fluglärm zu schützen. Daher ist hier ein absolutes Nachflugverbot zu fordern!

1.7.2010 Monatliches Treffen der BI "Liesing gegen Fluglärm" zum Informationsaustausch
Beim sommerlichen Treffen im Gastgarten des Gasthaus Brandauers waren die Berichte über die Besprechung mit Herrn Gemeinderat Valentin und die Podiumsdiskussion im Cajetan-Felder Institut Hauptthema. Weiters ging es auch um die Eckpunkte der noch zu erstellenden Einladungen für die Veranstaltung am 8. September zu der die BI "Liesing gegen Fluglärm" alle politischen Parteien nach Liesing einlädt.

Eine positive Überraschung waren auch die in ganz Wien verschickten FPÖ Wahlkampf Broschuren, in denen das Thema Fluglärm an sehr prominenter Stelle platziert ist und in denen die SPÖ aufgefordert wird, die Einstellung der 2004 über den Westen Wiens gelegten Flugschneise auf Schiene zu legen. Dass Grüne und ÖVP bereits die gesundheitsschädliche Wirkung von Fluglärm und die daraus zu ziehenden Schlussfolgerungen für dicht besiedelte Gebiete, in den Wahlkampf eingebracht haben, lässt darauf hoffen, dass hier auch seitens der Verantwortlichen endlich Konsequenzen gezogen werden. Hier sind konkrete Schritte Richtung Einstellung der Flugroute über Liesing gefordert,  Versprechen alleine sind wenig hilfreich!


23.6.2010  Podiumsdiskussion „Flughafen Wien - Guter Nachbar oder Störenfried?“ Gegenwart und Zukunft
Bei der trotz eines spannenden Fußballspiels gut besuchten Veranstaltung im alten Wiener Rathaus wurde nicht nur über den Flughafen und die Fluglärmproblematik sondern auch die Rolle der Politik diskutiert. Aufhorchen lies eine Aussage von Senator Fritz Svihalek (Stadtrat für Umwelt- und Verkehrsagenden a.D.), dass Beamte der Austro Control mit Vorschlägen wie das Fluglärmproblem entschärft werden kann, mehr als zurückhaltend sind und daher hier auch das Management in die Pflicht genommen werden müsse. Eine Erfahrung die sich mit der Flugroutenverschiebung nach Liesing deckt, für die entsprechende Alternativen mit um Größenordnungen weniger Betroffenen von der Austro Control nicht einmal geprüft worden sein dürften.

Ein weiteres Thema war auch, dass eine intelligente Flugroutenführung, die zu einer Minimierung der Anzahl der Betroffenen führt, keine Arbeitsplätze kostet und die durch Fluglärm verusachten Gesundheitskosten senkt. Daraus ergibt sich in Zeiten knapper Budgets die Forderung, dicht besiedelte Gebiete- wann und wo immer möglich - zu umfliegen.

12.6.2010 Infoveranstaltung der BI "Liesing gegen Fluglärm" am Maurer Berg
Infoveranstaltung am Maurer Berg
Die Infoveranstaltung am Rande des "Tages der Artenvielfalt" hinterlässt einen zwiespältigen Eindruck. Einerseits Interesse, Zustimmung und die Unterstützung für unser Anliegen von vielen Menschen, die am Weg zur Großveranstaltung auf das Thema Fluglärm und Gesundheitsgefährdung angesprochen wurden. Andererseits die ablehnende Haltung der Wiener Stadtregierung, die das von ihr geschaffene Problem möglichst zu ignorieren versucht.
 
Ein Beispiel: Trotz polizeilicher Anmeldung wurde uns von der MA-49 die Verteilung von Informationen auf jenem Teil der Kalksburger Strasse untersagt, der als Forststrasse deklariert ist. Ein bürokratischer "Kraftakt", der wiederum von einem Passanten wie folgt kommentiert wurde: "Das Imperium schlägt zurück!".

Dass Umweltstadträtin Mag. Ulli Sima auch am Rückweg von ihrer Veranstaltung im Unterschied zum niederösterreichischen Umweltlandesrat Dr. Pernkopf nicht einmal bereit war, Informationsmaterial zum Thema Fluglärm entgegenzunehmen, war trotzdem irgendwie erstaunlich. Hatte doch gerade sie den Liesingern versprochen, dass es durch die neue Flugroute zu keiner zusätzlichen Lärmbelastung kommen wird.  Leider löst sich das Fluglärmproblem nicht dadurch, dass man dieses konsequent ignoriert. So führt Fluglärm selbst im Schlaf zu einem Anstieg des Blutdrucks.
 
Obwohl nicht offizieller Teilnehmer am Tag der Artenvielfalt dürfte es der BI "Liesing gegen Fluglärm" ganz gut gelungen sein, auf die Zerstörung des Naherholungsgebiets durch die seit 2004 aus politischen Gründen nach Liesing verlegten Flugrouten aufmerksam zu machen. Denn die Luftballons mit den Slogans "Lebensqualität statt Fluglärm!" und "5 Jahre Fluglärmterror über Liesing sind genug!" waren auf Großveranstaltung allgegenwärtig (siehe Foto).
 
Stellt sich die Frage, wann man seitens der Politik endlich reagiert und der volkswirtschaftliche Hausverstand zum Durchbruch kommt! Denn minimal kürzere Flugrouten für die Airlines können einfach nicht wichtiger sein, als die Lebensqualität und Gesundheit von 100.000 Betroffenen. 

Postings zum Thema "Wiener Stadtregierung vermarktet Erholungsgebiet statt es vor Fluglärm zu schützen" im Forum...

10.6.2010 Zerstörung des Naherholungs- und Landschaftsschutzgebiets Liesing durch Fluglärm
Die beeindruckende Artenvielfalt der Tiere und Pflanzen am Maurer Berg ist seit 2004 um eine Artenvielfalt verstärkt worden, die man weder im dicht besiedelten Liesing noch im angrenzenden Naherholungsgebiet als erwünscht betrachten kann - so führen rund 40 Starts pro Tag direkt über Liesinger Gebiet zu einem unzumutbaren und gesundheitsschädlichen Gedröhne.

Gut besuchte Informationsveranstaltung am Mauerer Hauptplatz Unartenvielfalt
Beeindruckende Artenvielfalt am Maurer Berg In einem Landschaftsschutzgebiet unerwünschte Artenvielfalt

Auch die Wiener Umgebungslärmschutzverordnung legt das Landschaftsschutzgebiet Liesing als ruhiges Gebiet fest, für das die Summe aller Schallquellen einen Schwellenwert von 50 dB Lden und
40 dB Lnight nicht übersteigen darf. Entsprechend der Lärmstörwirkung von Fluglärm wären um 10-15 Dezibel niedrige Werte zu fordern, die aber seit der Flugroutenverlegung 2004 mit  einem Lden von rund 45 dB so gut wie täglich massiv überschritten werden. Da hilft es auch nicht, wenn Fluglärm auf Grund der Bundeskompetenz von der obigen Regelung explizit ausgenommen ist - eine widmungsgemäße Nutzung des Naherholungsgebiets Liesing wird dadurch trotzdem verunmöglicht!

Postings im Forum...

Nachdem es unmöglich ist, das Landschaftsschutzgebiet und die über 100.000 von der Flugroute über Liesing betroffenen Menschen umzusiedeln, sind die entsprechenden Flugrouten abzusiedeln bzw. einzustellen!

29.5.2010
Informations- und  Protestveranstaltung der BI "Liesing gegen Fluglärm" gegen das unnötige Verlärmen eines ganzen Bezirks
Gut besuchte Informationsveranstaltung am Mauerer Hauptplatz

Auch dieses Mal haben wieder zahlreiche Fluglärmbetroffene aus der Umgebung die Gelegenheit genutzt, sich am Maurer Hauptplatz über Ursachen und Auswirkungen des Fluglärms in Liesing zu informieren. Aus den vielen Gesprächen lassen sich zwei immer wieder kehrende  Diskussionspunkte herausfiltern:
Kein Diskussionsthema war hingegen die Gesundheitsschädlichkeit des Fluglärms, diese scheint vielmehr Teil des Allgemeinwissens geworden zu sein.

26.5.2010 Monatliches Treffen der BI "Liesing gegen Fluglärm" zum Informationsaustausch
Themen beim gut besuchten monatlichen Treffen der BI-Liesing waren:

11.5.2010 Vortrag von Prof. Greiser und Podiumsdiskussion zum Thema Gesundheitsrisiko Fluglärm
Schwerpunkt des Vortrags von Prof. Greiser waren die Gesundheitsauswirkungen des nächtlichen Fluglärms. Dass Fluglärm unter Tags genauso als gesundheitsschädlich einzustufen ist, wurde an den gezeigten Daten über Brustkrebs deutlich. So steigt das Brustkrebsrisiko mit jedem Dezibel Tagfluglärm stärker als bei nächtlichem Fluglärm. Eine Tatsache, die auch für Depressionen und Schlaganfälle bei Frauen festgestellt wurde. Eigentlich nicht wirklich erstaunlich, da sich statistisch gesehen Frauen länger am Wohnort aufhalten als Männer.
 
Die Parallelen beim Umgang mit dem Gesundheitsrisiko Fluglärm erinnern an das Thema Passivrauchen: Trotz des erwiesenen Erkrankungsrisikos (plus 20-40%) wurde die Tatsache von der Raucherlobby jahrzehntelang verneint bzw. von der Politik als Panikmache abgetan. Nun liegen die Erkrankungsrisiken bei Fluglärm weit höher als beim Passivrauchen.  Bei der Veranstaltung war man sich darüber einig, dass konsequenterweise auch möglichst unbesiedeltes Gebiet geflogen werden! Damit stellt sich einmal mehr die Frage, wann die Verantwortlichen auch beim Thema Fluglärm bereit sind, auf den volkswirtschaftlichen Hausverstand zu hören und somit unnötig hohe Gesundheitskosten vermeiden?
 
In der Diskussion hat der Umweltsprecher der Wiener Grünen, GR Mag. Maresch, wiederholt betont, dass die Absiedlung der Flugroute über Liesing, die 2004 überfallsartig über 100.000 Betroffene verlegt wurde, eine Kernforderung der Grünen ist und bleibt. Laut Maresch steht diese Forderung bei möglichen Koalitionsverhandlungen mit der Wiener SPÖ an oberster Stelle und nicht zur Disposition!
 
Auch am Podium vertreten war Prof. Kundi, welcher im Auftrag des BMVIT eine Studie erarbeitete, welche in der Folge von Minister Bures als Basis zum Entwurf "Luftverkehr-Imissionsschutzverordnung" diente. Angesprochen darauf, dass die hohen Lärmpegel welche er in seinem Gutachten vorschlägt, die kognitive Entwicklung von Kindern nachweislich beeinträchtigt, sagte der Prof., dass damit eben die Schulen konsequenterweise abzusiedeln seien. Im persönlichen Gespräch stellte sich dann auch heraus, dass sich Prof. Kundi vom Auftraggeber BMVIT falsch interpretiert fühlt und dass ein Gutachten mit Empfehlungen für deutlich niedrigeren Fluglärm seiner Meinung nach sinnlos gewesen wäre, da es vom Auftraggeber "schubladisiert" worden wäre.

2.5.2010 
Diskussion über die neuerliche Flugroutenverschiebung nach Liesing
Immer wieder erreichen die BI "Liesing gegen Fluglärm"  Fragen von Betroffenen zu den neuen Flugrouten über Liesing und dazu was von den Antworten des Flughafens und des Liesinger Bezirksvorstehers Herrn Wurm zu halten ist, in denen behauptet wird, dass die neuen Flugrouten nichts anderes wären als eine Aufsplittung der schon früher verwendeten Flugroute STO4C in die Flugrouten LEDVA2C und MIKOV3C.

Der Aussage  der  Flughafenhotline "Am 27. August 2009 (also vor mittlerweile 8 Monaten) wurde die SID STO4C durch die beiden Abflugstrecken LEDVA2C und MIKOV3C ersetzt" sind folgende Fakten gegenüber zu stellen:
Zu der Aussage der Flughafenhotline „Es gibt dadurch keine negativen Auswirkungen für die Bevölkerung, da die Lage der Strecke unverändert geblieben und die Anzahl der LFZ auf dieser Strecke gleichgeblieben, bzw. derzeit sogar geringer geworden ist.“ ist  anzumerken:
Es entsteht also einmal mehr der Eindruck, dass die Aussagen des Flughafens und seiner Vertreter dazu dienen sollen, das wahre Problem, welches der Flugverkehr in Liesing verursacht, zu verharmlosen. Und von der Einhaltung der Versprechen, dass es durch die Flugrouten über Liesing auf Dauer weder zu einer merkbaren noch einer messbaren Lärmbelastung kommen wird, scheint man auch nichts mehr wissen zu wollen.

21.4.2010 Neuerliche Verlagerung von Flugrouten auf dicht besiedeltes Gebiet! - Dialog ohne Kommunikation?
Die BI "Liesing gegen Fluglärm" ist Hinweisen von Betroffenen nachgegangen, wonach seit einiger Zeit "anders" geflogen wird und stellte Erstaunliches fest: Man fliegt nun nach Südwesten, um nach Nordosten  zu kommen! Zu diesem Zweck  wurden Flugrouten, welche früher direkt nach dem Start nach Norden über die Felder abbogen, ausgerechnet auf das dicht besiedelte Liesing verlagert. Beachtlich sind hier nicht nur die unnötig hohen Gesundheitskosten, die vermeidbare Überflüge über dicht besiedeltem Gebiet mit sich bringen, sondern auch der erhebliche Umweg, den die Airlines dafür in Kauf nehmen müssen.

MIKOV2C und LEDVA1C nach Rechtskurve von der Piste 29 MIKOV3C und LEDVA2C nach Linkskurve von der Piste 29
LEDVA und MIKOV mit Rechtskurve LEDVA und MIKOV mit Linkskurve
Quelle: www.flugspuren.at 2009 Quelle: www.flugspuren.at 2010
 
Die genauere Betrachtung bringt die Ignoranz und Abgehobenheit der Verantwortlichen zu Tage: Es gab keinerlei Information an die betroffenen Bürger, keine mediale Information, von einer UVP nicht zu reden. Dies ist als wiederholter Nachweis zu verstehen, dass es für die Anrainer des Flughafens keinerlei Rechtssicherheit gibt - wer heute nicht betroffen ist, kann also morgen bereits unter einer Flugroute aufwachen!
 
Aber auch die Position des Fluglärmvertreters der Rathauspartei bekommt hier einen schalen Beigeschmack - hatte dieser doch jahrelang erklärt, dicht besiedelte Gebiete im Süden Wiens durch eine Rechtskurve von der Piste 29 entlasten zu wollen. Tatsächlich wurde nun das Gegenteil davon umgesetzt. Dass so etwas nicht ohne die Zustimmung des Vertreters Wiens im Dialogforum möglich sein dürfte, ist nahe liegend. Jedenfalls helfen den Betroffenen weder immer wiederkehrende Verweise auf die formale Unzuständigkeit der politisch mächtigsten Gemeinde Österreichs noch auf die Implementierung einer Lärmgebührenordnung weiter, die keinen Einfluss darauf nimmt, wo oder wann geflogen wird.
 
Alles in allem drängt sich für die BI "Liesing gegen Fluglärm" und die Betroffenen damit der Schluss auf, dass die Fluglärmlobbyisten einen Dialog führen, welcher keiner Kommunikation mit den Bürgern bedarf.

Presseaussendung

21.4.2010 
Monatliches Treffen zum Informationsaustausch 
Das gut besuchten Treffen diente ausführlichen Diskussion der neuesten Entwicklungen. Schwerpunkt war die erfreuliche mediale Präsenz des Themas Fluglärm in Liesing (ORF, Heute, Krone, Kurier...) und die Abschätzung der gesundheitsschädlichen Dauerschallpegel, wo unterschiedliche Ansätze zu übereinstimmenden Ergebnissen geführt haben. Weiters wurden die nächsten Informationsveranstaltungen geplant.

17.4.2010 Informationsveranstaltungen mit Wiedererkennungswert
Informationsveranstaltung beim Merkur in der BreitenfurterstrasseUnter ungewohnt kondensstreifenfreien und ruhigen Himmel fand die erste heurige Informationsveranstaltung der parteiunabhängige Bürgerinitiative "Liesing gegen Fluglärm und die 3. Piste" beim Merkur in der Breitenfurterstrasse statt.  Aus zahlreichen Reaktionen wurde klar, dass die Bürgerinitiative bereits einen bemerkenswerten Wiedererkennungswert erreicht hat. Und dass Fluglärm krank macht, dürfte mittlerweile auch einer breiten Masse bekannt sein.  

7.4.2010 Am Sonntag nach der Zeitumstellung wurden unnötig viele Menschen durch dröhnenden Fluglärm gewecktDröhnende Überflüge ab 7:15 (physiologisch gesehen bereits ab 6:15)
Dröhnende Überflüge Sonntag früh sind in Liesing leider nichts ungewöhnliches. Besonders schlimm ist das aber nach der Umstellung auf die Sommerzeit, die ja nicht zufällig von Samstag auf Sonntag erfolgt. Statt die "gestohlene" Stunde in der Früh durch längeren Schlaf kompensieren zu können, wurden die Liesinger von dröhnenden Überflügen ab 7:15 geweckt - physiologisch betrachtet also bereits um 6:15!

Dass es dafür nicht die geringste erkennbare Notwendigkeit  gab, belegt wieder einmal die Auswertung der Flugspuren:
Unterm Strich ergibt sich das folgende Bild: die im Zusammenhang mit der Zeitumstellung besonders gesundheitsschädlichen Weckflüge, erfolgten ohne die geringste erkennbare Notwendigkeit ausgerechnet so, dass möglichst viele Menschen davon betroffen waren. Ein weiteres Beispiel dafür, wie die Gesundheit und Lebensqualität der Bevölkerung systematisch den Interessen der Luftverkehrslobby geopfert werden.

Einzige Abhilfe ist die Verlegung der Flugrouten auf möglichst unbesiedeltes Gebiet - also eine volkswirtschaftlich sinnvolle Optimierung der Flugrouten nach Anzahl der Betroffenen und nicht so wie in der Flughafen-Mediation nach dem Shareholder-Value für die Flughafenaktionäre!
Weckflüge über das dicht besiedelte Liesing ohne Notwendigkeit

25.3.2010 Treffen zum Informationsaustausch und zur Aktionsplanung
Nach dem Austausch über aktuelle Themen wurde eine ganze Reihe von Infoveranstaltungen vor den Sommerferien beschlossen. Für den Herbst wollen wir die Wiener Politiker zu einer Podiumsdiskussion nach Liesing einladen. Weiters wurden noch einige Änderungen am überarbeiteten Informationsblatt über den gesundheitsschädlichen Fluglärm in Liesing diskutiert, welches in größerer Stückzahl gedruckt werden soll.

11.3.2010 Überflüge über dicht besiedeltes Gebiet sind volkswirtschaftlich unsinnig und gesundheitspolitisch unverantwortlich
Flugrouten im Süden Wiens verlaufen über dichtest besiedeltes GebietIn Deutschland ist es jetzt "amtlich". Fluglärm in der Umgebung des Flughafens Köln-Bonn erhöht das Erkrankungsrisiko dramatisch. Dass das in den betroffenen Gebieten rund um Wien Schwechat ähnlich sein wird, leugnen wohl nur mehr eingefleischte Fluglobbyisten.

Eine genauere Berechnung kann nur mit einer gleichartigen Studie für den Flughafen Wien erreicht werden. Für eine erste Abschätzung der zusätzlichen Krankheitsfälle reicht aber die Übertragung der Greiser Studien. Bei rund 100.000 betroffenen Menschen in Liesing und den direkt angrenzenden Gebieten in Wien und Niederösterreich ist entsprechend dem ermittelten Risiken u.a. mit 50 zusätzlichen Schlaganfällen pro Jahr zu rechnen.

Dabei macht nicht nur das persönliche Schicksal betroffen. Es entstehen auch beträchtliche Kosten für das von der Allgemeinheit finanzierte Gesundheitssystem. Multipliziert man beispielsweise die bekannten durchschnittlichen Kosten pro Schlaganfall von rund 75.000 Euro mit der Anzahl der 50 zusätzlichen Schlaganfälle, so kommt man alleine dafür auf rund 3,75 Millionen Euro pro Jahr. Vermeidbares Leid und Kosten, die der Verlegung der Flugrouten auf das dicht besiedelte Liesing zuzuschreiben sind.

Daher sind nicht nur Austro Control und Infrastrukturministerium, sondern auch das Gesundheitsministerium dringend gefordert, zu den Flugrouten über Liesing volkswirtschaftlich sinnvollere und gesundheitspolitisch verträglichere Alternativen zu finden bzw. zu verordnen.  

Zum Lesen und Weitergeben gibt es eine Zusammenfassung als PDF mit dem Titel "Jetzt ist es amtlich: Fluglärm macht krank".  Eine entsprechende Presseaussendung der parteiunabhängigen BI "Liesing gegen Fluglärm und die 3. Piste" wurde von Gemeinderat Mahdalik einmal mehr mit der Forderung nach Rücknahme der im Jahr 2004 eingerichteten Flugschneise über dem 23. Bezirk unterstützt.

Die Ablehnung der Übertragbarkeit der Studie auf Liesing durch Herrn Gemeinderat Valentin mit dem Argument, die Studie habe sich (nur) mit nächtlichem Fluglärm auseinandergesetzt erweckt den Eindruck, dass sich Herr Gemeinderat Valentin bisher auch nur mit der Überschrift der Studie auseinandergesetzt hat. Andernfalls sollte er wissen, dass die die stärkste Risikoerhöhung für Schlaganfälle und Depressionen im Zeitfenster von 6-22 Uhr gefunden wurde und eine Beschränkung auf nächtlichen Fluglärm als Gesundheitsrisiko dem Problem Fluglärm nicht gerecht werden kann. Abgesehen davon gibt es in Wien kein absolutes Nachtflugverbot sondern nur eines für Landungen auf der Piste 11. Behauptungen, in Wien werden die WHO Grenzwerte eingehalten, die auf einer nicht nur laut WHO für Fluglärm ungeeigneten Messung nach dBA beruhen, sind wertlos. Diese und andere Verharmlosungen werden von den Fluglärmbetroffenen über die Grenzen Wiens hinaus als Provokation aufgefasst - Diskussion

Eine Video-Interview zur Studie und deren Übertragbarkeit von Prof. Dr. Greiser findet sich auf  You Tube

1.3.2010 Fluglärm macht krank - auch die Liesinger und ihre Nachbarn
Die neuesten Untersuchungen von Prof. Greiser über die Gesundheitsschädlichkeit von Fluglärm am Flughafen Köln-Bonn, die auf den Daten von 1,020 Millionen Versicherten gesetzlicher Krankenkassen beruhen, sind jetzt offiziell vom deutschen Bundesumweltamt publiziert worden. Die Ergebnisse zeigen für Herz- und Kreislauferkrankungen einen linearen Anstieg des Erkrankungsrisikos ab einem mit 35,25 dBA recht niedrigen 24-Stunden-Dauerschallpegel  Bei Frauen sind die Erkrankungsrisiken für Depressionen signifikant erhöht. Eine auf die gleiche Art durchgeführte Auswertung, welche die signifikante Erhöhung des Risikos für Krebserkrankungen ab 35,25 dB(A) Fluglärm Dauerschallpegel nachweist, ist bisher aus politischen Gründen nicht offiziell veröffentlicht worden.

Die Ergebnisse der Studien lassen sich am besten als einfache Balkengrafiken zusammenfassen.
Signifikante Erhöung der Risiken durch Fluglärm an ausgewählte schwere Krankheiten zu erkranken Mit jedem Dezibel Fluglärm über einem 24-Stunden-Fluglärm-Dauerschallpegel von 35,25 dBA, steigt das Risiko für eine Reihe von schweren Erkrankungen. Ausgewählte Krankheitskategorien aus den Studien von Prof. Dr. Greiser, Werte für Betroffene ohne die Möglichkeit der Finanzierung von Schallschutz durch den Flughafen.

Überträgt man die Erkenntnisse von Prof. Greiser auf Liesing, so erhält man ein beunruhigendes Bild über die Auswirkungen der seit 2004 überfallsartig auf dicht besiedeltes Gebiet verlegten Flugrouten. Eine Erhöhung mit fatalen Auswirkungen auf die Bevölkerung: So steigt das Erkrankungsrisiko durch Fluglärm bei Frauen und Männern
Bei Frauen steigt das Risiko
Signifikante Erhöung der Risiken durch Fluglärin in Liesing an ausgewählte schwere Krankheiten zu erkranken

Die seit 2004 überfallsartig auf das dicht besiedelte Liesing verlegten Flugrouten verursachen einen 24-Stunden-Fluglärm-Dauerschallpegel von 40,8 dBA (Durchschnitt 6 verkehrsreichste Monate), also 5,55 dBA über der Schwelle von 35,25 dBA. 


Eine genauere Abschätzung kann nur mit einer gleichartigen Studie für den Flughafen Wien erreicht werden. Laut persönlicher Empfehlung von Prof. Greiser sollte dabei der Fluglärm auch nach dBC erfasst werden.

17.2.2010 Monatliches Treffen der BI "Liesing gegen Fluglärm und die 3. Piste"
Neben den Ereignissen der letzten Monate wurden die Auswirkungen von Fluglärm auf die Gesundheit der Liesinger und ihrer Nachbarn diskutiert. Neu ist in diesem Zusammenhang eine weitere Studie von Prof. Greiser, deren offizielle Veröffentlichung nicht zuletzt deshalb zurückgehalten werden dürfte, weil daraus hervorgeht, dass Fluglärm  über 40 dB(A) auch das Risiko für Brustkrebs signifikant erhöht. Umgelegt auf die derzeitige Fluglärm-Situation in Liesing bedeutet das eine statistische Erhöhung der Anzahl der von Brustkrebs Betroffenen um ein Drittel gegenüber der Situation vor der überfallsartigen Verlegung der Flugrouten auf dieses dicht besiedelte Gebiet.

In diesem Zusammenhang drängt sich auch die Kostenwahrheit beim Flugverkehr als Thema auf, was gerade im Zusammenhang mit der Budgetkonsolidierung und möglichen Steuererhöhungen an Brisanz gewinnt. Dass der Flugverkehr zum Unterschied von der Bevölkerung von Mehrwerts- und Mineralölsteuer befreit ist, hat weder etwas mit Verteilungsgerechtigkeit noch mit sozialer Umverteilung zu tun - zumindest nicht mit der von oben nach unten.

Das nächste Treffen findet am 18.3.2010 statt,  für den 10.4.2010 ist bereits eine öffentliche Infoveranstaltung geplant.

12.2.2010 Wirtschaftssprecher der ÖVP setzt sich für Fluglärmbetroffene ein - Ablehnung der Verordnung des BMVIT quer durch alle Parteien
Mit dem bekannten und engagierten Abgeordneten zum Nationalrat, Herrn Dkfm. Dr. Günter Stummvoll, hat die parteiunabhängige BI "Liesing gegen Fluglärm und die 3. Piste"  einen weiteren prominenten Unterstützer in Liesing gefunden. Zuletzt hat er die fundierte Stellungnahme gegen die gesundheitsschädliche "Verordnung des Infrastruktur- und Lebensministeriums zur Luftverkehr-Immissionsschutzverordnung – LuIV vom 16.12.2009." durch 
tatkräftig unterstützt.

Die Verordnung wird aber auch von der Arbeiterkammer und den 
Umweltanwaltschaften aller Bundesländer und den anderen Parteien abgelehnt. So kritisiert die FPÖ diese als Skandalverordnung und die Grünen haben eine eigene Stellungnahme abgegeben. Sogar die Wiener SPÖ hat sich gegen die extrem hohen Grenzwerte ausgesprochen, die sich auch im ersten Teilrückzieher von Frau Bundesministerin Bures wieder findet.  Trotzdem verdient die Verordnung damit aber noch immer die Note "Nicht Genügend". Denn 54 dB(A) Dauerschall Fluglärm sind  eindeutig gesundheitsschädlich und können daher nicht per Verordnung für zumutbar erklärt werden. Und die überhöhten Grenzwerte sind ja nicht der einzige Punkt, in denen die Verordnung den Flugverkehr statt die Betroffenen schützt.

Aus dem Büro des Umweltministers gibt es in der Zwischenzeit erste Stellungnahmen aus denen hervorgeht, dass u.a. die Spitzenpegelkriterien für die Nacht, Zeitpunkt der Reduktion der "Immissionsschwellenwerte" und die Höhe des Irrelevanzkriteriums zur Diskussion gestellt werden sollen.

9.2.2010 Stadtkonferenz des Dialogforums
Bei dieser Stadtkonferenz des Dialogforums ging es in 1. Linie um die Frage der Notwendigkeit der Flugrouten über Liesing. Ausgangspunkt war ein nach der letzten Stadtkonferenz erstelltes Dokument, in dem an Hand der Flugspuren versucht wurde, die Notwendigkeit der zahlreichen Überflüge im Laufe eines Tages über das dicht besiedelte Liesing auf Alternativen zu prüfen. Dieses Dokument wurde bereits im Juni 2009 an Austro Control, Gemeinde Wien und Flughafen verschickt, ist also keineswegs neu. Auch die Darstellung von Herrn Gemeinderat Valentin, dass darin der Austro Control vorgeworfen wird, den Mediationsvertrag nicht einzuhalten, findet sich darin nicht. In dem Dokument wurde aber festgestellt, dass die Notwendigkeit für die zahlreichen Überflüge über Liesing in keinem konkreten Beispiel  feststellbar war und die Nachtflugregelung offensichtlich die Interessen des Flugverkehrs höher bewertet als die der Bevölkerung.

Seitens der Austro Control wurde dieses Dokument erst nach 8 Monaten, dafür aber um so heftiger, kritisiert. Dazu wurde von der ACG bei der Stadtkonferenz erklärt, dass die vielen Startrouten von der Piste 29 deshalb notwendig seien, um in Spitzenzeiten die mit der Piste 29 mögliche Maximalkapazität zu garantieren und dass in den anderen Zeiten mangels Flexibilität dann von der Piste 29 auch über Liesing geflogen werden müsse. Folgt man den technisch nicht nachvollziehbaren Aussagen der Austro Control, so wären einige zusätzlichen Slots (Start- und Landemöglichkeiten) am Flughafen Wien, die derzeit nur in den Spitzenzeiten benötigt werden, Grund genug, um über Liesing zu fliegen. Auf Vorschläge eines Piloten für Alternativen wurde nicht eingegangen, dazu ist aber noch ein Gespräch geplant. Dass die Nachtflugregelung die Liesinger nicht vor nächtlichen Überflügen schützt, wurde damit begründet, dass man den Fluglinien keine so langen Umwege zumuten könne.

Zur Frage des Antrags, von der Piste 29 mit einer Rechtskurve über die ÖMV/Borealis zu starten, sei nur bekannt, dass es hier keine Zustimmung des Ministeriums gebe, eine schriftliche Begründung aber trotz angeblicher täglicher Bemühungen von Herrn GR Valentin nach wie vor fehle.

Von Herrn GR Valentin kam einmal mehr die Aussage, wie wichtig der Flughafen für die Wirtschaft und den Tourismus sei.  Das Gegenbeispiel Zürich, wo die Pleite der  Swiss Air zu deutlich weniger Flügen geführt hat, die Anzahl der Arbeitsplätze und die Wirtschaftsleistung im Großraum Zürich im gleichen Zeitraum aber trotzdem gestiegen sind, wurde vom Vertreter des Flughafens einfach für falsch erklärt.

Laut Herrn Gemeinderat Valentin hätte es die Flugroute über Liesing ohnehin geben müssen, weshalb die Gemeinde Wien dieser zugestimmt habe. Diese Demonstration der Machtlosigkeit gegenüber den Wünschen des Flughafens durch einen "Sozialdemokraten" Valentin, lässt darauf schließen, dass man im roten Wien einen Rückschritt in eine Zweiklassengesellschaft in Kauf nimmt. Dazu passt das beharrliche Schweigen von Umweltstadträtin Mag. Sima zu diesem Thema ebenso, wie die in einem Vortrag von Ministerialrat DDr Zulinsky vom BMVIT geäußerten Ideen, dass es unter den Flugrouten zur Verslumung kommen wird.

Laut dem Vertreter des Flughafens lagen die Flugbewegungen letztes Jahr in Liesing praktisch gleich hoch wie im Vorjahr. Dass von einem Rückgang der Flugbewegungen um knapp 10% in Liesing nichts zu bemerken war, ist also kein Wunder.

Ebenfalls angesprochen wurden die Lärmmessungen nach dB(C), deren grundsätzliche Sinnhaftigkeit nicht mehr bestritten wurde, für die aber gesetzliche Grenzwerte fehlen. Weiters wurde auch die noch unveröffentlichte Studie von Prof. Greiser andiskutiert.

29.1.2010 Einstellung der Flugrouten über Liesing ist im Sinne eines echten Luftverkehr-Immissionsschutz 
Denn alleine schon auf Grund der ab 40 dB(A) Dauerschall einsetzenden gesundheitsschädlichen Wirkung ist der Flugverkehr auch noch 20-30 km vom Flughafen entfernt so zu führen, dass möglichst wenige Menschen in ihrer Gesundheit beeinträchtigt werden. Aus diesem Grund ist auch die Einstellung der seit 2004 überfallsartig nach Liesing verlegten und der Umgebungslärmrichtlinie der Europäischen Union widersprechenden Flugrouten über Liesing zu fordern. Die vollständige Stellungnahme zur in Begutachtung befindlichen Luftverkehr-Immissionsschutzverordnung der parteiunabhängigen BI "Liesing gegen Fluglärm und gegen die 3. Piste" wurde mit dem eindringlichen Ersuchen die darin angeführten Fakten und Studien im Detail zu prüfen und zu würdigen per email und Fax an die zuständige Abteilung im BMVIT übermittelt.

Weitere Stellungnahmen die sich gegen die geplante Verordnung aussprechen gibt es unter anderen auch von anderen BIs und der grünen Bundespartei. Aber auch das Umweltministerium ist mit der von der Luftfahrtabteilung im Infrastrukturministerium ausgearbeiteten Verordnung, welche die Luftfahrt statt die Bürger schützt, nicht zufrieden und hat eine ganze Liste von Änderungswünschen.

28.1.2010 Bundesumweltamt lehnt Verordnungsentwurf des BMVIT klar ab
Das Umweltbundesamt hat zum Entwurf der LuIV eine Stellungnahme abgegeben. Hauptkritikpunkte sind vor allem die Höhe der Schwellenwerte und das mit der Verordnung festgelegte Irrelevanzkriterium von 2 dB. Einer Zustimmung zur Verordnung in der vorliegenden Form durch den Umweltminister fehlt also die fachliche Grundlage. Auf der Homepage des Bundesumweltamts ist auch zu lesen, dass das Erkrankungsrisiko für Herz- und Kreislauferkrankungen bereits ab Fluglärmbelastungen von 40 Dezibel ansteigt. Gesundheitsschädlichen Fluglärm über 40 dB(A) Dauerschall für zumutbar zu erklären, erscheint daher hochgradig unlogisch.

27.1.2010 Auch Gutachten im Auftrag des BMVIT zeigt Unsinnigkeit und Gesundheitsschädlichkeit der darin empfohlenen Grenzwerte
Zu der kurz vor Weihnachten in Begutachtung gegebenen Verordnung des Infrastrukturministeriums existiert auch ein Gutachten, welches von Umweltmedizinern der Universität Wien erstellt wurde. Das Gutachten und die darin empfohlenen Grenzwerte widersprechen sich aber. So wird im fachlichen Teil des Gutachtens darauf hingewiesen, dass die Störwirkung von Fluglärm am besten durch die C-bewertete Lärmkurve also Grenzwerte nach dB(C) wiedergegeben wird (Abschnitt 3.5.8 Seite 16), während eine Empfehlung für Grenzwerte nach dB(A) abgegeben wird. Weiters ist auch aus dem Gutachten auch erkennbar, dass die abgegebenen Empfehlungen gesundheitsschädlich sind. Wie gesundheitsschädlich diese wirklich sind, wird aber erst klar wenn man die im Gutachten verwendete Orginalliteratur zum Bluthochdruck liest und deren Angaben in der zentralen Tabelle des Gutachtens einträgt:
Tabelle 8 des Gutachtens im Auftrag des BMVIT zeigt gesundheitsschädliche Grenzwerte, die noch deutlicher werden, wenn man die Werte aus der Originalliteratur einträgt
Abenteuerlich erscheint aber auch, wie aus der Tabelle 8 im Abschnitt 5.1.7 ab Seite 72 Empfehlungen für Grenzwerte abgeleitet werden. Da wird die Studie von Eriksson,2007 welche den Zusammenhang zwischen Bluthochdruck und Fluglärm an Hand von 24 Stundenwerten größer bzw. kleiner 50 dB(A) Dauerschall und nur für Männer untersucht hat, dazu verwendet um die HYENA Studie von Jarup, 2008 die sich mit dem Nachtfluglärm und den Auswirkungen auf Bluthochdruck ab 34 dB(A) beschäftigt hat, für irrelevant zu erklären. Dann wird nicht nur beim Dauerschall sondern auch bei den Spitzenschallpegel darüber hinweggesehen, dass die Studie von Eriksson gar nicht für nächtlichen Fluglärm erstellt wurde und auf Grund der Art der Auswertung gar keine Aussagen darüber treffen kann, ob Fluglärm nicht auch schon unter 50 Dezibel gesundheitsschädlich ist. Das mit dem nochmals um 2 Dezibel erhöhten Grenzwert kein vernünftiges Durchschlafen mehr möglich ist, geht sogar aus der Tabelle des Gutachtens hervor.

Genauso unwissenschaftlich liest sich die Ableitung der Empfehlung für den Fluglärm unter Tags. Hier werden einfach 10 dB(A) zum vorher ermittelten Grenzwert für Nachtfluglärm addiert, obwohl aus der in der Tabelle angeführten Studie mit bereits 25% Belästigten nur 52 statt 62 dB(A) Dauerschall für Fluglärm unter Tags ermittelt wurde. Dass bereits ab 45 Dezibel nur noch eine durchschnittliche kognitive Entwicklung von Kindern möglich ist d.h. Fluglärm bereits darunter negative Auswirkungen hat, wird an der Stelle des Gutachtens, wo es um die Empfehlung geht, einfach ignoriert, ist aber aus der Tabelle eine Seite davor ersichtlich.

Dass auch das Gutachten die eigene Empfehlung auf Seite 73 bereits 2 Seiten weiter hinten kritisiert, erweckt den Eindruck, dass auch die Autoren des Gutachtens die empfohlenen Werte für bedenklich halten und die in der Verordnung stehenden Werte für zumutbaren Fluglärm bereits vor der Erstellung des Gutachtens von der Flugverkehrslobby festgelegt wurden.  Gesundheitsschädlichkeit war dabei offensichtlich kein Kriterium. Eine Festlegung der Grenzwerte für Fluglärm, wie sie im Entwurf der Verordnung des Infrastrukturministeriums stehen, lässt sich durch das Gutachten jedenfalls nicht rechtfertigen. Insbesondere im Licht der letzten Studienergebnisse von Prof. Greiser, welche wesentlich besser abgesichert sind, als die meisten wenn nicht alle bisherigen Studien und welches die Schädlichkeit von Fluglärm bereits ab 40 bzw. 32,25 dB(A) Dauerschall nachweist, wäre das in Kraft setzen der Verordnung in der vorliegenden Form umwelt- und gesundheitspolitisch grob fahrlässig. Das gilt auch für eine ganze Reihe anderer Punkte in der geplanten Verordnung, die statt die Bürger vor dem Flugverkehr den Flugverkehr vor den Bürgern schützen soll.

24.1.2010 Flugspuren zeigen auf - Fluglärmterror über den dicht besiedelten Liesing ohne technische Notwendigkeit
Eine Überlagerung Flugspuren  für die Starts- und Landungen am 22.1.2009 zwischen 14 und 15 Uhr zeigt, dass es sich hier um eine verkehrsarmen Zeiten gehandelt hat, in der also ohne nachvollziebare Notwendigkeit über Liesing gestartet wurde. 

22.1.2010 Starts und Landungen zwischen 14h und 15h
Bei 11 Landungen pro Stunde sollte es eigentlich kein Problem sein, beispielsweise auf der Piste 34 mit einer Rechtskurve Richtung Nordwesten über weitgehend unbesiedeltes Gebiet zu starten. Stattdessen wurde aber 4 Starts über das dicht besiedelte Liesing durchgeführt (betroffener Bereich rot umrandet) - unter anderem wurden damit 100.000 Menschen dem Lärm eines 400t schweren chinesichen Frachtflugzeugs ausgesetzt, welches über Liesing noch nicht einmal 2km Höhe erreicht hatte.

Diese Beispiel zeigt wieder einmal, wie einseitig der Flugverkehr am Flughafen Wien auf die Interessen der Fluglinien abgestimmt ist. Denn weniger Aufwand bei der Austro Control bedeutet weniger Arbeitsplätze bei der Austro Control und damit geringere Kosten für die Fluglinien.

Das gilt auch für die Flugroute über Liesing als ganzes. Denn leichte Vorteile für die Airlines wie kürzere Flugrouten und der Aufbau nicht benötigter Kapazitätsreserven rechtfertigen noch lange nicht, dass die Lebensqualität von 100.000 vor 2004 nicht vom Fluglärm Betroffenen zerstört wird und der Allgemeinheit entsprechend hohe, aber leicht vermeidbare Gesundheitskosten (Studie von Prof. Greiser mit dem Titel "Tödlicher Lärm" im Spiegel) aufgebürdet werden.

Daher sind hier dringend klare Regelungen zum Schutz der Bevölkerung vor der Willkür des Flugverkehrs erforderlich, zu denen auch der Entzug der Genehmigung für die Flugroute über Liesing gehört!


23.1.2010 Dröhnende Überflüge auf der Flugroute über Liesing - von Einhaltung der Versprechen der Wiener Stadtregierung keine Spur
Weckflüge, dröhnende Überflüge im Minutentakt bis in den späten Abend, der tägliche Mittagsangriff mit schwer beladene Interkontinentalflugzeugen nach New York, Washington und Toronto und zuletzt ein chinesisches Frachtflugzeug nach Frankfurt über dem dicht besiedelten Liesing machen wieder einmal klar, was die Flugverkehrslobby von volkswirtschaftlichen Überlegungen und Rücksichtnahme auf die Allgemeinheit hält.
22.1.2010, 14:50 - laut dröhnende Jade Cargo 747F ER über Liesing
Davon dass es durch die 2004 überfallsartig nach Liesing verlegte Flugroute zu keiner zusätzlichen merk- oder messbaren Lärmbelastung kommen sollte, ist in dem Wohngebiet von 100.000 Menschen noch immer nichts zu merken. Doch für die heurigeWien-Wahl zählen nur noch überprüfbare Tatsachen, denn realitätsferne und nicht annähernd eingehaltene Versprechen helfen genauso wenig, wie jahrelange Realitätsverweigerung.

22.1.2010 Beinahezwischenfall über Liesing?
Die zwei Flugzeuge, die sich am 12.10.2010 um 15:30 mit erstaunlich geringen vertikalen und zeitlichen Abstand über Liesing entgegen gekommen sind, sind auch in den überlagerten Flugspuren sichtbar (roter Pfeil neben aufsteigenden startenden Flugzeug, blauer Pfeil neben landenden Flugzeug). Diese Bilder bestätigen den Eindruck, dass die Flugrouten über Liesing keinen besonderen Beitrag zur Sicherheit des Flugverkehrs leisten.
 
sich bedrohlich kreuzende Überflüge am Rande des dicht besiedelten Liesings
 
Auch wenn eine entsprechende Anfrage an die Austro Control vom 14.1.2010 nach mehr als einer Woche noch immer unbeantwortet ist, zeigt der Vorfall, dass kreuzende Flugbewegungen auch ohne offensichtliche Notwendigkeit erfolgen. Und warum sich kreuzende Überflüge gerade am Rande des dicht besiedelten Liesings über hügeligem Gebiet sicherer sein sollen, als über flachen und nur sehr dünn besiedelten Gebiet nördlich von Wien, ist ebenso wenig erkennbar, wie der Grund dafür, dass ausgerechnet über dichtest besiedelten Gebiet gestartet und gelandet wird. Aber vielleicht gibt es hier ja auch einen Zusammenhang mit dem permanenten Personalmangel bei der Austro Control?

6.1.2010 Infrastrukturministerium hat einen Entwurf für gesundheitsschädliche Fluglärmzumutbarkeitswerte in Begutachtung gegeben.
Kurz vor Weihnachten hat das Infrastrukturministerium eine Verordnung in Begutachtung gegeben, in der die künftigen Zumutbarkeitswerte für Fluglärm festgelegt werden. Nicht nur, dass diese Grenzen auf einer für Fluglärm ziemlich ungeeigneten Bewertung nach dB(A) beruhen, werden damit auch die bereits bekannten medizinischen Kriterien für die Gesundheitsgefährdung durch Fluglärm bei Weitem überschritten. 

Wert Zumutbar laut geplanter Verordnung - Gesundheitsschädlichkeit / Empfehlungen Maximalwert WHO 

LAeq Tag

62 dB(A) (Jahresdurchschnittswerte)

signifikante Erhöhung des Risikos für verschiedene Krankheiten wie Schlaganfälle und Depressionen ab 40 dB(A) (neueste Studie Prof. Greiser, sechs verkehrsreichste Monate), nur noch durchschnittliche kognitive Entwicklung bei Kindern bei 45 dB(A)

LAeq Nacht

52 dB(A) 

(Jahresdurchschnittswerte)

Laut WHO bereits moderate Effekte im Bereich 30 dB(A) - 40 dB(A), als allgemeiner Grenzwert gilt 40 dB(A), wobei für Fluglärm entsprechend der Art des Lärms niedrigere Grenzwerte gelten müssten (Tageswerte)

LAmax

6 mal 71 dB(A)  (Jahresdurchschnittswerte)

Laut WHO maximal 60 dB(A), wobei für Fluglärm entsprechend der Art des Lärms niedrigere Grenzwerte gelten müssten

Bei Überschreitung sind auf Kosten des Flughafens Schallschutzfenster einzubauen, danach oder bei Weigerung des Besitzers diese einzubauen gilt der Fluglärm als zumutbar. Wer sich im Freien aufhält, ist somit selber schuld.

Weiters scheint es damit möglich, den Fluglärm durch Flughafenausbauten alle 5 Jahre um 2 Dezibel zu steigern, ohne dass eine Überschreitung der Zumutbarkeit vorliegt - obwohl das beinahe einer Verdoppelung der Überflüge entspricht.

Sollte beim Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie bis zum 29. Jänner 2010 keine Stellungnahme einlangen, wird (dort) davon ausgegangen, dass gegen den Entwurf keine Bedenken bestehen.

Kommt die Verordnung in der eingereichten Form, wäre damit ein weiterer Schritt Richtung hemmungsloser Zerstörung der Lebensqualität und Gesundheit durch Fluglärm gesetzt. Denn was genehmigt oder verordnet ist, wird - wie am Beispiel der Flugrouten über Liesing zu sehen ist - von der Flugverkehrslobby auch ohne Rücksicht auf die Interessen der Allgemeinheit (aus)genutzt.

16.12.2009
Gesundheitsschädlichkeit von Fluglärm erneut bestätigt - Flugrouten über Liesing gesundheitsschädlich
Eine Zusammenfassung einer noch unveröffentlichten Studie von Prof. Greiser mit dem Titel "Tödlicher Lärm" im Spiegel macht darauf aufmerksam, dass Fluglärm bereits ab 40 dB(A) statistisch nachweisbar zu Gesundheitsschäden führt. Statistische Auswertungen der Lärmmessungen der BI-Liesing am Maurer Berg zeigen: dieser Wert wird in Liesing beinahe täglich überschritten, insbesondere in den Abendstunden, wodurch auch jene stark betroffen sind, die woanders arbeiten, sich aber in Liesing vom Arbeitsalltag erholen wollen. Fluglärm bis 22h beeinträchtigt aber auch regelmäßig die Nachtruhe! Leserbrief in der Kronenzeitung

Überschreitungen von 40 dB(A)
Auch ein unlängst von VCÖ publizierter Artikel mit dem Titel auch "leiser" Lärm ist gefährlichbestätigt die Aussage von Univ.-Prof. Hutter, dass es keine Grenze gibt, unter der Fluglärm unbedenklich ist. Weiters wird in dem Artikel auch auf die besonders unangenehmen Eigenschaften tieffrequenten Lärms hingewiesen, wie er für den Fluglärm in Liesing charakterisisch ist. Das tiefe Dröhnen lässt sich durch so genannte objektseitge Maßnahmen wie Schallschutzfenster nicht vernünftig  in den Griff bekommen. Die erfolgsversprechende Maßnahme ist daher der Ersatz von Flugrouten über dicht besiedeltes Gebiet durch Alternativen, bei denen möglichst über unbesiedeltes Gebiet geflogen wird.

Für die Flugrouten über Liesing gibt es diese Alternativen. Daher ist es alleine schon um die Gesundheitskosten zu senken, ein Gebot der politischen Vernunft, die seit 2004 überfallsartig nach Liesing verlegten Flugrouten wieder zurückzunehmen und sich auch für andere Flugrouten über dicht besiedeltes Gebiet Alternativen zu  überlegen, bei denen weniger Menschen vom Fluglärm betroffen sind!

11.12.2009 Verwirrspiele mit Fluglärmbetroffenen - Realtitätsverweigerung für Fortgeschrittene
Auf die Presseaussendung der parteiunabhängigen "BI-Liesing gegen Fluglärm" am 9.11 in der Frage aufgeworfen wurde, ob die Betroffenen zu unbequem für den Dialog sind und deshalb aus der Stadtkonferenz ausgeladen worden sind, hat es auch eine ganze Reihe weiterer Reaktionen gegeben. So hat die FPÖ die Wiedereinladung der parteiunabhängigen "BI-Liesing gegen Fluglärm" und die 3. Piste gefordert. 

Die darauf hin von Herrn Gemeinderat Valentin verfassste Presseaussendung mit dem Titel Dialogforum Flughafen - SP-Valentin: "BI-Liesing ist weiterhin in der Stadtkonferenz vertreten"  und vom Flughafen-Dialogforum mit dem Titel Dialog hilft Flughafen-Anrainern weit über gesetzlichem Rahmen zeigen die bereits gewohnte Mischug aus Realitätsverweigerung und Verwirrspiel.

Eingeladen oder Nicht Eingeladen?
Im Fall der Presseaussendung von Herrn Valentin vom 9.12.2009 geht das Verwirrspiel ins Leere. – Die „BI Liesing gegen Fluglärm“ und die „BI Liesing gegen Fluglärm und gegen die 3. Piste“ werden durch dieselben Personen repräsentiert, von denen niemand je eine Einladung zur Stadtkonferenz erhalten hat. Dass Herr Gemeinderat Valentin aus der Formulierung: „Da es sich um keine öffentliche Veranstaltung handelt, können nur jene Personen an der Sitzung teilnehmen, die auf meiner Einladung angeführt sind.“ den Schluss zieht, die BI „Liesing gegen Fluglärm“ sei in der Stadtkonferenz weiterhin vertreten, entbehrt daher ebenso der Realität, wie Valentins Aussage, dass es die von Herrn Gemeinderat Mahdalik thematisierten und mittlerweile von der Austro Control bestätigten nächtlichen Überflüge am 11.3.2009 nie gegeben hätte.

Auf eine entsprechende Presseaussendung der BI-Liesing und Forderungen der FPÖ und der Grünen nach Wiedereinladung der  „BI Liesing gegen Fluglärm und gegen die 3. Piste“ in Stadtkonferenz und einer Lärmmessung, welche die Betroffenheit der BürgerInnen richtig wiedergibt, gab es auche eine Presseaussendung mit dem scheinbar erfreulichen Titel  SP-Valentin: "Zur Stadtkonferenz wurden und werden Vertreter aller Bürgerinitiativen eingeladen. Für jemanden, der die Fakten kennt, erscheint der Inhalt aber als ungebremste Fortsetzung der bereits bekannten Realitätsverweigerung:

Aussage Valentin Bekannte Fakten
Aus der Stadtkonferenz zum Dialogforum Flughafen ist keine Bürgerinitiative ausgeschlossen worden. Auch nicht die Bürgerinitiative 'Liesing gegen Fluglärm und die 3. Piste' Wie bereits oben stehend beschrieben,  hat von der „BI Liesing gegen Fluglärm und gegen die 3. Piste“ niemand je eine Einladung erhalten, die Einschränkung auf  eingeladene war somit eine eindeutige Ausladung.
Der gestrige Termin der Stadtkonferenz musste übrigens abgesagt werden...Der einzige Vertreter des Flughafens war erkrankt. Üblicherweise gibt es mehrere Vertreter des Flughafens, auch dieses Mal waren 2 Vertreter des Flughafen eingeladen.
Zur nächsten Stadtkonferenz werden selbstverständlich wieder VertreterInnen aller Bürgerinitiativen eingeladen - wie auch in der Vergangenheit. siehe oben
Die Messeinheiten zur Schallmessung sind national und international von der WHO, der Europäischen Kommission und in österreichischen Gesetzen festgelegt."Es ist illusionär zu glauben, dass wegen und für Wien diese Regelungen geändert werden können. Es wäre wünschenswert, wieder zu einer sachlichen Diskussion zurückzukehren und sich nicht von parteipolitisch motivierten Vorwahlkämpfen leiten zu lassen", sagt Erich Valentin. Tatsächlich erklärt die WHO, dass die Lärmmessung nach dB(A) für tieffrequenten Lärm (wie in Flugzeugtriebwerke produzieren) ungeeignet ist und verweist auf eine Messung nach dB(C), was sich aber noch nicht in den gesetzlichen Vorgaben für die Lärmmessung von Fluglärm in Österreich niedergeschlagen hat. Die Weigerung   entsprechende Hörbeispiele in die Tagesordnung der Stadtkonferenz mitaufzunehmen dient jedenfalls nicht der sachlichen Diskussion.

Die von den Fakten völlig losgelöste Argumentation der Flugverkehrslobby zieht sich wie ein roter Faden durch die Fluglärmdebatte und gipfelt darin, dass den Betroffenen die Verlegungen von Flugrouten von der Flughafenhotline über das dicht besiedelte Liesing als Verbesserung verkauft wird. Leider gilt hier "Unwahrheiten ständig wiederholen macht sie nicht wahrer! (Zitat aus einer Presseaussendung von Herrn Gemeinderat Valentin)

Auch die Darstellung des Dialogforums in der Presseaussendung vom 9.10.2009 strotzt vor Aussagen, die diesen Verein als Freund und Helfer der Fluglärmbetroffenen erscheinen lassen. Ein Vergleich mit den Fakten zeigt hier ebenfalls ein Ausmaß an Beschönigung, dass einer Realitätsverweigerung gleich kommt:
Weiters fällt auch auf, dass der Autor den Betroffenen nicht zugesteht, gegen seine Ansichten zu argumentieren. Was Herr DI Hesina auch geflissentlich verschweigt, ist, dass die vom Flughafen bezahlte und von ihm geführte Organisation Dialogforum für den Beitritt die Unterzeichnung eines Maulkorbvertrags verlangt.

Solange die Flugrouten über dem dicht besiedelten Liesing nicht zurückgenommen werden, solange sind alle Aussagen des Dialogforums von Verbesserungen für Fluglärmbetroffene nur als hohle Phrasen einzustufen.

10.12.2009 Artikelsuchrätsel
Die Abend und Tagesausgabe der Kronenzeitung vom Donnerstag , 10. Dezember 2009 unterscheidet sich auf der Seite 22 in einem Artikel -  Welcher ist das?
Abendausgabe mit Artikel Fluglärmgegner ausgeladen Tagesausgabe mit Artikel über toten Jordanier
Abendausgabe Tagesausgabe
Lösung und Diskussion

7.12.2009  Dialogforum verweigert Dialog - Liesinger Fluglärmbetroffene wurden von Stadtkonferenz am 10.12. ausgeladen
Eine Anfrage an das Dialogforum Flughafen Wien betreffend der Aufnahme bestimmter Punkte in die Tagesordnung der nächsten Stadtkonferenz wurde mit der Ausladung aller nicht explizit eingeladenen Teilnehmer beantwortet. Für BI "Liesing gegen Fluglärm und die 3. Piste" und andere engagierte Fluglärmbetroffene heißt es also entgegen früheren Zusagen bei der Stadtkonferenz am nächsten Donnerstag "Bitte draußen bleiben!". Wie heißt es so schon auf der Homepage des Dialogforums dazu: Das Dialogforum ... setzt ... die Kommunikationskultur des Mediationsverfahrens fort. Dort wurde ja auch die Flugroute über Liesing in Abwesenheit eines Liesinger Vertreters beschlossen, die auch vertretene Gemeinde Wien hat die Lebensqualität im 23. Bezirk laut eines Mitarbeiters der Wiener Umweltanwaltschaft gegen ein Nachtflugverbot auf der Westeinflugsschneise getauscht.
 
Begründung für diese Dialogverweigerung durch das Dialogforum gibt es keine, es entsteht aber der Eindruck, dass man einer sachlichen Diskussion mit gut informierten Fluglärmbetroffenen ausweichen will. Symptomatisch dafür ist auch die Nichtaufnahme teilweise schon zugesagter Punkte in die Tagesordnung:
Demokratiepolitisch ist das jedenfalls ein weiteres Armutszeugnis für die Wiener Stadtregierung, die für diese "Ausladungen" verantwortlich zeichnet. Zuerst wurde seitens der Wiener Stadtregierung einer Flugroute über Liesing zugestimmt, dann Verbesserungen versprochen und nach einer nur kosmetischen Verbesserung im wesentlichen nur noch beschwichtigt statt gehandelt. Jetzt sind wir bei der aktiven Verweigerung des Dialogs mit den Betroffenen angelangt. Jene knapp 800 Liesinger welche erst unlängst eine Stellungnahme zum UVB-Verfahren des Flughafen Wiens unterschrieben haben, in dem die Betroffenen eine Einstellung der unsinnigen Flugroute über Liesing fordern, sind jedenfalls sicher nicht die einzigen, die sich von Dialogforum und den darin verstrickten Politikern für dumm verkauft vorkommen. Diskussion ...

Presseaussendung: Fluglärm-Betroffene zu unbequem für Dialog?

First they ignore you, then they laugh at you, then they fight you, then you win.” Mahatma Gandhi

7.12.2009  Weitere unterschriebene Stellungnahmen der  BI "Liesing gegen Fluglärm" zum ex-post Umweltverträglichkeitsbericht Flughafenausbau eingelangt
Auf Grund der schleppenden Zustelltung kommen viele an sich rechtzeitig unterschrieben Unterschriftenlisten erst nach dem 3.12 im Postfach der BI-Liesing. Insgesamt dürfte als mit 800 Unterschriften oder mehr zu rechnen sein.

3.12.2009
 
 765 unterschriebene Stellungnahmen der  BI "Liesing gegen Fluglärm" zum ex-post Umweltverträglichkeitsbericht Flughafenausbau im Infrastrukturministerium eingebracht
Ordner mit 765 Unterschriften und den Erläuterungen zur Stellungnahme wurden beim BMVIT abgegebenDie Stellungnahme gegen den rücksichtlosen Flughafenausbau hatten bis am Donnerstag den 3.12.2009 in der Früh bereits 765 engagierte BürgernInnen unterschrieben. Das so viele Liesinger und ihre Nachbarn die Stellungnahme gegen den rücksichtlosen Flughafenausbau und für die Rücknahme der Flugrouten über ihren dicht besiedelten Gebiet unterschrieben haben, zeigt nicht nur die enorme Betroffenheit durch Fluglärm in Liesing und Umgebung, sondern auch, dass die Liesinger nach wie vor nicht bereit sind, sich ihre Lebensqualität und Gesundheit zu Gunsten minimaler Vorteile für den Flugverkehr, zerstören zu lassen.

Zusammen mit den Unterschriftenlisten die beinahe einen ganzen Ordern füllen, hat die Bürgerinitiative BI "Liesing gegen Fluglärm" auch die gemeinsam erarbeiteten 39 Seiten an Erläuterung zur UVB Stellungnahme der BI  beim BMVIT abgegeben. Die wichtigsten Kritikpunkte am Umweltverträglichkeitsbericht des Flughafens sind:
  1. Der dröhnende basslastige Fluglärm startender oder weiter entfernter Flugzeuge wird bei den Berechnungen und Messungen des Flughafens weitgehend ignoriert  - dBA statt dBC  - Die Fluglärmwerte in Liesing sind im UVB schon alleine deshalb um mindestens 10 Dezibel niedriger als in der Realität
  2. bei den Berechungen des UVBs wird fälschlicherweise davon ausgegangen, dass Liesing flach ist - das verwendete Programm kennt keine Topographie - Geländehöhe und Verstärkung durch auflaufende Schallwellen, wie sie zumindest für Teile Liesing charakteristisch sind, werden ignoriert
  3. für die 2020 wurde unrealistischer Weise angenommen, dass über 43% der Flugzeuge deutlich leiser sind, allerdings nur wenn der Flughafen ausgebaut wird (Planvariante).In Nullvariante ohne Flughafenausbauten fliegen 2020 - seltsamerweise -  immer die alten lauten Flugzeuge. Die Steigerung des Fluglärms durch die Flughafenausbauten wird im UVB damit jedenfalls gezielt verharmlost. Es entsteht der Eindruck, dass die Autoren und/oder Auftraggeber des Umweltverträglichkeitsberichts glauben, Bevölkerung und Politiker unbeschränkt für dumm verkaufen zu können!
  4. Die Anzahl der Flugbewegungen ist in der Nullvariante höher als im Geschäftsbericht des Flughafens angesetzt, in der Planvariante niederer als in einer Studie der TU-Wien angesetzt. Damit werden nicht nur der Fluglärm sondern auch alle anderen Umweltprobleme, die der steigende Flugverkehr verursacht, unzulässig verharmlost, dass die Steigerung des Flugverkehrs im UVB nur einen Bruchteil der tatsächlich möglichen Steigerung ausmacht.  

Der Umweltverträglichkeitsbericht des Flughafens zeigt also nur, dass man es dort offensichtlich nicht für notwendig hält, sich ernsthaft mit dendurch den Flugverkehr verursachten Umweltproblemen auseinanderzusetzen. Auf Grund der zahlreichen Unterschriften und der aufgedeckten Schmähs ist allerdings zu bezweifeln, dass das weiterhin so durchgeht. Damit steigen aber auch die Chancen, dass die Forderungen nach lärmschonenden Fliegen und der Einstellung der Flugrouten über Liesing endlich ernst genommen werden müssen!

Dazu wurden die folgenden Anträge im „UVB-Verfahren“ gestellt:

Der Flughafen Wien AG und der Austro Control GmbH mögen die folgenden Auflagen erteilt werden:
•    ein Nachtflugverbot (im Raum Wien im Zeitraum zwischen 19h-9h)
•    ein generelles Startverbot über dicht besiedeltes Gebiet,
•    verpflichtende lärmschonende Anflugverfahren und
•    die Einstellung aller Flugrouten (Starts auf STO4C, LANUX1C, KOVEL1C, MOTIX1C, SNU2C usw. sowie Landungen), deren Lärmauswirkungen den Wiener Bezirk Liesing betreffen

1.12.2009 Infoabend im Gasthaus Brandauer 
Beim dem von 16 Teilnehmern besuchten Infoabend der BI-Liesing waren auch viele neue Gesichter zu sehen. Neben einen ausführlichen Vortrag zur Flughafenpolitik in Österreich, den Tricks der Flughafenlobby und den UVB-Bericht des Flughafens, war auch ausreichend Zeit für eine spannende Diskussion. Themen waren u.a. die Fragen, wie man sich gegen den unzumutbaren Fluglärm zu Wehr setzen kann und wie vom Fluglärmbetroffene von der Flughafenhotline auch noch für dumm verkauft werden.

24.10.2009 Wieder über 60 Stellungnahmen gegen Flughafenausbau auf Kosten der Liesinger bei Info- und Diskussionsveranstaltung  "5 Jahre Fluglärmterror über Liesing sind genug!" beim Merkur Breitenfurter Strasse unterschrieben
Fotos der Infoveranstaltung vom 24.10.2009Bei der letzten Info- und Diskussionveranstaltungen wurden trotz des kalten Wetters wieder 65 Stellungnahmen zur nachträglichen Umweltverträglichkeitsprüfung des Flughafens von engagierten Bürgern aus  Liesing und den angrenzenden Gebieten unterschrieben. Ein klares Signal dafür, wie sehr die Menschen in Liesing und Umgebung die rücksichtlose und unnötige Verlegung von Flugrouten auf dicht besiedeltes Gebiet nervt.

11.11.2009 Treffen der BI Liesing gegen Fluglärm ab 19h
Beim trotz Schweinegrippegefahr recht gut besuchten Treffen wurden Möglichkeiten diskutiert,  weitere Stellungnahmen zu den Flughafenausbauten und der Forderung nach vernünftigeren Flugrouten zu sammeln. Geplant ist sowohl das Verteilen, als auch das Verschicken von Unterschriftenlisten und eine weitere Infoverannstaltung am Samstag den 21.11.2009 beim Merkur ab 9h. Weiters sind wir auf der Suche nach Geschäftslokalen, welche die Unterschriftenlisten auflegen möchten.

06.11.2009 Auswertung der Lärmmessungen am Nationalfeiertag zeigen weit über 100 laute Fluglärmereignisse und eine Überschreitung aller Grenzwerte
Die Auswertung der zahlreichen in Liesing am Nationalfeiertag hörbaren Starts zeigt die unzumutbare Belastung Liesings mit Fluglärm. Durch die Überlagerung der 3 Lärmmessstationen Maurer Berg, Maurer Berg 2 und Kadolzberg ist es möglich, Fluglärmereignisse mit sehr hoher Sicherheit als solche zu identifizieren. Diese sind als Lärmereignisse mit roten Kreis um die Spitze eingetragen:

Fluglärmterror am Nationalfeiertag

Die statistische Auswertung der Station Maurer Berg bestätigt die subjektiv wahrnehmbare, unzumutbare Belastung durch lauten Fluglärm ab 6h45:
Die Richtigkeit der Lärmmessung wird dadurch bestätigt, dass bei der einige hundert Meter entfernten Nachbarstation Maurer Berg 2 sehr ähnliche Werte gemessen wurden. Die Durchschnittswerte weichen hier mit 57,2 für den Tag bzw. 57,6 Dezibel nur um 1-2 Dezibel ab.

04.11.2009 Flugspuren für den Nationalfeiertag zeigen Beinahe-Abstürze und nicht existierende Flüge
Bei  einen Abgleich zwischen den Ergebnissen der Lärmmessung und den Flugspuren für den 26.10.2009 hat sich gezeigt, dass die aus Daten der Austro Control gespeisten und vom Flughafen betreuten Flugspuren offensichtlich falsch und unvollständig sind. Erstens fehlen einzelne Überflüge wie der um 14:37 und 14:58 über Liesing, die in den Lärmmessungen mehrerer unabhängiger Stationen sichtbar sind in den Flugspuren, was den Schluss nahe legt, dass es sich entweder um UFOs handelt oder dass die Flugspuren unvollständig sind. Zweitens zeigen die vorhandenen Flugspuren auch eine Reihe von Beinahe-Abstürzen, wie z.B. den um 14:49, wo das Flugzeug innerhalb weniger Sekunden von 10.000 Fuß (graue Linie im Detailbild) auf  1000-2000 Fuß (blaue Linie, 300-600m) herunterfällt. 
Sturzflug bei Laab im Wald
Nachdem es an diesem Tag eine ganze Reihe dieser plötzlichen Höhenänderungen gegeben hat, ist anzunehmen, dass es sich hier "nur" um einen Fehler in der den Flugspuren zu Grunde liegenden Datenbank handelt.

Die systematische Veröffentlichung falscher und unvollständiger Daten, erweckt jedenfalls den Eindruck, dass der Flughafen kein besonderes Interesse daran hat, die Bevölkerung über die tatsächlichen, nicht zuletzt durch den Ausbau den Flughafens und die Mediation verursachten Flugaktivitäten zu informieren. Weiters ist die Benutzeroberfläche nach wie vor recht hakelig, hier wäre eine ganze Reihe an  Optimierungen sinnvoll. Generell entsteht der Eindruck, dass das auch in diesem Zusammenhang praktizierte Abschieben von Verantwortung einer Behörde ACG auf eine Privatfirma FWAG wieder einmal dazu dient, die vom Fluglärm Betroffenen auszutricksen!

Davon abgesehen stellt sich die Frage, was im Falle eines tatsächlichen Absturzes - z.B. auf die Wohntürme von Alt-Erlaa - tatsächlich passiert und ob Flugsrouten über dicht besiedeltes Gebiet nicht unverantwortlich sind.

24.10.2009 Über 60 Stellungnahmen gegen Flughafenausbau auf Kosten der Liesinger bei Info- und Diskussionsveranstaltung  "5 Jahre Fluglärmterror über Liesing sind genug!" am Maurer Hauptplatz unterschrieben
Fotos der Infoveranstaltung vom 24.10.2009Bei der letzten Info- und Diskussionveranstaltungen wurden trotz des kalten Wetters bereits über 60 Stellungnahmen zur nachträglichen Umweltverträglichkeitsprüfung des Flughafens von engagierten Bürgern unterschrieben. Unterschriftenlisten mit der Stellungnahme der BI Liesing gegen Fluglärm und eine Ausfüllhilfe sind jetzt auch elektronisch verfügbar. Ausgefüllte Unterschriftenlisten können beim nächsten Treffen am 11.11. um 19h im Gasthaus Brandauer am Mauer Hauptplatz, Gesslg. 4 abgegeben werden oder an das entsprechende Postfach der BI Liesing geschickt werden.

Damit hat die parteiunabhängige Bürgerinitative "Liesing gegen Fluglärm und gegen die 3. Piste" ( BI "Liesing gegen Fluglärm") alleine 2009 bereits 9 Informations- und Diskussionsveranstaltungen in den verschiedensten Teilen Liesings durchgeführt. Die Schlussfolgerungen aus den unzähligen Gesprächen mit den Bürgern sind:
  1. Die meisten Menschen in Liesing empfinden den Fluglärm verstärkt als unzumutbare Belästigung. Von einem Rückgang des Flugverkehrs war in Liesing auch in diesem  Sommer nichts zu bemerken. 
  2. Aufreger Nr. 2 ist die Belastung mit gesunheitsschädlichem Feinstaub aus dem Flugverkehr.
  3. Weiters gibt es keine Verständnis für:
  4. Einsparungen bei den Airlines durch Verlegung von Flugrouten über Liesing sind für die Betroffenen unzumutbar und werden strikt abgehnt. 
  5. Vielmehr gibt es die Forderung, so zu fliegen, dass möglichst wenig Menschen von den negativen Auswirkungen des Flugverkehrs betroffen sind. Ein Blick auf die Landkarte verdeutlicht, dass es hier rund um den Flughafen genug Alternativen über wenig bis nicht besiedeltes Gebiet gibt.
 Als Konsequenz wird die Einstellung aller Flugrouten, die Liesing betreffen, gefordert.  Presseausendung 5 Jahre Fluglärmterror über Liesing sind genug!

21.10.2009 Monatliches Treffen der BI-Liesing gegen Fluglärm und die 3. Piste

Thema war die Teilnahme am nachtträglich durchgeführtten UVP-Verfahren, zu der eine Stellungnahme ausgearbeitet wurde, in der die als Ausgleichsmaßnahme für die Zunahme des Flugverkehrs die Einstellung der Flugrouten über dicht besiedelten Gebieten insbesondere über Liesing gefordert wird. Weiters wurde beschlossen dafür bereits am Samstag mit dem Sammeln der Unterschriften zu beginnen.

15.10.2009 Nachträglicher Umweltverträglichkeitsbericht (ex-post-UVB) zum Flughafenausbau
Von der Öffentlichkeit weitgehend unbemerkt, hat das Infrastrukturministerium einen ex-post-Umweltverträglichkeitsbericht des Flughafens veröffentlicht. Damit holt der Flughafen die Umweltverträglichkeitsprüfung für die Ausbauten der letzten Jahre nach.

Da die Belastung Liesings direkt auf eine Kombination dieser Ausbaumaßnahmen und die ebenfalls damit in Zusammenhang stehende Verschiebung der Flugrouten zurückzuführen ist, plant die BI-Liesing von der Möglichkeit der Stellungnahme entsprechend ausgiebigen Gebrauch zu machen. Ein generelles Startverbot über dicht besiedeltes Gebiet und verpflichtende lärmschonende Landeverfahren wären sicher sinnvolle Ausgleichsmaßnahmen in Sachen Umweltschutz.

23.09.2009 Monatliches Treffen der BI-Liesing gegen Fluglärm und die 3. Piste
Beim gut besuchten Treffen gab es auch die Möglichkeit Herrn Gemeinderat Mahdalik über die Fluglärmsituation in Liesing zu informieren.  Thema waren auch die zahlreichen viel zu tiefen Überflüge über Liesing. Es wurde beschlossen Anfang Oktober eine weitere Informations- und Diskussionsveranstaltung zu veranstalten.

18.09.2009 Protestaktion gegen Fluglärm in Liesing im Wiener Gemeinderat
Transparente gegen Fluglärm über Liesing im Wiener Gemeinderat Der rücksichtlose Flughafenausbau zum Transitflughafen hat nicht nur zu einem Finanzskandal um den Skylink geführt.

Mit der Verlegung von Flugrouten auf das dicht besiedelte Liesing für die AUA hat man auch einen Umweltskandal geschaffen. Auf diesen hat die parteiunabhängige Bürgerinitiative "Liesing gegen Fluglärm und gegen die 3. Piste" daher auch während der Skylink-Diskussion im Gemeinderat aufmerksam gemacht!

Der am Foto sichtbare stumme Protest war erst der  Anfang. Auf zwei weitere Transparente mit
"5 Jahre Fluglärmterror über Liesing sind genug!"
und
"Fluglärm + krebserregender Feinstaub über Liesing
NEIN Danke!"

reagierte die Rathauswache dann mit einem verärgerten: "Das ist aber jetzt nicht mehr lustig!" Antwort, die auch im Gemeinderatssaal gut zu hören war: "Nicht mehr lustig ist es, seit 5 Jahren täglich überflogen zu werden!"

12.09.2009 Info- und Diskussionsveranstaltung  "5 Jahre Fluglärmterror über Liesing sind genug!"  beim Merkur Breitenfurter Strasse
Zu Nordwestdestinationen muss nicht über Liesing geflogen werden, es kann auch über Felder geflogen werden!Bei der Infoveranstaltung am Samstag, den 11.09.2009, beim Merkur-Markt auf der Breitenfurter Strasse konnten sehr viele Menschen erreicht werden. So war es problemlos möglich in nur 3h um die 1000 Info-Folder und etwa 250 Presseaussendungen mit Einladung zum nächsten Treffen der BI  weiterzugeben. Überdurchschnittlich oft wurde der Wunsch geäußert, gegen den Fluglärm zu unterschreiben, was zeigt, dass das Problem Fluglärm unter den Fingernägeln brennt.
 
Das zentrale Thema war die steigende Belastung durch Fluglärm und die Gesundheitsgefährdung durch Feinstaub. Dabei fühlen sich die Bürger in Atzgersdorf wie auch in Mauer immer stärker betroffen und von den zuständigen Politikern völlig im Stich gelassen. Speziell die Zustimmung des Bezirksvorstehers Wurm zur Flugroute über Liesing stößt auf völliges Unverständnis!
 
Dass es sinnvolle Alternativen zu den Flugrouten über Liesing gibt, war für viele noch neu. Dabei genügt ein Blick auf die Landkarte und auf die vielen Felder nördlich, östlich und südlich des Flughafens. Diese würden sich bestens für alternative Flugrouten eignen.  Die Frage, warum nicht endlich so geflogen wird, dass um Größenordnungen weniger Menschen vom Fluglärm betroffen sind, müssen wir an die verantwortlichen Politiker, Manager und Beamten weiterleiten!
 
Liesing wartet seit 2004 auf eine Antwort und auf die Aufhebung der Flugrouten über dichtest besiedeltes Gebiet!

06.09.2009 Info- und Diskussionsveranstaltung "5 Jahre Fluglärmterror über Liesing sind genug!"  beim Liesinger Naturlauf

Aus den bemerkenswert positiven Reaktionen und vielen Gespräche ist nicht nur hervorgegangen, dass die Arbeit der BI Liesing gegen Fluglärm schon recht bekannt ist, sondern auch dass der Fluglärm zunehmend nervt.

Viele Diskussionen gab es über die Notwendigkeit und Alternativen zu Flugrouten über Liesing, insbesondere warum sich dort ausschließlich Flugzeuge mit blauen Bauch tummeln. Dabei zeigte sich, dass die Betroffenen nicht verstehen warum bei Windstille oder Ostwind über sie geflogen wird. Auch die Landeanflüge waren ein wesentliches Thema.

Auf Grund dieser Tatsachen und auf Grund dessen, dass die AUA nicht mehr im österreichisches Eigentum steht, sind die Betroffenen der Meinung, dass die Flugrouten neu festzulegen sind. Wir verstehen darunter die klare Botschaft der Betroffenen an die Politik, endlich aktiv zu werden und werden versuchen das zu unterstützen.

03.09.2009 AUA Verkauf entzieht den Flugrouten über Liesing die Grundlage
5 Jahre gesundheitsschädlicher Fluglärmterror über Liesing sind genug! Presseaussendung der BI Liesing gegen Fluglärm

Die überfallsartige Verlegung der Abflugroute von Brunn/Gebirge nach Liesing, die zu zigtausenden neuen vom täglichen Fluglärmterror Betroffenen geführt hat, wurde immer mit der Förderung der damals noch österreichischen Fluglinie AUA begründet. Seit kurzem ist die AUA ein Teil des deutschen Lufthansa Konzerns, daher ist spätestens jetzt der Zeitpunkt gekommen, diese und die anderen seit 2004 nach Liesing verlegten Flugrouten einzustellen.

Alternativen zu den demokratiepolitisch bedenklichen und volkswirtschaftlich unsinnigen Flugrouten über Liesing gibt es genug.
Denn die Startrouten über dem dicht besiedelten 23. Bezirk im Süden Wiens führen zu Flughäfen im Nordwesten. Zu diesen kann beispielsweise auch von der zweiten Piste (16/34) gestartet werden, die ja zur Entlastung Wiens mit Steuermitteln gebaut wurde. Die entsprechenden Flugrouten verlaufen über Felder, die weit außerhalb Wiens liegen, womit um Größenordnungen weniger Menschen vom Fluglärm betroffen sind, als im dicht besiedelten Liesing und den angrenzenden niederösterreichischen Gemeinden.

Auch Landungen über Liesing widersprechen dem Sinn der Luftverkehrsregeln und erfolgen ohne technische Notwendigkeit.

Die dauernde Belästigung durch Flugverkehr ist sogar laut einer groß angelegten Studie des deutschen Bundesumweltamts gesundheitsschädlich. Daher bedeuten weniger Betroffene eine deutliche Einsparung von Gesundheitskosten, die ja sonst von der Allgemeinheit zu zahlen sind. Auch eine angemessene Entschädigung der Fluglärmopfer, wie es sie in anderen Ländern bereits gibt, wäre für weniger Menschen leichter finanzierbar.

Gefälligkeiten für die Fluglinien dürfen nicht länger zu unnötig vielen vom Fluglärm Betroffenen führen. Ein Geschäftsmodell, in dem eine geringfügige Förderung des Flugverkehrs zu unzumutbaren Belastungen von 100.000en Dritten sowie des Steuerzahlers führt, ist, selbst wenn politisch verordnet, unmoralisch.

Zur Presseaussendung passende Videos dokumentieren den täglichen Wahnsinn:
Der tägliche AUA-Mittagsangriff
Fluglärm-Tagwache Sonntag früh in Liesing (so hört sich der Frühling in Liesing seit 2004 an)

30.08.2009 Trotz Alternativen - 86% aller Starts Richtung Nordwesten über das dicht besiedelte Liesing
Davon, dass dort geflogen werden soll, wo möglichst wenig Menschen vom Fluglärm betroffen sind, ist in Liesing seit 2004 bekanntlich nichts mehr zu bemerken.
 
Das Umweltdesaster, für welches die Flughafenpolitik der letzten Jahre verantwortlich ist, wird aber erst an Hand der Flugspuren so richtig transparent. So gingen beispielsweise am Mittwoch, den  26. August  54 Starts = 86% Prozent aller Starts Richtung Nordwesten längs über die Mitte des 23. Bezirk, während nur 9 Starts = 14% über die Flugrouten geführt wurden, bei der um Größenordnungen weniger Menschen betroffen sind.
Start nach Nordwesten zu 86% über Liesing, 14% über Felder
Möglicherweise  kostet die umweltschonendere Variante pro Passagier bis zu einem Euro mehr (pro Flug rund 100€) -  ein Betrag der eigentlich keine große Rolle spielen sollte.
 
Offensichtlich sind  aber den verantwortlichen Politiker bis zu 5000 € pro Tag zur Förderung des defizitären Flugverkehrs (AUA, Skylink...) viel wichtiger, als die Lebensqualität und Gesundheit von 100.000 Menschen in Liesing, Perchtoldsdorf und Breitenfurt. Fragt sich nur, warum das so ist und was das mit christlich, sozial oder demokratisch zu tun haben soll? Denn bei dem riesigen städtischen Wohngebiet, welches überflogen wird, ist davon auszugehen, dass Gesundheitskosten, Grundentwertung und ungenügende Erholung reduzierte Leistungsfähigkeit der Bewohner die Einsparungen um ein Vielfaches übersteigt und damit ein riesiges volkswirtschaftliches Verlustgeschäft darstellt... Diskussion

25.08.2009 Monatliches Treffen der BI-Liesing
Bei dem sehr konstruktiven Treffen wurde die aktuelle Situation besprochen und die weitere Vorgangsweise koordiniert. Die nächste Infoveranstaltung unter dem Motto "5 Jahre Fluglärmterror über Liesing sind genug!"  ist für Samstag, den 12. September beim Merkur in der Breitenfurter Strasse geplant.

24.08.2009 Weitere Lärmmessstation Online die den tatsächlich wahrgenommenen Fluglärm misst
Doppellärmmessung nächtlicher ÜberflugAm Maurer Berg ist seit 24.8.2009, 19:55 eine weitere, Lärmmessung welche dB(C) Werte ermittelt online. Zum Unterschied zur ebenfalls verfügbaren Messung nach dB(A) werden dabei tieffrequente Störgeräusche wie Fluglärm nur so weit weg gefiltert, wie es dem menschlichen Hörempfinden bei 80 Dezibel entspricht. Damit ist die Überlagerung mit der bereits länger existierenden, davon unabhängigen Lärmmessstation am Maurer Berg nach dB(C)möglich. Zeitgleiches Auftreten von Lärmspitzen, zeigt, dass es sich mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit um Fluglärm handelt. Die anderen  Lärmmessstationen werden in den nächsten Wochen um die Doppelmessung ergänzt, so dass dann alle Stationen der BI-Liesing online Messwerte nach dB(A)  = zum Vergleich mit dem Flughafen  und dB(C) = tatsächlicher Fluglärm zur Verfügung stellen.

18.08.2009 Buchtipp - Stefan Slupetzky "Lemmings Zorn" Lemmings vierter Fall (Rowohlt Verlag)
In dem spannend und witzig geschriebenen Krimi dreht sich alles um das Thema Lärm. Die fiktiven aber realistischen Geschichten aus Wien schildern eindrucksvoll die dramatischen Konsequenzen permanter Lärmbelästigung.  Gesetze und die Politik welche jene "Ratten" schützt, die daran verdienen, dass sie das Leben der anderen zerstören, kommen ebenso wenig zu kurz, wie die letzlich früher oder später meist tödlichen Auswirkungen auf die Gesundheit.

Auch wenn Fluglärm in dem Buch nicht das Hauptthema ist,  wird doch auf die unhaltbare Situation unter den Einflugsschneisen am Laaerberg und im Norden Wiens eingegangen. Eindrucksvoll wird auch beschreiben, wie die zahlreichen Proteste und Bürgerinitiativen, die sich dagegen wehren, geschickt ignoriert werden. So ist hier von den üblichen Finten des höheren Managements die Rede: moderne Inszenierungen der eigenen Leutseligkeit verschleiert mit todschicken Namen wie Mediationsverfahren oder Dialogforum, wo man den Betroffenen erklärt, dass sie den Lärm eben lieben müssen. Auch davon dass von der Flughafenpolitik kleinere Gruppen gegen größere ausgespielt werden und von der Argumentation mit der Angst um den Arbeitsplatz ist die Rede ( "Arbeitsplatzkeule"). 

Interessant ist auch die im Buch beschriebene Kur, bei der diejenigen, welche für den Lärm verantwortlich sind, einmal  in einem hotelartigen Ambiente eine Woche lang genau diesem Lärm ausgesetzt werden. Auch wenn dieser Ansatz ein rein fiktiver ist, beschreibt er doch recht gut, dass diejenigen welche das Lärmproblem der anderen notorisch verharmlosen, den Lärm selbst auch nicht wollen.

Dass hier von den verantwortlichen Politikern anderen etwas zugemutet wird, was diese selbst nicht haben möchten, belegt auch die letzte Stadtkonferenz. In dieser hat jener Gemeinderat Valentin, der in einer seiner Presseaussendungen erst kürzlich behauptet hat, dass sich auch die Lärmbelastung durch Fluglärm für die Anrainerinnen und Anrainer in Grenzen hält sofort damit gedroht, die Stadtkonferenz abzubrechen, nachdem einer der Anrainer begonnen hat, seinen täglichen Fluglärm wiederzugeben. Und das, obwohl dabei nicht einmal die Originallautstärke erreicht wurde und keiner der anwesenden  "übersensibiliserten Fluglärmbetroffenen" (Zitat Valentin) sich über die Wiedergabe beschwert hat.
Diskussion

17.08.2009 Sky-Europe Schulden, AUA Verluste und Skylink Kostenexplosion demonstrieren eindrucksvoll das Scheitern der Flughafenexpansion um jeden Preis
Das Rezept hinter der medial vermarkteten "Erfolgsstory Flughafen Wien" war offensichtlich nicht auf nachhaltige Wachstum sondern auf Expansion um jeden Preis ausgelegt. Dass die AUA dem Flughafen nicht das nötige Wachstum bringt, war spätestens seit Verkündung des Plan B (wie Billigflieger) bekannt. Mit dem Sky-Europe Desaster scheint auch dieser Plan gescheitert, der nebenbei auch noch die Verluste der AUA zumindest maßgelblich erhöht und durch die dafür erforderlichen Umbauten die Kosten des Sky-Links von 280 Mio. auf etwa 1 Milliarde € explodieren hat lassen. 

Unterm Strich bleiben nicht nur enorme Kosten für die AUA sondern auch massive Gewinnverkürzungen für die am Flughafen beteiligten Länder Wien und Niederösterreich. Da sind die vermutlich uneinbringbaren Schulden der Sky-Europe beim Flughafen über 4 Mio Euro und bei der Austro Control von 800.000 Mio Euro nur das Tüpfelchen auf dem i.

Neben dem Finanzdesaster gibt es aber auch ein Umweltdesaster. So wurde im Wachstumsrausch u.a. auch beschlossen, ab 2004 bzw. 2006 auch über das dicht besiedelte Liesing zu starten bzw. zu landen - angeblichen aus Kapazitätsgründen - vermutlich aber um Tatsachen für eine 3. Piste Richtung Wien zu schaffen. Dass es äusserst unwahrscheinlich ist, dass Wien je eine 3. Piste benötigt, ist ein Grund mehr, die Flugrouten über Liesing endlich wieder einzustellen und zu einem nachhaltigen Betrieb zurückzukehren.

17.08.2009 Weitere UVP zur 3. Piste voraussichtlich auf 2010 verschoben
Laut einem Rundbrief des Dialogforums rechnet der Flughafen mittlerweile damit, dass die nächsten Schritte der UVP für die 3. Piste (Erstellung der Umweltverträglichkeitsgutachtens durch die Behörde) erst 2010 stattfinden. Offizielle Begründung für die Fristversäumnis gibt es keine, weshalb der Jurist der AFLG einen Antrag auf Übergabe an die nächsthöhere Instanz gestellt hat. Inoffiziell wird von notwendigen Ergänzungen auf Grund der geänderten Verkehrslage durch die FWAG berichtet. Vielleicht machen aber auch die zahlreichen Einwände unserer und anderer BIs bei der Erstellung des Umweltverträglichkeitsgutachten Schwierigkeiten, denn nimmt man diese ernst, müsste daraus ein Umweltunverträglichkeitsgutachten werden. Eine viel banalere Erklärung für die Verzögerungen ist, dass man das bei der Wiener Bevölkerung höchst unbeliebte Projekt erst nach den Wiener Gemeinderatswahlen 2010 diskutieren möchte.

13.08.2009 Lärmmessung und Flugspuren verdeutlichen die unnötige Störung der Nachtruhe durch die Nachtflugroute SNU2C
Wie aus der unten stehenden Zusammenstellung erkennbar ist, wird bei der Nachtflugroute SNU mitten im lauten Steigflug auf dicht besiedeltes Gebiet geschwenkt, womit  die Nachtruhe von Zigtausend Betroffenen regelmäßig gestört wird - etwas was wohl mit einer ernsthaften Interpretation der Luftverkehrsregeln kaum vereinbar sein dürfte. Flugspuren und Lärmmessung Nachtflugroute SNU
Vor allem kleinere Kinder, die um diese Zeit schlafen gehen sollten, sind davon betroffen. Da es hier keine technische oder sonstige nachvollziehbare Notwendigkeit dafür gibt, kann man das nur Schildbürgerstreich 1. Ranges bezeichnen. Auffällig ist, dass hier das immer wieder als Begründung für die Zustimmung Wiens zur neuen Flugroute über Liesing genannte Nachtflugverbot damit nicht eingehalten wird. Das fällt aber ebenso wie die umfangreichen Proteste aus Liesing über die Flugroutenverlegungen seit 2004 bisher weitgehend der Realitätsverweigerung zum Opfer.


09.08.2009
Evaluierungsbericht 2008 des Vereins Dialogforum Flughafen Wien und der Unterschied zwischen Propagandaaussagen und Realität
Da Anfragen an die verantwortlichen Politiker mit der Bitte um Stellungsnahme - wenn überhaupt - meist mit dem Hinweis auf das Dialogforum und dessen Evaluierungen beantwortet werden, scheint es naheliegend, sich diese als Fluglärmbetroffener anzusehen.

Was dabei auffällt ist, dass sich das Dialogforum in den graphisch sehr aufwendig gestalteten Dokumenten wieder einmal selbst auf die Schulter klopft.
Unter anderen wird in der Kurzfassung des Evaluierungsberichts behauptet, dass sich das Dialogforum für Maßnahmen gegen die negativen Auswirkungen des Flugverkehrs auf Menschen, Region und Umwelt einsetzt . Dazu wird der folgende Punkt als Beispiel angeführt:
- die Weiterentwicklung der An- und Abflugrouten – Flugzeuge werden bei Starts und Landungen unter Berücksichtigung von Regeln, die im Mediationsvertrag festgeschrieben sind, über möglichst wenig besiedeltes Gebiet geführt.

Wenn man diesen auch vom Vorgänger des Dialogforums proklamierten Ansatz, dass Flugrouten über möglichst wenig besiedeltes Gebiet geführt werden sollten, dort ernst nehmen würde, stellt sich die Frage, warum dann 2004 Flugrouten überfallsartig von Niederösterreich nach Liesing gelegt wurden? Oder ist Liesing trotz 90.000 Einwohner in der Wahrnehmung des Dialogforums ein wenig besiedeltes Gebiet? Und warum wurden die Flugrouten über Liesing trotz der objektiv nachweisbaren Lärmbelästigung - die es laut Aussagen von Wiener Stadtpolitikern gar nicht geben dürfte - und trotz des unangefochtenen Spitzenplatzes in der Beschwerdenstatistik der Evaluierungberichte nicht schon längst zurückgenommen? Warum wurden 2006 in genau jenem Dialogforum auch noch Landerouten beschlossen, die Liesing zusätzlich belasten?

Nachdem in Bezug auf die Fluglärmproblematik nicht nur in Liesing sondern auch in anderen Teilen Wiens und Niederösterreichs gegenüber der Situation 2003 eine massive Verschlimmbesserungen festzustellen ist, entsteht jedenfalls der Eindruck, dass der eigentliche Zweck des Dialogforums und seines Vorgängers Mediationsverfahren die Durchsetzung der Interessen des Flughafens in Hinblick auf eine 3. Piste und die Verschleierung der Verantwortlichkeiten für die Umweltbelastung sein dürfte.

Zusätzlich stellt sich im Zusammenhang mit dem enormen volkswirtschaftlichen Schaden durch die Gesundheitsbelastung von immer mehr Menschen durch Fluglärm die Frage, ob es gerechtfertigt ist, dann über die Beteiligung der Bundesländer an der FWAG auch noch öffentliches Geld für "Propagandainstrumente" auszugeben, welche die Probleme, die sie vorgeben zu lösen, zu weiten Teilen erst verursacht haben. Diskussion zu Thema im Forum 

09.08.2009 Wie der Flughafen Wien mit seinen Messungen das Fluglärmproblem verniedlicht
unvollständige Messung des Fluglärms verniedlicht ProblemDer dröhnenden Fluglärm, dem die Liesinger täglich ausgesetzt sind, erscheint in den dem neuesten Evaluierungsbericht des Dialogforums wie auch in  den Zusammenfassungen über die mobilen Lärmmessergebnisse am Maurer Berg im Juli 2008 relativ harmlos.

Hauptgrund dafür ist, dass die zu Grunde liegenden Messungen des Flughafens auf der Messung nach dB(A) beruhen. Durch den sogenannten A-Filter geht aber der tieffrequente Lärm weitgehend verloren. Aber auch der verbleibende Fluglärm wird weiteren Einschränkungen unterworfen. So zählt Fluglärm nur als solcher, wenn er dann noch laut genug erscheint und wenn er nicht durch Fremdgeräusche verfälscht sein könnte, was zu Erfassungsquoten von nur etwa 50% führt. Dazu kommt dann noch, dass internationale Überflüge - egal in welcher Lautstärke - ebenfalls nicht berücksichtigt werden.

Die graphische Veranschaulichung kann auf Grund der öffentlichen Verfügbarkeit der Rohdaten der Lärmmessung des Flughafen nur eine grobe Abschätzung sein, verdeutlicht aber das Prinzip der selektiven Lärmmessung.

Zusätzlich findet man auch keine Werte für die einzelnen Tage sondern nur Mittelwerte über den Messzeitraum von mindestens 3 Wochen. Das bedeutet, dass beispielsweise Fluglärmhorrorwochenenden durch weniger Flüge unter der Woche "kompensiert" werden können. Selbst wenn das alles vorschriftenkonform sein sollte, ist es sicher nur für eines geeignet - ein gesundheitsgefährdendes Problem zu verharmlosen.

 09.08.2009 Verkürzte Zusammenfassung des Diskussionspunkts "richtige Messung von Fluglärm" bei der Stadtkonferenz durch das Dialogforum ist irreführend
Im monatlichen Rundbrief des Dialogforums Nr. 06/2009  findet sich zu dem von umfangreichen Diskussion begleiten Vortrag des Experten der Gemeinde Wien bei der Stadtkonferenz vom 05. Juni 2009 nur der folgende Satz: 
Seitens der Experten der Stadt Wien wurde herausgearbeitet, dass die von der Weltgesundheitsorganisation WHO geforderten Grenzwerte im Bereich des Wiener Stadtgebiets nicht überschritten werden.
Diese verkürzte Darstellung vermittelt nicht nur ein falsches Bild über Vortrag und Diskussion sondern ist auch fachlich unsinnig. So wurde bei der Stadtkonferenz bereits im Ansatz darauf verwiesen, dass die WHO die Lärmmessung nach dB(A) für tieffrequentem Lärm für ungeeignet hält und dafür Messungen nach dB(C) fordert, was wohl auch für das tiefrequente Dröhnen von Flugzeugen gelten sollte. Weiters war man sich einig, dass die Messungen nach dB(A) die Betroffenheit durch Fluglärm nicht richtig wiedergeben (können), wie z.B. Vergleichsstudien mit dem Straßenverkehr zeigen. Daher wurde auch bei der Stadtkonferenz seitens der Gemeinde Wien Diskussionsbereitschaft über die adäquate Lärmmessung von Fluglärm im Sinne einer weiteren fachlichen Auseinandersetzung mit diesem Thema signalisiert.

 
23.07.2009 Infoveranstaltung U6 Bereich Endstelle Siebenhirten unter dem Motto "5 Jahre Fluglärmterror über Liesing sind genug!"
Auch bei Infoveranstaltung in Siebenhirten war trotz des bisher heissesten Tags im Jahr reges Interesse betreffend der Fluglärmproblematik zu vermerken. Unverständnis warum ausgerechnet über dichtest besiedeltes Gebiet geflogen wurde und generelle Bedenken wegen der Luftverschmutzung durch den Flugverkehr (krebserregender Feinstaub..) waren weitere Themen.

01.07.2009 Infoveranstaltung U6 Erlaaerstraße unter dem Motto "5 Jahre Fluglärmterror über Liesing sind genug!"

Verantstaltung 01.07.2009Es war interessant festzustellen, dass sich die gleichen Fragen gestellt wurden wie bei der Veranstaltung am 13.6. Hauptsächlich ging es darum, warum überhaupt dicht besiedelte Gebiete überflogen werden (müssen), wer das Desaster AUA und Skylink bezahlen wird und wie es aussehen wird wenn die 3. Piste kommt.

Auch hier mußten wir feststellen, dass die Betroffenen nicht einsehen warum sie einer Belastung aufgrund künstlichen Wachstums hilflos ausgesetzt sind. Weiters wird offensichtlich davon ausgegangen, dass das wirtschaftliche Problem Skylink und AUA dem Steuerzahler überfrachtet werden wird.

Diesmal hat uns auch die Polizei besucht um festzustellen das die Bedingungen der Veranstaltungsanmeldung eingehalten werden. Man hat uns in äußerst entspannter Weise gute Gespräche gewünscht. Wir haben uns über diesen freundlichen Besuch sehr gefreut und wollen uns auf diesem Wege nochmals bei Freund und Helfer bedanken.

 Wien Konkret-Artikel zur Infoveranstaltung


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