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Vorankündigung 11.2.2012 ORF2 Bürgeranwalt 17:30 zum Thema Fluglärm
Zuständige Wiener Politiker und ein Vertreter der Austro Control diskutieren das Problem in Anwesenheit von einigen aktiven Mitgliedern verschiedener Bürgerinitiativen

28.1.2012 (Job)Killer Flughafenausbau 

Während in Österreich nicht nur die Wirtschaftskammer mit nicht nachvollziehbaren Argumenten vehement eine 3. Piste fordert, zeigt das Beispiel Frankfurt, was sich hinter dem angeblichen Jobmotor Flughafenausbau verbirgt. Abbau von Arbeitsplätzen und Zerstörung von Gesundheit und Eigentum.

Abbau von Arbeitsplätzen und Gesundheitszerstörung am Flughafen Frankfurt
Bericht Jobwunder Großflughafen? 4:27 min (scobel)
http://www.3sat.de/mediathek/mediathek.php?obj=29075

Manager ausgenommen wird auch am Flughafen Wien ein Sparpaket gefahren - wohl um die Verdreifachung der Kosten beim Skylink finanzieren zu können und zusätzlichen Spielraum für eine Dritte Piste zu schaffen. Mit der Inbetriebnahme der 3. Piste würde die zur Entlastung Wiens aus Steuermitteln finanzierte 2. Piste unter Tags weitgehenst stilllegt und damit - folgt man den Argumenten der Wirtschaftskammer Wien - die Kapazität von 1,7 Pisten auf 2 Pisten zu erhöhen:
Die gesamte Scobel-Sendung zum Thema Lärm ist unter http://www.3sat.de/mediathek/mediathek.php?obj=29071 bis nächsten Donnerstag abrufbar.

10.1.2012 Umfliegen dicht besiedelter Gebiete spart auch Steuergeld - Unnötige Flugroute Liesing geht zu Lasten der Allgemeinheit - Presseaussendung der BI Liesing gegen Fluglärm
Während ununterbrochen öffentlichkeitswirksam über Steuererhöhungen und Ausgabenkürzungen nachgedacht wird, darf der Flugverkehr weiterhin steuerbegünstigt unnötig hohe Gesundheitskosten verursachen.

So genießt der Flugverkehr Steuerprivilegien, von denen die Bevölkerung nur träumen kann. Beispielweise zahlt die Flughafen Wien AG für ihr riesiges Areal keine Grundsteuer, ist der Großteil aller Tickets mehrwertssteuerfrei und Mineralölsteuer genauso wenig Thema wie schwefelfreies Kerosin. Von einer Kostenübernahme für die verursachten Umweltschäden durch den Flugverkehr gar nicht zu reden. So könnten durch eine gerechtere Besteuerung schon lange viele zusätzliche Millionen ins Budget fließen.

Gleichzeitig dröhnen täglich unzählige Flugzeuge ohne Notwendigkeit über dicht besiedeltes Stadtgebiet wie den 23. Bezirk. Die fatalen Auswirkungen sind die Gesundheitsschädigung unnötig vieler Menschen verbunden mit unnötig hohen Gesundheitskosten. Und die müssen auch  von der Allgemeinheit getragen werden. Weitere zig Millionen Euro Steuergeld  pro Jahr wären also dadurch einzusparen, dass möglichst dort geflogen wird, wo keine Menschen betroffen sind - ganz im Sinne der entsprechenden Luftverkehrsregeln und EU-Richtlinien!

6.1.2012 Umwege in der Luft nur aus Spaß oder zur Vereinfachung der Arbeit der Austro Control nicht aber aus Lärmschutzgründen möglich?
Während man bei den Fluggesellschaften offensichtlich keine Probleme hat, zu Silvester einen Extra-Umweg über Wien zu fliegen, muss angeblich aus Kostengründen und damit zur Vermeidung eines minimalen Umwegs über dichtest besiedeltes Gebiet gestartet werden. Welche Umwege aus "Spaß" geflogen werden, hat die AUA zu Silvester vorgeführt. Statt auf den direkten Weg zum Flughafen zu fliegen, hat der Pilot eine Achterschleife von Währing bis Maria Enzersdorf und zurück eingeschlagen:

AUA Flug Teneriffa nach Wien

Aber auch routinemäßig werden große Umwege in Kauf genommen. Beispielsweise wenn ein Flugzeug aus Kiew über Budapest und dann auch noch über den Südwesten Wiens geschickt wird - vorbei am Flughafen (blaues Kreuz) um dann von Westen her zu landen - und das bei Windstille, also ohne erkennbare Notwendigkeit:
AUA FLug von Kiew nach Wien

Womit sich einmal mehr die Frage stellt, warum man bei Starts den dicht besiedelten Süden Wiens nicht auch großräumig umfliegt - aus Lärmschutzgründen und im Interesse der Steuerzahler, die andernfalls für unnötig hohe Gesundheitskosten aufkommen müssen.
Flugrouten die möglichst wenig Menschen betreffen entlasten den Steuerzahler

17.12.2011 Weiterhin konsequente Realitätsverweigerung zu Lasten des Steuerzahlers
Was sich bereits seit Jahren wie ein roter Faden durch zahlreiche Aussagen der Flugverkehrslobby durchzieht, ist die konsequente Realitätsverweigerung. Offensichtlich ist man in bestimmten Kreisen der Meinung, es reiche, etwas nur oft genug zu behaupten, damit es alle glauben. Dass das über die - vorsichtig ausgedrückt - nicht nachvollziehbare Notwendigkeit der Flugroute Liesing weit hinausgeht, zeigen einige aktuelle Beispiele:
 
Flugroutenverschiebung auf dichtest besiedeltes Gebiet zur Minimierung der Anzahl der Betroffenen?
So hat ein anonymer Mitarbeiter der Flughafenhotline zuletzt behauptet, die 2004 u.a. auf das dicht besiedelte Liesing verschobenen Flugrouten wurden nicht primär nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten gewählt, sondern mit dem Ziel, die Anzahl der Betroffenen möglichst gering zu halten.  Man hat also Flugrouten von weniger dicht besiedelten auf dichter besiedeltes Gebiet verlegt und traut sich dann noch zu behaupten, dass damit die Anzahl der Betroffenen reduziert werden sollte?

Vorschriften, die wir nicht sofort finden, können wir auch nicht verletzen?

Nicht weniger verwunderlich ist der Schimmelbrief der Austro Control, zur Frage nach der Nichteinhaltung der Maximalgeschwindigkeit von 250 Knoten unter 10.000 Fuß.  Darin schränkt deren Sprecher die Vorschrift einfach auf Landungen ein, obwohl sowohl aus den Regeln des Flughafens als auch aus den Startroutenkarten der Austro Control selbst hervorgeht, dass die Geschwindigkeitsbeschränkung auch für Starts gilt. Bis dato gibt es keine Antwort auf eine entsprechende Nachfrage. Aber laut Auskunft eines Juristen reicht es bei Beamten ohnehin, wenn diese sich etwas erfolgreich einreden können, damit sie für ihr Verhalten nicht mehr belangt werden können. 

Desinformation mit Halbwahrheiten?
Einen ähnlichen Weg geht hier der - nach eigenen Aussagen für den Fluglärm ohnehin unzuständige - Gemeinderat Valentin. Bereits Ende September hat er u.a. mit folgenden sehr geschickt formulierten Aussagen im Wiener Gemeinderat aufhorchen lassen:
Wie diese angeblichen Berichtigungen, in denen schon die Aussagen des Vorredners z.T. falsch zitiert werden, zu verstehen sein dürften, geht auch aus einer entsprechenden Presseaussendung hervor: "Die Grenzwerte für Lärmbelastung würden keineswegs überschritten. Zudem hätte es über Liesing auch früher schon eine Flugroute gegeben." Beides ist objektiv falsch, was den Experten Valentin auch bekannt sein sollte.

So wird bei den WHO-Richtlinien explizit darauf hingewiesen, dass die in der entsprechenden Tabelle angeführten Werte für tieffrequentem Lärm wie Fluglärm entsprechend niedriger anzusetzen wären. Daher gelten die dort in der Tabelle angeführten Werte für Fluglärm nicht und können somit gar nicht eingehalten werden. Würde man hingegen den entsprechenden Korrekturwert berücksichtigen, so kommt man auf einen Wert, der in Liesing praktisch täglich überschritten wird. Aber offensichtlich ist der Vorsitzende des Wiener Umweltausschusses Valentin nicht bereit, jenen Teil der WHO-Richtlinien, die ihm nicht ins Konzept passen, zu berücksichtigen - und das trotz vielfach wiederholter Hinweise.

Dort wo Herr Valentin eine ehemalige Abflugroute im Norden von Liesing behauptet, kann diese auf Grund des Flugbeschränkungsgebiets gar nicht existiert haben, womit auch die vermeintliche Aufteilung auf Grund des fehlenden Restes widerlegt wäre. Weiters belegen nicht zuletzt jene Flugspuren, welche die  BI "Liesing gegen Fluglärm" von Herrn Gemeinderat Valentin erhalten hat, dass die Flugroute vor 2004 nicht über den 23. Bezirk sondern südlich davon verlaufen ist. Zur Illustration die Überlagerung dieser Flugspurenkarte aus dem Jahr 2000 (Straßen in rot) mit  einer Karte mit den gleichen Straßen in gelb und der Stadtgrenze als graue Linie:

Flugspuren belegen Flugroutenverschiebung nach Wien

Realtitätsverweigerung auf Steuerkosten?
Womit sich auch die Frage stellt, wie lange wir uns solche Politiker noch leisten können, die sich in öffentlicher Realtitätsverweigerung üben und damit die Einstellung einer Flugroute, die den Steuerzahler jährlich viele Millionen Euro kostet, unnötig in die Länge ziehen?
Abschließend noch ein treffendes Zitat aus der obigen Gemeinderatsitzung: "Ich möchte grundsätzlich anmerken, dass auch das ständige Wiederholen von Dingen, die nicht den Tatsachen entsprechen, einer sachlichen Diskussion nicht wirklich förderlich ist, und ich bedaure, dass manche Mandatare dieses Hauses darauf nicht verzichten können!"  - Das Urteil, auf wen diese Aussage bei der Diskussion im Gemeinderat anzuwenden ist, bleibt dem Leser überlassen...

24.11.2011 Podiumsdiskussion zum Thema „Die EU: Hüterin der Umwelt?"
Die Mehrheit der Diskutanten war der Meinung, dass diese Frage mit Nein zu beantworten ist. Ein praktisches Beispiel dafür liefert das Ex-Post-UVP-Verfahren zum Ausbau des Flughafens Wiens, wo die EU-Kommission sich letztlich mit einem Abschlußbericht zufrieden gibt, der nicht auf die Stellungnahmen der Bürgerinitiativen eingeht und der auf einem medizinischen Wissenstand von vor 20 Jahren aufbaut. Hier dürfte sich die angeblich auch in Brüssel extrem aggressiv agierende Flugverkehrslobby gegen die Interessen der Bürger durchgesetzt haben. Der angeblich in der offiziellen Stellungnahme der EU Anfang November erfolgte Hinweis, man möge seine Interessen im Rahmen des UVP-Verfahrens zur 3. Piste einbringen, ist ein weiteres Beispiel für Bürgerverhöhnung, war zu diesem Zeitpunkt die Beweisaufnahme dafür bereits einige Zeit abgeschlossen.

Andererseits gibt es aber auch einige Bestrebungen von EU-Seite die in die richtige Richtung gehen, beispielsweise die Einbeziehung des Flugverkehrs in den Emissionshandel oder die geplante Ausweitung der Einschränkung für besonders laute Flugzeuge um 5 Dezibel.

23.11.2011 Monatliches Treffen der BI-Liesing gegen Fluglärm
Neben Überlegungen zur Optimierung der Unterschriftenlisten und der Info-Folder wurde auch der Beitrag des Flugverkehrs zum Feinstaubproblem diskutiert. 

21.11.2011
Sachliche Diskussion über Fluglärm kann nur auf Basis von Fakten erfolgen
Wenn Herr Lauda eine sachliche Diskussion über Fluglärm führen möchte, dann rennt er bei der BI "Liesing gegen Fluglärm und die 3. Piste" offene Türen ein. Generell sollte man davon ausgehen dürfen, dass einem Airliner die Fakten in seinem Bereich bestens bekannt sind. Um so mehr verwundert die Diskrepanz zwischen Aussagen und Realität, die einmal mehr das von anderen Vertretern der Flugverkehrslobby bekannte Muster widerspiegelt:

Aussage Lauda: Nachtruhe von 21 Uhr bis 7 Uhr ist unnötig lang.
Faktum: Kinder brauchen 10 Stunden oder mehr Schlaf, daraus ergibt sich die Forderung nach einen entsprechend langen Nachtflugverbot. Derzeit gibt es ein solches nur für die Westeinflugsschneise, nicht aber für den Norden und den Süden Wiens.

Aussage Lauda: In der Nacht ist nur eine Piste offen. 
Faktum: Am Flughafen Schwechat ist auch in der Nacht auch jetzt schon oft mehr als eine Piste in Betrieb. Die meisten Landungen erfolgen dabei auf den Pisten 29 oder 16 und damit von Osten kommend oder über den Norden Wiens, die meisten Starts auf der Piste 29 über den Süden Wiens. (Evaluierungsbericht des Dialogforums für 2010, Seite  27).

Aussage Lauda: Einen A380 hört man beim Starten fast nicht mehr
Faktum: Ein A380 ist beim Start laut Flugzeugtypisierung (Flyover 6,5 km nach dem Abheben) um rund 10 Dezibel lauter als ein A320 - eines der häufigsten derzeit eingesetzten Flugzeuge. Damit ist von einem vermehrten Einsatzes des Großraumflugzeuges A380 eine massive Mehrbelastung mit Fluglärm zu erwarten.

Aber vielleicht geht es auch ja auch nur darum, von den Verlusten der Airlines und den Abschreibungen des Flughafens, welche eine 3. Piste unfinanzierbar erscheinen lassen, abzulenken.

22.10.2011
Ex-Post-UVP - Gefälligkeitsgutachten im Auftrag des BMVIT verkaufen EU und Bürger für dumm
Zur Erinnerung -
2006 hat Frau Dr. Heger im Namen von zahlreichen Bürgerinitiativen die UVP-lose Ausbauten am Flughafen Wien bei der EU eingeklagt  und Recht bekommen. Der Flughafen musste deshalb im Rahmen eines Vertragsverletzungsverfahren die UVP quasi nachholen.  Dazu hat auch die BI "Liesing gegen Fluglärm" im Dezember 2009 eine mit über 900 Unterschriften unterstützte Stellungnahme abgegeben.

Nach mehr als 20 Monaten gibt es dazu erstmals eine Antwort in Form eines Abschlußberichts (der inzwischen wieder gelöscht wurde), dessen Ausführung darauf schließen lässt, dass die Zeitverzögerung vor allem auf politischen Überlegungen beruht. So fand sich dort auch  ein inzwischen wieder gelöschtes und mit Dezember 2010 datiertes Gutachten zu den Stellungnahmen, welches durch den wiederholten Verweis auf nicht den Stand der Wissenschaft entsprechende Gesetzestexte einer sachlichen Auseinandersetzung weitgehend ausweicht.

Beispielsweise verweist der Gutachter an zahlreichen Stellen auf den Umgebungslärm-Aktionsplan 2008 Teil B13 Flugverkehr, laut dem in ganz Österreich unter Tags nur 7 Personen vom Fluglärm betroffen sind, was allgemein als Verhöhnung der Fluglärmbetroffenen verstanden wurde und der bereits von zahlreichen Bürgern bzw. Bürgerinitiativen sachlich fundiert kritisiert wurde.(Leicht auffindbare Beispiele Bsp.1, Bsp.2, Bsp.3). In dem Aktionsplan finden sich dann auch "vorhandene oder zur Realisierung absehbare Maßnahmen zur Lärmminderung", die der Gutachter unabhängig von der tatsächlichen Relevanz ohne weiteren Kommentar zitiert, was auf fehlende Auseinandersetzung mit der Materie schließen lässt:

Zitat im Gutachten: Die Standard-Instrumenten-Abflugstrecken des Flughafens Wien sind gleichzeitig Lärm mindernde Abflugverfahren. Ihre Einhaltung innerhalb der Leistungsgrenzen des jeweiligen Luftfahrzeuges ist verbindlich.
Anmerkung dazu: Das Flugrouten die ohne Notwendigkeit über dicht besiedelte Gebiete wie den 23. Bezirk und Mödling gehen, lärmmindernd sein sollen, kann man wohl nicht wirklich glauben. Tatsächlich führen Flugrouten wie die 2004 mutwillig nach Liesing verlegt Flugroute zur einer unnötigen Erhöhung der Gesundheitskosten, die dem Steuerzahler zur Last fällt.

Zitat im Gutachten:  Geschwindigkeitsbegrenzungen unter einer bestimmten Flughöhe (Flugfläche 100, entspricht etwa einer Höhe von 3.000 m über dem Meeresspiegel) reduzieren die Lärmentwicklung durch Reduzierung der Triebwerks- und Umströmungsgeräusche.
Anmerkung dazu: Die Vorschrift gibt es zwar wirklich - unter 10.000 Fuß darf die Höchstgeschwindigkeit demnach maximal 250 Knoten betragen, nur wird diese nicht eingehalten. Startende Flugzeuge gewinnen so nicht  an Höhe sondern fliegen viel zu schnell und tief - und das auch über dicht besiedelte Gebiete wie den 23. Bezirk. Zur Illustration:

Nichteinhaltung Lärmmindernder Maßnahmen

Zitat im Gutachten: Zusätzlich wurde im Jahr 2008 eine Nachtflugbeschränkung für den Flughafen Wien festgelegt, dessen Grundlagen im Mediationsverfahren zwischen dem Flughafen Wien und den Mediationsteam erarbeitet wurden.
Anmerkung dazu: Auf seiner Homepage macht der Flughafen Wien u.a. damit Werbung für Frachtflugverkehr, in dem er behauptet, es gäbe keine Nachtflugbeschränkungen für Kapitel III Flugzeuge.

Alleine diese 3 Beispiele legen nahe, dass es sich um ein reines Gefälligkeitgutachten handeln dürfte, dass ähnlich wie jene zur 3. Piste und zur  Luftverkehrs-Immissionsschutzverordnung  nur der Beschwichtigung dient!.

Schwärzung von Einwänden und veraltete Umweltmedizin
Besonders unangenehm fällt auch auf, dass aussagekräftige Grafiken unserer Einwände in dem Gutachten "geschwärzt" dargestellt und ihre Aussagen ignoriert werden. Hier ein Beispiel von vielen:

Original zeigt stärke Störwirkung und damit Gesundheitsschädlichkeit des Fluglärms "Geschwärzte Variante" zur Informationsverschleierung
Original - Fluglärm und Straßenlärm sind an Hand der Farbe zu unterscheiden Geschwärzte Variante im Gutachten von DI Wolfgang Stundner (Zivilingenieur für Kulturtechnik und Wasserwirtschaft.)
Statt also die Zusammenfassung mehrerer Studien ernst zu nehmen, beruft sich der Gutachter auf eine Bundes-Umgebungslärm"schutz"verordnung, welche für Fluglärm um 5 Dezibel höhere Schwellwerte als für Straßenlärm vorsieht, obwohl Fluglärm - wie eben auch aus der ungeschwärzten Variante der obigen Grafik leicht erkennbar - bei gleichen Dauerschallpegel um einiges störender und wie andere Untersuchungen zeigen, gesundheitsschädlicher als Straßenlärm ist. Im Gutachten werden also nicht nur neue wissenschaftliche Erkenntnisse wie die vom Umweltbundesamt veröffentliche Studien von Prof. Greiser sondern auch schon sehr lange bekannte Forschungsergebnisse - trotz expliziten Hinweis darauf  - konsequent ignoriert.  Dass der Gutachter hier noch auf ein weiteres Gutachten im  Auftrag des BMVIT verweisen kann, dass zur gesamten Thematik des Fluglärms nur sehr wenige Literatustellen auflistet, von denen die neuste noch dazu aus dem Jahr 1994 ist, macht deutlich, dass es hier nur um die Einhaltung formaler Kriterien nicht aber um die Gesundheit der Menschen geht.

Aber auch der unreflektierte Verweis auf die inkonsistenten Lärmmessungen des Flughafens
deren haarsträubende Unvollständigkeit für Siebenhirten schon aus den Messprotokollen selbst hervorgeht, zeigt die unwissenschaftliche Oberflächlichkeit, mit der man sich im Auftrag des BMVIT über die systematische Zerstörung der Lebensqualität einer ganzen Region hinwegsetzt.

Tricks auf Steuerkosten?
Nicht zuletzt werden auch unübersehbare Hinweise auf offensichtliche Tricks im Umweltverträglichkeitsbericht, wie die Verwendung besonders leiser Flugzeugentwicklungen nur für die Planvariante, denen dort dafür 43% aller Flugbewegungen zugeordnet werden, vom Gutacher einfach ignoriert (3.1.1.3 unserer Stellungnahme). Womit sich auch die Frage stellt, ob wir diese Gutachten mit unserem Steuergeld finanzieren mussten oder ob die Flugverkehrslobby wenigstens die Kosten dafür trägt.

Unabhängig davon verwundert es, dass Behörden ihre Entscheidungen im Zusammenhang mit dem Flugverkehr scheinbar völlig unreflektiert auf offensichtlich unvollständigen, einseitigen und nicht dem Stand der Wissenschaft entsprechenden Gutachten aufbauen. So erinnert die Vorgangsweise
nicht zufällig an jene, die überhaupt zur ex-Post UVP geführt hat aber auch an das Verfahren zur 3. Piste. Letztlich stellt sich damit auch die Frage, ob der dafür notwendige Verwaltungsaufwand durch dessen Ergebnisse auch nur annähernd zu rechtfertigen ist.

13.10.2011 Monatliches Treffen
Beim monatlichen Treffen ging es um die Podiumsdiskussion und die von Herrn Gemeinderat Valentin gebrachten Argumente, die sich vorsichtig ausgedrückt, als nicht nachvollziehbar herausgestellt haben. Beispielsweise um die Behauptung die Flugroute Liesing ging auch schon vor 2004 über Liesinger Bezirksgebiet. Eine Aussage die auch durch Überlagerung der von ihm vorgelegten Flugspuren des Flughafens aus dem Jahr 2000 mit den Bezirksgrenzen in Google Earth klar widerlegbar ist. Das der Randbereich des 23. Bezirks bereits früher schon - beispielsweise durch die temporäre Verlegung einer Flugroute von Mai 1988 bis November 1989 über Perchtoldsdorf - unzumutbaren Fluglärm ausgesetzt war, kann jedenfalls keine Rechtfertigung dafür sein, dass die Flugroute 2004 unsinnigerweise stadtweinwärts verlegt wurde. Vielmehr zeigt die Flugroutenrückverlegung 1989, dass entsprechender Anrainerprotest offensichtlich schon früher dazu geführt hat, dass Verschlechterungen wieder zurückgenommen werden.

Weitere Themen waren die neue Unterschriftenaktion und wie man die Nachbarn auch außerhalb der Bezirksgrenzen mit einbinden kann. Dazu ist vor allem interessant, dass es sowohl mit dem Bezirk Mödling als auch mit Favoriten, Hietzing und Meidling eine Reihe von gemeinsamen Zielen gibt. So würden auch diese Gebiete von auf die Bevölkerungsdichte hin optimierten Abflugrouten bzw. vom Nichtbau einer 3. Piste profitieren.

08.10.2011
So unnötig ist die Abflugroute Liesing - Überflüge im Minutentakt entlarven Kapazitätsschmäh
Seit Jahren wird den Liesingern von Flugverkehrslobyisten erzählt, dass eine 5. Flugroute über Liesing aus Kapazitätsgründen und damit zur Arbeitsplatzsicherung unumgänglich notwendig gewesen sei.  Überflüge im Minutentakt über den 23. Bezirk machen hingegen deutlich, welche Kapazität eine Abflugroute tatsächlich hat. Beispielsweise am 6.10.2011, wo 4 Starts hintereinander mit einem durchschnittlichen Abstand von deutlich weniger als 2 min auf der Flugroute Liesing zu beobachten waren:

Abstand zwischen Starts weniger als 2 Minuten
Aber auch 2 Minuten Abstand bedeuten bereits 30 Starts pro Minute auf einer einzigen Flugroute. Vergleicht man die so ermittelbare Kapazität von Flugrouten mit der von deutschen Flughäfen angegebenen Maximalkapazität von 40 Starts pro Piste so stellt man fest, dass sich daraus beim besten Willen keine Rechtfertigung für 5 Flugrouten von einer Piste ableiten lässt. 

Kapazität in Starts pro Stunde
1 Piste 40 1 Abflugroute 30
2 Abflugrouten 60
2 Pisten 80 3 Abflugrouten 90

Selbst wenn man davon ausgeht, dass Propellerflugzeuge wie Turbo-Props auf Grund niedrigerer Geschwindigkeit eine Sonderbehandlung d.h. mehr Abstand oder eine eigene Flugroute benötigen, lässt sich damit selbst mit einer 3. Piste keine Notwendigkeit für mehr als 4 Abflugrouten von den geplanten Parallelpisten Richtung Wien erkennen. Dabei ist in der Tabelle für 2 Pisten noch nicht einmal berücksichtigt, dass im Parallelpistensystem nicht eine Stunde lang ausschließlich gestartet werden kann, muss doch auch noch dort gelandet werden.

Derzeit würden jedenfalls von der Piste Richtung Wien 2 Abflugrouten plus eine Propellerflugroute mehr als ausreichen. Dabei stellt sich auch die Frage, warum die Propellerflugroute nach der Rechtskurve, die es bereits seit langem gibt, nicht stärker verwendet wird. Unabhängig davon besteht jedenfalls ausreichender Spielraum, um die Abflugrouten von der Piste Richtung Westen so zu optimieren, dass sehr viel weniger Menschen betroffen sind. Etwas was ja alleine schon auf Grund der damit möglichen Minimierung der Gesundheitskosten eindeutig im Interesse der Allgemeinheit ist.

In Deutschland überprüft erstmals das Bundesumweltamt bei welcher Routenkonstellation möglichst wenige Menschen dem Lärm ausgesetzt wären  - etwas was auch für Österreich zu fordern ist. Und zwar so, dass damit auch alle Fluglärmbetroffen erfasst sind und nicht so wie beim Dialogforum des Wiener Flughafens, wo die Betroffenheit durch einen bereits als gesundheitsgefährdend einzustufenden Fluglärm-Dauerschallpegel von 40 dBA trotz unzähliger Beschwerden in den Berechnungen noch immer nicht berücksichtigt wird.

22.9.2011 Podiumsdiskussion "Einlösung politischer Versprechen zur Flugroute über Liesing - Wann?" 
Die Podiumsrunde mit Aktivisten und Politikern

Über 300 bereits gut informierte Teilnehmer aus dem 23. Bezirk und dessen Umgebung, wie z.B. Perchtoldsdorf, füllten den Saal. Zu Beginn gab es 4 Kurzvorträge zu den Themen:
In den Vorträgen wurde auch mehrfach auf die Einhaltung der Luftverkehrregeln und den dort verankerten Schutz dicht besiedelter Gebiete vor vermeidbarem Fluglärm hingewiesen. Applaus gab es dabei für die Forderung nach Einstellung der Flugroute Liesing!
In den anschließenden Kurzstellungnahmen der Politiker ging es um die Fortschritte bei der Einlösung der Versprechen betreffend der Einstellung der Flugroute Liesing  bzw. der von der SPÖ bereits 2004 versprochenen Nichtbelastung durch die Flugroutenverlegung nach Liesing:
rund 300 Teilnehmer füllten den Saal bei der Podiumsdiskussion

In der offenen Debatte haben dann zahlreiche Menschen im Saal vehement ihre Betroffenheit über den Fluglärm und ihre Enttäuschung über eine Politik zum Ausdruck gebracht, die entweder nicht Willens oder nicht in der Lage ist, die Interessen der Bürger adäquat zu vertreten. Dabei wurde mehrmals darauf hingewiesen, dass im Interesse unserer Zukunft und der unserer Kinder und Kindeskinder kurzfristige Gewinne nicht über Gesundheit, Eigentumsrechte und nachhaltiges Wirtschaften gestellt werden dürfen - auch nicht, wenn die Gemeinde Wien am Flughafen beteiligt ist.

Die sehr geschickten Versuche von Herrn Gemeinderat Valentin, Probleme mit einer Fülle von Halbwahrheiten schönzureden, wurde von den meisten Anwesenden nur als weitere Zumutung empfunden. Ein leicht überprüfbares Beispiel ist die Frage, nach einer möglichen Einflussnahme des Flughafens auf die Austro Control (ACG) durch entsprechende Besetzung des Aufsichtrats der ACG. Herr Valentin hat in diesem Zusammenhang völlig richtig darauf hingewiesen, dass Herr Mag. Kaufmann, der dort im Aufsichtsrat sitzt,  nicht mehr im Vorstand der FWAG ist. Was er nicht erwähnt hat, ist, dass Herr Mag. Kaufmann bereits in seiner Zeit als Vorstandsvorsitzender der Flughafen Wien AG im Aufsichtrat der Austro Control tätig war (Auszug aus dem Geschäftsbericht der ACG 2009, der auch den AUA-Chef als Aufsichtsratmitglied auflistet).

Herrn Gemeinderat Valentins gelang es auch mit seinen Aussagen zur gezeigten Greiser Studie Verwirrung zu stiften. So behauptete er, dass es sich um Studien zum erhöhten Medikamentenverbrauch auf Grund des Nachtfluglärms gehandelt hat, während die gezeigte Studie auf Entlassungdiagnosen aus dem Krankenhaus aufbaut und die Abhängigkeit von 24h Fluglärm aber auch vom Fluglärm in der Nacht und am Tag untersucht wurden. Es ist zwar richtig, dass am Flughafen Köln-Bonn der Nachtfluglärm eine größere Rolle als Wien spielt, vor diesem Hintergrund wurde aber beispielsweise für Schlaganfälle für Frauen ohne Schallschutzfensterförderung ein höheres Risiko pro Dezibel Tagfluglärm-Dauerschallpegel gefunden als pro Dezibel Nachtfluglärm. Womit klar ist, dass die gesundheitsschädliche Wirkung von Fluglärm nicht auf die Nacht beschränkt ist.

Weiters ist festzuhalten, dass die Kritik in einem Ärzteblatt über methodische Fehler auf den Behauptungen eines Herrn Prof. Eikmann beruhen dürften, der dazu schon vor langer Zeit eine Unterlassungserklärung gegenüber Prof. Greiser abgegeben hat. Die beiden Verlage, die Eikmanns Arbeiten dazu veröffentlicht haben, haben ein entsprechende Verfahren gegen Prof. Greiser in zweiter Instanz verloren.

Dass Herr Gemeinderat Valentin der Frage, was er für Liesing positiv verändern will, mehrfach ausgewichen ist, scheint auch eine eindeutige Antwort zu sein, die durch die Abwesenheit des Bezirksvorstehers noch unterstrichen wurde. Auch auf die Frage, warum überhaupt über Liesing geflogen wird, blieb Herr Gemeinderat Valentin trotz umfangreicher Redezeit eine Antwort schuldig.

Umso wichtiger ist es, dass jede(r) Einzelne hartnäckig bleibt und von seinem Recht, sich über Fluglärm zu beschweren Gebrauch macht, Unterschriften sammelt und bei gemeinsamen Veranstaltungen mitmacht. Nur so kann es gelingen den Einfluss auf eine Politik zu verstärken, die teilweise noch immer in eine völlig falsche Richtung läuft!

09.09.2011 und 10.09.2011 Infoveranstaltungen der BI "Liesing gegen Fluglärm" in Liesing und AtzgersdorfInformationsveranstaltungen in Liesing und Atzgersdorf
Hauptthema war die Betroffenheit durch den jetzt schon unzumutbaren Fluglärm und was man dafür tun kann, damit der 23. Bezirk, Perchtoldsdorf und Breitenfurt wieder umflogen werden. In diesem Zusammenhang haben wir auf die Podiumsdiskussion hingewiesen, bei der es auch möglich ist Fragen und Aufforderungen direkt an die anwesenden Politiker zu stellen sowie die Möglichkeit Unterschriftenlisten gegen die Flugroute über Liesing mitzunehmen.

Die weitgehend ablehenden Haltung der Bevölkerung zu einer 3. Piste, die vor allem noch mehr Fluglärm und krebserregenden Feinstaub bringt, hat sich auch in zahlreichen Gesprächen bestätigt. Unverständnis herrscht aber auch darüber, warum der Flughafen eine Piste Richtung Wien und dessen dicht besiedelten Süden bauen möchte.

07.09.2011 Monatliches Treffen

Beim monatliches Treffen der BI "Liesing gegen Fluglärm und die 3. Piste" ging es um die UVP und die zahlreichen Einwände gegen die 3. Piste. Erstaunen hat dabei hervorgerufen, wie man seitens der Behörden und deren Gutachter nicht nur die offensichtliche Umweltverträglichkeit sondern auch die zahlreichen Widersprüche in den Berechnungsgrundlagen zu ignorieren versucht.

Weiteres Thema waren die in ganz Liesing verteilten Einladungen zur Podiumsdiskussion am 22.9.

03.09.2011 46,5% Überschreitung der vereinbarten Starts auf der Abflugroute Liesing - Evaluierungsbericht 2010 belegt wie wenig im Flughafen-Dialogforum getroffene Vereinbarungen zählen

Der wochenlang entgegen der offiziellen Ankündigung per Presseaussendung verheimlichte Evaluierungsbericht des Dialogforums belegt, was man bei der Austro Control von dort getroffenen Vereinbarungen hält. So wurden 2010 bereits 10% aller Starts über das dicht besiedelte Liesing geschickt, damit wurde der 2005 im Dialogforum vereinbarte Werts von 6,84% beinahe um das 1,5 fache überschritten.

Durchschnittlich wurden die Bewohner des 23. Bezirk und ihre Nachbarn damit 36 mal pro Tag statt 25 mal pro Tag dem Gedröhne eines startenden Flugzeugs ausgesetzt, Nachtflugroute und Lander nicht mitgezählt. In absoluten Zahlen ist damit die Situation schlimmer als 2004 als 10.000 Menschen für die Einstellung der Abflugroute unterschrieben hatten. 

Abgesehen davon, dass es überhaupt nicht einzusehen ist, dass eine Abflugroute 2004 ohne Notwendigkeit auf das dicht besiedelte Liesing verlegt wurde, ist es auch nicht glaubhaft, dass die Anzahl der Flugbewegungen auf dieser Flugroute, die laut Pistenbelegungsplan der Austro Control derzeit praktisch nur bei Windstille zum Einsatz kommt, nicht einhaltbar sein sollte. Vielmehr machen die Jahr für Jahr erfolgten Überschreitungen deutlich, warum es bei der Abflugroute über Liesing wirklich geht - um Profitoptimierung für die Airlines, die zur Vermeidung minimaler Umwege lieber 100.000 Menschen in ihrer Lebensqualität und Gesundheit schädigen.

Dass es nicht um faire Verteilung sondern um möglichst kurze Flugwege ist auch aus der Ausdehnung der Lärmzonen Richtung Liesing und Maria Enzersdorf gut erkennbar ist. Auch die mit einer 3. Piste ganz offiziell geplante Vervierfachung der der Starts über Liesing zeigt das wahre Gesicht der Flugverkehrslobby, über das todschicke Begriffe wie "Mediationsverfahren" und "Dialogforum" nicht länger hinwegtäuschen können. Dass in den Flughafenunterlagen zur 3. Piste bereits für Teile Liesings (Erlaa, Inzersdorf) Listen für die Eintragung einer Sicherheitszone im  Grundbuch im Zusammenhang mit einer neuen Landeroute über den Südwesten Wiens existieren, vervollständigt das Bild.

29.08.2011 Infoveranstaltung der BI "Liesing gegen Fluglärm und die 3. Piste" zu Beginn der UVP-Verhandlungen
Infoveranstaltung beim Multiversum in Schwechat
Bei der Infoveranstaltung der BI "Liesing gegen Fluglärm" war es möglich, Politiker und Journalisten auf grundsätzliche Widersprüche in der Umweltverträglichkeitserklärung zur 3. Piste und die Umweltunverträglichkeit der Flugroute über Liesing aufmerksam zu machen. In den niederösterreichischen Medien dürften aber Stellungnahmen der BI "Liesing gegen Fluglärm und die 3. Piste" unerwünscht sein. So hat das ORF-Team vor Ort ein Interview verweigert und ist ein Beitrag in den niederösterreichischen Nachrichten (NÖN) seltsamer Weise zwar bei Google auffindbar, den Beitrag selbst gibt es aber nicht mehr.      

26.08.2011 Presseaussendung zur umweltunverträglichsten Variante einer 3. Piste

Keine Flugroute über Liesing mit 3. PisteIn unserer Presseaussendung machen wir darauf aufmerksam, dass das UVP-Verfahren auf dem Holzweg ist:
Die als Möglichkeit eine 3. Piste doch noch ein wenig umweltverträglicher zu gestalten ins Spiel gebrachte Wegverlegung der Flugrouten von Liesing ist zwar eine gute Idee, erfordert aber keine 3. Piste. Stattdessen sind Wien und seine Siedlungsachsen im Süden und Norden auch jetzt schon großräumig zu umfliegen!

25.08.2011 Schriftliche Stellungnahme der BI "Liesing  gegen Fluglärm und die 3. Piste" zum Umweltverträglichkeitsgutachten abgegeben

Hauptkritikpunkte unserer Stellungnahme sind neben der fehlenden Umweltverträglichkeit des Projekts auch die Qualität der Gutachten die das Gegenteil beweisen wollen:

Daneben gibt es eine Fülle von Einwänden aus unseren früheren Stellungnahmen, die von den Gutachtern nicht oder nicht ernsthaft beantwortet wurden. Davon abgesehen ist aber ohnehin die Frage zu stellen, wie seriös ein Verfahren sein kann, in dem der Flughafen 2 Jahre nach der Möglichkeit Parteienstellung zu erlangen, die Anzahl der Flugbewegungen über Liesing still und heimlich mehr als verzehnfacht hat. 

17.08.2011 So wird bei der Umweltverträglichkeitsprüfung zur 3. Piste getrickst
Während bei der offiziellen Auflage der Umweltverträglichkeitserklärung des Flughafens zur 3. Piste 2008 für Liesing mit 2,2% aller Starts gerechnet wurde, hat man diese lange nach der Frist zur Stellungnahme auf 17,3% hochgeschraubt. Die Konsequenz - statt den dicht besiedelten 23. Bezirk gegenüber dem derzeitigen Status zu entlasten, soll die Anzahl der Überflüge mit einer 3. Piste vervierfacht werden. Insgesamt ergibt sich gegenüber der offiziellen Auflage eine heimliche Verzehnfachung der Starts über Liesing und somit ein völlig anderes Projekt, das deshalb auch neu einzureichen oder entsprechend der offiziellen Auflage aus dem Jahr 2008 abzuändern ist.

widersprüchliche UVP-Szenarien
Nicht geändert wurde hingegen der völlig unrealistische und veraltete Variantenvergleich,  in dem für das Jahr 2010 mit einer 3. Piste Richtung Norden 6(!) mal mehr Starts über Liesing errechnet wurden, als mit einer 3. Piste Richtung Liesing. Was nicht nur unlogisch ist, sondern auch im direkten Widerspruch zur neuen Planvariante steht. Damit entzieht man Behauptungen, es wäre die umweltverträglichste Variante eingereicht  worden, endgültig die Beurteilungsgrundlage. Womit sich aber auch die Frage stellt, was den Gutachtern und der zuständigen Behörde sonst noch alles nicht aufgefallen ist und warum entsprechenden Einwänden nicht oder nicht ausreichend nachgegangen wurde?

Für die seriöse Fortsetzung einer Umweltverträglichkeitsprüfung der 3. Piste fehlen jedenfalls die Grundlagen!

15.08.2011 Umweltverträglichkeitsprüfung der 3. Piste - eine Farce?
Liest man die auf mehrere Dokumente verteilte Beantwortung von Einwänden der Bürger, so entsteht schnell der Eindruck, dass man die Umweltverträglichkeitsprüfung am Flughafen Wien nicht sonderlich ernst nimmt. Beispielsweise findet man auf den Einwand, dass die Umweltverträglichkeitserklärung auf zu niedrigen Flugverkehrszahlen beruht, die Antwort, dass "die Leistungsfähigkeit des Bahnsystems nicht Teil der UVP ist":

Bahnverkehr als Antwort auf Flugbewegungen

oder wenn als Antwort auf die Stellungnahme zur Betroffenheit Liesing davon die Rede ist, dass Liesing nicht direkt überflogen wird, während aus den anderen Dokumenten der Umweltverträglichkeitserklärung eine Vervierfachung der Starts genau über das Verwaltungszentrum Liesings ersichtlich ist:

Liesing wird nicht direkt überflogen

Dazu passt auch, dass deutliche Änderungen in den Lärmzonen zwischen den 2008 veröffentlichten Unterlagen und den neuen Unterlagen als unerheblich eingestuft werden, kann man doch neue Fluglärmbetroffene nach Meinung der Projektwerber und der von ihnen bezahlten Gutachter bei Bedarf einfach hinter Lärmschutzfenster sperren. Artgerechte Haltung für von extrem starken Fluglärm Betroffene, weniger stark Betroffene, deren Gesundheitsgefährdung durch Fluglärm vom "Flughafendoktor" nicht anerkannt wird, glaubt man ignorieren zu können.

09.08.2011 Dialogforum der FWAG veröffentlicht Evaluierungsbericht - aber nur laut Presseaussendung
nach mehr als einen Monat fehlt der angekündigte Evaluierungsbericht immer nochLaut Presseaussendung mit dem Titel "Dialogforum Wien veröffentlicht den Evaluierungsbericht 2010" und laut korrigierter Presseaussendung sollte der neue Evaluierungsbericht seit 7.7.2011 im Internet abrufbar. Zitat: Der Evaluierungsbericht 2010 (Lang- und Kurzfassung) steht ab sofort ebenso wie die Evaluierungsberichte für die Jahre 2004 bis 2009 auf der Website des Dialogforums (www.dialogforum.at) als Download zur Verfügung.

Wie viel Aussagen des Dialogforums des Flughafens wert sind, ist auch daran zu messen, dass der Evaluierungsbericht auch mehr als einen Monat nach dessen Ankündigung noch immer nicht zur Verfügung steht. Womit sich die Frage nach dem Warum stellt?

Interessant ist auch, das man beim Dialogforum in der korrigierten Variante der Presseaussendung ausdrücklich den Fortgang des UVP-Verfahrens zur 3. Piste mitten in den Sommerferien begrüßt, wo der Widerstand gegen dieses umweltunverträgliche Projekt urlaubsbedingt am geringsten ist. Aber wie heißt es so schön, dessen Brot ich ess', dessen Lied ich spiel!

Gerade zu mutig erscheint hingegen die Kritik daran, dass auch 2010 die Zielwerte für die Starts von der Piste 29 - so wie üblich - überschritten wurden und damit der Süden Wiens und die angrenzenden niederösterreichischen Gemeinden dadurch stärker als geplant vom Flugbetrieb betroffen waren. Konsquenzen gibt aber ohnehin keine - bei Windstille muss selbstverständlich auf der Schönwetterflugroute über das dicht besiedelte Liesing gestartet werden!

30.07.2011 Öffentliche Anhörung zur 3. Piste noch in den Sommerferien und auf Basis falscher Grundlagen
Umweltverträglichkeitsgutachten (UVGA) der niederösterreichischen Umweltbehörde über die geplante Dritte Piste des Wiener Flughafens zur öffentlichen Einsicht aufgelegt. Die Frist zur Einsichtnahme endet am 25. August, die öffentliche Anhörung dauert vom 29. August bis zum 7. September 2011. 

Die Auflage und Verhandlung dieses Gutachtens in einem Zeitraum, da sowohl die Betroffenen als auch die meisten Gegen-Gutachter im Urlaub sind, lassen auf klare Absichten schließen: Einwendungen zum Schutz der Umwelt und der Gesundheit der Bevölkerung sind unerwünscht.

Das Ausgangsszenario für die Beurteilung der Umweltauswirkungen der dritten Piste baut auf den bisherigen - nach Meinung von damit befassten Juristen rechtswidrig erlangten - Bewilligungen für die Ausbauten am Flughafen auf, für die es immer noch kein abgeschlossenes UVP-Verfahren gibt.

Die gesamte Vorgangsweise fügt sich damit nahtlos in das Sittenbild ein, welches Flughafen und politisches Umfeld in den letzten Jahren abgegeben haben.

27.06.2011 Wie der Flughafen auf offizielle Stellungnahmen der Stadt Wien zur 3. Piste reagieren
In der offiziellen Stellungnahme der Stadt Wien an das Amt der Nö. Landesregierung zur 3. Piste vom 23. Juli 2008 ist unter 6.4 zur Pistenbelegung in concreto zu lesen: "Ferner ist erforderlich, dass Starts auf der Piste 29 (R und L) so strukturiert werden, dass das Grenzgebiet Wien/NÖ (dichtest besiedeltes Gebiet) im Vergleich zum Status Quo merkbar entlastet wird. Die derzeitige vorläufige Verkehrverteilung des Einreichprojekts ist mit den Zielsetzungen des UVP-G und dem aus §17 UVP-G resultierenden Prinzip der Minimierung der Betroffenen nicht vereinbar"   Was damit gemeint ist, wurde in einer Pressekonferenz von Herrn Gemeinderat Valentin auch schriftlich weitergegeben: Bei Starts auf der Piste 29L und 29R, also in Richtung Wien, ist sowohl bei der Routenlegung als auch bei der Belegung darauf zu achten, dass das dichtbesiedelte Gebiet im Grenzbereich Wien/Niederösterreich (wienseitig 10. und 23. Bezirk) zum Status Quo relevant entlastet wird.

In der damals vorliegenden Revision 03 waren laut Dokument 04.110 Variantenvergleich Fluglärm unter 5.1 Grundlagen der Berechnung 2.2% aller Starts Liesing zugeordnet (je 1.1% auf den Flugrouten DESNA1L und STO1L) , in der Revision 05 aus dem Jahr 2010 sind es 17.3% aller Starts, die mit einer 3. Piste über das dicht besiedelte Liesing geschickt werden sollen (siehe unten). Jeweils ohne Berücksichtigung der Nachtflugroute SNU.  Und die Flugrouten gehen auch in der neuesten Version der UVE direkt über Liesinger Gebiet.

Damit muss man die politische Frage stellen, warum der Flughafen obige Stellungnahme der Stadt Wien nicht nur offensichtlich ignoriert hat sondern das genaue Gegenteil zur Forderung nach Entlastung dicht besiedelter Gebiete im Süden Wiens in den neu eingreichten Unterlagen des Flughafens zu finden ist?

Darüber hinaus ist die grundsätzliche Frage zu stellen, warum UVP-Gesetz und 
Luftverkehrsregeln, die einer Verlagerung von Flugverkehr auf dicht besiedeltes Gebiet diametral entgegenstehen, von der Aviation Group seit Jahren offensichtlich eiskalt ignoriert werden können?

24.06.2011 3. Piste würde Vervierfachung der Starts und garantierte nächtliche Weckflüge für Liesing bringen
Wie in neuesten Version der Einreichunterlagen des Flughafens zur 3. Piste schwarz auf weiß zu lesen ist, ist bis 2025 eine Vervierfachung der Starts über Liesing geplant - also im Jahresdurchschnitt rund 100 dröhnende Starts pro Tag über dichtest besiedeltes Gebiet.

Flugrouten über Liesing laut Einreichunterlagen des Flughafens

Grund ist nicht nur das mit einer 3. Piste mögliche Wachstums des Flugverkehrs, sondern dass entgegen Behauptungen der Austro Control bei der letzten Stadtkonferenz dann von den beiden Parallelpisten in Richtung Wien über Liesing gestartet werden soll. Zusätzlich soll über den Rand Liesings auch noch von der Flugroute MOTIX1A gestartet werden, die auf 1.6% aller Starts aufgestockt wird. Insgesamt mehr als 17% statt rund 7% sind auch eine massive prozentuelle Zunahme. Weiters wären die Flugzeuge von der geplanten 3. Piste auch noch um einiges lauter, da diese näher an Liesing liegt als die 1. Piste.  
Mit der 3. Piste wird über Liesing wird von 2 Piste aus gestartet

Und auch in der Nacht soll Liesing nicht nur von Flugzeugen die von der Nachtflugroute SNU bereits ab 6000 Fuß zu ihrem Ziel fliegen sondern auch direkt überflogen werden. Vor allem von Flügen zu den erst 2010 offiziell Liesing zugeordneten Destinationen im Norden und Nordosten (LEDVA, MIKOV) ist mit garantierten Weckflügen zu rechnen.

Jahrelange Behauptungen
von Vertretern des Flughafens, der Austro Control oder anderer Flugverkehrslobbyisten, mit der 3. Piste würde Liesing automatisch entlastet, werden damit offiziell widerlegt. Insbesondere die Begründung dass der Flugverkehr mit einer 3. Piste viel mehr Möglichkeiten habe, dicht besiedeltes Gebiet zu umfliegen, zeigt sehr schön, wie Betroffene systematisch für dumm verkauft werden. Denn erstens wird dieser angebliche Spielraum laut Einreichunterlagen des  Flughafens dazu verwendet, um dort zu fliegen, wo es für die Airlines am kürzestens ist und zweitens gab es in Wirklichkeit noch nie eine Notwendigkeit überhaupt über Liesing zu starten.

Während also Betroffene und Politker von den Flugverkehrslobbyisten jahrelang mit nicht nachvollziehbaren Argumenten hingehalten werden, arbeitet man bei der Aviation Group weiter an der rücksichtlosen Umsetzung der eigenen Interessen auf Kosten der Bevölkerung!

Gleichzeitig wird damit auch klar, wie wichtig es ist, der Zerstörung unserer Lebensqualität und Gesundheit endlich tatsächlich Einhalt zu gebieten.
Insbesondere ist die rasche Einstellung der unnötigen Flugroute über Liesing zu fordern. Politische Aussagen in diese Richtung gibt es bereits ebenso wie erste Verhandlungen und mit etwas gutem Willen wäre auch die Umsetzung überhaupt kein Problem. Dazu veranstalten wir auch am 22. September 2010 um 19 Uhr eine öffentliche Podiumsdiskussion mit PolitikerInnen und Vertretern unserer BIs in der VHS Liesing. Dazu sind alle von den Flugrouten über Liesing Betroffenen herzlich eingeladen sind.

09.06.2011 
Monatliches Treffen 
der BI "Liesing gegen Fluglärm"

Themen waren die Studiodiskussion in der Sendung Bürgeranwalt und die geplanten Aktivitäten für den Sommer.

04.06.2011
ORF Sendung Bürgeranwalt - Thema "Fluglärm über Wien"
Diskussion im ORF-Studio desw BürgeranwaltsJetzt hat auch die Sendung Bürgeranwalt das Thema Fluglärm in der vom ORF gewohnt professionellen Art und Weise aufgegriffen. Diese ist noch bis Samstag online in der ORF-TV-Thek abrufbar.

Besonders beachtenswert haben wir bei der Studiodiskussion die Positionierung von Herrn DI Hesina vom Flughafen-Dialogforum gefunden, der offensichtlich mit - alleine schon technisch nicht nachvollziehbaren Argumenten ("Anflugroute Liesing"?) - versucht, die Wiener Fluglärmbetroffenen gegeneinander auszuspielen.  Damit stellt sich die Frage, ob es Herrn DI Hesina hier in Wahrheit nicht nur um die Interessen seines Arbeitgebers (Flughafen) geht?  Tatsächlich ist es so, dass beispielsweise eine von der BI "Liesing gegen Fluglärm" exemplarisch vorgeschlagene Lösung, bei der auch bei Windstille auf der Piste Richtung Norden gestartet wird, nicht nur die Anzahl der vom Abfluglärm betroffenen Menschen massiv reduzieren würde, sondern gleichzeitig auch noch den Norden Wiens und Großenzersdorf von den Anflügen entlasten würde. 

Widersprüchlich sind auch die Aussagen von Herrn Ing. Jöchlinger (Flughafen Wien AG) der einerseits behauptet, durch den Transitflugverkehr gebe es nicht mehr Flugzeuge und Augenblicke später argumentiert, dass deshalb doppelt so viele Destinationen angeflogen werden. Sein Ratschlag die Bürger mögen sich mit ihren Anliegen nach einer Reduktion der Lärmbelastung an genau jenen Flughafen wenden, welcher gleichzeitig das überproportionale Verkehrswachstum gezielt fördert, verwundert auf Grund des offensichtlichen Interessenskonfliktes. Diese Diskrepanz wird auch daran deutlich, dass die Flughafen-Hotline vielfach den Wind als Grund für die Lärmbelästigung in Liesing behauptet, obwohl die Flugroute über Liesing praktisch nur bei Windstille verwendet wird. Auch steht der Verweis auf das Flughafen-Dialogforum zur Optimierung im Interesse der Bürger in einem eindeutigen Widerspruch zur Verlegung einer Flugroute von weniger dicht besiedeltem Gebiet auf das dicht besiedelte Liesing.

Im starken Kontrast zu den Aussagen der anderen Vertreter der Aviation Group stand hingegen die absolute Korrektheit, die man von einem führenden Mitarbeiter der Austro Control wohl auch zu erwarten hat.

Das Ergebnis der Diskussion war jedenfalls, dass es an einem ausreichend klar formulierten politischen Auftrag fehlt, die Interessen der Bürger gegenüber den Begehrlichkeiten der Flugverkehrslobby zu schützen und damit die Versprechen der Politiker auch tatsächlich umzusetzen.

25.05.2011 monatliches Treffen der BI "Liesing gegen Fluglärm" im Gastgarten des Brandauer
Beim gut besuchten Treffen ging es neben der medialen Wahrnehmung der Gesundheitsschädlichkeit der Flugroute über Liesing (großer Artikel in der Bezirkszeitung) auch um die volkswirtschaftliche Unsinnigkeit der Verteilung von Fluglärm auf möglichst viele und noch dazu dicht besiedelte Gebiete. Ein weiteres Thema war die steuerliche Ungleichbehandlung zwischen Autofahrern und dem Fluglinien, die beispielsweise dadurch zum Ausdruck kommt, dass Fluglinien keine Mineralölsteuer bezahlen müssen. Auch dass ein angeblich in Liesing wohnender Flughafenmitarbeiter angeblich keinen Fluglärm hören kann, sorgte für große Verwunderung.


18.05.2011 Gleichmäßige Verteilung des Flugverkehrs belastet Steuerzahler unnötig und überproportional!

Einlösen der Versprechen der Wiener Umweltstadträtin Sima zur Flugroute über Liesing wäre auch im Interesse der Allgemeinheit!
Verteilt man den Flugverkehr auf möglichst viele Flugrouten, so ist das vielleicht im Interesse der Flugverkehrslobby, nicht aber im Interesse des Steuerzahlers. Denn entgegen anders lautenden Behauptungen gibt es keinen Grenzwert unter dem Fluglärm nicht mehr gesundheitsschädlich ist. Vielmehr weisen aktuelle Studien darauf hin, dass bereits 30 Abflüge pro Tag zu einer überproportional starken Steigerung der Gesundheitsbelastung führen (Abbildung „Erhöhung des Gesundheitsrisikos pro Überflug“). Dieses Ergebnis ist auch an Hand der Störwirkung, die bereits ein einzelner Weckflug pro Tag auslöst, leicht nachvollziehbar.
Erhöhung des Gesundheitsrisikos pro Überflug. Entsprechend den Studien von Prof. Greiser steigt das Risiko mit jedem Dezibel Fluglärm über 35,25 dBA 24-Stunden Dauerschallpegel linear an. Daraus und aus der Formel für den Dauerschallpegel ergibt sich, dass bereits 30 Überflüge zu einer starken Steigerung des Gesundheitsrisikos führen, während bei 250 Überflügen pro Tag eine Entlastung um 30 Überflüge nur noch rund ein Zehntel dieses Effekts ausmacht.

Die Verlagerung von Flugverkehr von stark betroffenem, aber dünn besiedeltem Gebiet auf vorher nicht betroffenes, aber dicht besiedeltes Gebiet, führt daher zu einer überproportionalen Mehrbelastung des Steuerzahlers. Eine Beispielrechnung zeigt, dass einer geringfügigen Entlastung eine 100fach höhere Mehrbelastung des Steuerzahlers entgegensteht (Abbildung „Modellrechnung Fluglärmumverteilung“). Dass diese nicht vernachlässigbar ist, zeigt eine Abschätzung der Gesundheitskosten, welche der Allgemeinheit z.B. durch die Flugroute über Liesing entstehen. Diese bewegen sich alleine für die zusätzlichen Schlaganfälle im Bereich von rund 4 Millionen Euro pro Jahr.
Modellrechnung Fluglärmumverteilung. Werden 30 laute Überflüge von stark betroffenem, aber dünn besiedeltem Gebiet auf ein nicht betroffenes, aber um den Faktor 10 dichter besiedeltes Gebiet verlagert, so steht der Entlastung eine um mehr als den Faktor 100 höhere Gesundheitskostenerhöhung im neu belasteten, dicht besiedelten Gebiet gegenüber.
Abschätzung der Gesundheitskosten die der Fluglärm allein durch zusätzliche  Schlaganfälle verursacht. Berechnungsgrundlage: 10.000 Betroffene im dünn besiedelten und 100.000 Betroffene im dicht besiedelten Gebiet.


Diskussionen über die Einhaltung von Prozentsätzen eines in absoluten Zahlen steigenden Flugverkehrs, wie sie zwischen dem Flugverkehrslobbyisten Valentin und der Austro Control gerne geführt werden, gehen daher am eigentlichen Problem vorbei.
Denn  den vom Fluglärm betroffenen Menschen hilft es leider vergleichsweise wenig, wenn statt 15 dröhnender Starts nach 20 Uhr für einige Zeit nur noch 12 dieser Überflüge stattfinden. Der erholsame Abend ist so oder so durch gesundheitsschädlichen Stress ersetzt worden.

Zur  Flugroute die 2004 überfallsartig auf das dicht besiedelte Liesing verlegt wurde, gibt es nach Aussagen von Piloten genügend Alternativen, die über weitgehend unbesiedeltes Gebiet verlaufen, in dem Wien und seine Siedlungsachsen um flogen werden. Daher sollte die „Schönwetterflugroute“ über Liesing, die auch dem Sinn der Luftverkehrsregeln nach Schutz dicht besiedelter Gebiete widerspricht, so schnell als möglich wieder eingestellt werden.

Für die Wiener Umweltstadträtin Ulli Sima bieten daher die Verhandlungen mit der Austro Control über neue An- und Abflugrouten nicht nur die Chance, ihre gegenüber den Liesingern und Hietzingern abgegebenen Versprechen endlich in die Tat umzusetzen, sie könnte auch zur Einsparung unnötiger Gesundheitskosten beitragen.


13.05.2011
Infoveranstaltung und ORF-Dreharbeiten für Bürgeranwalt am Maurer Berg
Zum Thema "Aus für Flugroute Liesing oder 3. Piste Fluglärmterror?!" fand am Maurer Berg eine gut besuchte Informationsveranstaltung statt, bei der dem ORF zahlreiche Interviews über die Betroffenheit durch den Fluglärm in Liesing und Hietzing gegeben wurden. Besonders ärgert die Betroffenen, dass hier eine Flugroute ohne technische Notwendigkeit auf dicht besiedeltes Gebiet gelegt wurde und diese von der Austro Control auch noch rücksichtlos genutzt wird. 
Gut besuchte Informationsveranstaltung / ORF Dreharbeiten
Bei der Veranstaltung hat man sich auch die Frage gestellt, wann die Politiker der im Rathaus vertretenen Parteien endlich ihre Versprechen zur Einstellung der "Schönwetterflugroute" über Liesing einhalten? Insbesondere die Wiener Umweltstadträtin Mag. Ulli Sima, die bereits 2004 versprochen hatte, dass es durch die Flugroutenverlegung keine zusätzliche Lärmbelastung für die BürgerInnen und Bürger in Liesing und Hietzing geben dürfe, könnte diese jetzt umsetzen. Dazu reicht es aber sicher nicht, wenn in den Gesprächen mit der Austro Control darüber diskutiert wird, ob statt 8.6% "nur" noch 6.8% der Flugzeuge über Liesing starten und damit beispielsweise 100.000 Menschen Sonntag früh nur noch 3 mal statt 4 mal aufwecken dürfen. Stattdessen ist die volkswirtschaftlich kontraproduktive Flugroute durch Alternativen über möglichst unbesiedeltes Gebiet zu ersetzen.

04.05.2011
Beginn der Verhandlungen der Wiener Stadtregierung mit der Austro Control über neue Flugrouten
Auf Initiative der Grünen soll jetzt mit der Austro Control über An- und Abflugrouten gesprochen werden, die an der Stadt vorbeiführen. Rüdiger Maresch, der Umweltsprecher der Grünen, geht davon aus, dass Alternativen über weniger dicht besiedeltem Gebiet möglich sind. Das Umfliegen dicht besiedelten Wiener und niederösterreichischen Gebiets ist alleine schon auf Grund der Einsparung bei den Gesundheitskosten im Interesse der Allgemeinheit. Damit könnte aber auch die Wiener SP Umweltstadträtin Mag. Ulli Sima endlich ihre Versprechen gegenüber den Liesinger einlösen, u.a. dass die Abflugroute über Liesing solange geändert wird, bis es keine Verschlechterung gegenüber 2004 mehr gibt. In der Praxis ist das nur durch die vollständige Einstellung der unnötigen Flugrouten über dem dicht besiedelten Liesing erreichbar. Etwas was auch FPÖ und Wiener ÖVP seit vielen Jahren fordern.

Dass man bei der Behörde Austro Control glaubt, sich bei Verhandlungen über die Flugrouten hinter dem vom Flughafen bezahlten Flugverkehrslobbyistenverein Dialogforum verstecken zu können, verwundert hingegen. Schließlich evaluiert man dort die Flugroute über Liesing schon seit 7 Jahren ohne eine Lösung gefunden zu haben.

27.04.2011 Monatliches Treffen der BI-Liesing gegen Fluglärm
Neben dem Austausch aktueller Infos ging es vor allem um die Organisation der für den September geplanten Podiumsdiskussion mit Schwerpunkt "Einhaltung der Politiker-Versprechen zur Einstellung der Flugroute Liesing" sowie um Inhalt und Titel der Einladungen, die dafür in ganz Liesing verschickt werden. Ein weiteres Thema war auch die Zusammenarbeit mit den ebenfalls von den Flugrouten über Liesing betroffenen Nachbarn in Breitenfurt und Perchtoldsdorf.

16.04.2011 Infoveranstaltung in Atzgersdorf "Einstellung der unnötigen und gesundheitsschädlichen Flugroute über Liesing oder Fluglärmhölle durch 3. Piste?"
Infoveranstaltung20110416Aus den zahlreichen Gesprächen ergibt sich das folgende Bild:
  1. Die Idee, dass es auch ohne merkbare Einschränkungen für den Flugverkehr möglich sein sollte, dicht besiedeltes Gebiet zu umfliegen, dürfte sich bereits "herumgesprochen" haben.
  2. Die im Mai beginnenden Gespräche zwischen Wiener Stadtregierung und Austro Control, bei denen es auch um die Forderung nach einem "Aus für die Flugrouten über Liesing"  gehen wird, sind eine erfreuliche Neuigkeit. 
  3. Eine mögliche 3. Flughafen-Piste Richtung Wien wird hingegen als ernst zu nehmende Bedrohung gesehen.

15.04.2011 Alternativen zu den Abflugrouten über Liesing, die den Luftverkehrsregeln entsprechen
§9 in den Luftverkehrsregeln sieht vor, dass möglichst wenig Menschen vom Fluglärm betroffen sein sollen. Wien und seine Siedlungsachsen müssen daher umflogen werden. Das gilt auch für Starts Richtung Nordwesten.
Flugrouten nach Nordwesten
Um dem den in den Luftverkehrsregeln verankerten Schutz dicht besiedelter Gebiete zu entsprechen, sind die exemplarisch eingezeichneten Abflugrouten (grün), die Wien und seine Siedlungsachsen umfliegen, die beste Alternative. Die Abflugroute über Liesing (schwarz umrandet) widerspricht hingegen dem §9 der Luftverkehrsregeln, da es damit zu einer unnötigen Lärmbelastung im dicht besiedelten Gebiet kommt. Die derzeit bei Nordwestwind verwendete Startroute (blau) könnte auch bei Windstille verwendet werden.


23.03.2011 Monatliches Treffen der BI Liesing gegen Fluglärm
Das sehr gut besuchte monatliche Treffen diente vor allem dem ausführlichen Informationsaustausch mit dem Verkehrssprecher jener Partei, die seit 2010 in der Wiener Stadtregierung ist und deren Ruf als Öko-Partei nicht zuletzt an der Einhaltung der Wahlversprechen gegenüber den Fluglärmbetroffenen gemessen wird. An der lebhaften Diskussion über die Option Flugverkehr wieder nach Bratislava zurückzuverlagern und über die unnötige Betroffenheit eines ganzen Wiener Bezirks, nahmen auch 2 Vertreterinnen der Liesinger Grünen teil.

13.03.2011 Überflüge nach 21 Uhr über Liesing im Widerspruch zu Aussagen von Flughafenpolitikern und Austro Control
Trotz wiederholten Aussagen eines Herrn Gemeinderat Valentin, dass die Nachtflugregelung Überflüge über Liesing  zwischen 21 Uhr Abends und 7 Uhr früh unmöglich mache, wird in dieser besonders sensiblen Zeit regelmässig über das dichtest besiedelte Liesing gedröhnt. Das betrifft nicht nur die - aus Sicht der Lärmvermeidung - geradezu schildbürgerhafte Nachtflugroute Richtung Sollenau, welche bereits ab 2 km Höhe direkt über dicht besiedeltes Gebiet nach Wien führt, sondern auch in den Flugspuren als "Propeller"-Flüge  verharmloste Starts, die so gut wie täglich zwischen 21 und 22 Uhr mit 70 - 80 Dezibel Spitzenschallpegel von Ost nach West über Liesing hinwegdröhnen. Interessanterweise dürften diese in den Flugspuren der ACG trotzdem der Nachtflugroute SNU zugeordnet werden, obwohl hier nicht einmal der Versuch unternommen wird, in diese Richtung zu fliegen. Dafür wird dann auch direkt nach Westen weitergeflogen, also offensichtlich zu Destinationen, zu denen gar nicht über Liesing gestartet werden sollte.

Nachtflug über Liesing Richtung Westen ohne Flugroutenzuordnung

Aus dem nächtlichen Fluglärmterror ergeben sich somit auch einige Fragen, die über die ganz offensichtlich unnötige Belastung Liesings hinausgehen:
  1. Werden diese nächtlichen Überflüge über das Wohngebiet von 100.000 Menschen dadurch in der Flughafenstatistik beschönigt, dass diese der Nachtflugroute nach Sollenau zugeordnet werden? Und ist der feste Glaube an die so gewonnenen Zahlen des Flughafens, die dann keine nächtlichen Starts über Liesing ausweisen, mit ein Grund für die fortgesetzte Realitätsverweigerung mancher Politiker?
  2. Warum gibt es ausgerechnet für die Verlagerung von Starts auf dichtest besiedeltes Gebiet eine Ausnahme von der vom Vertreter der Austro Control im Dialogforum geradezu als Dogma vertretenen fixen Zuordnung von Flugrouten zu Destinationen? Warum soll es nicht möglich sein, Liesing Sonntag früh zu umfliegen, während es umgekehrt kein Problem darstellt, am späten Abend - entgegen der üblichen Zuordnung - Flugverkehr von weniger dicht besiedelten auf dichtest besiedeltes Gebiet zu verschieben?
  3. Kann es sein, dass viele der behaupteten Zwänge, denen die Austro Control scheinbar so hilflos ausgeliefert ist und die dazu führen, dass offensichtlich unnötig viele Menschen gesundheitsschädlichem Fluglärm ausgesetzt werden, von ihr selbst definierte Regeln darstellen, die vor allem dazu dienen, die Interessen der Aviation Group und/oder deren Vorstandsmitglieder durchzusetzen?
23.02.2011 Monatliches Treffen der BI Liesing gegen Fluglärm
Das gut besuchte monatliche Treffen diente nicht zuletzt dem ausführlichen Informationsaustausch mit dem Klubobmann der zweitstärksten Partei im Bezirk. Im Rahmen der Diskussion wurde u.a. festgestellt, dass Schwechat für einen Großflughafen mit ungebremstem Wachstum der falsche Standort ist und daher dort eine 3. Piste nicht sinnvoll ist. Diskutiert wurde auch die Möglichkeit, dicht besiedeltes Gebiet großräumig zu umfliegen, etwas was wohl die beste Lösung für alle wäre, da bei einer Konzentration des Flugverkehrs auf möglichst unbesiedeltes Gebiet, großzügige Entschädigungen für die dann noch Betroffenen leichter finanzierbar wären, als bei einer gleichmäßigen Verteilung des Flugverkehrs.

Ökosystem Wien19.02.2011 Neues Buch "Ökosystem Wien" enttarnt die Flughafen-Mediation als PR-Aktion zur rücksichtlosen Durchsetzung der Interessen der Aviation Group
Auf immerhin sechs Seiten des kurzweilig geschriebenen und gut bebilderten Buches Ökosystem Wien geht es auch um die Mediation, die der Flughafen Wien in den Jahren 2000 bis 2005 durchgeführt hat. In recht sachlicher Weise wird der Ablauf der Mediation beschrieben und darauf eingegangen, wie diese geschickt dazu missbraucht wurde, die Interessen der Aviation Group kompromisslos durchzusetzen. So wurde zwar zu Beginn der Mediation ein Ausgleich der Interessen festgelegt und in der Vereinbarung festgelegt, dass " ... keine Lösung auf Kosten einer anderen Gruppe gehend darf und folglich Beschlüsse nur im Konsens aller Beteiligten gefasst werden dürfen".  In der Folge wird dann aufgezeigt, dass genau diese Spielregel nicht eingehalten wurde und welche Folgen das für Wien und insbesondere das dort gar nicht vertretene Liesing hatte. 

Der Artikel weist auch auf die bisher unwiderlegten Behauptungen hin, dass selbst die an der Mediation beteiligten Bürgerinitiativen mit falschen Lärmberechnungen getäuscht wurden und dass das Mediationsverfahren dazu gedient hat, von der UVP-Pflicht für die Ausbauten am Flughafen abzulenken, womit in der Zwischenzeit unter Verletzung geltenden EU-Rechts am Flughafen die Kapazität erweitert wurde. Zuletzt wird auch auf das Grundproblem der Flughafen-Mediation eingegangen, dass "Wachstumsziele des Flughafens nicht in Frage gestellt werden durften" und die vielen Diskussion daher auch aus Sicht von daran beteiligter BIs als sinnlos empfunden wird.

Das gleiche Grundproblematik findet man wenig überraschend auch in dem ebenfalls vom Flughafen finanzierten Dialogforum, wo alle Vorschläge, die auch nur eine minimale Reduktion der Anzahl der Slots zur Folge hätten oder sonst irgendwie nicht im Interesse des Flughafens sind, sofort abgeblockt werden. 

11.02.2011 Beitrag über Bürgerinitiativen im ORF - Umfliegen dicht besiedelter Gebiete ist zumutbar
In der Sendung Konkret wurde die Frage aufgeworfen wie man sich gegen unnötige Umweltbelastungen zu Wehr setzen kann. Als Beispiel für eine Bürgerinitiative die sich gegen Fluglärm zur Wehr setzt, wurde über die "BI Liesing gegen Fluglärm" berichtet. 
BI Liesing im Interview mit dem Team von KonkretUmfliegen der Siedlungsachsen zumutbar
Die Sendung fasst die Problematik sehr gut zusammen, es wurden aber auch die Lösungsvorschläge gebracht. So sollte es ein Umweg von bis zu 2 Flugminuten zum Umfliegen der dicht besiedelten Siedlungsachsen für die Fluglinien zumutbar sein, denn damit gefährdet man weder Arbeitsplätze und schon gar nicht den Standort der Flughafens, während damit um eine Größenordnung weniger Menschen von gesundheitsschädlichen Fluglärm betroffen wäre. Das käme - auf Grund geringerer Gesundheitskosten - auch dem Steuerzahler zu Gute, der für die Fluglinien wie die AUA in den letzen Jahren ohnehin schon genug zur Kasse gebeten wurde.

20.01.2011 Monatliches Treffen der BI-Liesing
Die wichtigsten Themen waren dieses Mal die neue Lärmmessung in Siebenhirten, die optimale Darstellung der unnötig hohen Anzahl an Betroffen in Liesing durch neue Karten und die Schlussfolgerungen die aus der jüngsten Stadtkonfernenz des Dialogforums gezogen werden können. Für Spannung hat dabei insbesonder der Vergleich zwischen Aussagen der Vertreters des Dialogforums und der öffentlich verfügbaren Unterlagen gesorgt, von denen sich einige Details auch in den Gesprächsnotizen der BI Liesing zur Stadtkonferenz  wiederfinden. Insbesondere die hartnäckige Verharmlosung des Fluglärms in Wien durch die unvollständige Interpretation der WHO-Richtlinien verwundert.

Beim monatlichen Treffen wurde auch intensiv über das Projekt Podiumsdiskussion 2011 diskutiert. Dazu sollen wieder die Politiker aller Rathausparteien eingeladen werden, um den interessierten Betroffenen aus Liesing die Möglichkeit zu bieten, mit den Volksvertrretern die Fortschritte in Richtung Einstellung der unnötigen Flugroute über Liesing zu diskutieren. Weitere geplante Themen sind die Gesundheitsgefährdung durch Fluglärm in Liesing, Alternativen zu den Flugrouten über Wien und die zu erwartenden Folgen einer 3. Piste für Liesing.

16.1.2011 Rechtskurve von der Piste 29 soll Entlastung Liesings vom Fluglärm bringen, kann aber nur in Ausnahmefällen eingesetzt werden
Wie bereits in zwei Zeitungen berichtet, soll die Rechtskurve von der Piste 29 nicht nur für Propellermaschinen sondern in Zukunft auch für kleine Jets verwendet werden können. Bei der Stadtkonferenz des Dialogforums wurden weitere Details bekannt. So soll dafür auch eine neue Flugroute geschaffen werden, die nicht über Wiener Stadtgebiet geht. Dass dieser an sich begrüßenswerte Vorschlag zu keiner merkbaren Entlastung Liesings führen kann, liegt an zwei massiven Einschränkungen:
  1. Kann diese Flugroute nur von Flugzeugen beflogen werden, die auch noch mit halber Triebwerksleistung die Kurve vor der Borealis schaffen, damit wäre diese Flugroute überhaupt nur für die relativ kleine Jets wie z.B. die ohnehin eher leisen Embraer-Jets verwendbar
  2. Kann diese Flugroute nur dann verwendet werden, wenn nicht gleichzeitig über den Norden Wiens auf der Piste 16 gelandet wird. Damit kommt diese überhaupt nur bei Nordwestwind zum Einsatz, wo normalerweise ohnehin auf der Piste 34 gestartet werden kann d.h. mit Verbesserungen für Liesing ist nur in Ausnahmefällen zu rechnen, beispielsweise wenn die Piste 34 wegen Schneefalls gesperrt ist.
Im Normalbetrieb, kann nur eine Änderung der Regelung, dass bei Windstille über den Norden Wiens gelandet und den Süden Wiens gestartet wird, zu einer Verbesserung für die Liesinger führen. Dazu müsste immer dann, wenn die meisten Flugzeuge starten - so wie jetzt schon bei Nordwestwind - von Süden her gelandet werden, Starts Richtung Norden könnten dann auch auf der Piste Richtung Norden stattfinden und die behauptete kapazitätsmäßige Notwendigkeit für die Flugroute über Liesing wäre definitiv nicht mehr gegeben.

Grundsätzlich stellt sich aber auch die Frage, ob tatsächlich mehr als 4 Abflugrouten hinter der Linkskurve von der Piste 29 benötigt werden und ob die Flugroute über Liesing nicht nur für seltene Ausnahmefälle geschaffen wurde, die es im Sinne eines ausgewogenen Ansatzes gar nicht rechtfertigen, dafür rund 100.000 Menschen gesundheitsschädlichem Fluglärm auszusetzen.

Behauptungen Liesing würde durch die geplante 3. Piste entlastet sind ebenfalls nicht schlüssig nachvollziehbar. Vielmehr ist mit dem genauen Gegenteil zu rechnen.

29.12.2010
Karte der Statistik Austria mit Bevölkerungszahlen bringt Unsinnigkeit der Flugroutenverlegung nach Liesing auf den Punkt
Die unten stehende Grafik die auf einer Karte der Statistik Austria basiert präsentiert die Wohnbevölkerung der einzelnen Gemeinden bzw. der Wiener Bezirke als Kreise, bei denen die Fläche der Kreise jeweils proportional zur Anzahl der Einwohner ist:
Liesing hat deutlich mehr Einwohner als jede Gemeinde im südlichen Umfeld

Damit wird auf einen Blick deutlich, dass Liesing(23.) weit mehr Einwohner hat,
als die angrenzenden niederösterreichischen Gemeinden. Nachdem die 2004 von Brunn am Gebirge (Br.) nach Liesing verlegte Abflugroute den gesamten 23. Bezirk und große Teile Perchtoldsdorfs(P.) beschallt, wird daraus auch grafisch leicht erkennbar, wie unsinnig die Flugroutenverschiebung von Brunn/Gebirge nach Liesing war.  (Dass der am südlichen Rand Wiens eingezeichnete Kreis für den 23. Wiener Gemeindebezirk der für mehr als 90.000 Einwohner steht, auch nicht annähernd in den Bezirksgrenzen Platz findet, entspricht der in Wien ungleich höheren Bevölkerungsdichte, auf die Eintragung der meist in ähnlicher Größenordnungen liegenden "Bevölkerungskreise" für die anderen Bezirke wurde aus Gründen der Übersichtlichkeit verzichtet.)

Deutlich zu erkennen ist auch, dass die von der Wiener Stadtregierung ins Auge gefasste Einstellung der unnötigen Flugroute über Liesing einen enorm großen Hebel bietet, um die negativen volkswirtschaftlichen Auswirkungen des Flugverkehrs zu reduzieren. Denn die Entlastung von 100.000 Menschen von gesundheitsschädlichen Fluglärm kommt auch dem Steuerzahler und damit der österreichischen Allgemeinheit zu Gute.

15.12.2010
Monatliches Treffen der BI "Liesing gegen Fluglärm"
Beim gut besuchten Treffen ging es hauptsächlich um die Möglichkeit einer Sammelklage und die neuesten politischen Entwicklungen.

Sammelklage wegen Gesundheitsschädigung und Immobilienentwertung durch Fluglärm
Aus den fachlich fundierten Ausführungen eines mit der Fluglärmmaterie vertrauten Rechtanwalts wurde klar, dass es hier neben Schadenersatzforderungen für Immobilien- und Grundstücksentwertung auch die Möglichkeit gibt, wegen bereits eingetretener aber auch zu erwartenden Gesundheitsschäden durch Fluglärm zu klagen. Finden sich genug Betroffene, was bei der großflächigen Betroffenheit Liesing durchaus zu erwarten ist, so wären entsprechende Schadenersatzklagen auch für Prozessfinanzierungsgesellschaften recht attraktiv. Diese übernehmen im Gegenzug zu einer Erfolgsbeteiligung das komplette Prozessrisiko.

Wiener Gemeinderat für Einstellung der Flugrouten über Liesing
Ein weiteres Thema war die positive politische Entwicklung im Wiener Gemeinderat, bei der sich die Parteien bei allen die Differenzen über die Vorgangsweise, darin einig sein dürften, dass die Abflugroute von Liesing weg verlegt werden sollte. Interessant ist vor allem die öffentlichkeitswirksame Interpretation des Koalitionsvertrags durch Mag. Maresch von den Grünen, dass die Verhandlungen mit der Austro Control mit dem Ziel geführt werden, die durch die Flugroutenverlegung 2004 erfolgte Belastung zurückzunehmen. Auch die Wiener SPÖ scheint diese Absicht jetzt mitzutragen und negiert das Problem nicht länger. Diese positiv zu bewertende Haltungsänderung war auch bei einem Treffen mit dem Liesinger SP-Bezirksvorsteher merkbar. So war man sich im Rahmen des konstruktiven Informationsaustausches mit Herrn Bezirksvorsteher Wurm darüber einig, dass die Flugroutenverlegung nach Liesing ein politisch motiviertes Verhandlungsergebnis war und keine technische Notwendigkeit darstellt.

11.12.2010 Abflugroutenänderung 2004 auf Kosten der Liesinger - ein Wunschkonzert?
Wie bereits 2009 in einer Presseaussendung der FPÖ zu lesen war, hat von der Flugroutenverschiebung 2004 nach Liesing nicht zuletzt der in Brunn/Gebirge wohnhafte SPÖ Flughafenvorstandssprecher profitiert. Inzwischen ist bekannt geworden, dass er nicht der einzige Top-Manager der darin aktiv involvierten Unternehmen ist, der damit vom Fluglärm entlastet wurde. So ist auch im Kurier vom 9.12.2010 zu lesen, dass ein Chef der Austro-Control durch das im Flughafen-Mediationsverfahren beschlossenen Flugroutenroulette entlastet wurde, ging doch auch über seine Liegenschaft im Norden Laxenburgs vor 2004 eine Flugroute, die ebenfalls von dort wegverschoben wurde.
Flugroutenroulette
Diese "Optimierungen" auf Kosten eines ganzen Wiener Bezirks mit über 90.000 Einwohnern sind umso auffälliger, als es für die Flugroutenverlegung nach Liesing keine nachvollziehbare Begründung gibt. Denn ausgerechnet der Pistenbelegungsplan der Austro Control widerspricht wiederholten Behauptungen, dass die Flugroute aus Kapazitätsnotwendigkeiten nach Liesing verlegt werden musste. So geht aus dem Dokument der ACG hervor, dass die Flugroute über Liesing gerade in den windrelevanten Situationen nicht benötigt wird und somit nur als im Grunde unnötige "Schönwetterflugroute" zu verstehen ist.

Weiters wurden laut Erklärungen eines Experten von der Austro Control eine mögliche A
lternative für eine fünfte Abflugroute von der Piste 29, die ohne Flugroutenverschiebung am nördlichen Ende auskommen wäre, nicht einmal geprüft. Laut Herrn Gemeinderat Valentin hat die Austro Control die Flugroute über Liesing hingegen als einzige Möglichkeit für eine fünfte Flugroute dargestellt. Auch daraus ergibt sich die Frage, ob hier nicht Privatinteressen im Vordergrund gestanden sind?

24.11.2010 Monatliches Treffen der BI-Liesing gegen Fluglärm
Beim wieder sehr gut besuchten Treffen ging es um die neuesten politischen Entwicklungen in Wien und die Erwartungshaltung gegenüber den Grünen, ihre langjährige Forderung nach Einstellung der unnötigen Flugrouten über Liesing gemeinsam mit ihrem Koalitionspartner so schnell als möglich umzusetzen.

Thema war auch der Kronenzeitungsartikel vom 22.11. mit dem Titel "Manipulationen bei den Messungen: So wird Fluglärm in Liesing "geringer", in dem auch darauf hingewiesen wurde, dass in den Studien von Prof. Greiser für den Tag eine höhere Zunahme des Gesundheitsrisikos für Brustkrebs, Depressionen, Schlaganfälle und Hirndurchblutungsstörungen gefunden wurde, als für den gleichen Fluglärm in der Nacht und der Fluglärm in Liesing bereits gesundheitsschädliche Ausmaße erreicht hat. Insbesondere die im Artikel auch angesprochene Konzentration die Tagesrandzonen wie beispielweise den späten Abend stört. Es ist auch nicht einzusehen, warum gerade in den sensibleren Zeiten besonders viel Flugverkehr auf dicht besiedeltes Gebiet verlagert wird.

Auf großes Interesse stieß die Möglichkeit,  einen Großteil der Überflüge samt Detailinformationen am Computer oder Smartphone in Echtzeit abfragen zu können. Damit stellt sich  die Frage, welchen Sinn es macht, dass die Darstellung der Flugspuren unter www.flugspuren.at erst nach 24 bis 48 Stunden erfolgt und warum wichtige Detailinformationen wie der Maschinentyp und die Flughöhe über 3 km Höhe fehlen?


20.11.2010 Liesing von dröhnenden Starts am späten Abend besonders stark betroffen - Entlastung weniger dicht besiedelter Gebiete auf Kosten von 100.000 Menschen und des Steuerzahlers!
Genau jene Flugrouten (LANUX und KOVEL) unter denen am meisten Menschen wohnen (alleine Liesing hat über 90.000 Einwohner) werden in der - abgesehen von der Nacht - sensibelsten Zeit(zwischen 20h und 21h) am stärksten durch Fluglärm belastet. So müssen die Liesinger in dieser Zeit durchschnittlich unter mehr als 11 Überflügen leiden und werden durch 7 Überflüge auf der gerade dort besonders nahen Nachbarflugroute (MOTIX1C und LUGIM1C) zusätzlich belastet. Das bedeutet also durchschnittlich alle 5 Minuten ein dröhnender Überflug mit 75-80 Dezibel und jedes zweite Mal dazwischen auch noch das Grollen der Flugzeuge auf der Nachbarflugroute. Und das in einer Zeit, in der zumindest kleine Kinder einschlafen können müssen und die auch generell eine Erholungsphase sein sollte. Selbst danach ist noch nicht Schluss!

Grafik Mitte: schematische Darstellung der Flugrouten, Liesing ist hauptsächlich von den Flugrouten LANUX1C und KOVEl1C betroffen.
Grafik Rechts: Lärmmessung Liesing 18.11.2010, 20 bis 22 Uhr
Tabelle unten: Zuordnung der Starts zwischen 20 und 21 Uhr laut www.flugspuren.at
Die meisten Starts am späten Abend erfolgen über Liesing
Abflugrouten Piste 29 dröhnende Überflüge im Minutenabstand
Konzentration der Starts am späten Abend auf dicht besiedeltes Gebiet
Dieses Beispiel zeigt einmal mehr, dass es bei der Flugroutenverschiebung nach Liesing nicht um eine (volks)wirtschaftlich vernünftigere Verkehrsgestaltung ging, sondern dass die in der dubiosen Flughafen-Mediation eingebundenen Teilnehmer sich auf Kosten von 100.000 dort nicht oder nicht ernsthaft vertretenen Menschen entlasten ließen, was auch zu unnötig hohen Gesundheitskosten führt. Aussagen, die Flugroutenverschiebung nach Liesing sei die beste Lösung für alle, werden damit klar widerlegt!
 
Dass die an der Macht befindlichen Wiener Politiker scheinbar tatenlos zugesehen haben, wie ein Bezirksteil, der deutlich mehr Einwohner hat als jede niederösterreichische Stadt, entgegen allen Versprechungen systematisch dem Fluglärmterror ausgesetzt wird, ist ein Armutszeugnis für die bisherige Umweltpolitik der Stadt Wien!

14.11.2010 Koalitionsabkommen zwischen SPÖ und Grüne sieht Gespräche mit der Austro Control zur Optimierung der Flugrouten über Wien vor
Erfreulicherweise sind in dem Koalitionsabkommen der neuen Wiener Stadtregierung bereits relativ konkrete Vorschläge für den Umgang mit der Fluglärmproblematik festgelegt.

Fluglärm

Die Stadt Wien wird Gespräche mit der Austro Control zum Thema Optimierung des Fluggeschehens über Wien (wie z.B. Nachtflüge, Flugrouten) sowie zur Optimierung der Umsetzung der Verhandlungsergebnisse aus dem Mediationsprozess aufnehmen.

Darüber hinaus wird die Stadt Wien alle Verhandlungen begünstigen, die eine Kooperation der Flughäfen Wien und Bratislava zum Ziel haben.

Weiters wird eine Studie (ähnlich der „Greiser-Studie“) erstellt, die mögliche Zusammenhänge von Nachtflügen über Wien und die Gesundheitsauswirkungen derselbigen analysiert.

Nachdem es für die Flugroute über Liesing keine Notwendigkeit gibt und mit deren Einstellung gleichzeitig der Norden Wiens entlastet werden würde, ist davon auszugehen, dass diese Thema der Gespräche mit der Austro Control sein wird. Das Wahlversprechen der Grünen, bei einer Koalition mit der SPÖ an der Forderung nach Einstellung der Flugroute über Liesing festzuhalten, wurde auch wieder durch eine pointierte Presseaussendung der FPÖ in Erinnerung gerufen.

Was etwas verwundert, ist hingegen die Einschränkung der geforderten Studie für Wien auf Nachtfluglärm, sollte doch die Studie von Prof. Greiser am Flughafen Köln-Bonn gerade in Bezug auf die Gesundheitsgefährdung durch Nachtfluglärm bereits recht gut auf Wien übertragbar sein. Mit der Forderung der Grünen nach einen Nachtflugverbot wäre es wichtiger Erkenntnisse für Tages- und Tagesrandzonen zu gewinnen. Auch sollte sich auch die Forderung Fluglärm nach dBC zu bewerten, in dieser Studie wiederfinden.

14.11.2010 Lärmmessungen des Flughafens am Maurer Berg bestätigen gesundheitsschädliche Fluglärmwerte in Liesing
Vom Flughafen am Maurer Berg durchgeführte Lärmmessungen bestätigen die früheren Hochrechnungen der BI "Liesing gegen Fluglärm". So erreichten der Fluglärm dort laut Flughafen bei den Messungen im Sommer bereits 42,7 dB(A) für den 16-Stunden-Tagesmittelwert (LEQ). Dass dieser Werte deutlich höher als die vom Flughafen für Siebenhirten angegebenen Werte sind, dürfte mit der deutlich höheren Erfassungsquote von rund 70% zusammenhängen. Eine entsprechende Hochrechnung auf 100% zeigt im 1. Halbjahr 2010 sowohl für Siebenhirten als auch für den Maurer Berg gesundheitsschädliche Dauerschallpegel für den 16-Stunden Tag. In Siebenhirten zeigt die Hochrechnung knapp 45 dB(A),  für den Maurer Berg sind es "nur" 44,2 dB(A).  Die Differenz steht in Übereinstimmung mit dem niedrigeren Maximalpegel der am Maurer Berg gemessen wurde.
Fluglärm-Dauerschallpegel im 23. Bezirk
Auch eine graphische Hochrechnung mittels log. Trendlinie für die Teilergebnisse der 4 Quartalsergebnisse für 2009 in Siebenhirten bestätigt die tatsächliche Größenordnung des Lärmpegels.

Die auf Grund der Hochrechnung ermittelten Dauerschallpegel liegen mit 43 bis 45 dB(A) für den Tag jedenfalls alle in einem gesundheitsschädlichem Bereich. So wurde in den Studien von Prof. Greiser für das Zeitfenster unter Tags für jedes Dezibel über 40dB(A) eine signifikante Zunahme des Erkrankungsrisikos für eine Reihe von schweren Erkrankungen festgestellt.

Dass die Werte für den Abend
am Maurer Berg die laut einfachen Hochrechnung der BI "Liesing gegen Fluglärm" über 46 dB(A) erreichen, noch deutlich höher sind, als unter Tags, verwundert wenig, sind doch 15-20 dröhnende Überflüge in der Zeit von 19-22h keine Seltenheit. Um so kritischer ist das Gedröhne im Minutenabstand auf die tägliche Haupterholungszeit vom Standpunkt der Lebensqualität und Gesundheit zu werten. Insbesondere Kinder die um diese Zeit schlafen gehen sollten, leiden hier besonders. Damit stellt sich aber nicht nur die Frage nach Gesundheitsschäden sondern auch die nach einem Zusammenhang mit mangelhaften Leistungen in der Schule, attestieren doch entsprechene Studien bereits bei 45 dB(A) nur noch eine durchschnittliche kognitive Entwicklung.

Übereinstimmung der Hochrechnung für Siebenhirten mit den Lärmkarten des Flughafen-Dialogforums-Evaluierungsberichts
Interessanterweise stimmen die Ergebnisse Hochrechnung der Dauerschallpegel für Siebenhirten auf 100% Erfassungsquote mit 43 bis 44 dB(A) für 2009 recht gut mit den Lärmkarten des Flughafens überein, aus denen hervorgeht, dass Liesing an der Grenze der 45 dBA-Zone liegt. Dass die vom Flughafen selbst publizierten LEQ-Werte für den gemessenen Lärm von knapp 38 dB(A) im Jahresschnitt 2009 weit unter dem aus den Lärmkarten zu erwartenden Werten liegt, dürfte also an den extrem niedrigen Erfassungsquoten liegen. 

Ausschnitte aus den Lärmkarten des Flughafen-Dialogforums-Evaluierunsberichts
Unten: Flugverkehr 2005 mit Flugrouten 2005, die blau eingefärbte Zone mit der Beschriftung 45 umfasst 45,0-49,9 dB(A) Dauerschallpegel unter Tags, die Position der Lärmmessstation Siebenhirten ist mit einem roten Kreis markiert.
Rechts: Flugverkehr 2009 mit Flugrouten 2009, die Position der Lärmmessstation Siebenhirten ist mit einem roten Punkt markiert.

Trotz uneinheitlicher Abstufung der Lärmzonen ist erkennbar, dass die Lärmzonen auch bei gleichen dB(A) Abständen um so breiter werden, je niedriger die Lärmwerte sind. Damit dürfte der gesamte 23. Bezirk in der nicht eingezeichneten aber gesundheitsschädlichen Lärmzone zwischen 40 und 45 dB(A)  liegen.
Lärmkarte für den Flugverkehr 2005 - 45 dB(A) bis an die Grenze Liesings
Ausschnitt der Lärmkarte für den Flugverkehr 2009


Lärmmessstation in Siebenhirten ungeeignet
Dass die in Siebenhirten gemessenen Maximalpegel höher als am Maurer Berg sind und für keine der angegeben Flugzeugtypen unter 62 Dezibel liegt, widerspricht Behauptungen des Flughafens, dass die Erfassungsquote in Siebenhirten deshalb so niedrig ist, weil so viele Flugzeuge unter dem Schwellwerte von 55 dB(A) fallen. Stattdessen dürften hier die Fremdgeräusche ausschlaggebend sein, deren gleichzeitiges Auftreten mit Fluglärm für den Flughafen Grund genug darstellt, dröhnende Überflüge in seinen Auswertungen ersatzlos zu streichen.

Damit stellt sich einmal mehr die Frage, warum Flughafen-Dialogforum und Gemeinderat Valentin trotz der bereits Ende 2007 öffentlich geäußerten Warnungen der BI "Liesing gegen Fluglärm" dass
eine Lage in unmittelbarer Nähe zu Triester Straße, Badener Bahn und Autobahn ungeeignet ist, weiterhin an diesem Standort festgehalten und sachlich fundierten Vorschläge für einen anderen Standort ignorieren. Bewahrheitet haben sich hingegen Befürchtungen, dass die unzureichenden Lärmmessergebnisse zu einer unrealistischen Darstellung der Situation mißbraucht werden.

24.10.2010 Flughafen-Hotline argumentiert mit falsch ermittelten Lärmwerten
In einer der aktuellen Antworten der Flughafen-Hotline auf die zunehmende Fluglärmbelastung in Liesing wird behauptet, dass dere Fluglärm in Liesing immer leiser wird, während gleichzeitig zu lesen ist, dass die Anzahl der durchschnittlichen Starts über Liesing Überflüge pro Tag von unter 30 auf 34 gestiegen ist. Dazu werden Lärmmessungen herangezogen die nur einen Bruchteil der Flugzeuge erfassen.

In den Unterlagen ist für die Lärmmessstation in Siebenhirten 2009 eine durchschnittliche Erfassungsquote von 25,5% und ein LEQ-Wert von 37,8 dB(A) zu finden. Die Erfassungsquote im 1. Halbjahr 2010 lag bei nur noch 15,5%, für das 1.Halbjahr 2010 wurde ein LEQ-Wert von 36,9 dB(A) ausgewiesen. Im Vergleich zur Situation 2009 wird in der Folge eine Reduktion der Lärmbelastung dargestellt. Die BI "Liesing gegen Fluglärm" hat bereits mehrfach auf die Problematik der geringen Erfassungsquoten hingewiesen: Tatsächlich ergibt eine Hochrechnung für 100% Erfassungsquote für 2009 einen LEQ-Wert von 43,7 dB(A) und für das 1. Halbjahr 2010 sogar schon 44,9 dB(A).

Hochrechnung auf 100% zeigt wahre Lärmbelästigung

Auch findet sich in den vom Flughafen veröffentlichten Messungen keine Abnahme sondern eine Zunahme des energetisch gemittelten Maximalpegels, was Behauptungen die Flugzeuge über Liesing würden immer leiser, widerspricht und somit die Richtigkeit die Erfassungsquote hochzurechnen, also der Rechnung der BI "Liesing gegen Fluglärm", bestätigt.
 
Die Behauptungen der Flughafen-Hotline beruhen somit auf falschen Annahmen und sollen wohl einmal mehr dazu dienen, Betroffenen - und vermutlich auch den verantwortlichen Politikern - auf Basis falscher Zahlen Illusionen über die tatsächliche Fluglärmbelastung vorzugaukeln.


Liesing wird als "Fluglärm-Überdruckventil" missbraucht
Interessant ist auch die Rechtfertigung der Flugroutenverschiebung nach Liesing durch die Flughafen-Hotline. So ist dort zu lesen: Ohne dieser Änderungen (also ohne das Aufsplitten der STO2C/MEDIX2C/LUGIN2C in KOVEL1C/LANUX1C/LEDVA2C/MIKOV3C und in MOTIX1C/LUGIM1C, sowie die Umverteilung von mindestens 40% der Starts von Luftfahrzeuge mit nördlichen Destinationen) würden demnach anstatt von durchschnittlich 34 Flugzeugen pro Tag auf der jetzigen Strecke insgesamt 91 Flugzeuge (49 Flugzeuge mit nördlichen Destinationen sowie 42 Flugzeuge auf MOTIX1C/LUGIM1C – Stand Ende Juli 2010) auf der vor 2004 gültigen Strecke im Bereich Perchtoldsdorf fliegen.

Dieser Versuch einer Begründung für die Flugroute über Liesing demonstriert den Umgang des Flughafens mit dem Fluglärmproblem. Nachdem nur Werte über 45 dB(A) Eingang in den Evaluierungsbericht finden, ist es offensichtlich oberste Prämisse den Lärm, und damit die Flugrouten so zu verteilen, dass dieser Wert nicht erreicht wird. Durch diese Vorgehensweise werden durch zunehmenden Flugverkehr immer mehr Menschen belastet – es spielt für den Evaluierungsbericht ja keine Rolle, dass der Fluglärm bereits ab 40 dB(A) gesundheitsschädlich ist. Am Beispiel der Flugroute Liesing wird deutlich, dass dafür auch die gesundheitsschädliche Belastung von Gebieten mit 100.000 Menschen in Kauf genommen werden.
 
Vielleicht sollte man den anonymen Schreiber der Flughafenhotline als Berater nach Ungarn schicken, um das dortige Rotschlamm-Problem zu lösen. Denn folgt man dessen Logik, würde eine Verteilung über ganz Ungarn das Problem lösen, selbst wenn damit auch Budapest betroffen wäre.

Trotzdem sollte man sich von unbrauchbaren oder verweigerten Antworten der Flughafen-Hotline nicht abschrecken lassen, Beschwerdemails zu schreiben, gehen diese doch auch an Politiker und Zeitungen.

20.10.2010 Monatliches Treffen der BI "Liesing gegen Fluglärm"
Beim gut besuchten Treffen ging es in den zahlreichen Diskussionen vor allem darum, wie die positive politische Entwicklung in Richtung Einstellung der Flugroute über Liesing am besten unterstützt werden kann. Dabei wurde beschlossen, am eingeschlagenen Weg festzuhalten und weiterhin vor allem auf Informationsaustausch mit der Bevölkerung und den Politikern aller Parteien zu setzen. Dazu soll auch ein Treffen mit dem Bezirksvorsteher Herrn Wurm dienen.

13.10.2010 unkontrollierter nächtlicher Fluglärmkrawall im 23. Bezirk
Die Lärmmessungen der BI "Liesing gegen Fluglärm" bestätigen Beschwerden von Betroffenen über den nächtlichen Fluglärm zwischen 21:30 und 22:30. Lärmspitzen von 75 Dezibel sind schon unter Tags unzumutbar, erst Recht in der Nacht.
Lärmspitzen bis 75 Dezibel zwischen 21:30 und 22:30
Aus den Flugspuren ist klar ersichtlich, dass sich die Austro Control und Fluglinien nicht einmal an die Vereinbarungen des vom Flughafen gelenkten Mediationsvertrags halten. Statt wenigstens die dort vorgesehene Nachtflugroute verwenden, wurde (wieder einmal) einfach direkt über Liesing gestartet.
Nächtliche Überflüge direkt über Liesing
Was auffällt ist, dass der Start um 22:11 Liesing in einer Höhe von nur 1000 bis 1300m überflogen hat, um am Rande des Bezirks in den geräuschintensiven Steigflug überzugehen.
Weiter ist einer der 6 Starts der 2010 nach Liesing verlegten Flugroute LDVA2C Richtung Norden zugeordnet.

Die enormen nächtlichen Lärmbelastungen zeigen, wohin die Verlegung von Flugrouten auf dicht besiedeltes Gebiet führt und entziehen Behauptungen des Liesinger Bezirksvorsteher Herrn Wurm, der Mediationsvertrag schütze Liesing vor unnötigen Überflügen, den letzten Rest an Glaubwürdigkeit. Vereinbarungen die offensichtlich nur dem Zweck einer Scheinlegitimierung der Belastung der Bevölkerung dienen und bei denen selbst der Kompromiss des Kompromisses des Kompromisses  - jeweils zu Gunsten der Aviation Group - von dieser nicht eingehalten werden, sind aus Sicht der zahlreichen vom Fluglärm betroffenen Menschen völlig wertlos und gehören auch von den zuständigen Politkern dringend überdacht.

Generell stellt sich einmal mehr die Frage, wann die unnötige und den Interessen der Allgemeinheit zuwiderlaufende Flugroute über Liesing, deren Rücknahme von der Mehrheit der Wiener Parteien gefordert wird, endlich eingestellt wird.


2.10.2010 Infoveranstaltung beim Einkaufszentrum Riverside
Gleichzeitig mit dem Besuch des Bürgermeisters fand auch eine Infoveranstaltung der BI "Liesing gegen Fluglärm" statt. Vertretern der Bürgerinititative war es eine Ehre, dass der Herr Bezirksvorsteher Wurm sich sogar die Zeit für eine kurze Begrüßung nahm.

Infoveranstaltung beim Riverside Einkaufszentrum

Dem amtierenden Bürgermeister wurde eine Flasche "Fluglärmwein" überreichtIn den zahlreichen Gesprächen mit Passanten ging es hauptsächlich um die Frage, wo sinnvollerweise geflogen werden sollte. Dass weder bei starkem Nordwestwind noch bei starkem Südostwind über Liesing gestartet werden muss, hat speziell bei denjenigen großes Erstaunen hervogerufen, denen die  "Winderklärungen" der Flughafen-Hotline bekannt sind. Dass dann ausgerechnet bei Windstille planmäßig über Liesing gestartet wird, sorgte für großes Unverständnis gegenüber der derzeitigen Flugverkehrspolitik.Übergabe einer Flasche "Fluglärmwein" an die Frau Staatssekräterin Marek

Inzwischen wurde dem amtierenden Bürgermeister Dr. Häupl von einem Vertreter der BI -Liesing eine entsprechend dekorierte Flasche eines aus Mauer stammenden "1. Liesinger Fluglärmweins" überreicht. Diesen nett verpackte Einladung zum Gespräch über das Problem hatte zuvor bereits die Spitzenkandidatin der Wiener ÖVP, Staatssekretärin Christine Marek erhalten. 

22.9.2010
Diskussionsrunde der BI "Liesing gegen Fluglärm", 19h, Gasthaus Brandauer, Maurer Hauptplatz
Beim gut besuchten Treffen ging es neben der Frage, welche Möglichkeiten es gibt, sich aktiv für die Einstellung der Flugrouten über Liesing einzusetzen auch um die neuesten Entwicklungen.

Freude herrschte vor alle darüber, dass alle drei bei der Podiumsdiskussion anwesenden Vertreter der Parteien Wort gehalten hatten und nicht nur die Grünen sondern auch die ÖVP den von der FPÖ im Wiener Gemeinderat eingebrachten Antrag auf Einstellung der Flugrouten über Liesing gestimmt hatten.
Bei der ÖVP dürfte dieses klare Bekenntnis zur Vertretung der Interessen der Bevölkerung vor allem auf parteiinternes Lobbying der Liesinger ÖVP insbesondere auf die unermüdliche Arbeit von Herrn Bezirksvorsteher-Stv. Paleta zurückzuführen sein. Eine wesentliche Grundlage dem Antrag zuzustimmen dürften aber auch die Präsentationen der BI-Liesing im Rahmen der Podiumsdiskussion geliefert haben, womit es nicht verwundert, dass die ferngebliebene SPÖ dem Antrag nicht zustimmte.


17.9.2010 Wiener Oppositionsparteien stimmen im Gemeinderat geschlossen für die Rücknahme der Flugroute über Liesing
Der von der FPÖ eingebrachte Antrag stellt fest, dass die überfallsartig eingeführte Flugroute über Liesing seit dem Jahr 2004 für lebensqualitätszerstörende, gesundheitsgefährdende Lärmemissionen und massive Entwertungen der Wohnobjekte bzw. Grundstücke sorgt und dass die betroffenen Menschen sind nicht gewillt sind, diese ohne ihre Einbindung beschlossene massive Benachteiligung länger hinzunehmen. Auch die ÖVP und die Grünen haben dem Antrag, dass sich der Gemeindrat für die umgehende Rücknahme der Flugroute über Liesing aussprechen soll, zugestimmt. Von der ÖVP gibt es dazu auch eine entsprechende Presseaussendung, aus der hervorgeht, dass auch die Wiener Wirtschaftspartei die Flugrouten über Liesing für unnötig erachtet.

Damit bleibt abzuwarten ob auch bei der SPÖ ein Umdenken einsetzt oder ob die Partei die Flugrouten über Liesing weiterhin mit nicht nachvollziehbaren Argumenten verteidigt und die politische Alleinverantwortung für diesen volkswirtschaftlichen Schildbürgerstreich auf sich nimmt, der zu unnötig vielen vom Fluglärm betroffenen Menschen führt!

8.9.2010 Öffentliche Podiumsdiskussion zum Thema "Gesundheitsschädlicher und verkehrstechnisch unnötiger Fluglärm in Liesing - eine politische Notwendigkeit? "

Podiumsdiskussion im vollbesetzten Saal der VHS Liesing

Die Podiumsdiskussion fand in dem bis auf den letzten Platz besetzten Garderobensaal der VHS Liesing statt, was das große Interesse an diesem Thema zum Ausdruck brachte. Neben Vertretern unserer Bürgerinitiative und dem Moderator fanden sich
am Podium ein, um interessierten Bürgern ihren Standpunkt zum Thema Fluglärm in Liesing zu erklären. Der für die Wiener SPÖ reservierte Platz blieb leer, da vom Wiener Bürgermeister - trotz der bereits am 19. August erfolgten Einladung - kein Vertreter nominiert wurde.

Zu Beginn gab es kurze Impulsreferate die sich im Spannungsfeld zwischen Behauptungen der verantwortlichen Wiener Politiker und Realität bewegten:
  1. Kurzreferat zu den Flugrouten:  Ausgangspunkt war die von der Flughafenhotline immer wieder behauptete windbestimmte Notwendigkeit einer Abflugroute über Liesing, die sich an Hand des Pistenbelegungsplans der Austro Control klar wiederlegen läßt.So ist diesem zu entnehmen, dass gerade dann, wenn am Flughafen Schwechat die meisten Flugzeuge starten wollen, sowohl bei starken Südostwind noch bei Nordwestwind keine Starts über Liesing vorgesehen sind. Das bedeutet, dass es keine verkehrsmäßig oder technische Notwendigkeit gibt, über Liesing zu starten - erst recht nicht bei Windstille.  
  2. Kurzreferat zum Thema Fluglärm und dessen Messung: Ausgangspunkt waren Briefe und öffentliche Behauptungen von Umweltstadträtin Mag. Sima und des Bundesumweltamts, die Gemeinde Wien hätte der Flugroute über Liesing nur zugestimmt, wenn es dadurch zu keiner messbaren Lärmbelastung kommt. Lärmmessungen des Flughafens die sich jedes Jahr in einen eigenen Evaluierungsbericht finden, scheinen Behauptung zu stützen dass das auch der Fall ist, während die vielen Beschwerden und 10.000 Unterschriften gegen die Flugroute über Liesing das Gegenteil belegen. Als Erklärung wurde zuerst einmal der Unterschied zwischen dem was offiziell nach dB(A) gemessen wird und dem tatsächlichem Lärm an Hand eines Hörbeispiels präsentiert, das die verharmlosende Wirkung einer Messung nach dB(A) eindrucksvoll demonstriert. Danach konnte auch der Zusammenhang zwischen unvollständiger Erfassung des Fluglärms durch den Flughafen und den unrealistisch niedrigen Ergebnissen der Flughafenmessungen aufgezeigt werden. Eine enstprechende Hochrechnung zeigt hingegen einen gesundheitlich mehr als bedenklichen Dauerschallpegel von mehr als 43 dB(A).
  3. Kurzreferat zum Thema Fluglärm und Gesundheit:  Am Beispiel Bluthochdruck und kardiovaskuläre Erkrankungen wurde auf die schädliche Wirkung von Fluglärm und auf die mit der Flugroute über Liesing zu  erwartenden unnötig Erhöhung der Gesundheitskosten um 3,75 Mio alleine für Schlaganfälle hingewiesen, welche die Allgemeinheit belasten. Dass die Verlegung von Flugrouten auf das dichtest besiedelte Liesing einzigartig sein dürfte und entgegen dem internationalen Trend zur Reduktion der Anzahl der vom Fluglärm betroffenen Menschen erfolgte, widerspricht dem volkswirtschaftlichen Hausverstand - Motto  "Wien ist anders!"? 
Aus den ersten Stellungnahmen der anwesenden Parteienvertreter war ersichtlich, dass alle drei Politiker die Einstellung der Flugrouten über Liesing fordern.

Von Herrn LA Mahdalik gab es die glasklare Aussage, dass seine bereits seit vielen Jahren mehrfach in Presseaussendungen, aber auch in der Wahlwerbung auf den Punkt gebrachte Forderung nach Einstellung der Flugrouten über Liesing auch der Parteilinie der gesamten FPÖ entspricht.

Herr LA Maresch von den Grünen präsentierte zuerst einmal die anderen Forderungen der Grünen rund um die Fluglärmproblematik wie eine absolutes Nachtflugverbot und eine absolute Deckelung des gesamten Flugverkehrs am Flughafen Wien Schwechat. Dazu verwies er auch auf die zahlreichen Anträge welche die Grünen im Sinne der Fluglärmbetroffen gestellt hatten, beispielsweise den nach Erweiterung des Flugbeschränkungsgebiets auf Liesing - womit über Liesing nicht mehr gestartet werden würde. Zur Frage der Problematik der Flugrouten über Liesing, war von ihm zu hören, dass es Parteilinie der Grünen ist, dass Flugrouten über wenig bis nicht bewohnten Gebiet gehen sollten - womit klar sein dürfte, dass sich an der langjährigen Forderung der Grünen nach Einstellung der Flugrouten über Liesing nichts geändert hat.

Von Herrn BV-Stv. Paleta von der ÖVP war zu hören, dass seine auch schriftliche Forderung "weg mit den Flugrouten über Liesing" von der Landespartei abgesegnet wurde, und dass auch der Wirtschaftsprecher der Wirtschaftspartei die BI "Liesing gegen Fluglärm und die 3. Piste" politisch unterstützt. Behauptungen es müsse über Liesing geflogen werden, um den Flugbetrieb ordnungsgemäß aufrecht zu erhalten, bezeichnete er als "Lavendel". Weiters verwies er auf sein bereits recht erfolgreiches parteiinternes Lobbying.

Schwerpunkt der zahlreichen Fragen aus dem Publikum war, ob die Austro Control in Österreich tatsächlich alles darf und warum ohne Notwendigkeit über Liesing gestartet wird. Weiters wurde auch auf das Sicherheitsrisiko von Flugrouten über dicht besiedeltes Gebiet hingewiesen und dass zur Frage eines Flugzeugabsturzes auf Wiener Gebiet vom Wiener Bürgermeister nur lapidar auf die Wiener Feuwehr hingewiesen wurde. Auch die Frage ob hier nicht auch juristisch oder mit Demonstrationen gegen die Flugrouten vorgegangen werden sollte, wurde diskutiert.

Zur weiteren Entwicklung des Flughafens Wien Schwechat wurde von Herrn LA Maresch von den Grünen eine Eindämmung des Flugverkehrs gefordert. Die FPÖ schlägt einen mitteleuropäschen  Zentralflughafen in der kleinen ungarischen Tiefebene mit einer Anbindung durch Hochgeschwindigkeitseisenbahnen vor. Herr BV-Stv. Paleta verwies darauf, dass ähnlich der Donau auch der Flughafen soweit reguliert werden muss, dass ein gedeihliches Nebeneinander möglich ist.

Im Publikum gab es ziemliches Unverständnis über die Abwesenheit der SPÖ bei der Podiumsdiskussion. Auch dass Verkehrsministerin Bures die Austro Control offensichtlich nicht dazu anleitetet, die Interessen der Bevölkerung entsprechend zu berücksichtigen, wurde offen kritisiert.

Neben anderen Emissionen des Flugverkehrs war auch der krebserregende Feinsstaub Thema. In diesem Zusammenhang wurde darauf hingewiesen, dass die durch den Flughafen Wien verursachte Partikelanzahl in der gleichen Größenordnung liegt, wie jene des gesamten PKW Verkehrs in ganz Wien und Niederösterreich zusammen.

Die 3. Piste und deren - insbesondere bei Beibehaltung der Flugrouten über Liesing -  massive Auswirkungen auf Liesing wurde ebenfalls diskutiert. Grüne und FPÖ lehnen die 3.Piste ab, Herr BV-Stv. Paleta von ÖVP hofft auf einen Bescheid im UVP-Verfahren, der seine Lebensqualität nicht weiter beeinträchtigt.

27.8.2010 Im 23. Bezirk werden 30.000 Einladungen zur Podiumsdiskussion verteilt
In Mauer und Alt-Erlaa wurde bereits mit der Verteilung von rund 30.000 Einladungen begonnen. Die Einladungen werden in den Bezirksteilen Mauer, Kalksburg, Rodaun,  Liesing, Atzgersdorf, Erlaa, Siebenhirten und Teilen von Inzersdorf verteilt.
Diejenigen, welche keine Werbung in ihrem Briefkasten wollen, können sich die Einladung auch als PDF herunterladen.

Für die Podiumsdiskussion selbst gibt es bereits definitive Zusagen der 3 Oppositionsparteien, während es vom Wiener Bürgermeister noch keine Antwort auf die direkt an ihn gerichtete Anfrage gibt, wer für die SPÖ an der Diskussion teilnehmen wird.

22.8.2010 exemplarische Auswertungen der Flugspuren verdeutlichen die fehlende Notwendigkeit über Liesing zu starten

Nicht nur der von der Austro Control selbst gestaltete Pistenplan zeigt, dass es keine kapazitätsmäßige oder windmäßige Notwendigkeit für die Startroute über Liesing gibt. Auch eine exemplarische Auswertung an Hand der Flugspuren der Austro Control verdeutlicht, dass es problemlos möglich sein sollte, den Flugverkehr so zu lenken, dass damit deutlich weniger Menschen vom Fluglärm betroffen wären.

So zeigen die Flugspuren für Sonntag, den 15.8.2010, dass zwischen 7 Uhr und 8 Uhr in der Früh neun (dröhnende) Starts die über das dicht besiedelte Liesing geflogen wurden, während auf der zur Entlastung Wiens aus Steuergeld mitfinanzierten 2. Piste (16/34) weniger als zehn Landungen und 2 Starts stattgefunden haben.

Flugspuren verdeutlichen freie Kapazität auf der zur Entlastung Wiens gebauten 2. Piste

Selbst für den Laien scheint es naheliegend, dass auf dieser 2. Piste noch die Möglichkeit bestehen müsste, zwischen den Landungen auch noch weitere Starts über weitgehend unbesiedeltes Gebiet einzuschieben. Tatsächlich gehen Insider in diesem Zusammenhang von 45 - 55 Flugbewegungen aus, die auf einer Piste untergebracht werden können, wenn auf dieser gleichzeitig gestartet und gelandet wird.

Ein weiteres Beispiel dafür, dass unnötigerweise gerade über eines der am dichtesten besiedelten Gebiete Österreichs gedröhnt wird, war der letzte Donnerstag. Auch hier wurde in der Erholungsphase am Abend alleine zwischen 20:00 und 21:00 zehnmal direkt über Liesing gestartet, obwohl auf der zur Entlastung Wiens gebauten 2. Piste mit nur 23 Landungen in dieser Zeit noch mehr als ausreichend Kapazität zur Verfügung stand. Es wäre also problemlos möglich gewesen, die Starts Richtung Tschechien und die Slowakei mit einem großen Bogen um Wien herum Richtung Norden zu führen, statt unsinnigerweise über den dicht besiedelten Süden Wiens zu fliegen.

Diese beiden Beispiele verdeutlichen, wie leicht es eigentlich möglich wäre, die Anzahl der vom Fluglärm betroffenen Menschen drastisch zu reduzieren. 

7.8.2010 Liesing ohne verkehrstechnische Notwendigkeit vom Fluglärmterror betroffen
Der Pistenbelegungsplan der Austro Control bestätigt, was mit der Materie vertraute Personen wie Piloten schon länger vermuten. Bei der für die Flugrouten über Liesing immer wieder behauptete kapazitätsmäßigen Notwendigkeit handelt es sich augenscheinlich um einen Schmäh!

Denn gerade dann, wenn die meisten Flugzeuge in kurzer Abfolge starten (überwiegend Depatures), sieht der Pistenbelegungsplan der Austro Control bei starkem Wind keine Abflüge über Liesing vor. So soll bei Ost/Südostwind auf der Piste 16 nach Süden gestartet werden und bei West/Nordwestwind sind die im Pistenbelegungsplan in Klammern angeführten Flugrouten von der Piste 34 aus zu fliegen. Das betrifft alle 4 Flugrouten (LEDVA, MIKOV,KOVEL, LANUX), die direkt über Liesing verlaufen und zu Grenzübergabepunkten in Tschechien und der Slowakei geführt werden.

Hingegen werden laut Pistenbelegungsplan bei Windstille (Calm) - also bei verkehrstechnisch noch weitgehend vernachlässigbarem Wind - die Flugrouten LANUX und KOVEL von der Piste 29 über Liesing geführt, während dafür andere Destinationen nicht von der Piste 29 sondern von der Piste 34 aus beflogen werden. Gleichzeitig wird über den Norden Wiens gelandet - als möglichst eng um Wien herumgeflogen.
Verwendung der Startrouten wenn überwiegen gestartet wird, zeigt fehlende kapazitätsmäßige Notwendigkeit über Liesing zu starten
Dazu findet sich auch im Diskussionsforum Austrian Aviation Net bereits 2008 ein entsprechender Expertenbeitrag, der beschreibt, dass aus Kapazitätsgründen bei Nordwestwind Starts Richtung Tschechien und Slowakei auf der Piste 34 (und damit nicht über Liesing) geführt werden,  um eineinhalb Pisten für den Start verwenden zu können. Umkehrschluss: die 2004 eingeführte Ausweitung der Flugrouten über Liesing dient also nicht der Kapazitätserweiterung.

Dass ausgerechnet bei vernachlässigbarem Wind dann doch über Liesing gestartet wird, zeigt, dass die 2004 nach Liesing verlegten Flugrouten ein politisch verursachtes Problem sind, für das es keine verkehrstechnische Rechtfertigung gibt. Vielmehr wurden hier unter dem falschen Vorwand der Kapazitätsoptimierung die berechtigten Interessen der Bevölkerung an der Vermeidung unnötiger Lärmbelastung dem Verlangen der Airlines nach Profitoptimierung geopfert.

Für die 2004 angeblich aus Kapazitätsgründen benötigte zusätzliche Flugroute über Liesing dürfte es auch eine Alternative über weitgehend unbesiedeltes Gebiet gegeben haben

Dass die Flugroute über Liesing den Politikern von der Austro Control angeblich als einzige mögliche Option verkauft wurde, den Bereich der für Startrouten von der Piste 29 auszuweiten, fügt sich nahtlos ins Bild. Dabei reicht jedoch ein Blick auf die auch im Internet verfügbaren Flugroutenkarten aus, um zu sehen, dass es eine Alternative mit um Größenordnungen weniger Betroffenen am südöstlichen Rand der schon existierenden Flugrouten geben dürfte. Diese dürfte aber von den Beamten der Austro Control nicht einmal geprüft worden sein.
Flugroutenverschiebung nach Liesing - ungeprüfte Alternativen im Südosten
Je mehr sich Behauptungen über die nur mit der Flugroute über Liesing erreichbare Kapazität und nicht vorhandene Lärmbelastung als Fiktion heraustellen, desto vehementer ist die Einstellung der Flugrouten über Liesing zu fordern!

18.7.2010 Dröhnende nächtliche Überflüge über dem dicht besiedelten Liesing
Weckflüge mitten in der Nacht von Donnerstag auf Freitag mit bis zu 77 Dezibel(!) lassen sich nicht nur mit Hilfe der Lärmmessungen der BI "Liesing gegen Fluglärm" objektiv nachweisen, sondern auch an Hand der Flugspuren der Austro Control bestätigen.
Dröhnende Überflüge um 0:30 und 0:55

Sowohl um 0:30 als auch um 0:55 wurde über dichtest besiedeltem Gebiet gestartet und dabei erheblicher Lärm produziert, der viele Menschen aus dem Schlaf gerissen haben dürfte.
Flugspuren bestätigen Nichteinhaltung der Nachtflugregelung
Dass es sich bei den nächtlichen Überflügen nicht um Notfälle gehandelte haben dürfte, geht alleine schon daraus hervor, dass es sowohl um 0:30 als auch um 0:55  über Liesing gestartet wurde.  Es sei denn, man ginge davon aus, dass jedes Gewitter einen Notfall darstellt, der es erlaubt, mitten in der Nacht über dichtest besiedeltes Gebiet zu dröhnen. Würde man eine solche Sichtweise auf das Autofahren anwenden, so dürfte bei einer Sperre eines Autobahnabschnitts auf der Umfahrung selbstverständlich auch dann Tempo 130 gefahren werden dürfen, wenn die Straße mitten durch ein Ortsgebiet durchgeht.

Leider sind dröhnende Überflüge in der Nacht kein Einzelfall: Insbesondere rund um 22h wird häufig über Liesing geflogen. Generell ist die auf Wien-Liesing angewandte Nachtflugregelung, in der fälschlicherweise davon ausgegangen wird, dass Flugzeuge ab 2 oder 3km Höhe keine merkbare Lärmbelästigung mehr darstellen und daher in dieser Flughöhe über dicht besiedeltes Gebiet geflogen wird, völlig unzureichend, die Bevölkerung vor dem besonders gesundheitsschädlichen nächtlichen Fluglärm zu schützen. Daher ist hier ein absolutes Nachflugverbot zu fordern!

1.7.2010 Monatliches Treffen der BI "Liesing gegen Fluglärm" zum Informationsaustausch
Beim sommerlichen Treffen im Gastgarten des Gasthaus Brandauers waren die Berichte über die Besprechung mit Herrn Gemeinderat Valentin und die Podiumsdiskussion im Cajetan-Felder Institut Hauptthema. Weiters ging es auch um die Eckpunkte der noch zu erstellenden Einladungen für die Veranstaltung am 8. September zu der die BI "Liesing gegen Fluglärm" alle politischen Parteien nach Liesing einlädt.

Eine positive Überraschung waren auch die in ganz Wien verschickten FPÖ Wahlkampf Broschuren, in denen das Thema Fluglärm an sehr prominenter Stelle platziert ist und in denen die SPÖ aufgefordert wird, die Einstellung der 2004 über den Westen Wiens gelegten Flugschneise auf Schiene zu legen. Dass Grüne und ÖVP bereits die gesundheitsschädliche Wirkung von Fluglärm und die daraus zu ziehenden Schlussfolgerungen für dicht besiedelte Gebiete, in den Wahlkampf eingebracht haben, lässt darauf hoffen, dass hier auch seitens der Verantwortlichen endlich Konsequenzen gezogen werden. Hier sind konkrete Schritte Richtung Einstellung der Flugroute über Liesing gefordert,  Versprechen alleine sind wenig hilfreich!


23.6.2010  Podiumsdiskussion „Flughafen Wien - Guter Nachbar oder Störenfried?“ Gegenwart und Zukunft
Bei der trotz eines spannenden Fußballspiels gut besuchten Veranstaltung im alten Wiener Rathaus wurde nicht nur über den Flughafen und die Fluglärmproblematik sondern auch die Rolle der Politik diskutiert. Aufhorchen lies eine Aussage von Senator Fritz Svihalek (Stadtrat für Umwelt- und Verkehrsagenden a.D.), dass Beamte der Austro Control mit Vorschlägen wie das Fluglärmproblem entschärft werden kann, mehr als zurückhaltend sind und daher hier auch das Management in die Pflicht genommen werden müsse. Eine Erfahrung die sich mit der Flugroutenverschiebung nach Liesing deckt, für die entsprechende Alternativen mit um Größenordnungen weniger Betroffenen von der Austro Control nicht einmal geprüft worden sein dürften.

Ein weiteres Thema war auch, dass eine intelligente Flugroutenführung, die zu einer Minimierung der Anzahl der Betroffenen führt, keine Arbeitsplätze kostet und die durch Fluglärm verusachten Gesundheitskosten senkt. Daraus ergibt sich in Zeiten knapper Budgets die Forderung, dicht besiedelte Gebiete- wann und wo immer möglich - zu umfliegen.

12.6.2010 Infoveranstaltung der BI "Liesing gegen Fluglärm" am Maurer Berg
Infoveranstaltung am Maurer Berg
Die Infoveranstaltung am Rande des "Tages der Artenvielfalt" hinterlässt einen zwiespältigen Eindruck. Einerseits Interesse, Zustimmung und die Unterstützung für unser Anliegen von vielen Menschen, die am Weg zur Großveranstaltung auf das Thema Fluglärm und Gesundheitsgefährdung angesprochen wurden. Andererseits die ablehnende Haltung der Wiener Stadtregierung, die das von ihr geschaffene Problem möglichst zu ignorieren versucht.
 
Ein Beispiel: Trotz polizeilicher Anmeldung wurde uns von der MA-49 die Verteilung von Informationen auf jenem Teil der Kalksburger Strasse untersagt, der als Forststrasse deklariert ist. Ein bürokratischer "Kraftakt", der wiederum von einem Passanten wie folgt kommentiert wurde: "Das Imperium schlägt zurück!".

Dass Umweltstadträtin Mag. Ulli Sima auch am Rückweg von ihrer Veranstaltung im Unterschied zum niederösterreichischen Umweltlandesrat Dr. Pernkopf nicht einmal bereit war, Informationsmaterial zum Thema Fluglärm entgegenzunehmen, war trotzdem irgendwie erstaunlich. Hatte doch gerade sie den Liesingern versprochen, dass es durch die neue Flugroute zu keiner zusätzlichen Lärmbelastung kommen wird.  Leider löst sich das Fluglärmproblem nicht dadurch, dass man dieses konsequent ignoriert. So führt Fluglärm selbst im Schlaf zu einem Anstieg des Blutdrucks.
 
Obwohl nicht offizieller Teilnehmer am Tag der Artenvielfalt dürfte es der BI "Liesing gegen Fluglärm" ganz gut gelungen sein, auf die Zerstörung des Naherholungsgebiets durch die seit 2004 aus politischen Gründen nach Liesing verlegten Flugrouten aufmerksam zu machen. Denn die Luftballons mit den Slogans "Lebensqualität statt Fluglärm!" und "5 Jahre Fluglärmterror über Liesing sind genug!" waren auf Großveranstaltung allgegenwärtig (siehe Foto).
 
Stellt sich die Frage, wann man seitens der Politik endlich reagiert und der volkswirtschaftliche Hausverstand zum Durchbruch kommt! Denn minimal kürzere Flugrouten für die Airlines können einfach nicht wichtiger sein, als die Lebensqualität und Gesundheit von 100.000 Betroffenen. 

Postings zum Thema "Wiener Stadtregierung vermarktet Erholungsgebiet statt es vor Fluglärm zu schützen" im Forum...

10.6.2010 Zerstörung des Naherholungs- und Landschaftsschutzgebiets Liesing durch Fluglärm
Die beeindruckende Artenvielfalt der Tiere und Pflanzen am Maurer Berg ist seit 2004 um eine Artenvielfalt verstärkt worden, die man weder im dicht besiedelten Liesing noch im angrenzenden Naherholungsgebiet als erwünscht betrachten kann - so führen rund 40 Starts pro Tag direkt über Liesinger Gebiet zu einem unzumutbaren und gesundheitsschädlichen Gedröhne.

Gut besuchte Informationsveranstaltung am Mauerer HauptplatzUnartenvielfalt
Beeindruckende Artenvielfalt am Maurer Berg In einem Landschaftsschutzgebiet unerwünschte Artenvielfalt

Auch die Wiener Umgebungslärmschutzverordnung legt das Landschaftsschutzgebiet Liesing als ruhiges Gebiet fest, für das die Summe aller Schallquellen einen Schwellenwert von 50 dB Lden und
40 dB Lnight nicht übersteigen darf. Entsprechend der Lärmstörwirkung von Fluglärm wären um 10-15 Dezibel niedrige Werte zu fordern, die aber seit der Flugroutenverlegung 2004 mit  einem Lden von rund 45 dB so gut wie täglich massiv überschritten werden. Da hilft es auch nicht, wenn Fluglärm auf Grund der Bundeskompetenz von der obigen Regelung explizit ausgenommen ist - eine widmungsgemäße Nutzung des Naherholungsgebiets Liesing wird dadurch trotzdem verunmöglicht!

Postings im Forum...

Nachdem es unmöglich ist, das Landschaftsschutzgebiet und die über 100.000 von der Flugroute über Liesing betroffenen Menschen umzusiedeln, sind die entsprechenden Flugrouten abzusiedeln bzw. einzustellen!

29.5.2010
Informations- und  Protestveranstaltung der BI "Liesing gegen Fluglärm" gegen das unnötige Verlärmen eines ganzen Bezirks
Gut besuchte Informationsveranstaltung am Mauerer Hauptplatz

Auch dieses Mal haben wieder zahlreiche Fluglärmbetroffene aus der Umgebung die Gelegenheit genutzt, sich am Maurer Hauptplatz über Ursachen und Auswirkungen des Fluglärms in Liesing zu informieren. Aus den vielen Gesprächen lassen sich zwei immer wieder kehrende  Diskussionspunkte herausfiltern:
Kein Diskussionsthema war hingegen die Gesundheitsschädlichkeit des Fluglärms, diese scheint vielmehr Teil des Allgemeinwissens geworden zu sein.

26.5.2010 Monatliches Treffen der BI "Liesing gegen Fluglärm" zum Informationsaustausch
Themen beim gut besuchten monatlichen Treffen der BI-Liesing waren:

11.5.2010 Vortrag von Prof. Greiser und Podiumsdiskussion zum Thema Gesundheitsrisiko Fluglärm
Schwerpunkt des Vortrags von Prof. Greiser waren die Gesundheitsauswirkungen des nächtlichen Fluglärms. Dass Fluglärm unter Tags genauso als gesundheitsschädlich einzustufen ist, wurde an den gezeigten Daten über Brustkrebs deutlich. So steigt das Brustkrebsrisiko mit jedem Dezibel Tagfluglärm stärker als bei nächtlichem Fluglärm. Eine Tatsache, die auch für Depressionen und Schlaganfälle bei Frauen festgestellt wurde. Eigentlich nicht wirklich erstaunlich, da sich statistisch gesehen Frauen länger am Wohnort aufhalten als Männer.
 
Die Parallelen beim Umgang mit dem Gesundheitsrisiko Fluglärm erinnern an das Thema Passivrauchen: Trotz des erwiesenen Erkrankungsrisikos (plus 20-40%) wurde die Tatsache von der Raucherlobby jahrzehntelang verneint bzw. von der Politik als Panikmache abgetan. Nun liegen die Erkrankungsrisiken bei Fluglärm weit höher als beim Passivrauchen.  Bei der Veranstaltung war man sich darüber einig, dass konsequenterweise auch möglichst unbesiedeltes Gebiet geflogen werden! Damit stellt sich einmal mehr die Frage, wann die Verantwortlichen auch beim Thema Fluglärm bereit sind, auf den volkswirtschaftlichen Hausverstand zu hören und somit unnötig hohe Gesundheitskosten vermeiden?
 
In der Diskussion hat der Umweltsprecher der Wiener Grünen, GR Mag. Maresch, wiederholt betont, dass die Absiedlung der Flugroute über Liesing, die 2004 überfallsartig über 100.000 Betroffene verlegt wurde, eine Kernforderung der Grünen ist und bleibt. Laut Maresch steht diese Forderung bei möglichen Koalitionsverhandlungen mit der Wiener SPÖ an oberster Stelle und nicht zur Disposition!
 
Auch am Podium vertreten war Prof. Kundi, welcher im Auftrag des BMVIT eine Studie erarbeitete, welche in der Folge von Minister Bures als Basis zum Entwurf "Luftverkehr-Imissionsschutzverordnung" diente. Angesprochen darauf, dass die hohen Lärmpegel welche er in seinem Gutachten vorschlägt, die kognitive Entwicklung von Kindern nachweislich beeinträchtigt, sagte der Prof., dass damit eben die Schulen konsequenterweise abzusiedeln seien. Im persönlichen Gespräch stellte sich dann auch heraus, dass sich Prof. Kundi vom Auftraggeber BMVIT falsch interpretiert fühlt und dass ein Gutachten mit Empfehlungen für deutlich niedrigeren Fluglärm seiner Meinung nach sinnlos gewesen wäre, da es vom Auftraggeber "schubladisiert" worden wäre.

2.5.2010 
Diskussion über die neuerliche Flugroutenverschiebung nach Liesing
Immer wieder erreichen die BI "Liesing gegen Fluglärm"  Fragen von Betroffenen zu den neuen Flugrouten über Liesing und dazu was von den Antworten des Flughafens und des Liesinger Bezirksvorstehers Herrn Wurm zu halten ist, in denen behauptet wird, dass die neuen Flugrouten nichts anderes wären als eine Aufsplittung der schon früher verwendeten Flugroute STO4C in die Flugrouten LEDVA2C und MIKOV3C.

Der Aussage  der  Flughafenhotline "Am 27. August 2009 (also vor mittlerweile 8 Monaten) wurde die SID STO4C durch die beiden Abflugstrecken LEDVA2C und MIKOV3C ersetzt" sind folgende Fakten gegenüber zu stellen:
Zu der Aussage der Flughafenhotline „Es gibt dadurch keine negativen Auswirkungen für die Bevölkerung, da die Lage der Strecke unverändert geblieben und die Anzahl der LFZ auf dieser Strecke gleichgeblieben, bzw. derzeit sogar geringer geworden ist.“ ist  anzumerken:
Es entsteht also einmal mehr der Eindruck, dass die Aussagen des Flughafens und seiner Vertreter dazu dienen sollen, das wahre Problem, welches der Flugverkehr in Liesing verursacht, zu verharmlosen. Und von der Einhaltung der Versprechen, dass es durch die Flugrouten über Liesing auf Dauer weder zu einer merkbaren noch einer messbaren Lärmbelastung kommen wird, scheint man auch nichts mehr wissen zu wollen.

21.4.2010 Neuerliche Verlagerung von Flugrouten auf dicht besiedeltes Gebiet! - Dialog ohne Kommunikation?
Die BI "Liesing gegen Fluglärm" ist Hinweisen von Betroffenen nachgegangen, wonach seit einiger Zeit "anders" geflogen wird und stellte Erstaunliches fest: Man fliegt nun nach Südwesten, um nach Nordosten  zu kommen! Zu diesem Zweck  wurden Flugrouten, welche früher direkt nach dem Start nach Norden über die Felder abbogen, ausgerechnet auf das dicht besiedelte Liesing verlagert. Beachtlich sind hier nicht nur die unnötig hohen Gesundheitskosten, die vermeidbare Überflüge über dicht besiedeltem Gebiet mit sich bringen, sondern auch der erhebliche Umweg, den die Airlines dafür in Kauf nehmen müssen.

MIKOV2C und LEDVA1C nach Rechtskurve von der Piste 29 MIKOV3C und LEDVA2C nach Linkskurve von der Piste 29
LEDVA und MIKOV mit Rechtskurve LEDVA und MIKOV mit Linkskurve
Quelle: www.flugspuren.at 2009 Quelle: www.flugspuren.at 2010
 
Die genauere Betrachtung bringt die Ignoranz und Abgehobenheit der Verantwortlichen zu Tage: Es gab keinerlei Information an die betroffenen Bürger, keine mediale Information, von einer UVP nicht zu reden. Dies ist als wiederholter Nachweis zu verstehen, dass es für die Anrainer des Flughafens keinerlei Rechtssicherheit gibt - wer heute nicht betroffen ist, kann also morgen bereits unter einer Flugroute aufwachen!
 
Aber auch die Position des Fluglärmvertreters der Rathauspartei bekommt hier einen schalen Beigeschmack - hatte dieser doch jahrelang erklärt, dicht besiedelte Gebiete im Süden Wiens durch eine Rechtskurve von der Piste 29 entlasten zu wollen. Tatsächlich wurde nun das Gegenteil davon umgesetzt. Dass so etwas nicht ohne die Zustimmung des Vertreters Wiens im Dialogforum möglich sein dürfte, ist nahe liegend. Jedenfalls helfen den Betroffenen weder immer wiederkehrende Verweise auf die formale Unzuständigkeit der politisch mächtigsten Gemeinde Österreichs noch auf die Implementierung einer Lärmgebührenordnung weiter, die keinen Einfluss darauf nimmt, wo oder wann geflogen wird.
 
Alles in allem drängt sich für die BI "Liesing gegen Fluglärm" und die Betroffenen damit der Schluss auf, dass die Fluglärmlobbyisten einen Dialog führen, welcher keiner Kommunikation mit den Bürgern bedarf.

Presseaussendung

21.4.2010 
Monatliches Treffen zum Informationsaustausch 
Das gut besuchten Treffen diente ausführlichen Diskussion der neuesten Entwicklungen. Schwerpunkt war die erfreuliche mediale Präsenz des Themas Fluglärm in Liesing (ORF, Heute, Krone, Kurier...) und die Abschätzung der gesundheitsschädlichen Dauerschallpegel, wo unterschiedliche Ansätze zu übereinstimmenden Ergebnissen geführt haben. Weiters wurden die nächsten Informationsveranstaltungen geplant.

17.4.2010 Informationsveranstaltungen mit Wiedererkennungswert
Informationsveranstaltung beim Merkur in der BreitenfurterstrasseUnter ungewohnt kondensstreifenfreien und ruhigen Himmel fand die erste heurige Informationsveranstaltung der parteiunabhängige Bürgerinitiative "Liesing gegen Fluglärm und die 3. Piste" beim Merkur in der Breitenfurterstrasse statt.  Aus zahlreichen Reaktionen wurde klar, dass die Bürgerinitiative bereits einen bemerkenswerten Wiedererkennungswert erreicht hat. Und dass Fluglärm krank macht, dürfte mittlerweile auch einer breiten Masse bekannt sein.  

7.4.2010 Am Sonntag nach der Zeitumstellung wurden unnötig viele Menschen durch dröhnenden Fluglärm gewecktDröhnende Überflüge ab 7:15 (physiologisch gesehen bereits ab 6:15)
Dröhnende Überflüge Sonntag früh sind in Liesing leider nichts ungewöhnliches. Besonders schlimm ist das aber nach der Umstellung auf die Sommerzeit, die ja nicht zufällig von Samstag auf Sonntag erfolgt. Statt die "gestohlene" Stunde in der Früh durch längeren Schlaf kompensieren zu können, wurden die Liesinger von dröhnenden Überflügen ab 7:15 geweckt - physiologisch betrachtet also bereits um 6:15!

Dass es dafür nicht die geringste erkennbare Notwendigkeit  gab, belegt wieder einmal die Auswertung der Flugspuren:
Unterm Strich ergibt sich das folgende Bild: die im Zusammenhang mit der Zeitumstellung besonders gesundheitsschädlichen Weckflüge, erfolgten ohne die geringste erkennbare Notwendigkeit ausgerechnet so, dass möglichst viele Menschen davon betroffen waren. Ein weiteres Beispiel dafür, wie die Gesundheit und Lebensqualität der Bevölkerung systematisch den Interessen der Luftverkehrslobby geopfert werden.

Einzige Abhilfe ist die Verlegung der Flugrouten auf möglichst unbesiedeltes Gebiet - also eine volkswirtschaftlich sinnvolle Optimierung der Flugrouten nach Anzahl der Betroffenen und nicht so wie in der Flughafen-Mediation nach dem Shareholder-Value für die Flughafenaktionäre!
Weckflüge über das dicht besiedelte Liesing ohne Notwendigkeit

25.3.2010 Treffen zum Informationsaustausch und zur Aktionsplanung
Nach dem Austausch über aktuelle Themen wurde eine ganze Reihe von Infoveranstaltungen vor den Sommerferien beschlossen. Für den Herbst wollen wir die Wiener Politiker zu einer Podiumsdiskussion nach Liesing einladen. Weiters wurden noch einige Änderungen am überarbeiteten Informationsblatt über den gesundheitsschädlichen Fluglärm in Liesing diskutiert, welches in größerer Stückzahl gedruckt werden soll.

11.3.2010 Überflüge über dicht besiedeltes Gebiet sind volkswirtschaftlich unsinnig und gesundheitspolitisch unverantwortlich
Flugrouten im Süden Wiens verlaufen über dichtest besiedeltes GebietIn Deutschland ist es jetzt "amtlich". Fluglärm in der Umgebung des Flughafens Köln-Bonn erhöht das Erkrankungsrisiko dramatisch. Dass das in den betroffenen Gebieten rund um Wien Schwechat ähnlich sein wird, leugnen wohl nur mehr eingefleischte Fluglobbyisten.

Eine genauere Berechnung kann nur mit einer gleichartigen Studie für den Flughafen Wien erreicht werden. Für eine erste Abschätzung der zusätzlichen Krankheitsfälle reicht aber die Übertragung der Greiser Studien. Bei rund 100.000 betroffenen Menschen in Liesing und den direkt angrenzenden Gebieten in Wien und Niederösterreich ist entsprechend dem ermittelten Risiken u.a. mit 50 zusätzlichen Schlaganfällen pro Jahr zu rechnen.

Dabei macht nicht nur das persönliche Schicksal betroffen. Es entstehen auch beträchtliche Kosten für das von der Allgemeinheit finanzierte Gesundheitssystem. Multipliziert man beispielsweise die bekannten durchschnittlichen Kosten pro Schlaganfall von rund 75.000 Euro mit der Anzahl der 50 zusätzlichen Schlaganfälle, so kommt man alleine dafür auf rund 3,75 Millionen Euro pro Jahr. Vermeidbares Leid und Kosten, die der Verlegung der Flugrouten auf das dicht besiedelte Liesing zuzuschreiben sind.

Daher sind nicht nur Austro Control und Infrastrukturministerium, sondern auch das Gesundheitsministerium dringend gefordert, zu den Flugrouten über Liesing volkswirtschaftlich sinnvollere und gesundheitspolitisch verträglichere Alternativen zu finden bzw. zu verordnen.  

Zum Lesen und Weitergeben gibt es eine Zusammenfassung als PDF mit dem Titel "Jetzt ist es amtlich: Fluglärm macht krank".  Eine entsprechende Presseaussendung der parteiunabhängigen BI "Liesing gegen Fluglärm und die 3. Piste" wurde von Gemeinderat Mahdalik einmal mehr mit der Forderung nach Rücknahme der im Jahr 2004 eingerichteten Flugschneise über dem 23. Bezirk unterstützt.

Die Ablehnung der Übertragbarkeit der Studie auf Liesing durch Herrn Gemeinderat Valentin mit dem Argument, die Studie habe sich (nur) mit nächtlichem Fluglärm auseinandergesetzt erweckt den Eindruck, dass sich Herr Gemeinderat Valentin bisher auch nur mit der Überschrift der Studie auseinandergesetzt hat. Andernfalls sollte er wissen, dass die die stärkste Risikoerhöhung für Schlaganfälle und Depressionen im Zeitfenster von 6-22 Uhr gefunden wurde und eine Beschränkung auf nächtlichen Fluglärm als Gesundheitsrisiko dem Problem Fluglärm nicht gerecht werden kann. Abgesehen davon gibt es in Wien kein absolutes Nachtflugverbot sondern nur eines für Landungen auf der Piste 11. Behauptungen, in Wien werden die WHO Grenzwerte eingehalten, die auf einer nicht nur laut WHO für Fluglärm ungeeigneten Messung nach dBA beruhen, sind wertlos. Diese und andere Verharmlosungen werden von den Fluglärmbetroffenen über die Grenzen Wiens hinaus als Provokation aufgefasst - Diskussion

Eine Video-Interview zur Studie und deren Übertragbarkeit von Prof. Dr. Greiser findet sich auf  You Tube

1.3.2010 Fluglärm macht krank - auch die Liesinger und ihre Nachbarn
Die neuesten Untersuchungen von Prof. Greiser über die Gesundheitsschädlichkeit von Fluglärm am Flughafen Köln-Bonn, die auf den Daten von 1,020 Millionen Versicherten gesetzlicher Krankenkassen beruhen, sind jetzt offiziell vom deutschen Bundesumweltamt publiziert worden. Die Ergebnisse zeigen für Herz- und Kreislauferkrankungen einen linearen Anstieg des Erkrankungsrisikos ab einem mit 35,25 dBA recht niedrigen 24-Stunden-Dauerschallpegel  Bei Frauen sind die Erkrankungsrisiken für Depressionen signifikant erhöht. Eine auf die gleiche Art durchgeführte Auswertung, welche die signifikante Erhöhung des Risikos für Krebserkrankungen ab 35,25 dB(A) Fluglärm Dauerschallpegel nachweist, ist bisher aus politischen Gründen nicht offiziell veröffentlicht worden.

Die Ergebnisse der Studien lassen sich am besten als einfache Balkengrafiken zusammenfassen.
Signifikante Erhöung der Risiken durch Fluglärm an ausgewählte schwere Krankheiten zu erkranken Mit jedem Dezibel Fluglärm über einem 24-Stunden-Fluglärm-Dauerschallpegel von 35,25 dBA, steigt das Risiko für eine Reihe von schweren Erkrankungen. Ausgewählte Krankheitskategorien aus den Studien von Prof. Dr. Greiser, Werte für Betroffene ohne die Möglichkeit der Finanzierung von Schallschutz durch den Flughafen.

Überträgt man die Erkenntnisse von Prof. Greiser auf Liesing, so erhält man ein beunruhigendes Bild über die Auswirkungen der seit 2004 überfallsartig auf dicht besiedeltes Gebiet verlegten Flugrouten. Eine Erhöhung mit fatalen Auswirkungen auf die Bevölkerung: So steigt das Erkrankungsrisiko durch Fluglärm bei Frauen und Männern
Bei Frauen steigt das Risiko
Signifikante Erhöung der Risiken durch Fluglärin in Liesing an ausgewählte schwere Krankheiten zu erkranken

Die seit 2004 überfallsartig auf das dicht besiedelte Liesing verlegten Flugrouten verursachen einen 24-Stunden-Fluglärm-Dauerschallpegel von 40,8 dBA (Durchschnitt 6 verkehrsreichste Monate), also 5,55 dBA über der Schwelle von 35,25 dBA. 


Eine genauere Abschätzung kann nur mit einer gleichartigen Studie für den Flughafen Wien erreicht werden. Laut persönlicher Empfehlung von Prof. Greiser sollte dabei der Fluglärm auch nach dBC erfasst werden.

17.2.2010 Monatliches Treffen der BI "Liesing gegen Fluglärm und die 3. Piste"
Neben den Ereignissen der letzten Monate wurden die Auswirkungen von Fluglärm auf die Gesundheit der Liesinger und ihrer Nachbarn diskutiert. Neu ist in diesem Zusammenhang eine weitere Studie von Prof. Greiser, deren offizielle Veröffentlichung nicht zuletzt deshalb zurückgehalten werden dürfte, weil daraus hervorgeht, dass Fluglärm  über 40 dB(A) auch das Risiko für Brustkrebs signifikant erhöht. Umgelegt auf die derzeitige Fluglärm-Situation in Liesing bedeutet das eine statistische Erhöhung der Anzahl der von Brustkrebs Betroffenen um ein Drittel gegenüber der Situation vor der überfallsartigen Verlegung der Flugrouten auf dieses dicht besiedelte Gebiet.

In diesem Zusammenhang drängt sich auch die Kostenwahrheit beim Flugverkehr als Thema auf, was gerade im Zusammenhang mit der Budgetkonsolidierung und möglichen Steuererhöhungen an Brisanz gewinnt. Dass der Flugverkehr zum Unterschied von der Bevölkerung von Mehrwerts- und Mineralölsteuer befreit ist, hat weder etwas mit Verteilungsgerechtigkeit noch mit sozialer Umverteilung zu tun - zumindest nicht mit der von oben nach unten.

Das nächste Treffen findet am 18.3.2010 statt,  für den 10.4.2010 ist bereits eine öffentliche Infoveranstaltung geplant.

12.2.2010 Wirtschaftssprecher der ÖVP setzt sich für Fluglärmbetroffene ein - Ablehnung der Verordnung des BMVIT quer durch alle Parteien
Mit dem bekannten und engagierten Abgeordneten zum Nationalrat, Herrn Dkfm. Dr. Günter Stummvoll, hat die parteiunabhängige BI "Liesing gegen Fluglärm und die 3. Piste"  einen weiteren prominenten Unterstützer in Liesing gefunden. Zuletzt hat er die fundierte Stellungnahme gegen die gesundheitsschädliche "Verordnung des Infrastruktur- und Lebensministeriums zur Luftverkehr-Immissionsschutzverordnung – LuIV vom 16.12.2009." durch 
tatkräftig unterstützt.

Die Verordnung wird aber auch von der Arbeiterkammer und den 
Umweltanwaltschaften aller Bundesländer und den anderen Parteien abgelehnt. So kritisiert die FPÖ diese als Skandalverordnung und die Grünen haben eine eigene Stellungnahme abgegeben. Sogar die Wiener SPÖ hat sich gegen die extrem hohen Grenzwerte ausgesprochen, die sich auch im ersten Teilrückzieher von Frau Bundesministerin Bures wieder findet.  Trotzdem verdient die Verordnung damit aber noch immer die Note "Nicht Genügend". Denn 54 dB(A) Dauerschall Fluglärm sind  eindeutig gesundheitsschädlich und können daher nicht per Verordnung für zumutbar erklärt werden. Und die überhöhten Grenzwerte sind ja nicht der einzige Punkt, in denen die Verordnung den Flugverkehr statt die Betroffenen schützt.

Aus dem Büro des Umweltministers gibt es in der Zwischenzeit erste Stellungnahmen aus denen hervorgeht, dass u.a. die Spitzenpegelkriterien für die Nacht, Zeitpunkt der Reduktion der "Immissionsschwellenwerte" und die Höhe des Irrelevanzkriteriums zur Diskussion gestellt werden sollen.

9.2.2010 Stadtkonferenz des Dialogforums
Bei dieser Stadtkonferenz des Dialogforums ging es in 1. Linie um die Frage der Notwendigkeit der Flugrouten über Liesing. Ausgangspunkt war ein nach der letzten Stadtkonferenz erstelltes Dokument, in dem an Hand der Flugspuren versucht wurde, die Notwendigkeit der zahlreichen Überflüge im Laufe eines Tages über das dicht besiedelte Liesing auf Alternativen zu prüfen. Dieses Dokument wurde bereits im Juni 2009 an Austro Control, Gemeinde Wien und Flughafen verschickt, ist also keineswegs neu. Auch die Darstellung von Herrn Gemeinderat Valentin, dass darin der Austro Control vorgeworfen wird, den Mediationsvertrag nicht einzuhalten, findet sich darin nicht. In dem Dokument wurde aber festgestellt, dass die Notwendigkeit für die zahlreichen Überflüge über Liesing in keinem konkreten Beispiel  feststellbar war und die Nachtflugregelung offensichtlich die Interessen des Flugverkehrs höher bewertet als die der Bevölkerung.

Seitens der Austro Control wurde dieses Dokument erst nach 8 Monaten, dafür aber um so heftiger, kritisiert. Dazu wurde von der ACG bei der Stadtkonferenz erklärt, dass die vielen Startrouten von der Piste 29 deshalb notwendig seien, um in Spitzenzeiten die mit der Piste 29 mögliche Maximalkapazität zu garantieren und dass in den anderen Zeiten mangels Flexibilität dann von der Piste 29 auch über Liesing geflogen werden müsse. Folgt man den technisch nicht nachvollziehbaren Aussagen der Austro Control, so wären einige zusätzlichen Slots (Start- und Landemöglichkeiten) am Flughafen Wien, die derzeit nur in den Spitzenzeiten benötigt werden, Grund genug, um über Liesing zu fliegen. Auf Vorschläge eines Piloten für Alternativen wurde nicht eingegangen, dazu ist aber noch ein Gespräch geplant. Dass die Nachtflugregelung die Liesinger nicht vor nächtlichen Überflügen schützt, wurde damit begründet, dass man den Fluglinien keine so langen Umwege zumuten könne.

Zur Frage des Antrags, von der Piste 29 mit einer Rechtskurve über die ÖMV/Borealis zu starten, sei nur bekannt, dass es hier keine Zustimmung des Ministeriums gebe, eine schriftliche Begründung aber trotz angeblicher täglicher Bemühungen von Herrn GR Valentin nach wie vor fehle.

Von Herrn GR Valentin kam einmal mehr die Aussage, wie wichtig der Flughafen für die Wirtschaft und den Tourismus sei.  Das Gegenbeispiel Zürich, wo die Pleite der  Swiss Air zu deutlich weniger Flügen geführt hat, die Anzahl der Arbeitsplätze und die Wirtschaftsleistung im Großraum Zürich im gleichen Zeitraum aber trotzdem gestiegen sind, wurde vom Vertreter des Flughafens einfach für falsch erklärt.

Laut Herrn Gemeinderat Valentin hätte es die Flugroute über Liesing ohnehin geben müssen, weshalb die Gemeinde Wien dieser zugestimmt habe. Diese Demonstration der Machtlosigkeit gegenüber den Wünschen des Flughafens durch einen "Sozialdemokraten" Valentin, lässt darauf schließen, dass man im roten Wien einen Rückschritt in eine Zweiklassengesellschaft in Kauf nimmt. Dazu passt das beharrliche Schweigen von Umweltstadträtin Mag. Sima zu diesem Thema ebenso, wie die in einem Vortrag von Ministerialrat DDr Zulinsky vom BMVIT geäußerten Ideen, dass es unter den Flugrouten zur Verslumung kommen wird.

Laut dem Vertreter des Flughafens lagen die Flugbewegungen letztes Jahr in Liesing praktisch gleich hoch wie im Vorjahr. Dass von einem Rückgang der Flugbewegungen um knapp 10% in Liesing nichts zu bemerken war, ist also kein Wunder.

Ebenfalls angesprochen wurden die Lärmmessungen nach dB(C), deren grundsätzliche Sinnhaftigkeit nicht mehr bestritten wurde, für die aber gesetzliche Grenzwerte fehlen. Weiters wurde auch die noch unveröffentlichte Studie von Prof. Greiser andiskutiert.

29.1.2010 Einstellung der Flugrouten über Liesing ist im Sinne eines echten Luftverkehr-Immissionsschutz 
Denn alleine schon auf Grund der ab 40 dB(A) Dauerschall einsetzenden gesundheitsschädlichen Wirkung ist der Flugverkehr auch noch 20-30 km vom Flughafen entfernt so zu führen, dass möglichst wenige Menschen in ihrer Gesundheit beeinträchtigt werden. Aus diesem Grund ist auch die Einstellung der seit 2004 überfallsartig nach Liesing verlegten und der Umgebungslärmrichtlinie der Europäischen Union widersprechenden Flugrouten über Liesing zu fordern. Die vollständige Stellungnahme zur in Begutachtung befindlichen Luftverkehr-Immissionsschutzverordnung der parteiunabhängigen BI "Liesing gegen Fluglärm und gegen die 3. Piste" wurde mit dem eindringlichen Ersuchen die darin angeführten Fakten und Studien im Detail zu prüfen und zu würdigen per email und Fax an die zuständige Abteilung im BMVIT übermittelt.

Weitere Stellungnahmen die sich gegen die geplante Verordnung aussprechen gibt es unter anderen auch von anderen BIs und der grünen Bundespartei. Aber auch das Umweltministerium ist mit der von der Luftfahrtabteilung im Infrastrukturministerium ausgearbeiteten Verordnung, welche die Luftfahrt statt die Bürger schützt, nicht zufrieden und hat eine ganze Liste von Änderungswünschen.

28.1.2010 Bundesumweltamt lehnt Verordnungsentwurf des BMVIT klar ab
Das Umweltbundesamt hat zum Entwurf der LuIV eine Stellungnahme abgegeben. Hauptkritikpunkte sind vor allem die Höhe der Schwellenwerte und das mit der Verordnung festgelegte Irrelevanzkriterium von 2 dB. Einer Zustimmung zur Verordnung in der vorliegenden Form durch den Umweltminister fehlt also die fachliche Grundlage. Auf der Homepage des Bundesumweltamts ist auch zu lesen, dass das Erkrankungsrisiko für Herz- und Kreislauferkrankungen bereits ab Fluglärmbelastungen von 40 Dezibel ansteigt. Gesundheitsschädlichen Fluglärm über 40 dB(A) Dauerschall für zumutbar zu erklären, erscheint daher hochgradig unlogisch.

27.1.2010 Auch Gutachten im Auftrag des BMVIT zeigt Unsinnigkeit und Gesundheitsschädlichkeit der darin empfohlenen Grenzwerte
Zu der kurz vor Weihnachten in Begutachtung gegebenen Verordnung des Infrastrukturministeriums existiert auch ein Gutachten, welches von Umweltmedizinern der Universität Wien erstellt wurde. Das Gutachten und die darin empfohlenen Grenzwerte widersprechen sich aber. So wird im fachlichen Teil des Gutachtens darauf hingewiesen, dass die Störwirkung von Fluglärm am besten durch die C-bewertete Lärmkurve also Grenzwerte nach dB(C) wiedergegeben wird (Abschnitt 3.5.8 Seite 16), während eine Empfehlung für Grenzwerte nach dB(A) abgegeben wird. Weiters ist auch aus dem Gutachten auch erkennbar, dass die abgegebenen Empfehlungen gesundheitsschädlich sind. Wie gesundheitsschädlich diese wirklich sind, wird aber erst klar wenn man die im Gutachten verwendete Orginalliteratur zum Bluthochdruck liest und deren Angaben in der zentralen Tabelle des Gutachtens einträgt:
Tabelle 8 des Gutachtens im Auftrag des BMVIT zeigt gesundheitsschädliche Grenzwerte, die noch deutlicher werden, wenn man die Werte aus der Originalliteratur einträgt
Abenteuerlich erscheint aber auch, wie aus der Tabelle 8 im Abschnitt 5.1.7 ab Seite 72 Empfehlungen für Grenzwerte abgeleitet werden. Da wird die Studie von Eriksson,2007 welche den Zusammenhang zwischen Bluthochdruck und Fluglärm an Hand von 24 Stundenwerten größer bzw. kleiner 50 dB(A) Dauerschall und nur für Männer untersucht hat, dazu verwendet um die HYENA Studie von Jarup, 2008 die sich mit dem Nachtfluglärm und den Auswirkungen auf Bluthochdruck ab 34 dB(A) beschäftigt hat, für irrelevant zu erklären. Dann wird nicht nur beim Dauerschall sondern auch bei den Spitzenschallpegel darüber hinweggesehen, dass die Studie von Eriksson gar nicht für nächtlichen Fluglärm erstellt wurde und auf Grund der Art der Auswertung gar keine Aussagen darüber treffen kann, ob Fluglärm nicht auch schon unter 50 Dezibel gesundheitsschädlich ist. Das mit dem nochmals um 2 Dezibel erhöhten Grenzwert kein vernünftiges Durchschlafen mehr möglich ist, geht sogar aus der Tabelle des Gutachtens hervor.

Genauso unwissenschaftlich liest sich die Ableitung der Empfehlung für den Fluglärm unter Tags. Hier werden einfach 10 dB(A) zum vorher ermittelten Grenzwert für Nachtfluglärm addiert, obwohl aus der in der Tabelle angeführten Studie mit bereits 25% Belästigten nur 52 statt 62 dB(A) Dauerschall für Fluglärm unter Tags ermittelt wurde. Dass bereits ab 45 Dezibel nur noch eine durchschnittliche kognitive Entwicklung von Kindern möglich ist d.h. Fluglärm bereits darunter negative Auswirkungen hat, wird an der Stelle des Gutachtens, wo es um die Empfehlung geht, einfach ignoriert, ist aber aus der Tabelle eine Seite davor ersichtlich.

Dass auch das Gutachten die eigene Empfehlung auf Seite 73 bereits 2 Seiten weiter hinten kritisiert, erweckt den Eindruck, dass auch die Autoren des Gutachtens die empfohlenen Werte für bedenklich halten und die in der Verordnung stehenden Werte für zumutbaren Fluglärm bereits vor der Erstellung des Gutachtens von der Flugverkehrslobby festgelegt wurden.  Gesundheitsschädlichkeit war dabei offensichtlich kein Kriterium. Eine Festlegung der Grenzwerte für Fluglärm, wie sie im Entwurf der Verordnung des Infrastrukturministeriums stehen, lässt sich durch das Gutachten jedenfalls nicht rechtfertigen. Insbesondere im Licht der letzten Studienergebnisse von Prof. Greiser, welche wesentlich besser abgesichert sind, als die meisten wenn nicht alle bisherigen Studien und welches die Schädlichkeit von Fluglärm bereits ab 40 bzw. 32,25 dB(A) Dauerschall nachweist, wäre das in Kraft setzen der Verordnung in der vorliegenden Form umwelt- und gesundheitspolitisch grob fahrlässig. Das gilt auch für eine ganze Reihe anderer Punkte in der geplanten Verordnung, die statt die Bürger vor dem Flugverkehr den Flugverkehr vor den Bürgern schützen soll.

24.1.2010 Flugspuren zeigen auf - Fluglärmterror über den dicht besiedelten Liesing ohne technische Notwendigkeit
Eine Überlagerung Flugspuren  für die Starts- und Landungen am 22.1.2009 zwischen 14 und 15 Uhr zeigt, dass es sich hier um eine verkehrsarmen Zeiten gehandelt hat, in der also ohne nachvollziebare Notwendigkeit über Liesing gestartet wurde. 

22.1.2010 Starts und Landungen zwischen 14h und 15h
Bei 11 Landungen pro Stunde sollte es eigentlich kein Problem sein, beispielsweise auf der Piste 34 mit einer Rechtskurve Richtung Nordwesten über weitgehend unbesiedeltes Gebiet zu starten. Stattdessen wurde aber 4 Starts über das dicht besiedelte Liesing durchgeführt (betroffener Bereich rot umrandet) - unter anderem wurden damit 100.000 Menschen dem Lärm eines 400t schweren chinesichen Frachtflugzeugs ausgesetzt, welches über Liesing noch nicht einmal 2km Höhe erreicht hatte.

Diese Beispiel zeigt wieder einmal, wie einseitig der Flugverkehr am Flughafen Wien auf die Interessen der Fluglinien abgestimmt ist. Denn weniger Aufwand bei der Austro Control bedeutet weniger Arbeitsplätze bei der Austro Control und damit geringere Kosten für die Fluglinien.

Das gilt auch für die Flugroute über Liesing als ganzes. Denn leichte Vorteile für die Airlines wie kürzere Flugrouten und der Aufbau nicht benötigter Kapazitätsreserven rechtfertigen noch lange nicht, dass die Lebensqualität von 100.000 vor 2004 nicht vom Fluglärm Betroffenen zerstört wird und der Allgemeinheit entsprechend hohe, aber leicht vermeidbare Gesundheitskosten (Studie von Prof. Greiser mit dem Titel "Tödlicher Lärm" im Spiegel) aufgebürdet werden.

Daher sind hier dringend klare Regelungen zum Schutz der Bevölkerung vor der Willkür des Flugverkehrs erforderlich, zu denen auch der Entzug der Genehmigung für die Flugroute über Liesing gehört!


23.1.2010 Dröhnende Überflüge auf der Flugroute über Liesing - von Einhaltung der Versprechen der Wiener Stadtregierung keine Spur
Weckflüge, dröhnende Überflüge im Minutentakt bis in den späten Abend, der tägliche Mittagsangriff mit schwer beladene Interkontinentalflugzeugen nach New York, Washington und Toronto und zuletzt ein chinesisches Frachtflugzeug nach Frankfurt über dem dicht besiedelten Liesing machen wieder einmal klar, was die Flugverkehrslobby von volkswirtschaftlichen Überlegungen und Rücksichtnahme auf die Allgemeinheit hält.
22.1.2010, 14:50 - laut dröhnende Jade Cargo 747F ER über Liesing
Davon dass es durch die 2004 überfallsartig nach Liesing verlegte Flugroute zu keiner zusätzlichen merk- oder messbaren Lärmbelastung kommen sollte, ist in dem Wohngebiet von 100.000 Menschen noch immer nichts zu merken. Doch für die heurigeWien-Wahl zählen nur noch überprüfbare Tatsachen, denn realitätsferne und nicht annähernd eingehaltene Versprechen helfen genauso wenig, wie jahrelange Realitätsverweigerung.

22.1.2010 Beinahezwischenfall über Liesing?
Die zwei Flugzeuge, die sich am 12.10.2010 um 15:30 mit erstaunlich geringen vertikalen und zeitlichen Abstand über Liesing entgegen gekommen sind, sind auch in den überlagerten Flugspuren sichtbar (roter Pfeil neben aufsteigenden startenden Flugzeug, blauer Pfeil neben landenden Flugzeug). Diese Bilder bestätigen den Eindruck, dass die Flugrouten über Liesing keinen besonderen Beitrag zur Sicherheit des Flugverkehrs leisten.
 
sich bedrohlich kreuzende Überflüge am Rande des dicht besiedelten Liesings
 
Auch wenn eine entsprechende Anfrage an die Austro Control vom 14.1.2010 nach mehr als einer Woche noch immer unbeantwortet ist, zeigt der Vorfall, dass kreuzende Flugbewegungen auch ohne offensichtliche Notwendigkeit erfolgen. Und warum sich kreuzende Überflüge gerade am Rande des dicht besiedelten Liesings über hügeligem Gebiet sicherer sein sollen, als über flachen und nur sehr dünn besiedelten Gebiet nördlich von Wien, ist ebenso wenig erkennbar, wie der Grund dafür, dass ausgerechnet über dichtest besiedelten Gebiet gestartet und gelandet wird. Aber vielleicht gibt es hier ja auch einen Zusammenhang mit dem permanenten Personalmangel bei der Austro Control?

6.1.2010 Infrastrukturministerium hat einen Entwurf für gesundheitsschädliche Fluglärmzumutbarkeitswerte in Begutachtung gegeben.
Kurz vor Weihnachten hat das Infrastrukturministerium eine Verordnung in Begutachtung gegeben, in der die künftigen Zumutbarkeitswerte für Fluglärm festgelegt werden. Nicht nur, dass diese Grenzen auf einer für Fluglärm ziemlich ungeeigneten Bewertung nach dB(A) beruhen, werden damit auch die bereits bekannten medizinischen Kriterien für die Gesundheitsgefährdung durch Fluglärm bei Weitem überschritten. 

Wert Zumutbar laut geplanter Verordnung - Gesundheitsschädlichkeit / Empfehlungen Maximalwert WHO 

LAeq Tag

62 dB(A) (Jahresdurchschnittswerte)

signifikante Erhöhung des Risikos für verschiedene Krankheiten wie Schlaganfälle und Depressionen ab 40 dB(A) (neueste Studie Prof. Greiser, sechs verkehrsreichste Monate), nur noch durchschnittliche kognitive Entwicklung bei Kindern bei 45 dB(A)

LAeq Nacht

52 dB(A) 

(Jahresdurchschnittswerte)

Laut WHO bereits moderate Effekte im Bereich 30 dB(A) - 40 dB(A), als allgemeiner Grenzwert gilt 40 dB(A), wobei für Fluglärm entsprechend der Art des Lärms niedrigere Grenzwerte gelten müssten (Tageswerte)

LAmax

6 mal 71 dB(A)  (Jahresdurchschnittswerte)

Laut WHO maximal 60 dB(A), wobei für Fluglärm entsprechend der Art des Lärms niedrigere Grenzwerte gelten müssten

Bei Überschreitung sind auf Kosten des Flughafens Schallschutzfenster einzubauen, danach oder bei Weigerung des Besitzers diese einzubauen gilt der Fluglärm als zumutbar. Wer sich im Freien aufhält, ist somit selber schuld.

Weiters scheint es damit möglich, den Fluglärm durch Flughafenausbauten alle 5 Jahre um 2 Dezibel zu steigern, ohne dass eine Überschreitung der Zumutbarkeit vorliegt - obwohl das beinahe einer Verdoppelung der Überflüge entspricht.

Sollte beim Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie bis zum 29. Jänner 2010 keine Stellungnahme einlangen, wird (dort) davon ausgegangen, dass gegen den Entwurf keine Bedenken bestehen.

Kommt die Verordnung in der eingereichten Form, wäre damit ein weiterer Schritt Richtung hemmungsloser Zerstörung der Lebensqualität und Gesundheit durch Fluglärm gesetzt. Denn was genehmigt oder verordnet ist, wird - wie am Beispiel der Flugrouten über Liesing zu sehen ist - von der Flugverkehrslobby auch ohne Rücksicht auf die Interessen der Allgemeinheit (aus)genutzt.

16.12.2009
Gesundheitsschädlichkeit von Fluglärm erneut bestätigt - Flugrouten über Liesing gesundheitsschädlich
Eine Zusammenfassung einer noch unveröffentlichten Studie von Prof. Greiser mit dem Titel "Tödlicher Lärm" im Spiegel macht darauf aufmerksam, dass Fluglärm bereits ab 40 dB(A) statistisch nachweisbar zu Gesundheitsschäden führt. Statistische Auswertungen der Lärmmessungen der BI-Liesing am Maurer Berg zeigen: dieser Wert wird in Liesing beinahe täglich überschritten, insbesondere in den Abendstunden, wodurch auch jene stark betroffen sind, die woanders arbeiten, sich aber in Liesing vom Arbeitsalltag erholen wollen. Fluglärm bis 22h beeinträchtigt aber auch regelmäßig die Nachtruhe! Leserbrief in der Kronenzeitung

Überschreitungen von 40 dB(A)
Auch ein unlängst von VCÖ publizierter Artikel mit dem Titel auch "leiser" Lärm ist gefährlichbestätigt die Aussage von Univ.-Prof. Hutter, dass es keine Grenze gibt, unter der Fluglärm unbedenklich ist. Weiters wird in dem Artikel auch auf die besonders unangenehmen Eigenschaften tieffrequenten Lärms hingewiesen, wie er für den Fluglärm in Liesing charakterisisch ist. Das tiefe Dröhnen lässt sich durch so genannte objektseitge Maßnahmen wie Schallschutzfenster nicht vernünftig  in den Griff bekommen. Die erfolgsversprechende Maßnahme ist daher der Ersatz von Flugrouten über dicht besiedeltes Gebiet durch Alternativen, bei denen möglichst über unbesiedeltes Gebiet geflogen wird.

Für die Flugrouten über Liesing gibt es diese Alternativen. Daher ist es alleine schon um die Gesundheitskosten zu senken, ein Gebot der politischen Vernunft, die seit 2004 überfallsartig nach Liesing verlegten Flugrouten wieder zurückzunehmen und sich auch für andere Flugrouten über dicht besiedeltes Gebiet Alternativen zu  überlegen, bei denen weniger Menschen vom Fluglärm betroffen sind!

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