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Vorankündigung 11.2.2012 ORF2 Bürgeranwalt 17:30 zum Thema Fluglärm
Zuständige
Wiener Politiker und ein Vertreter der Austro Control
diskutieren das Problem in Anwesenheit von einigen aktiven
Mitgliedern verschiedener Bürgerinitiativen
28.1.2012 (Job)Killer Flughafenausbau
Während
in Österreich nicht nur die Wirtschaftskammer mit nicht nachvollziehbaren Argumenten vehement eine 3. Piste fordert,
zeigt das Beispiel Frankfurt, was sich hinter dem angeblichen Jobmotor
Flughafenausbau verbirgt. Abbau von Arbeitsplätzen und
Zerstörung von Gesundheit und Eigentum.
Manager
ausgenommen wird auch am Flughafen Wien ein Sparpaket gefahren - wohl
um die Verdreifachung der Kosten beim Skylink finanzieren zu
können und zusätzlichen Spielraum für eine Dritte Piste
zu schaffen. Mit der Inbetriebnahme der 3. Piste würde die
zur Entlastung
Wiens aus Steuermitteln finanzierte 2. Piste unter Tags weitgehenst
stilllegt und
damit - folgt man den Argumenten der Wirtschaftskammer Wien - die
Kapazität von 1,7 Pisten
auf 2 Pisten zu erhöhen:
Die gesamte Scobel-Sendung zum Thema Lärm ist unter http://www.3sat.de/mediathek/mediathek.php?obj=29071 bis nächsten Donnerstag abrufbar.
10.1.2012 Umfliegen dicht besiedelter
Gebiete spart auch Steuergeld - Unnötige Flugroute Liesing
geht zu Lasten der Allgemeinheit - Presseaussendung
der BI Liesing gegen Fluglärm
Während
ununterbrochen öffentlichkeitswirksam über
Steuererhöhungen und Ausgabenkürzungen nachgedacht
wird, darf
der Flugverkehr weiterhin steuerbegünstigt unnötig
hohe
Gesundheitskosten verursachen.
So
genießt der
Flugverkehr Steuerprivilegien, von denen die Bevölkerung nur
träumen kann. Beispielweise zahlt die Flughafen Wien AG
für
ihr riesiges Areal keine Grundsteuer, ist der
Großteil aller
Tickets mehrwertssteuerfrei und Mineralölsteuer genauso wenig
Thema wie schwefelfreies Kerosin. Von einer Kostenübernahme
für die verursachten Umweltschäden durch den
Flugverkehr gar
nicht zu reden. So
könnten durch eine gerechtere Besteuerung schon lange viele
zusätzliche Millionen ins Budget fließen.
Gleichzeitig
dröhnen täglich unzählige Flugzeuge ohne
Notwendigkeit
über dicht besiedeltes Stadtgebiet wie den 23. Bezirk. Die fatalen
Auswirkungen sind die Gesundheitsschädigung
unnötig vieler
Menschen verbunden mit unnötig
hohen Gesundheitskosten. Und die
müssen auch von der Allgemeinheit getragen werden. Weitere
zig Millionen Euro Steuergeld pro Jahr wären also
dadurch
einzusparen, dass möglichst
dort geflogen wird, wo keine Menschen
betroffen sind - ganz im Sinne der
entsprechenden Luftverkehrsregeln
und EU-Richtlinien!
6.1.2012
Umwege in der Luft nur aus Spaß oder zur Vereinfachung der
Arbeit
der Austro Control nicht aber aus Lärmschutzgründen
möglich?
Während
man bei den
Fluggesellschaften offensichtlich keine Probleme hat, zu Silvester
einen Extra-Umweg über Wien zu fliegen, muss angeblich aus
Kostengründen und damit zur Vermeidung eines minimalen Umwegs
über dichtest besiedeltes Gebiet gestartet werden.
Welche Umwege aus "Spaß" geflogen werden,
hat die AUA
zu Silvester vorgeführt. Statt auf den direkten Weg zum
Flughafen
zu fliegen, hat der Pilot eine Achterschleife von Währing bis
Maria Enzersdorf und zurück eingeschlagen:

Aber
auch routinemäßig werden große Umwege in
Kauf
genommen. Beispielsweise wenn ein Flugzeug aus Kiew über
Budapest
und dann auch noch über den Südwesten Wiens geschickt
wird - vorbei am Flughafen (blaues
Kreuz)
um dann von Westen her zu landen -
und das bei Windstille, also ohne erkennbare Notwendigkeit:

Womit
sich einmal mehr die Frage stellt, warum man bei Starts den dicht
besiedelten Süden Wiens nicht auch
großräumig umfliegt
- aus Lärmschutzgründen
und im Interesse der Steuerzahler,
die andernfalls für unnötig hohe Gesundheitskosten
aufkommen
müssen.

17.12.2011 Weiterhin konsequente
Realitätsverweigerung zu Lasten des Steuerzahlers
Was
sich bereits seit Jahren wie ein roter Faden durch zahlreiche Aussagen
der Flugverkehrslobby durchzieht, ist die konsequente
Realitätsverweigerung. Offensichtlich ist man in bestimmten
Kreisen
der Meinung, es reiche, etwas nur oft genug zu behaupten, damit es alle
glauben. Dass das über die -
vorsichtig ausgedrückt - nicht nachvollziehbare
Notwendigkeit der Flugroute Liesing weit hinausgeht,
zeigen einige aktuelle Beispiele:
Flugroutenverschiebung auf
dichtest
besiedeltes Gebiet zur Minimierung der Anzahl der Betroffenen?
So
hat ein anonymer Mitarbeiter der
Flughafenhotline zuletzt behauptet, die 2004 u.a. auf das dicht
besiedelte
Liesing verschobenen Flugrouten
wurden nicht primär nach
wirtschaftlichen Gesichtspunkten gewählt, sondern mit dem
Ziel, die Anzahl der Betroffenen möglichst gering zu halten.
Man hat also Flugrouten von weniger dicht besiedelten auf dichter
besiedeltes Gebiet verlegt und traut sich dann noch zu behaupten, dass
damit die Anzahl der Betroffenen reduziert werden sollte?
Vorschriften, die wir
nicht sofort finden, können wir auch nicht verletzen?
Nicht
weniger verwunderlich ist der Schimmelbrief
der Austro Control, zur Frage nach der Nichteinhaltung der
Maximalgeschwindigkeit von 250 Knoten unter 10.000 Fuß.
Darin schränkt deren Sprecher die
Vorschrift einfach auf Landungen ein, obwohl sowohl aus den Regeln
des Flughafens als auch aus den Startroutenkarten
der Austro Control selbst hervorgeht, dass die
Geschwindigkeitsbeschränkung auch für Starts
gilt. Bis dato gibt es
keine
Antwort auf eine entsprechende
Nachfrage. Aber laut Auskunft eines
Juristen reicht es bei Beamten ohnehin, wenn diese sich etwas
erfolgreich
einreden können, damit sie für ihr Verhalten nicht
mehr belangt werden können.
Desinformation mit Halbwahrheiten?
Einen
ähnlichen Weg geht hier der - nach eigenen
Aussagen für
den Fluglärm ohnehin unzuständige - Gemeinderat
Valentin. Bereits Ende September hat er u.a. mit folgenden
sehr geschickt formulierten Aussagen im Wiener Gemeinderat
aufhorchen lassen:
Wie
diese angeblichen Berichtigungen, in denen schon die Aussagen des Vorredners z.T.
falsch zitiert werden, zu verstehen sein dürften, geht auch
aus einer entsprechenden Presseaussendung
hervor:
"Die Grenzwerte
für
Lärmbelastung würden keineswegs
überschritten. Zudem hätte es über
Liesing auch früher schon eine Flugroute gegeben." Beides ist
objektiv falsch, was den Experten
Valentin auch bekannt sein sollte.
So wird
bei den WHO-Richtlinien
explizit darauf hingewiesen, dass die in der entsprechenden Tabelle
angeführten Werte
für tieffrequentem Lärm wie
Fluglärm entsprechend niedriger
anzusetzen wären. Daher gelten die dort in der Tabelle
angeführten Werte für Fluglärm nicht und
können somit gar
nicht eingehalten werden. Würde man hingegen den
entsprechenden Korrekturwert berücksichtigen, so kommt man auf
einen Wert, der in Liesing praktisch täglich
überschritten wird. Aber
offensichtlich ist der Vorsitzende des Wiener Umweltausschusses
Valentin nicht
bereit, jenen Teil der WHO-Richtlinien, die ihm nicht ins Konzept
passen, zu
berücksichtigen - und das trotz vielfach wiederholter
Hinweise.
Dort
wo Herr Valentin eine ehemalige Abflugroute im Norden von Liesing
behauptet, kann diese auf Grund des Flugbeschränkungsgebiets
gar
nicht existiert haben, womit auch die vermeintliche Aufteilung auf
Grund des fehlenden Restes widerlegt wäre. Weiters belegen
nicht
zuletzt jene Flugspuren, welche
die BI "Liesing gegen Fluglärm" von Herrn
Gemeinderat Valentin erhalten hat, dass die Flugroute vor 2004
nicht über den 23. Bezirk sondern
südlich davon verlaufen ist. Zur Illustration die
Überlagerung dieser
Flugspurenkarte aus dem Jahr 2000 (Straßen in rot) mit
einer Karte mit den gleichen Straßen in
gelb und der
Stadtgrenze
als graue Linie:

Realtitätsverweigerung
auf Steuerkosten?
Womit sich
auch die Frage stellt, wie lange wir uns solche Politiker noch leisten
können, die
sich in öffentlicher Realtitätsverweigerung
üben und damit die Einstellung einer Flugroute,
die den Steuerzahler
jährlich viele Millionen Euro kostet,
unnötig in die Länge ziehen?
Abschließend
noch ein
treffendes Zitat aus der obigen Gemeinderatsitzung:
"Ich möchte
grundsätzlich anmerken, dass auch das ständige
Wiederholen
von Dingen, die nicht den Tatsachen entsprechen, einer sachlichen
Diskussion nicht wirklich förderlich ist, und ich bedaure,
dass manche
Mandatare dieses Hauses darauf nicht verzichten können!"
- Das Urteil, auf wen diese Aussage bei der Diskussion im Gemeinderat
anzuwenden ist, bleibt dem Leser
überlassen...
24.11.2011 Podiumsdiskussion zum Thema
„Die EU: Hüterin der Umwelt?"
Die
Mehrheit der Diskutanten war der Meinung, dass diese Frage mit Nein zu
beantworten ist. Ein praktisches Beispiel dafür liefert das
Ex-Post-UVP-Verfahren zum Ausbau des Flughafens Wiens, wo die
EU-Kommission sich letztlich mit einem Abschlußbericht
zufrieden gibt,
der nicht auf die Stellungnahmen der Bürgerinitiativen
eingeht und der auf einem medizinischen Wissenstand von vor 20 Jahren
aufbaut. Hier dürfte sich die angeblich auch in
Brüssel extrem aggressiv agierende Flugverkehrslobby gegen die
Interessen der Bürger durchgesetzt haben. Der angeblich in der
offiziellen Stellungnahme der EU Anfang November erfolgte Hinweis, man
möge seine Interessen im Rahmen des UVP-Verfahrens zur 3.
Piste einbringen, ist ein weiteres Beispiel für
Bürgerverhöhnung, war zu diesem Zeitpunkt die
Beweisaufnahme dafür bereits einige Zeit abgeschlossen.
Andererseits
gibt es aber auch einige Bestrebungen von EU-Seite die in die richtige
Richtung gehen, beispielsweise die Einbeziehung des Flugverkehrs in den
Emissionshandel oder die geplante Ausweitung der
Einschränkung für besonders laute Flugzeuge um 5
Dezibel.
23.11.2011 Monatliches Treffen der
BI-Liesing gegen Fluglärm
Neben
Überlegungen zur Optimierung der Unterschriftenlisten und der
Info-Folder wurde auch der Beitrag des Flugverkehrs
zum Feinstaubproblem
diskutiert.
21.11.2011 Sachliche
Diskussion über Fluglärm kann nur auf Basis von
Fakten erfolgen
Wenn
Herr Lauda eine sachliche Diskussion über Fluglärm
führen
möchte, dann rennt er bei der BI "Liesing gegen
Fluglärm und
die 3. Piste" offene Türen ein.
Generell sollte man davon ausgehen dürfen, dass einem Airliner
die Fakten in seinem Bereich
bestens bekannt sind. Um so mehr verwundert die Diskrepanz
zwischen Aussagen
und Realität, die einmal mehr das von anderen Vertretern der
Flugverkehrslobby
bekannte Muster widerspiegelt:
Aussage Lauda:
Nachtruhe von 21 Uhr bis 7 Uhr ist unnötig lang.
Faktum: Kinder brauchen 10 Stunden oder mehr Schlaf,
daraus ergibt sich die Forderung nach einen entsprechend langen
Nachtflugverbot. Derzeit gibt es ein solches nur für die
Westeinflugsschneise, nicht aber für den Norden und den
Süden
Wiens.
Aussage
Lauda: In der Nacht ist nur eine Piste offen.
Faktum: Am Flughafen
Schwechat ist
auch in der Nacht auch jetzt schon oft mehr als eine Piste in Betrieb.
Die meisten Landungen
erfolgen dabei auf den Pisten 29 oder 16 und damit von Osten kommend
oder über den Norden Wiens, die meisten Starts auf der Piste
29
über den Süden Wiens. (Evaluierungsbericht
des Dialogforums für 2010, Seite 27).
Aussage Lauda: Einen
A380 hört man beim Starten fast nicht mehr
Faktum: Ein A380 ist beim Start laut Flugzeugtypisierung
(Flyover 6,5 km nach dem Abheben) um rund 10 Dezibel lauter
als ein A320
- eines der häufigsten derzeit eingesetzten Flugzeuge. Damit
ist
von einem vermehrten Einsatzes des Großraumflugzeuges A380
eine
massive Mehrbelastung mit Fluglärm zu erwarten.
Aber
vielleicht geht es auch ja auch nur darum, von den Verlusten der
Airlines und den Abschreibungen des Flughafens,
welche eine 3. Piste unfinanzierbar erscheinen
lassen, abzulenken.
22.10.2011 Ex-Post-UVP
- Gefälligkeitsgutachten im Auftrag des BMVIT verkaufen EU und
Bürger für dumm
Zur Erinnerung - 2006
hat Frau Dr. Heger im Namen von zahlreichen Bürgerinitiativen
die UVP-lose
Ausbauten am Flughafen Wien bei der EU eingeklagt und
Recht bekommen.
Der Flughafen musste deshalb im Rahmen eines
Vertragsverletzungsverfahren die UVP quasi nachholen. Dazu
hat
auch die BI "Liesing gegen Fluglärm" im Dezember 2009 eine mit
über 900 Unterschriften unterstützte Stellungnahme
abgegeben.
Beispielsweise
verweist der Gutachter an zahlreichen Stellen auf den Umgebungslärm-Aktionsplan
2008
Teil B13 Flugverkehr,
laut dem in ganz Österreich unter Tags nur 7 Personen vom
Fluglärm betroffen sind, was allgemein als Verhöhnung
der
Fluglärmbetroffenen verstanden wurde und der bereits von
zahlreichen Bürgern bzw. Bürgerinitiativen sachlich
fundiert kritisiert
wurde.(Leicht auffindbare Beispiele Bsp.1,
Bsp.2, Bsp.3). In dem Aktionsplan finden
sich dann auch
"vorhandene oder zur Realisierung absehbare Maßnahmen zur
Lärmminderung", die der Gutachter
unabhängig von der tatsächlichen Relevanz ohne
weiteren
Kommentar zitiert, was auf fehlende
Auseinandersetzung mit der Materie
schließen lässt:
Zitat
im Gutachten: Die
Standard-Instrumenten-Abflugstrecken des Flughafens Wien sind
gleichzeitig Lärm mindernde Abflugverfahren. Ihre Einhaltung
innerhalb der Leistungsgrenzen des jeweiligen Luftfahrzeuges ist
verbindlich.
Anmerkung dazu: Das
Flugrouten die
ohne Notwendigkeit über dicht besiedelte Gebiete wie den 23.
Bezirk und Mödling gehen, lärmmindernd sein sollen,
kann man
wohl nicht wirklich glauben. Tatsächlich
führen Flugrouten wie die 2004 mutwillig nach Liesing verlegt
Flugroute zur einer unnötigen Erhöhung der
Gesundheitskosten, die dem Steuerzahler zur Last fällt.
Zitat
im Gutachten: Geschwindigkeitsbegrenzungen
unter einer bestimmten Flughöhe (Flugfläche 100,
entspricht
etwa einer Höhe von 3.000 m über dem Meeresspiegel)
reduzieren die Lärmentwicklung durch Reduzierung der
Triebwerks-
und Umströmungsgeräusche.
Anmerkung dazu:
Die Vorschrift
gibt
es zwar wirklich - unter 10.000 Fuß darf die
Höchstgeschwindigkeit demnach maximal 250 Knoten betragen, nur
wird diese nicht eingehalten. Startende Flugzeuge gewinnen so
nicht an Höhe sondern fliegen viel zu
schnell und tief - und das auch über dicht besiedelte Gebiete
wie
den 23. Bezirk. Zur Illustration:

Zitat
im Gutachten: Zusätzlich
wurde im Jahr 2008 eine Nachtflugbeschränkung für den
Flughafen Wien festgelegt, dessen Grundlagen im Mediationsverfahren
zwischen dem Flughafen Wien und den Mediationsteam erarbeitet wurden.
Anmerkung dazu:
Auf seiner
Homepage macht der Flughafen Wien u.a. damit Werbung für
Frachtflugverkehr, in dem er behauptet, es
gäbe keine
Nachtflugbeschränkungen für Kapitel III Flugzeuge.
Alleine diese 3 Beispiele legen nahe, dass es sich um ein reines
Gefälligkeitgutachten handeln dürfte, dass
ähnlich wie jene zur 3. Piste und zur Luftverkehrs-Immissionsschutzverordnung nur
der Beschwichtigung dient!.
Schwärzung von
Einwänden und veraltete Umweltmedizin
Besonders
unangenehm fällt auch auf, dass aussagekräftige
Grafiken unserer
Einwände in dem Gutachten "geschwärzt" dargestellt
und ihre
Aussagen ignoriert werden. Hier ein Beispiel von vielen:
Statt also die Zusammenfassung mehrerer Studien
ernst zu nehmen, beruft
sich der Gutachter auf eine
Bundes-Umgebungslärm"schutz"verordnung, welche
für Fluglärm um 5 Dezibel höhere
Schwellwerte als
für
Straßenlärm vorsieht, obwohl Fluglärm - wie
eben auch aus
der ungeschwärzten Variante der obigen Grafik leicht erkennbar
-
bei gleichen Dauerschallpegel um
einiges störender und wie andere Untersuchungen
zeigen,
gesundheitsschädlicher als
Straßenlärm ist. Im Gutachten werden also nicht
nur
neue
wissenschaftliche Erkenntnisse wie die vom Umweltbundesamt
veröffentliche Studien von Prof. Greiser sondern auch schon
sehr
lange bekannte Forschungsergebnisse - trotz expliziten Hinweis darauf
- konsequent ignoriert. Dass der
Gutachter hier
noch auf ein weiteres Gutachten im Auftrag des
BMVIT verweisen kann, dass zur gesamten Thematik des
Fluglärms nur sehr wenige Literatustellen auflistet, von denen
die
neuste noch dazu aus dem Jahr 1994 ist, macht
deutlich, dass es hier nur um die Einhaltung formaler Kriterien
nicht aber um die Gesundheit der Menschen geht.
Aber
auch der unreflektierte
Verweis auf
die inkonsistenten Lärmmessungen des Flughafens deren haarsträubende
Unvollständigkeit für Siebenhirten schon aus den
Messprotokollen selbst hervorgeht,
zeigt die unwissenschaftliche Oberflächlichkeit, mit der man
sich
im Auftrag des BMVIT über die systematische
Zerstörung der Lebensqualität einer ganzen
Region hinwegsetzt.
Tricks auf Steuerkosten?
Nicht zuletzt werden auch unübersehbare Hinweise auf
offensichtliche Tricks im Umweltverträglichkeitsbericht,
wie die Verwendung besonders
leiser Flugzeugentwicklungen nur für die
Planvariante, denen
dort dafür
43% aller Flugbewegungen zugeordnet werden, vom Gutacher einfach
ignoriert (3.1.1.3 unserer Stellungnahme). Womit sich auch
die Frage stellt,
ob wir diese Gutachten mit unserem Steuergeld finanzieren mussten oder
ob die Flugverkehrslobby wenigstens die Kosten dafür
trägt.
Unabhängig
davon verwundert es, dass Behörden ihre
Entscheidungen
im Zusammenhang mit dem Flugverkehr scheinbar völlig
unreflektiert
auf offensichtlich unvollständigen, einseitigen und nicht dem
Stand der
Wissenschaft entsprechenden Gutachten aufbauen. So
erinnert die
Vorgangsweise nicht zufällig an jene, die
überhaupt zur ex-Post UVP geführt hat aber auch an
das
Verfahren zur 3. Piste. Letztlich
stellt sich damit auch die Frage, ob
der dafür notwendige Verwaltungsaufwand durch dessen
Ergebnisse
auch nur annähernd zu rechtfertigen ist.
13.10.2011 Monatliches
Treffen
Beim monatlichen Treffen
ging es um die
Podiumsdiskussion und die von Herrn Gemeinderat Valentin gebrachten
Argumente, die sich vorsichtig ausgedrückt, als nicht
nachvollziehbar herausgestellt haben. Beispielsweise um die Behauptung
die Flugroute Liesing ging auch schon vor 2004 über Liesinger
Bezirksgebiet. Eine
Aussage die auch durch Überlagerung der von
ihm vorgelegten Flugspuren des Flughafens aus dem Jahr 2000 mit den
Bezirksgrenzen in Google Earth klar widerlegbar ist.
Das der Randbereich des 23. Bezirks bereits früher schon -
beispielsweise durch die temporäre Verlegung einer Flugroute
von
Mai 1988 bis November 1989 über Perchtoldsdorf - unzumutbaren
Fluglärm ausgesetzt war, kann jedenfalls keine Rechtfertigung
dafür sein, dass die Flugroute 2004 unsinnigerweise
stadtweinwärts verlegt wurde. Vielmehr zeigt die
Flugroutenrückverlegung 1989, dass entsprechender
Anrainerprotest
offensichtlich schon früher dazu geführt hat, dass
Verschlechterungen wieder zurückgenommen werden.
Weitere Themen waren die neue Unterschriftenaktion
und wie man die
Nachbarn auch außerhalb der Bezirksgrenzen mit einbinden
kann. Dazu
ist vor allem interessant, dass es sowohl mit dem Bezirk
Mödling
als auch mit Favoriten, Hietzing und Meidling eine Reihe von
gemeinsamen Zielen gibt. So würden auch diese Gebiete von auf
die
Bevölkerungsdichte hin optimierten Abflugrouten bzw. vom
Nichtbau
einer 3. Piste profitieren.
08.10.2011
So
unnötig ist die Abflugroute Liesing -
Überflüge im Minutentakt entlarven
Kapazitätsschmäh
Seit Jahren wird den
Liesingern von
Flugverkehrslobyisten erzählt, dass eine 5. Flugroute
über Liesing aus
Kapazitätsgründen und damit zur Arbeitsplatzsicherung
unumgänglich notwendig gewesen sei. Überflüge
im Minutentakt über den 23. Bezirk machen hingegen deutlich,
welche Kapazität eine Abflugroute tatsächlich hat. Beispielsweise
am 6.10.2011, wo 4 Starts hintereinander mit einem durchschnittlichen
Abstand von deutlich weniger als 2 min auf der Flugroute
Liesing zu beobachten waren:

Aber
auch 2 Minuten Abstand bedeuten bereits 30 Starts pro
Minute
auf einer einzigen Flugroute. Vergleicht man die so ermittelbare
Kapazität von
Flugrouten mit der von deutschen Flughäfen
angegebenen Maximalkapazität von 40 Starts pro Piste
so
stellt man fest, dass sich daraus beim besten Willen keine
Rechtfertigung
für 5 Flugrouten von einer Piste ableiten
lässt.
| Kapazität in Starts pro
Stunde |
| 1 Piste | 40 | 1
Abflugroute | 30 |
| 2 Abflugrouten | 60 |
| 2 Pisten | 80 | 3
Abflugrouten | 90 |
Selbst wenn man davon ausgeht, dass
Propellerflugzeuge wie Turbo-Props
auf Grund niedrigerer Geschwindigkeit eine
Sonderbehandlung d.h. mehr Abstand oder eine eigene Flugroute
benötigen, lässt sich damit selbst mit einer
3. Piste keine Notwendigkeit für mehr als 4 Abflugrouten
von den geplanten Parallelpisten Richtung Wien erkennen. Dabei
ist in der Tabelle für 2 Pisten noch
nicht einmal berücksichtigt, dass im
Parallelpistensystem
nicht eine Stunde
lang ausschließlich gestartet werden kann, muss doch auch
noch
dort gelandet
werden.
Derzeit
würden
jedenfalls von der
Piste Richtung Wien 2 Abflugrouten plus eine
Propellerflugroute mehr als ausreichen. Dabei
stellt sich auch die Frage, warum die Propellerflugroute nach
der Rechtskurve, die es bereits seit langem gibt, nicht
stärker verwendet wird.
Unabhängig
davon besteht jedenfalls ausreichender
Spielraum, um die Abflugrouten von der Piste Richtung Westen so zu
optimieren, dass sehr viel weniger Menschen betroffen
sind. Etwas
was ja alleine schon auf Grund der damit möglichen Minimierung
der
Gesundheitskosten eindeutig im Interesse der Allgemeinheit ist.
In Deutschland überprüft
erstmals das
Bundesumweltamt bei welcher Routenkonstellation möglichst
wenige Menschen dem Lärm ausgesetzt wären
- etwas was auch für
Österreich zu fordern ist. Und zwar so, dass damit auch alle
Fluglärmbetroffen erfasst sind und nicht so wie
beim Dialogforum des Wiener Flughafens, wo die Betroffenheit
durch
einen bereits als gesundheitsgefährdend einzustufenden
Fluglärm-Dauerschallpegel von 40 dBA trotz unzähliger
Beschwerden in den Berechnungen noch immer nicht
berücksichtigt wird.
22.9.2011 Podiumsdiskussion
"Einlösung politischer
Versprechen
zur Flugroute über Liesing - Wann?"

Über
300
bereits gut informierte Teilnehmer aus dem 23. Bezirk und dessen
Umgebung,
wie z.B. Perchtoldsdorf, füllten den Saal. Zu Beginn gab
es 4 Kurzvorträge zu den
Themen:
In den Vorträgen wurde auch mehrfach auf die
Einhaltung der Luftverkehrregeln
und den dort
verankerten Schutz dicht besiedelter Gebiete vor vermeidbarem
Fluglärm hingewiesen. Applaus
gab es dabei für die Forderung nach Einstellung der Flugroute
Liesing!
In den
anschließenden Kurzstellungnahmen der Politiker ging es um
die Fortschritte bei der Einlösung der Versprechen
betreffend der Einstellung der Flugroute Liesing
bzw. der von der SPÖ bereits 2004 versprochenen
Nichtbelastung durch die Flugroutenverlegung nach Liesing:
- Für die ÖVP hat der
selbst von der
Flugroute Liesing betroffene Bezirksrat Ernst Paleta darauf
hingewiesen, dass die Wiener ÖVP den Mediationsvertrag nicht
unterschrieben hat und dass die Wiener ÖVP im
nächsten
Gemeinderat
einen Antrag betreffend Verlegung der Flugrouten nach Kriterien der
geringsten Menschenbelastung einbringen und Verkehrsministerin
Bures dahingehend zur Aktivität auffordern wird.
- Toni
Mahdalik von der FPÖ will - wie auch schon
in
der Vergangenheit - alle politischen Instrumente, die einer
Oppositionspartei zur
Verfügung stehen, wie beispielsweise Anträge im
Gemeinderat
und Medienarbeit nutzen, um weiterhin
öffentlichkeitswirksam dafür einzutreten, dass die
2004
überfallsartig auf den 23. Bezirk verlegte Flugroute,
wieder wegkommt. Auch er will erneut einen entsprechenden Antrag
stellen und eine Volksbefragung zur 3. Piste initiieren.
- Für die Wiener Grünen hat Gemeinderat
Mag. Rüdiger Maresch neben der
Ablehnung der 3. Piste die Gespräche der Austro
Control zur
Optimierung der Flugrouten betont. Dazu hat er darauf hingewiesen, dass
die Gespräche sehr zäh verlaufen, dass er
aber
jedenfalls von der Austro Control eine schriftliche Stellungnahme zu
den im Vortrag
des Piloten aufgezeigten Alternativen erwartet, die es
ermöglichen, dicht besiedelte Gebiete wie Liesing zu umfliegen.
- Für die Wiener Umweltstadträtin Ulli
Sima
hat der
nach eigenen Aussagen "nicht für Fluglärm
zuständige"
Vertreter der SPÖ Gemeinderat Erich Valentin darauf
hingewiesen, dass er der Meinung ist, dass in Wien die
Grenzwerte
der WHO eingehalten werden und dass er den Fluglärm
für
Gesamtwien möglichst gering halten möchte. Weiters
hat er die
Prognose abgegeben, dass mit einer 3. Piste dicht besiedelte Gebiete
wie Liesing entlastet werden. Darauf, dass die WHO-Richtlinien
für Fluglärm eine Messung nach dB(C) bzw.
entsprechend
niedrigere Grenzwerte vorsehen und dass die Prognose des Flughafens
eine Vervielfachung der Starts über Liesing vorsehen, ist er
nicht
eingegangen. Dass die Gemeinde Wien, die 20% der Aktien des Wiener
Flughafen hält, ihre Zustimmung zur Flugroutenverlegung nach
Liesing gegeben hat und dass Herr Gemeinderat Valentin im erweiterten
Vorstand des Flughafen-Dialogforums sitzt, auf das sich formal
zuständige SPÖ-PolitikerInnen wie die
Infrastrukturministerin
Bures ausreden, hat er ebenfalls geflissentlich verschwiegen. Auch die
Aussage er wäre nicht über den Ablauf der
Veranstaltung
informiert gewesen, überrascht, da er darüber per
email
informiert wurde.

In
der offenen Debatte haben dann zahlreiche Menschen im Saal vehement ihre Betroffenheit
über den Fluglärm und ihre Enttäuschung
über eine
Politik zum
Ausdruck gebracht, die entweder nicht Willens oder
nicht in der Lage ist, die Interessen der Bürger
adäquat zu
vertreten. Dabei wurde mehrmals darauf hingewiesen, dass
im Interesse unserer Zukunft und der unserer Kinder und Kindeskinder
kurzfristige
Gewinne nicht über Gesundheit, Eigentumsrechte und
nachhaltiges
Wirtschaften gestellt werden dürfen - auch nicht, wenn die
Gemeinde Wien am Flughafen beteiligt ist.
Die sehr geschickten Versuche von Herrn Gemeinderat
Valentin, Probleme
mit einer Fülle
von Halbwahrheiten schönzureden,
wurde von den meisten Anwesenden nur als weitere Zumutung empfunden.
Ein leicht überprüfbares Beispiel ist die Frage, nach
einer
möglichen Einflussnahme des Flughafens auf die Austro
Control
(ACG) durch entsprechende Besetzung des Aufsichtrats der ACG. Herr
Valentin hat in diesem Zusammenhang völlig richtig darauf
hingewiesen, dass Herr Mag. Kaufmann, der dort im Aufsichtsrat
sitzt, nicht mehr im Vorstand der FWAG ist. Was er nicht
erwähnt hat, ist, dass Herr Mag. Kaufmann bereits in seiner
Zeit
als Vorstandsvorsitzender der Flughafen Wien AG im Aufsichtrat
der
Austro Control tätig war (Auszug aus dem
Geschäftsbericht der ACG 2009, der auch den AUA-Chef als
Aufsichtsratmitglied auflistet).
Herrn Gemeinderat Valentins gelang es auch mit seinen
Aussagen zur
gezeigten Greiser Studie Verwirrung zu stiften. So behauptete er, dass
es sich um Studien zum erhöhten Medikamentenverbrauch auf
Grund
des Nachtfluglärms gehandelt hat, während die
gezeigte Studie
auf Entlassungdiagnosen aus dem Krankenhaus aufbaut und die
Abhängigkeit von 24h Fluglärm aber auch vom
Fluglärm in
der Nacht und am Tag untersucht wurden. Es ist zwar richtig, dass am
Flughafen Köln-Bonn der Nachtfluglärm eine
größere
Rolle als Wien spielt, vor diesem Hintergrund wurde aber beispielsweise
für Schlaganfälle für Frauen ohne
Schallschutzfensterförderung ein höheres Risiko pro
Dezibel
Tagfluglärm-Dauerschallpegel gefunden als pro Dezibel
Nachtfluglärm. Womit klar ist, dass die
gesundheitsschädliche Wirkung von Fluglärm nicht auf
die
Nacht beschränkt ist.
Weiters ist festzuhalten, dass die Kritik in einem
Ärzteblatt
über methodische Fehler auf den Behauptungen eines
Herrn
Prof. Eikmann beruhen dürften, der dazu schon vor langer Zeit
eine
Unterlassungserklärung gegenüber Prof. Greiser
abgegeben hat.
Die beiden Verlage, die Eikmanns Arbeiten dazu veröffentlicht
haben, haben ein entsprechende Verfahren gegen Prof. Greiser in zweiter
Instanz verloren.
Dass Herr Gemeinderat Valentin der Frage, was
er für Liesing positiv verändern
will, mehrfach ausgewichen ist, scheint auch eine eindeutige Antwort zu
sein,
die durch die Abwesenheit des Bezirksvorstehers noch unterstrichen
wurde. Auch auf die
Frage, warum überhaupt über Liesing geflogen
wird, blieb Herr Gemeinderat Valentin trotz umfangreicher Redezeit eine
Antwort schuldig.
Umso wichtiger ist es, dass jede(r) Einzelne
hartnäckig bleibt
und von seinem Recht,
sich über Fluglärm zu beschweren Gebrauch macht,
Unterschriften sammelt
und bei gemeinsamen Veranstaltungen
mitmacht. Nur so kann es gelingen den Einfluss auf eine Politik zu
verstärken, die teilweise noch immer in
eine völlig falsche Richtung
läuft!
09.09.2011
und 10.09.2011
Infoveranstaltungen der BI "Liesing gegen Fluglärm" in Liesing
und Atzgersdorf
Hauptthema war die Betroffenheit durch den jetzt schon unzumutbaren
Fluglärm
und was man dafür tun kann, damit der 23. Bezirk,
Perchtoldsdorf
und Breitenfurt wieder umflogen werden. In diesem Zusammenhang haben
wir auf die Podiumsdiskussion hingewiesen, bei der es auch
möglich ist Fragen und Aufforderungen direkt an
die anwesenden Politiker zu stellen sowie die Möglichkeit
Unterschriftenlisten gegen die Flugroute über Liesing
mitzunehmen.
Die weitgehend ablehenden Haltung der Bevölkerung zu
einer 3.
Piste, die vor allem noch
mehr Fluglärm und krebserregenden Feinstaub bringt, hat sich
auch
in zahlreichen Gesprächen bestätigt.
Unverständnis
herrscht aber auch darüber, warum der Flughafen eine Piste
Richtung Wien und dessen dicht besiedelten Süden bauen
möchte.
07.09.2011 Monatliches
Treffen
Beim monatliches Treffen der BI "Liesing gegen
Fluglärm und
die 3. Piste" ging es um die UVP und die zahlreichen Einwände
gegen die 3. Piste. Erstaunen hat dabei hervorgerufen, wie man seitens
der Behörden und deren Gutachter nicht nur die offensichtliche
Umweltverträglichkeit sondern auch die zahlreichen
Widersprüche in den Berechnungsgrundlagen zu ignorieren
versucht.
Weiteres Thema waren die in ganz Liesing verteilten
Einladungen zur
Podiumsdiskussion am 22.9.
03.09.2011
46,5%
Überschreitung der vereinbarten Starts auf der Abflugroute
Liesing -
Evaluierungsbericht 2010 belegt wie wenig im Flughafen-Dialogforum
getroffene Vereinbarungen zählen
Der wochenlang entgegen der offiziellen Ankündigung
per
Presseaussendung verheimlichte Evaluierungsbericht
des Dialogforums
belegt, was man bei der Austro Control von dort getroffenen
Vereinbarungen hält. So wurden 2010 bereits 10%
aller Starts
über das dicht besiedelte Liesing geschickt, damit
wurde
der 2005 im Dialogforum vereinbarte Werts von 6,84% beinahe um
das
1,5 fache überschritten.
Durchschnittlich wurden die Bewohner des 23.
Bezirk und ihre Nachbarn damit 36 mal pro Tag statt 25 mal pro Tag
dem Gedröhne eines startenden Flugzeugs ausgesetzt,
Nachtflugroute und Lander nicht mitgezählt. In
absoluten Zahlen ist damit die Situation
schlimmer als 2004 als 10.000
Menschen für die Einstellung der Abflugroute
unterschrieben
hatten.
Abgesehen davon, dass es überhaupt nicht einzusehen
ist, dass
eine Abflugroute 2004 ohne Notwendigkeit auf das
dicht
besiedelte Liesing verlegt wurde, ist es auch nicht glaubhaft, dass die
Anzahl der Flugbewegungen auf dieser Flugroute, die laut
Pistenbelegungsplan
der Austro Control derzeit praktisch nur
bei Windstille zum Einsatz kommt, nicht einhaltbar sein sollte. Vielmehr
machen die Jahr für Jahr erfolgten Überschreitungen
deutlich, warum es bei der Abflugroute über Liesing wirklich
geht - um
Profitoptimierung für die Airlines, die zur Vermeidung
minimaler Umwege
lieber 100.000 Menschen in ihrer
Lebensqualität und
Gesundheit schädigen.
Dass es nicht um faire Verteilung sondern um
möglichst kurze Flugwege ist auch aus der Ausdehnung
der Lärmzonen Richtung Liesing und Maria Enzersdorf
gut erkennbar ist. Auch die
mit einer 3. Piste ganz offiziell geplante Vervierfachung der der
Starts über Liesing zeigt
das wahre Gesicht der Flugverkehrslobby, über das todschicke
Begriffe wie "Mediationsverfahren" und "Dialogforum" nicht
länger
hinwegtäuschen können. Dass in den
Flughafenunterlagen zur 3.
Piste bereits für Teile
Liesings (Erlaa, Inzersdorf) Listen für die Eintragung
einer Sicherheitszone
im Grundbuch im Zusammenhang mit einer neuen Landeroute über den
Südwesten Wiens existieren,
vervollständigt das Bild.
29.08.2011 Infoveranstaltung der BI
"Liesing gegen Fluglärm und die 3. Piste" zu Beginn der
UVP-Verhandlungen

Bei
der Infoveranstaltung der BI "Liesing gegen Fluglärm" war
es möglich, Politiker und Journalisten auf grundsätzliche
Widersprüche in der
Umweltverträglichkeitserklärung zur 3. Piste
und die Umweltunverträglichkeit der Flugroute über
Liesing
aufmerksam zu machen. In den niederösterreichischen Medien
dürften aber Stellungnahmen der BI "Liesing gegen
Fluglärm
und die 3. Piste" unerwünscht sein. So hat das ORF-Team vor
Ort
ein Interview verweigert und ist ein Beitrag
in den niederösterreichischen Nachrichten (NÖN)
seltsamer
Weise zwar bei Google auffindbar, den Beitrag selbst gibt es aber nicht
mehr.
26.08.2011
Presseaussendung zur umweltunverträglichsten Variante einer 3.
Piste
In unserer Presseaussendung machen wir darauf
aufmerksam, dass das UVP-Verfahren
auf dem Holzweg ist:
- in dem von der EU geforderten
nachträgliche
UVP-Verfahren
für den Skylink und andere Ausbauten am Flughafen werden die
mit Tausenden Unterschriften legitimierten
Stellungnahmen vom Infrastrukturministerium einfach ignoriert - damit
werden die Bürger de facto um ihre Rechte gebracht!
- in sich
widersprüchliche
Umweltverträglichkeitserklärungen und
der offensichtlich
falsche Variantenvergleich bestärken den Verdacht, dass die umweltunverträglichste
Variante eingereicht und entgegen den gesetzlichen Grundlagen
durchgeboxt werden soll!
- Eine
heimliche Verzehnfachung der Starts über
Liesing in den
Unterlagen, die Jahre nach der Möglichkeit Stellung zu nehmen
erfolgt ist, widerspricht der Idee dass Anrainer im UVP-Verfahren
Parteienstellung haben sollen
Die als Möglichkeit eine 3.
Piste doch noch ein
wenig
umweltverträglicher zu gestalten ins Spiel gebrachte
Wegverlegung
der Flugrouten von Liesing ist zwar eine gute Idee, erfordert
aber keine 3. Piste. Stattdessen sind Wien
und seine Siedlungsachsen im Süden und Norden auch jetzt schon
großräumig zu umfliegen!
25.08.2011
Schriftliche Stellungnahme der BI "Liesing gegen
Fluglärm
und die 3. Piste" zum Umweltverträglichkeitsgutachten abgegeben
Hauptkritikpunkte
unserer
Stellungnahme sind neben der fehlenden
Umweltverträglichkeit des
Projekts auch die Qualität der Gutachten die das Gegenteil
beweisen wollen:
- Insbesondere
das umweltmedizinische Gutachten fällt durch besondere
Einseitigkeit in der
Literaturauswahl und deren Fehlinterpretation auf, die zu absurd hohen
Grenzwerten für Fluglärm führt. Womit
Liesing trotz der geplanten
Vervielfachung des Fluglärms in keiner Lärmkarte
aufscheint.
- Im
Luftmedizinischen Gutachten scheint hingegen das Gesetz von der
Erhaltung
der Masse außer Kraft gesetzt zu sein. So verschwinden die
durch den
zusätzlichen Flugverkehr produzierten Schadstoffe scheinbar
spurlos im
"Schwechater Bermudadreieck".
- Dass der zu
Entscheidungsfindung wichtige Variantenvergleich völlig falsch
ist,
belegt der Flughafen bereits selbst in seiner überarbeiteten
Planvariante.
Daneben
gibt es eine
Fülle von Einwänden aus unseren früheren
Stellungnahmen,
die von den Gutachtern nicht oder nicht ernsthaft beantwortet wurden.
Davon abgesehen ist aber ohnehin die Frage zu stellen, wie
seriös
ein Verfahren
sein kann, in dem der Flughafen 2 Jahre nach der Möglichkeit
Parteienstellung zu erlangen, die Anzahl
der Flugbewegungen über Liesing still und heimlich mehr als
verzehnfacht hat.
17.08.2011 So wird bei der
Umweltverträglichkeitsprüfung zur 3. Piste getrickst
Während bei der offiziellen
Auflage
der Umweltverträglichkeitserklärung des
Flughafens zur 3. Piste 2008 für Liesing
mit 2,2% aller Starts gerechnet wurde, hat man diese lange nach der
Frist zur Stellungnahme auf 17,3% hochgeschraubt. Die Konsequenz -
statt den dicht besiedelten 23. Bezirk gegenüber dem
derzeitigen Status zu entlasten, soll die Anzahl der
Überflüge mit einer 3. Piste vervierfacht werden.
Insgesamt
ergibt sich gegenüber
der offiziellen Auflage eine heimliche Verzehnfachung der Starts
über Liesing und somit ein völlig
anderes Projekt, das deshalb auch neu einzureichen oder entsprechend
der offiziellen Auflage aus dem Jahr 2008 abzuändern ist.

Nicht geändert
wurde hingegen der völlig unrealistische und veraltete
Variantenvergleich, in dem für das Jahr 2010 mit
einer 3. Piste Richtung Norden 6(!) mal mehr Starts
über
Liesing errechnet wurden, als mit einer 3. Piste Richtung Liesing.
Was nicht nur unlogisch ist, sondern auch im direkten Widerspruch
zur neuen Planvariante steht. Damit
entzieht man Behauptungen, es wäre die
umweltverträglichste
Variante eingereicht worden, endgültig die
Beurteilungsgrundlage. Womit sich aber auch die Frage
stellt, was den Gutachtern und der zuständigen
Behörde
sonst noch alles nicht aufgefallen ist und warum entsprechenden
Einwänden nicht oder nicht ausreichend nachgegangen wurde?
Für
die
seriöse Fortsetzung
einer Umweltverträglichkeitsprüfung der 3. Piste
fehlen
jedenfalls die Grundlagen!
15.08.2011
Umweltverträglichkeitsprüfung der 3. Piste - eine
Farce?
Liest
man die auf mehrere Dokumente
verteilte Beantwortung von Einwänden der
Bürger, so
entsteht schnell der
Eindruck, dass man die Umweltverträglichkeitsprüfung
am
Flughafen Wien nicht sonderlich ernst nimmt. Beispielsweise findet man
auf den Einwand, dass die
Umweltverträglichkeitserklärung auf
zu
niedrigen Flugverkehrszahlen beruht, die Antwort, dass "die
Leistungsfähigkeit des Bahnsystems nicht Teil der UVP ist":

oder
wenn als Antwort auf die Stellungnahme zur Betroffenheit
Liesing
davon die Rede ist, dass Liesing nicht direkt überflogen wird,
während aus den anderen Dokumenten der
Umweltverträglichkeitserklärung eine Vervierfachung
der
Starts genau über das Verwaltungszentrum Liesings ersichtlich
ist:

Dazu
passt auch, dass deutliche Änderungen in den
Lärmzonen
zwischen den 2008 veröffentlichten Unterlagen und den neuen
Unterlagen als unerheblich eingestuft werden, kann man doch neue
Fluglärmbetroffene
nach Meinung der Projektwerber und der von ihnen
bezahlten Gutachter bei
Bedarf einfach hinter Lärmschutzfenster
sperren. Artgerechte Haltung für von extrem
starken Fluglärm Betroffene,
weniger stark Betroffene,
deren Gesundheitsgefährdung durch
Fluglärm vom "Flughafendoktor" nicht anerkannt wird, glaubt
man ignorieren zu können.
09.08.2011 Dialogforum der FWAG
veröffentlicht Evaluierungsbericht - aber nur laut
Presseaussendung
Laut
Presseaussendung mit dem Titel "Dialogforum Wien veröffentlicht den
Evaluierungsbericht 2010" und laut korrigierter Presseaussendung
sollte der neue Evaluierungsbericht seit 7.7.2011 im Internet abrufbar.
Zitat: Der
Evaluierungsbericht 2010 (Lang- und Kurzfassung) steht ab sofort ebenso
wie die Evaluierungsberichte für die Jahre 2004 bis 2009 auf
der
Website des Dialogforums (www.dialogforum.at) als Download zur
Verfügung.
Wie viel Aussagen des Dialogforums des Flughafens wert sind,
ist auch
daran zu messen, dass der Evaluierungsbericht auch mehr als einen Monat
nach dessen Ankündigung noch immer nicht zur
Verfügung steht.
Womit sich die Frage nach dem Warum stellt?
Interessant ist auch, das man beim Dialogforum in der
korrigierten
Variante der Presseaussendung ausdrücklich den Fortgang des
UVP-Verfahrens zur 3. Piste mitten in den Sommerferien
begrüßt, wo der Widerstand gegen dieses
umweltunverträgliche Projekt urlaubsbedingt am geringsten ist.
Aber wie heißt es so schön, dessen Brot ich ess',
dessen
Lied ich spiel!
Gerade zu mutig erscheint hingegen die Kritik daran, dass auch
2010 die Zielwerte für die Starts von der Piste 29 - so wie
üblich - überschritten wurden und damit der
Süden Wiens
und die angrenzenden niederösterreichischen Gemeinden dadurch
stärker als geplant vom Flugbetrieb betroffen waren.
Konsquenzen gibt aber ohnehin keine - bei
Windstille muss selbstverständlich auf der
Schönwetterflugroute über das dicht besiedelte
Liesing
gestartet werden!
30.07.2011 Öffentliche
Anhörung zur 3. Piste noch in den Sommerferien und auf Basis
falscher
Grundlagen
Umweltverträglichkeitsgutachten (UVGA) der
niederösterreichischen Umweltbehörde über
die geplante Dritte Piste des Wiener Flughafens zur
öffentlichen Einsicht aufgelegt. Die Frist zur Einsichtnahme
endet am 25. August, die öffentliche Anhörung dauert
vom 29. August bis zum 7. September 2011.
Die Auflage und Verhandlung dieses Gutachtens in einem
Zeitraum, da
sowohl die Betroffenen als auch die meisten Gegen-Gutachter im Urlaub
sind, lassen auf klare Absichten schließen: Einwendungen zum Schutz der
Umwelt und der Gesundheit der Bevölkerung sind
unerwünscht.
Das
Ausgangsszenario für die Beurteilung der
Umweltauswirkungen der dritten Piste baut auf den bisherigen - nach
Meinung von damit befassten Juristen rechtswidrig
erlangten - Bewilligungen für die Ausbauten am Flughafen auf,
für die es immer noch kein abgeschlossenes UVP-Verfahren gibt.
Die gesamte Vorgangsweise fügt sich damit
nahtlos in das
Sittenbild ein, welches Flughafen und politisches Umfeld in den
letzten Jahren abgegeben haben.
27.06.2011 Wie der
Flughafen auf offizielle
Stellungnahmen der Stadt Wien zur 3. Piste reagieren
In der
offiziellen Stellungnahme der Stadt Wien an das Amt der
Nö. Landesregierung zur 3. Piste vom 23. Juli 2008
ist unter 6.4 zur Pistenbelegung in concreto zu lesen: "Ferner
ist erforderlich, dass Starts auf der Piste 29 (R und L) so
strukturiert werden, dass das Grenzgebiet Wien/NÖ (dichtest
besiedeltes Gebiet) im Vergleich zum Status Quo merkbar entlastet wird.
Die
derzeitige vorläufige Verkehrverteilung des Einreichprojekts
ist
mit den Zielsetzungen des UVP-G und dem aus §17 UVP-G
resultierenden Prinzip der Minimierung der Betroffenen nicht vereinbar"
Was damit gemeint ist, wurde in einer Pressekonferenz von
Herrn Gemeinderat Valentin auch schriftlich weitergegeben: Bei Starts
auf der Piste 29L und 29R, also in Richtung Wien, ist sowohl bei der
Routenlegung als auch bei der Belegung darauf zu achten, dass das
dichtbesiedelte Gebiet im Grenzbereich Wien/Niederösterreich
(wienseitig 10. und 23. Bezirk) zum Status Quo relevant entlastet wird.
In der damals vorliegenden Revision 03 waren laut Dokument
04.110
Variantenvergleich Fluglärm unter 5.1 Grundlagen der
Berechnung 2.2%
aller Starts Liesing zugeordnet (je 1.1%
auf den Flugrouten DESNA1L und STO1L) , in der Revision 05 aus dem Jahr
2010 sind es 17.3% aller
Starts,
die mit einer 3. Piste über das dicht besiedelte
Liesing geschickt werden sollen (siehe unten). Jeweils ohne
Berücksichtigung der Nachtflugroute SNU. Und die
Flugrouten
gehen auch in der neuesten Version der UVE direkt über
Liesinger
Gebiet.
Damit
muss man die politische Frage stellen, warum der
Flughafen obige
Stellungnahme
der Stadt Wien nicht nur offensichtlich ignoriert hat
sondern das
genaue Gegenteil zur Forderung nach Entlastung dicht besiedelter
Gebiete im Süden Wiens in den neu eingreichten
Unterlagen des
Flughafens zu finden ist?
Darüber hinaus ist die grundsätzliche Frage
zu
stellen, warum UVP-Gesetz und Luftverkehrsregeln,
die
einer Verlagerung von Flugverkehr auf dicht besiedeltes Gebiet
diametral entgegenstehen, von der Aviation Group seit
Jahren offensichtlich eiskalt ignoriert
werden können?
24.06.2011 3. Piste
würde
Vervierfachung der Starts und garantierte nächtliche
Weckflüge für Liesing bringen
Wie
in neuesten Version der
Einreichunterlagen des
Flughafens zur 3. Piste schwarz auf weiß zu lesen ist, ist
bis
2025 eine Vervierfachung der Starts über Liesing
geplant
- also im Jahresdurchschnitt rund 100 dröhnende Starts pro Tag
über dichtest besiedeltes Gebiet.

Grund
ist nicht nur das mit einer 3. Piste mögliche
Wachstums
des Flugverkehrs, sondern dass entgegen Behauptungen der Austro Control bei der
letzten Stadtkonferenz dann von den beiden Parallelpisten in
Richtung Wien über Liesing gestartet werden soll.
Zusätzlich soll über den Rand Liesings auch noch von
der
Flugroute MOTIX1A gestartet werden, die auf 1.6% aller Starts
aufgestockt wird. Insgesamt
mehr als 17% statt rund 7% sind auch eine massive prozentuelle Zunahme.
Weiters wären die Flugzeuge von der geplanten 3.
Piste auch noch um einiges lauter, da diese näher an Liesing
liegt als die 1. Piste.

Und auch in der Nacht
soll Liesing nicht nur von Flugzeugen die von der
Nachtflugroute SNU bereits ab 6000 Fuß zu ihrem Ziel fliegen
sondern auch direkt
überflogen werden. Vor allem von Flügen
zu den erst 2010 offiziell Liesing
zugeordneten Destinationen im Norden und Nordosten (LEDVA, MIKOV) ist
mit garantierten Weckflügen zu rechnen.
Jahrelange
Behauptungen von Vertretern des Flughafens, der
Austro Control oder anderer
Flugverkehrslobbyisten, mit
der 3. Piste würde Liesing automatisch entlastet, werden damit
offiziell widerlegt.
Insbesondere die Begründung dass der
Flugverkehr mit einer 3. Piste viel mehr Möglichkeiten habe,
dicht
besiedeltes Gebiet zu umfliegen, zeigt sehr schön,
wie Betroffene
systematisch für dumm verkauft werden.
Denn erstens wird dieser angebliche Spielraum laut Einreichunterlagen
des Flughafens dazu verwendet, um dort zu fliegen, wo es
für
die Airlines am kürzestens ist und zweitens gab es in Wirklichkeit noch nie eine
Notwendigkeit überhaupt über Liesing zu
starten.
Während also Betroffene
und Politker von den Flugverkehrslobbyisten jahrelang mit
nicht
nachvollziehbaren Argumenten hingehalten werden, arbeitet man bei der
Aviation Group weiter an der rücksichtlosen Umsetzung der
eigenen
Interessen auf Kosten der Bevölkerung!
Gleichzeitig wird damit auch klar, wie wichtig es ist, der
Zerstörung unserer Lebensqualität und Gesundheit
endlich
tatsächlich Einhalt zu gebieten. Insbesondere ist
die rasche Einstellung
der unnötigen Flugroute über Liesing zu fordern.
Politische Aussagen in diese Richtung gibt es bereits ebenso wie erste
Verhandlungen und mit etwas gutem Willen wäre auch
die Umsetzung überhaupt kein Problem. Dazu
veranstalten wir auch am 22. September 2010 um 19 Uhr eine
öffentliche Podiumsdiskussion mit
PolitikerInnen und Vertretern unserer BIs in der VHS Liesing. Dazu sind
alle von den Flugrouten über Liesing Betroffenen herzlich
eingeladen sind.
09.06.2011 Monatliches
Treffen der BI "Liesing gegen
Fluglärm"
Themen waren die Studiodiskussion
in der Sendung Bürgeranwalt und die geplanten
Aktivitäten für den Sommer.
04.06.2011
ORF Sendung
Bürgeranwalt - Thema "Fluglärm über Wien"
Jetzt
hat auch die Sendung Bürgeranwalt
das Thema Fluglärm in der vom ORF gewohnt professionellen Art
und Weise aufgegriffen. Diese ist noch bis Samstag online in der ORF-TV-Thek abrufbar.
Besonders beachtenswert haben wir bei der
Studiodiskussion die
Positionierung von Herrn DI
Hesina vom Flughafen-Dialogforum
gefunden, der offensichtlich mit - alleine schon technisch
nicht nachvollziehbaren Argumenten ("Anflugroute Liesing"?) -
versucht, die Wiener Fluglärmbetroffenen gegeneinander
auszuspielen. Damit stellt sich die Frage, ob es
Herrn DI Hesina hier in Wahrheit nicht
nur um die Interessen seines Arbeitgebers (Flughafen) geht?
Tatsächlich ist es so, dass beispielsweise
eine von der BI "Liesing gegen Fluglärm"
exemplarisch
vorgeschlagene Lösung, bei der auch bei Windstille auf
der Piste Richtung Norden gestartet wird, nicht nur
die Anzahl der vom Abfluglärm betroffenen Menschen massiv
reduzieren würde, sondern
gleichzeitig auch noch den Norden Wiens und Großenzersdorf
von den
Anflügen entlasten würde.
Widersprüchlich
sind auch
die Aussagen von Herrn Ing. Jöchlinger (Flughafen Wien AG) der
einerseits behauptet, durch den Transitflugverkehr gebe es nicht mehr
Flugzeuge und Augenblicke später argumentiert, dass deshalb
doppelt so viele Destinationen angeflogen werden. Sein
Ratschlag die Bürger mögen sich mit ihren Anliegen
nach einer
Reduktion der Lärmbelastung an genau jenen Flughafen wenden,
welcher gleichzeitig das überproportionale Verkehrswachstum
gezielt fördert, verwundert auf Grund des offensichtlichen
Interessenskonfliktes. Diese Diskrepanz wird auch daran
deutlich, dass die Flughafen-Hotline vielfach den Wind als Grund
für die Lärmbelästigung in Liesing
behauptet, obwohl die
Flugroute über Liesing praktisch nur bei Windstille verwendet
wird. Auch steht der Verweis auf das Flughafen-Dialogforum zur
Optimierung im Interesse der Bürger in einem eindeutigen
Widerspruch zur Verlegung einer Flugroute von weniger dicht besiedeltem
Gebiet auf das dicht besiedelte Liesing.
Im starken Kontrast zu den Aussagen der anderen Vertreter der
Aviation
Group stand hingegen die absolute Korrektheit, die man von
einem führenden Mitarbeiter der Austro Control wohl auch zu
erwarten hat.
Das Ergebnis der Diskussion war jedenfalls, dass es an einem
ausreichend klar formulierten politischen Auftrag fehlt, die Interessen
der Bürger gegenüber den Begehrlichkeiten der
Flugverkehrslobby zu schützen und damit die Versprechen
der Politiker auch tatsächlich umzusetzen.
25.05.2011 monatliches Treffen der BI
"Liesing gegen Fluglärm" im Gastgarten des Brandauer
Beim gut besuchten Treffen ging es neben der
medialen
Wahrnehmung der Gesundheitsschädlichkeit der Flugroute
über
Liesing (großer Artikel in der Bezirkszeitung) auch um die
volkswirtschaftliche Unsinnigkeit der Verteilung von Fluglärm
auf
möglichst viele und noch dazu dicht besiedelte Gebiete. Ein
weiteres Thema war die steuerliche Ungleichbehandlung zwischen
Autofahrern und dem Fluglinien, die beispielsweise dadurch zum Ausdruck
kommt, dass Fluglinien keine Mineralölsteuer bezahlen
müssen.
Auch dass ein angeblich in Liesing wohnender Flughafenmitarbeiter
angeblich keinen Fluglärm hören kann, sorgte
für
große Verwunderung.
18.05.2011 Gleichmäßige
Verteilung des Flugverkehrs belastet Steuerzahler unnötig und
überproportional!
Einlösen
der Versprechen der Wiener Umweltstadträtin Sima zur Flugroute
über Liesing wäre auch im Interesse der Allgemeinheit!
Verteilt man den Flugverkehr auf möglichst viele Flugrouten,
so
ist das vielleicht im Interesse der Flugverkehrslobby, nicht aber im
Interesse des Steuerzahlers. Denn entgegen anders lautenden
Behauptungen gibt es keinen Grenzwert unter dem Fluglärm nicht
mehr gesundheitsschädlich ist. Vielmehr weisen aktuelle
Studien
darauf hin, dass bereits 30 Abflüge pro Tag zu einer
überproportional starken Steigerung der Gesundheitsbelastung
führen (Abbildung „Erhöhung des
Gesundheitsrisikos pro
Überflug“). Dieses Ergebnis ist auch an Hand der
Störwirkung, die bereits ein einzelner Weckflug pro Tag
auslöst, leicht nachvollziehbar.
 | Erhöhung des
Gesundheitsrisikos pro Überflug.
Entsprechend den Studien von Prof. Greiser steigt das Risiko mit jedem
Dezibel Fluglärm über 35,25 dBA 24-Stunden
Dauerschallpegel
linear an. Daraus und aus der Formel für den Dauerschallpegel
ergibt sich, dass bereits 30 Überflüge zu einer
starken
Steigerung des Gesundheitsrisikos führen, während bei
250
Überflügen pro Tag eine Entlastung um 30
Überflüge
nur noch rund ein Zehntel dieses Effekts ausmacht. |
Die Verlagerung von
Flugverkehr von stark betroffenem, aber
dünn
besiedeltem Gebiet auf vorher nicht betroffenes, aber dicht besiedeltes
Gebiet, führt daher zu einer überproportionalen
Mehrbelastung
des Steuerzahlers. Eine Beispielrechnung zeigt, dass einer
geringfügigen Entlastung eine 100fach höhere
Mehrbelastung
des Steuerzahlers entgegensteht (Abbildung „Modellrechnung
Fluglärmumverteilung“). Dass diese nicht
vernachlässigbar ist, zeigt eine Abschätzung der
Gesundheitskosten, welche der Allgemeinheit z.B. durch die Flugroute
über Liesing entstehen. Diese bewegen sich alleine
für die
zusätzlichen Schlaganfälle im Bereich von rund 4
Millionen
Euro pro Jahr.
 | Modellrechnung
Fluglärmumverteilung.
Werden 30 laute Überflüge von stark betroffenem, aber
dünn besiedeltem Gebiet auf ein nicht betroffenes, aber um den
Faktor 10 dichter besiedeltes Gebiet verlagert, so steht der Entlastung
eine um mehr als den Faktor 100 höhere
Gesundheitskostenerhöhung im neu belasteten, dicht besiedelten
Gebiet gegenüber. Abschätzung
der Gesundheitskosten die der Fluglärm allein durch
zusätzliche Schlaganfälle verursacht.
Berechnungsgrundlage: 10.000 Betroffene im dünn besiedelten
und 100.000 Betroffene im dicht besiedelten Gebiet. |
Diskussionen
über die Einhaltung von Prozentsätzen
eines in
absoluten Zahlen steigenden Flugverkehrs, wie sie zwischen dem
Flugverkehrslobbyisten Valentin und der Austro Control gerne
geführt werden, gehen daher am eigentlichen Problem vorbei.
Denn den vom Fluglärm betroffenen Menschen hilft es
leider
vergleichsweise wenig, wenn statt 15 dröhnender Starts nach 20
Uhr
für einige Zeit nur noch 12 dieser Überflüge
stattfinden. Der erholsame Abend ist so oder so durch
gesundheitsschädlichen Stress ersetzt worden.
Zur Flugroute die
2004 überfallsartig auf das dicht besiedelte Liesing verlegt
wurde, gibt es nach
Aussagen von Piloten genügend Alternativen,
die über weitgehend unbesiedeltes Gebiet verlaufen, in dem
Wien und seine Siedlungsachsen um flogen werden.
Daher sollte die „Schönwetterflugroute“
über
Liesing, die auch dem Sinn der Luftverkehrsregeln nach Schutz dicht
besiedelter Gebiete widerspricht, so schnell als möglich
wieder
eingestellt werden.
Für
die Wiener
Umweltstadträtin Ulli Sima bieten daher die Verhandlungen mit
der
Austro Control über neue An- und Abflugrouten nicht nur die
Chance, ihre gegenüber den Liesingern und Hietzingern
abgegebenen
Versprechen endlich in die Tat umzusetzen, sie könnte auch zur
Einsparung unnötiger Gesundheitskosten beitragen.
13.05.2011 Infoveranstaltung und
ORF-Dreharbeiten für Bürgeranwalt am Maurer Berg
Zum Thema "Aus für Flugroute
Liesing oder 3. Piste Fluglärmterror?!"
fand am Maurer Berg eine gut besuchte Informationsveranstaltung statt,
bei der dem ORF zahlreiche Interviews über die Betroffenheit
durch den
Fluglärm in Liesing und Hietzing gegeben wurden. Besonders ärgert die
Betroffenen,
dass hier eine Flugroute ohne technische Notwendigkeit auf dicht
besiedeltes Gebiet gelegt wurde und diese von der Austro Control auch
noch rücksichtlos genutzt wird.

Bei der Veranstaltung hat man
sich auch die Frage gestellt, wann die
Politiker der im Rathaus vertretenen Parteien endlich ihre
Versprechen zur Einstellung der "Schönwetterflugroute"
über Liesing einhalten? Insbesondere
die Wiener Umweltstadträtin Mag. Ulli Sima, die
bereits 2004
versprochen hatte, dass es durch die Flugroutenverlegung keine
zusätzliche Lärmbelastung für die
BürgerInnen und
Bürger in Liesing und Hietzing geben dürfe,
könnte diese
jetzt umsetzen. Dazu reicht es aber sicher nicht, wenn in den
Gesprächen mit der Austro Control darüber diskutiert
wird, ob
statt 8.6% "nur" noch 6.8% der Flugzeuge über Liesing starten
und
damit beispielsweise 100.000 Menschen Sonntag früh nur noch 3
mal
statt 4 mal aufwecken dürfen. Stattdessen ist die
volkswirtschaftlich
kontraproduktive Flugroute durch Alternativen
über möglichst unbesiedeltes Gebiet zu ersetzen.
04.05.2011 Beginn der Verhandlungen der
Wiener Stadtregierung mit der Austro Control über neue
Flugrouten
Auf
Initiative der Grünen soll jetzt mit der Austro Control
über
An- und Abflugrouten gesprochen werden, die an der Stadt
vorbeiführen. Rüdiger
Maresch, der Umweltsprecher der Grünen, geht davon aus, dass
Alternativen über weniger dicht besiedeltem Gebiet
möglich
sind. Das Umfliegen dicht besiedelten Wiener und
niederösterreichischen Gebiets ist alleine schon auf Grund der
Einsparung bei den
Gesundheitskosten im Interesse der Allgemeinheit. Damit könnte aber
auch die Wiener SP Umweltstadträtin
Mag. Ulli Sima endlich ihre Versprechen gegenüber den
Liesinger
einlösen, u.a. dass die Abflugroute über Liesing
solange
geändert wird, bis es keine Verschlechterung
gegenüber 2004
mehr gibt. In der Praxis ist das nur durch die
vollständige Einstellung der
unnötigen Flugrouten über dem dicht besiedelten
Liesing
erreichbar. Etwas was auch FPÖ und
Wiener ÖVP seit vielen Jahren fordern.
Dass man bei der Behörde Austro Control glaubt, sich
bei
Verhandlungen über
die Flugrouten hinter dem vom Flughafen bezahlten
Flugverkehrslobbyistenverein Dialogforum verstecken zu können,
verwundert hingegen. Schließlich evaluiert man dort die
Flugroute
über Liesing schon seit 7 Jahren ohne eine Lösung
gefunden zu
haben.
27.04.2011 Monatliches Treffen der
BI-Liesing gegen Fluglärm
Neben
dem Austausch aktueller Infos ging es vor allem um die Organisation der
für den September geplanten
Podiumsdiskussion mit Schwerpunkt "Einhaltung der Politiker-Versprechen
zur Einstellung der Flugroute Liesing" sowie um Inhalt und
Titel
der Einladungen, die
dafür in ganz Liesing verschickt werden. Ein weiteres Thema
war
auch die Zusammenarbeit mit den ebenfalls von den Flugrouten
über
Liesing betroffenen Nachbarn in Breitenfurt und Perchtoldsdorf.
16.04.2011 Infoveranstaltung in
Atzgersdorf "Einstellung der
unnötigen und gesundheitsschädlichen Flugroute
über
Liesing oder Fluglärmhölle durch 3. Piste?"
 | Aus den zahlreichen
Gesprächen ergibt sich das folgende Bild:
- Die
Idee, dass es auch ohne merkbare Einschränkungen für
den Flugverkehr möglich sein sollte, dicht
besiedeltes Gebiet zu umfliegen, dürfte sich bereits
"herumgesprochen" haben.
- Die
im Mai beginnenden Gespräche zwischen Wiener Stadtregierung
und
Austro Control, bei denen es auch um die Forderung
nach einem
"Aus für die Flugrouten über
Liesing" gehen wird, sind eine erfreuliche
Neuigkeit.
- Eine mögliche 3.
Flughafen-Piste
Richtung Wien wird hingegen als ernst zu nehmende Bedrohung gesehen.
|
15.04.2011 Alternativen zu den Abflugrouten
über Liesing, die den Luftverkehrsregeln entsprechen
§9
in den Luftverkehrsregeln sieht vor, dass möglichst wenig
Menschen
vom Fluglärm betroffen sein sollen. Wien und seine Siedlungsachsen
müssen daher umflogen werden. Das gilt auch für
Starts Richtung Nordwesten.

Um dem
den in den Luftverkehrsregeln
verankerten Schutz dicht besiedelter Gebiete zu entsprechen, sind die exemplarisch
eingezeichneten Abflugrouten (grün), die Wien und seine
Siedlungsachsen umfliegen, die beste Alternative.
Die Abflugroute
über Liesing (schwarz umrandet) widerspricht hingegen dem
§9 der Luftverkehrsregeln, da es damit zu einer
unnötigen Lärmbelastung im dicht besiedelten Gebiet
kommt. Die derzeit bei
Nordwestwind verwendete Startroute (blau) könnte auch bei
Windstille verwendet werden.
23.03.2011 Monatliches Treffen der BI
Liesing gegen Fluglärm
Das
sehr gut besuchte monatliche Treffen diente vor allem dem
ausführlichen Informationsaustausch mit dem Verkehrssprecher
jener
Partei, die seit 2010 in der Wiener Stadtregierung ist und deren Ruf
als Öko-Partei nicht zuletzt an der Einhaltung der
Wahlversprechen
gegenüber den Fluglärmbetroffenen gemessen wird. An
der
lebhaften Diskussion über die Option Flugverkehr wieder nach
Bratislava zurückzuverlagern und über die
unnötige
Betroffenheit eines ganzen Wiener Bezirks, nahmen auch 2 Vertreterinnen
der Liesinger Grünen teil.
13.03.2011
Überflüge
nach 21 Uhr über Liesing im Widerspruch zu Aussagen von
Flughafenpolitikern und Austro Control
Trotz wiederholten Aussagen
eines Herrn Gemeinderat Valentin, dass die Nachtflugregelung
Überflüge über Liesing zwischen 21
Uhr
Abends und 7 Uhr früh unmöglich mache,
wird in
dieser besonders sensiblen Zeit
regelmässig über das
dichtest
besiedelte Liesing gedröhnt. Das betrifft nicht nur die - aus
Sicht der Lärmvermeidung - geradezu schildbürgerhafte
Nachtflugroute Richtung Sollenau, welche bereits ab 2 km Höhe
direkt über dicht besiedeltes Gebiet nach Wien führt,
sondern
auch in den Flugspuren als
"Propeller"-Flüge verharmloste Starts, die so gut
wie
täglich
zwischen 21 und 22 Uhr mit 70 - 80 Dezibel Spitzenschallpegel von Ost
nach West über Liesing hinwegdröhnen.
Interessanterweise
dürften diese in den Flugspuren der ACG trotzdem der
Nachtflugroute SNU zugeordnet werden,
obwohl hier nicht einmal der Versuch unternommen wird, in diese
Richtung zu fliegen. Dafür wird dann auch direkt
nach Westen
weitergeflogen, also offensichtlich zu Destinationen, zu
denen gar
nicht über Liesing gestartet werden sollte.

Aus dem
nächtlichen
Fluglärmterror ergeben sich somit auch einige Fragen,
die
über die ganz offensichtlich unnötige Belastung
Liesings
hinausgehen:
- Werden diese
nächtlichen
Überflüge über das Wohngebiet von 100.000
Menschen dadurch in der
Flughafenstatistik beschönigt, dass diese der
Nachtflugroute nach Sollenau zugeordnet werden? Und
ist der feste Glaube an die so gewonnenen Zahlen des Flughafens, die
dann keine nächtlichen Starts über Liesing ausweisen,
mit ein Grund für
die fortgesetzte Realitätsverweigerung mancher Politiker?
- Warum gibt es
ausgerechnet für die Verlagerung von Starts auf dichtest
besiedeltes Gebiet eine
Ausnahme von der vom Vertreter der Austro Control im
Dialogforum geradezu als Dogma vertretenen fixen Zuordnung von
Flugrouten zu Destinationen? Warum soll es nicht
möglich
sein, Liesing Sonntag früh zu umfliegen, während es
umgekehrt
kein Problem darstellt, am späten Abend - entgegen
der
üblichen Zuordnung - Flugverkehr von weniger dicht besiedelten
auf
dichtest besiedeltes Gebiet zu verschieben?
- Kann
es sein, dass viele der behaupteten Zwänge,
denen
die
Austro Control scheinbar so hilflos ausgeliefert ist und die dazu
führen, dass offensichtlich unnötig viele Menschen
gesundheitsschädlichem Fluglärm ausgesetzt werden,
von ihr
selbst definierte Regeln darstellen, die vor allem dazu
dienen, die Interessen
der Aviation Group und/oder deren Vorstandsmitglieder durchzusetzen?
23.02.2011 Monatliches Treffen der BI
Liesing gegen Fluglärm
Das
gut besuchte monatliche Treffen diente nicht zuletzt dem
ausführlichen Informationsaustausch mit dem Klubobmann der
zweitstärksten Partei im Bezirk. Im Rahmen der Diskussion
wurde
u.a. festgestellt, dass Schwechat für einen
Großflughafen
mit ungebremstem Wachstum der falsche Standort ist und daher dort eine
3. Piste nicht sinnvoll ist. Diskutiert wurde auch die
Möglichkeit, dicht besiedeltes Gebiet
großräumig zu
umfliegen, etwas was wohl die beste Lösung
für alle
wäre, da bei einer Konzentration des Flugverkehrs auf
möglichst unbesiedeltes Gebiet, großzügige
Entschädigungen für die dann noch Betroffenen
leichter
finanzierbar wären, als bei einer
gleichmäßigen
Verteilung des Flugverkehrs.
19.02.2011 Neues
Buch "Ökosystem Wien" enttarnt
die Flughafen-Mediation als
PR-Aktion zur rücksichtlosen Durchsetzung der Interessen der
Aviation Group
Auf immerhin sechs Seiten des
kurzweilig geschriebenen und gut bebilderten Buches Ökosystem Wien
geht es auch um die Mediation, die der Flughafen Wien in den Jahren
2000 bis 2005 durchgeführt hat. In recht sachlicher Weise wird
der
Ablauf der Mediation beschrieben und darauf eingegangen, wie diese
geschickt dazu missbraucht wurde, die Interessen der Aviation Group
kompromisslos durchzusetzen. So wurde zwar zu Beginn der Mediation ein
Ausgleich der Interessen festgelegt und in der
Vereinbarung festgelegt, dass "
... keine Lösung auf Kosten einer anderen Gruppe gehend darf
und
folglich Beschlüsse nur im Konsens aller Beteiligten gefasst
werden dürfen". In der Folge wird dann
aufgezeigt, dass genau
diese Spielregel nicht eingehalten wurde und welche Folgen
das für Wien und insbesondere das dort gar nicht vertretene
Liesing hatte.
Der Artikel weist auch auf die bisher unwiderlegten
Behauptungen hin,
dass selbst die an der Mediation beteiligten Bürgerinitiativen
mit falschen
Lärmberechnungen
getäuscht wurden und dass das Mediationsverfahren dazu gedient
hat, von der UVP-Pflicht für die Ausbauten am Flughafen
abzulenken, womit in der Zwischenzeit unter Verletzung geltenden EU-Rechts
am Flughafen die Kapazität erweitert wurde. Zuletzt wird
auch auf das Grundproblem der Flughafen-Mediation eingegangen, dass "Wachstumsziele des Flughafens
nicht in Frage gestellt werden durften" und die vielen
Diskussion daher auch aus Sicht von daran beteiligter BIs als sinnlos
empfunden wird.
Das gleiche Grundproblematik findet man wenig
überraschend
auch in
dem ebenfalls vom Flughafen finanzierten Dialogforum, wo alle
Vorschläge, die auch nur eine minimale Reduktion der Anzahl
der
Slots zur Folge hätten oder sonst irgendwie nicht im Interesse
des
Flughafens sind, sofort abgeblockt werden.
11.02.2011
Beitrag
über
Bürgerinitiativen im ORF - Umfliegen dicht besiedelter Gebiete
ist
zumutbar
In der
Sendung Konkret wurde die
Frage aufgeworfen wie
man sich gegen unnötige Umweltbelastungen zu Wehr
setzen kann. Als Beispiel für eine Bürgerinitiative
die sich
gegen Fluglärm zur Wehr setzt, wurde über die "BI
Liesing
gegen Fluglärm" berichtet.
Die
Sendung fasst die Problematik sehr
gut zusammen, es wurden aber auch die
Lösungsvorschläge
gebracht. So sollte es ein Umweg von bis zu 2 Flugminuten zum Umfliegen
der dicht besiedelten Siedlungsachsen für die Fluglinien
zumutbar
sein, denn damit gefährdet man weder Arbeitsplätze
und schon
gar nicht den Standort der Flughafens, während damit um eine
Größenordnung weniger Menschen von
gesundheitsschädlichen Fluglärm betroffen
wäre. Das
käme - auf Grund geringerer Gesundheitskosten - auch dem
Steuerzahler zu Gute, der für die Fluglinien wie die AUA in
den
letzen Jahren
ohnehin schon genug zur Kasse gebeten wurde.
20.01.2011
Monatliches
Treffen der
BI-Liesing
Die
wichtigsten Themen waren dieses Mal die neue Lärmmessung in
Siebenhirten, die optimale Darstellung der unnötig hohen
Anzahl an
Betroffen in Liesing durch neue Karten und die Schlussfolgerungen
die aus der jüngsten Stadtkonfernenz des
Dialogforums gezogen werden können. Für
Spannung hat
dabei insbesonder der Vergleich zwischen Aussagen der
Vertreters
des Dialogforums und der öffentlich verfügbaren
Unterlagen
gesorgt, von denen sich einige Details auch in den Gesprächsnotizen
der BI Liesing zur Stadtkonferenz
wiederfinden. Insbesondere die hartnäckige Verharmlosung des
Fluglärms in Wien durch die unvollständige
Interpretation der
WHO-Richtlinien verwundert.
Beim
monatlichen Treffen wurde auch intensiv über das Projekt
Podiumsdiskussion 2011 diskutiert. Dazu sollen wieder
die
Politiker aller Rathausparteien eingeladen werden, um den
interessierten Betroffenen aus Liesing die Möglichkeit zu
bieten,
mit den Volksvertrretern die Fortschritte in Richtung Einstellung der
unnötigen Flugroute über Liesing zu diskutieren.
Weitere
geplante Themen sind die Gesundheitsgefährdung durch
Fluglärm
in Liesing, Alternativen zu den Flugrouten über Wien und die
zu
erwartenden Folgen einer 3. Piste für Liesing.
16.1.2011
Rechtskurve
von der Piste 29 soll Entlastung Liesings vom Fluglärm
bringen,
kann aber nur in Ausnahmefällen eingesetzt werden
Wie
bereits in zwei Zeitungen berichtet, soll die Rechtskurve von der Piste
29 nicht nur für Propellermaschinen sondern in Zukunft auch
für kleine Jets verwendet werden können. Bei der
Stadtkonferenz des Dialogforums wurden weitere Details bekannt. So soll
dafür auch eine neue Flugroute geschaffen werden, die nicht
über Wiener Stadtgebiet geht. Dass dieser an sich
begrüßenswerte Vorschlag zu keiner merkbaren
Entlastung
Liesings führen kann, liegt an zwei massiven
Einschränkungen:
- Kann
diese Flugroute nur von Flugzeugen beflogen werden, die auch noch mit
halber Triebwerksleistung die Kurve vor der Borealis schaffen, damit
wäre diese Flugroute überhaupt nur
für die relativ
kleine Jets wie z.B. die ohnehin eher leisen Embraer-Jets verwendbar
- Kann
diese Flugroute nur dann verwendet werden, wenn nicht gleichzeitig
über den Norden Wiens auf der Piste 16 gelandet wird. Damit
kommt
diese überhaupt nur bei Nordwestwind zum Einsatz, wo
normalerweise
ohnehin auf der Piste 34 gestartet werden kann d.h. mit Verbesserungen
für
Liesing ist nur in Ausnahmefällen zu rechnen, beispielsweise
wenn
die Piste 34 wegen Schneefalls gesperrt ist.
Im Normalbetrieb, kann nur eine Änderung der
Regelung, dass
bei
Windstille über den Norden Wiens gelandet und den
Süden Wiens
gestartet wird, zu einer Verbesserung für die Liesinger
führen. Dazu müsste immer dann, wenn die meisten
Flugzeuge
starten - so wie jetzt schon bei Nordwestwind - von Süden her
gelandet werden, Starts Richtung Norden könnten dann auch
auf der Piste Richtung Norden stattfinden und die behauptete
kapazitätsmäßige Notwendigkeit für
die Flugroute
über Liesing wäre definitiv nicht mehr gegeben.
Grundsätzlich stellt sich aber auch die Frage,
ob tatsächlich mehr als 4 Abflugrouten hinter der
Linkskurve
von der Piste 29 benötigt werden und ob die Flugroute
über
Liesing nicht nur für seltene Ausnahmefälle
geschaffen wurde,
die es im Sinne eines ausgewogenen Ansatzes gar nicht rechtfertigen,
dafür rund 100.000 Menschen gesundheitsschädlichem
Fluglärm auszusetzen.
Behauptungen Liesing würde durch die geplante 3.
Piste
entlastet
sind ebenfalls nicht schlüssig nachvollziehbar. Vielmehr ist mit dem genauen Gegenteil
zu rechnen.
29.12.2010 Karte
der Statistik Austria mit Bevölkerungszahlen bringt
Unsinnigkeit
der Flugroutenverlegung nach Liesing auf den Punkt
Die unten stehende Grafik die auf einer Karte der Statistik Austria
basiert
präsentiert die Wohnbevölkerung der einzelnen
Gemeinden bzw.
der Wiener Bezirke als Kreise, bei denen die Fläche der Kreise
jeweils
proportional zur Anzahl der Einwohner ist:

Damit
wird auf einen Blick deutlich, dass Liesing(23.) weit mehr
Einwohner hat, als die angrenzenden
niederösterreichischen Gemeinden.
Nachdem die 2004 von Brunn am Gebirge (Br.) nach Liesing verlegte
Abflugroute den gesamten 23. Bezirk und große Teile
Perchtoldsdorfs(P.) beschallt, wird daraus auch grafisch leicht
erkennbar, wie unsinnig die Flugroutenverschiebung von
Brunn/Gebirge nach Liesing war. (Dass der am
südlichen Rand
Wiens eingezeichnete Kreis
für den 23. Wiener Gemeindebezirk der für mehr als
90.000
Einwohner steht, auch nicht annähernd in den Bezirksgrenzen
Platz
findet, entspricht der in Wien ungleich höheren
Bevölkerungsdichte, auf die Eintragung der meist in
ähnlicher
Größenordnungen liegenden
"Bevölkerungskreise" für
die anderen Bezirke wurde aus Gründen der
Übersichtlichkeit
verzichtet.)
Deutlich zu
erkennen ist
auch, dass
die von der Wiener Stadtregierung ins Auge gefasste
Einstellung
der unnötigen Flugroute über Liesing einen enorm
großen Hebel bietet, um die negativen
volkswirtschaftlichen
Auswirkungen des Flugverkehrs zu reduzieren. Denn die Entlastung von
100.000 Menschen von gesundheitsschädlichen Fluglärm
kommt
auch dem Steuerzahler und
damit der österreichischen Allgemeinheit zu Gute.
15.12.2010 Monatliches
Treffen der BI "Liesing gegen Fluglärm"
Beim
gut besuchten Treffen ging es hauptsächlich um die
Möglichkeit einer Sammelklage und die neuesten politischen
Entwicklungen.
Sammelklage wegen
Gesundheitsschädigung und Immobilienentwertung
durch Fluglärm
Aus
den fachlich fundierten Ausführungen eines mit der
Fluglärmmaterie vertrauten Rechtanwalts wurde klar, dass es
hier
neben Schadenersatzforderungen für Immobilien- und
Grundstücksentwertung auch die Möglichkeit gibt,
wegen bereits eingetretener aber auch zu erwartenden
Gesundheitsschäden durch Fluglärm zu klagen. Finden
sich
genug Betroffene, was bei der
großflächigen Betroffenheit Liesing durchaus zu
erwarten
ist, so wären entsprechende Schadenersatzklagen auch
für
Prozessfinanzierungsgesellschaften recht attraktiv. Diese
übernehmen im
Gegenzug zu einer Erfolgsbeteiligung das komplette Prozessrisiko.
Wiener Gemeinderat für
Einstellung
der Flugrouten über Liesing
Ein
weiteres Thema war die positive politische Entwicklung im Wiener
Gemeinderat, bei der sich die Parteien bei allen die Differenzen
über die Vorgangsweise, darin einig sein dürften,
dass die
Abflugroute von Liesing weg verlegt werden sollte.
Interessant ist
vor
allem die öffentlichkeitswirksame
Interpretation des
Koalitionsvertrags durch Mag. Maresch von den
Grünen, dass die
Verhandlungen
mit der Austro Control mit dem Ziel geführt werden, die durch
die Flugroutenverlegung 2004 erfolgte Belastung zurückzunehmen.
Auch die Wiener SPÖ scheint diese Absicht jetzt mitzutragen
und
negiert das Problem nicht länger. Diese positiv zu bewertende
Haltungsänderung war auch bei einem Treffen mit dem Liesinger
SP-Bezirksvorsteher merkbar. So war man sich im Rahmen des
konstruktiven
Informationsaustausches mit Herrn Bezirksvorsteher Wurm
darüber
einig, dass die Flugroutenverlegung nach Liesing ein politisch
motiviertes Verhandlungsergebnis war und keine technische Notwendigkeit
darstellt.
11.12.2010
Abflugroutenänderung
2004 auf Kosten der Liesinger - ein Wunschkonzert?
Wie bereits 2009 in einer
Presseaussendung der FPÖ zu lesen war, hat von der Flugroutenverschiebung 2004 nach Liesing
nicht zuletzt der in Brunn/Gebirge wohnhafte SPÖ
Flughafenvorstandssprecher profitiert. Inzwischen
ist bekannt geworden, dass er nicht der einzige Top-Manager
der darin aktiv involvierten Unternehmen ist, der damit vom
Fluglärm entlastet wurde. So ist auch im Kurier
vom 9.12.2010 zu lesen, dass ein Chef der Austro-Control durch
das
im Flughafen-Mediationsverfahren beschlossenen
Flugroutenroulette
entlastet wurde, ging doch auch über seine
Liegenschaft im
Norden Laxenburgs vor 2004 eine Flugroute, die ebenfalls von dort
wegverschoben wurde.

Diese
"Optimierungen" auf Kosten eines ganzen Wiener Bezirks mit
über 90.000 Einwohnern sind umso auffälliger, als es
für die
Flugroutenverlegung nach Liesing keine nachvollziehbare
Begründung
gibt. Denn ausgerechnet der Pistenbelegungsplan der Austro
Control
widerspricht wiederholten Behauptungen, dass die Flugroute aus
Kapazitätsnotwendigkeiten nach Liesing verlegt werden musste.
So
geht aus dem Dokument der ACG hervor, dass die Flugroute
über Liesing gerade in den windrelevanten Situationen nicht
benötigt wird und somit nur als im Grunde
unnötige "Schönwetterflugroute" zu verstehen
ist.
Weiters wurden laut Erklärungen eines Experten von
der Austro
Control eine mögliche Alternative
für eine fünfte Abflugroute von der Piste 29, die
ohne
Flugroutenverschiebung am nördlichen Ende auskommen
wäre,
nicht einmal geprüft. Laut
Herrn Gemeinderat Valentin hat die Austro
Control die Flugroute über Liesing hingegen als einzige
Möglichkeit für eine
fünfte Flugroute dargestellt. Auch daraus ergibt sich die
Frage,
ob hier nicht Privatinteressen im Vordergrund gestanden sind?
24.11.2010 Monatliches
Treffen der BI-Liesing gegen Fluglärm
Beim
wieder sehr gut besuchten Treffen ging es um die neuesten politischen
Entwicklungen in Wien und die Erwartungshaltung gegenüber den
Grünen, ihre langjährige Forderung nach Einstellung
der
unnötigen Flugrouten über Liesing gemeinsam mit ihrem
Koalitionspartner so schnell als möglich umzusetzen.
Thema war auch der Kronenzeitungsartikel
vom 22.11. mit dem
Titel "Manipulationen bei den Messungen: So wird Fluglärm in
Liesing "geringer", in dem auch darauf hingewiesen wurde,
dass in den Studien von Prof. Greiser für den Tag eine höhere
Zunahme des Gesundheitsrisikos für Brustkrebs, Depressionen,
Schlaganfälle und Hirndurchblutungsstörungen gefunden
wurde,
als für den gleichen Fluglärm in der Nacht
und der
Fluglärm in Liesing bereits gesundheitsschädliche
Ausmaße erreicht hat. Insbesondere die im Artikel auch
angesprochene Konzentration die Tagesrandzonen wie beispielweise den
späten Abend stört. Es ist auch nicht
einzusehen, warum
gerade in den sensibleren Zeiten besonders viel Flugverkehr auf dicht
besiedeltes Gebiet verlagert wird.
Auf großes Interesse stieß die
Möglichkeit, einen Großteil der Überflüge
samt Detailinformationen am Computer oder Smartphone in Echtzeit
abfragen zu können. Damit stellt sich die
Frage, welchen Sinn es macht, dass die Darstellung der
Flugspuren unter www.flugspuren.at
erst nach 24 bis 48 Stunden erfolgt und warum wichtige
Detailinformationen wie der Maschinentyp und die Flughöhe
über 3 km Höhe fehlen?
20.11.2010
Liesing
von dröhnenden Starts am späten Abend
besonders
stark betroffen - Entlastung weniger dicht besiedelter Gebiete auf
Kosten
von 100.000 Menschen und des Steuerzahlers!
Genau
jene Flugrouten (LANUX und KOVEL) unter denen am meisten Menschen
wohnen (alleine Liesing hat über 90.000 Einwohner) werden in
der -
abgesehen von der Nacht - sensibelsten Zeit(zwischen 20h und 21h) am
stärksten durch Fluglärm belastet. So müssen
die
Liesinger in dieser Zeit durchschnittlich unter mehr als 11
Überflügen leiden und werden durch 7
Überflüge auf
der gerade dort besonders nahen Nachbarflugroute (MOTIX1C und LUGIM1C)
zusätzlich belastet. Das bedeutet also durchschnittlich alle 5
Minuten ein dröhnender Überflug mit 75-80 Dezibel und
jedes
zweite Mal dazwischen auch noch das Grollen der Flugzeuge auf der
Nachbarflugroute. Und das in einer Zeit, in der zumindest kleine Kinder
einschlafen können müssen und die auch generell eine
Erholungsphase sein sollte. Selbst danach ist noch nicht Schluss!
Grafik
Mitte: schematische Darstellung der Flugrouten, Liesing
ist hauptsächlich von den Flugrouten LANUX1C und KOVEl1C
betroffen. Grafik
Rechts:
Lärmmessung Liesing 18.11.2010, 20 bis 22 Uhr Tabelle unten: Zuordnung
der Starts zwischen 20 und 21 Uhr laut www.flugspuren.at
 |  |  |

Dieses
Beispiel zeigt einmal mehr, dass es bei der Flugroutenverschiebung nach
Liesing nicht um eine (volks)wirtschaftlich vernünftigere
Verkehrsgestaltung ging, sondern dass die in der dubiosen
Flughafen-Mediation eingebundenen Teilnehmer sich auf Kosten von
100.000 dort nicht oder nicht ernsthaft vertretenen Menschen entlasten
ließen, was auch zu unnötig hohen Gesundheitskosten
führt. Aussagen, die Flugroutenverschiebung nach Liesing sei
die
beste Lösung für alle, werden damit klar widerlegt!
Dass die an der Macht befindlichen Wiener Politiker scheinbar tatenlos
zugesehen haben, wie ein Bezirksteil, der deutlich mehr Einwohner hat
als jede niederösterreichische Stadt, entgegen allen
Versprechungen
systematisch dem Fluglärmterror ausgesetzt wird, ist ein
Armutszeugnis für die bisherige Umweltpolitik der Stadt Wien!
14.11.2010
Koalitionsabkommen
zwischen SPÖ und Grüne sieht Gespräche mit
der Austro
Control zur Optimierung der Flugrouten über Wien vor
Erfreulicherweise sind in dem Koalitionsabkommen der neuen Wiener
Stadtregierung bereits relativ konkrete Vorschläge
für den Umgang mit der Fluglärmproblematik festgelegt.
Fluglärm
Die Stadt Wien wird Gespräche mit der
Austro
Control zum
Thema Optimierung des Fluggeschehens über Wien (wie z.B.
Nachtflüge, Flugrouten) sowie zur Optimierung der Umsetzung
der
Verhandlungsergebnisse aus dem Mediationsprozess aufnehmen.
Darüber hinaus wird die Stadt Wien alle
Verhandlungen
begünstigen, die eine Kooperation der Flughäfen Wien
und
Bratislava zum Ziel haben.
Weiters wird eine Studie (ähnlich der
„Greiser-Studie“) erstellt, die mögliche
Zusammenhänge von Nachtflügen über Wien und
die
Gesundheitsauswirkungen derselbigen analysiert.
Nachdem es für die
Flugroute
über Liesing keine
Notwendigkeit gibt und mit deren Einstellung gleichzeitig der Norden
Wiens entlastet werden würde, ist davon auszugehen, dass diese
Thema der Gespräche mit der Austro Control sein wird. Das Wahlversprechen
der Grünen, bei einer Koalition mit der SPÖ an der
Forderung
nach Einstellung der Flugroute über Liesing
festzuhalten, wurde
auch wieder durch eine pointierte Presseaussendung der
FPÖ in Erinnerung gerufen.
Was etwas verwundert, ist hingegen die Einschränkung
der
geforderten Studie für Wien auf Nachtfluglärm, sollte
doch
die Studie von Prof. Greiser am Flughafen Köln-Bonn gerade in
Bezug auf die Gesundheitsgefährdung durch
Nachtfluglärm
bereits recht gut auf Wien übertragbar sein. Mit der Forderung
der
Grünen nach einen Nachtflugverbot wäre es
wichtiger Erkenntnisse für Tages- und Tagesrandzonen
zu
gewinnen. Auch sollte
sich auch die Forderung Fluglärm nach dBC zu bewerten, in
dieser
Studie wiederfinden.
14.11.2010
Lärmmessungen
des Flughafens am Maurer Berg bestätigen
gesundheitsschädliche Fluglärmwerte in Liesing
Vom
Flughafen am Maurer Berg durchgeführte Lärmmessungen
bestätigen die früheren Hochrechnungen der BI
"Liesing gegen
Fluglärm". So erreichten der Fluglärm dort laut
Flughafen bei
den Messungen im Sommer bereits 42,7 dB(A) für den
16-Stunden-Tagesmittelwert (LEQ). Dass dieser
Werte deutlich höher als die vom Flughafen für
Siebenhirten
angegebenen Werte sind, dürfte mit der deutlich
höheren
Erfassungsquote von rund 70% zusammenhängen. Eine
entsprechende
Hochrechnung
auf 100% zeigt im 1. Halbjahr 2010 sowohl für Siebenhirten als
auch für den Maurer Berg gesundheitsschädliche
Dauerschallpegel für den 16-Stunden Tag. In
Siebenhirten zeigt
die Hochrechnung knapp 45 dB(A), für den Maurer Berg
sind es
"nur" 44,2 dB(A). Die Differenz steht in
Übereinstimmung mit
dem niedrigeren Maximalpegel der am Maurer Berg gemessen wurde.

Auch
eine graphische Hochrechnung mittels log. Trendlinie für
die
Teilergebnisse der 4 Quartalsergebnisse für 2009 in
Siebenhirten
bestätigt die tatsächliche
Größenordnung des
Lärmpegels.
Die auf Grund
der Hochrechnung
ermittelten Dauerschallpegel
liegen mit 43 bis 45 dB(A) für den Tag jedenfalls alle in
einem
gesundheitsschädlichem Bereich. So wurde in den
Studien von Prof.
Greiser für das Zeitfenster unter Tags für jedes
Dezibel
über 40dB(A) eine signifikante Zunahme des Erkrankungsrisikos
für eine Reihe von schweren Erkrankungen festgestellt.
Dass die Werte
für den Abend am
Maurer Berg die laut
einfachen Hochrechnung
der
BI "Liesing gegen Fluglärm" über 46 dB(A) erreichen,
noch deutlich
höher sind, als unter Tags, verwundert wenig, sind doch 15-20
dröhnende Überflüge in der Zeit von 19-22h
keine Seltenheit. Um so
kritischer
ist das Gedröhne im Minutenabstand auf die tägliche
Haupterholungszeit vom Standpunkt der
Lebensqualität und Gesundheit zu werten. Insbesondere Kinder
die
um diese Zeit schlafen gehen sollten, leiden hier besonders. Damit
stellt sich aber nicht nur die Frage nach
Gesundheitsschäden
sondern auch die nach einem Zusammenhang mit mangelhaften
Leistungen in der Schule, attestieren doch entsprechene Studien bereits
bei 45 dB(A) nur noch eine durchschnittliche kognitive Entwicklung.
Übereinstimmung
der Hochrechnung
für Siebenhirten mit den Lärmkarten des
Flughafen-Dialogforums-Evaluierungsberichts
Interessanterweise stimmen die Ergebnisse Hochrechnung der
Dauerschallpegel für Siebenhirten auf
100% Erfassungsquote mit 43 bis 44 dB(A) für 2009 recht gut
mit
den Lärmkarten des Flughafens
überein, aus denen hervorgeht, dass Liesing an der Grenze der
45
dBA-Zone liegt. Dass die vom Flughafen selbst publizierten LEQ-Werte
für den gemessenen Lärm von knapp
38 dB(A) im Jahresschnitt 2009 weit unter dem aus den
Lärmkarten zu erwartenden Werten liegt, dürfte
also an
den extrem niedrigen Erfassungsquoten liegen.
Ausschnitte
aus den
Lärmkarten des Flughafen-Dialogforums-Evaluierunsberichts
Unten: Flugverkehr 2005 mit Flugrouten 2005, die blau
eingefärbte
Zone mit der Beschriftung 45 umfasst 45,0-49,9 dB(A) Dauerschallpegel
unter Tags, die Position der Lärmmessstation Siebenhirten ist
mit
einem roten Kreis markiert.
Rechts: Flugverkehr 2009 mit Flugrouten 2009, die Position der
Lärmmessstation Siebenhirten ist mit einem roten Punkt
markiert.
Trotz uneinheitlicher
Abstufung der Lärmzonen ist erkennbar, dass die
Lärmzonen
auch bei gleichen dB(A) Abständen um so breiter
werden, je
niedriger die Lärmwerte sind. Damit
dürfte der gesamte 23. Bezirk in der nicht
eingezeichneten aber gesundheitsschädlichen
Lärmzone
zwischen 40 und 45 dB(A) liegen.  |
 |
Lärmmessstation
in Siebenhirten ungeeignet
Dass
die in Siebenhirten gemessenen Maximalpegel höher als am
Maurer
Berg sind und für keine der angegeben Flugzeugtypen unter 62
Dezibel liegt, widerspricht Behauptungen des Flughafens, dass die
Erfassungsquote in Siebenhirten deshalb so niedrig ist, weil so viele
Flugzeuge unter dem Schwellwerte von 55 dB(A) fallen. Stattdessen
dürften hier die Fremdgeräusche ausschlaggebend sein,
deren
gleichzeitiges Auftreten mit Fluglärm für den
Flughafen Grund
genug darstellt, dröhnende Überflüge in
seinen
Auswertungen ersatzlos zu streichen.
Damit stellt sich einmal mehr die Frage, warum
Flughafen-Dialogforum
und Gemeinderat Valentin trotz der bereits Ende 2007
öffentlich geäußerten Warnungen der BI
"Liesing gegen Fluglärm" dass eine
Lage in unmittelbarer Nähe zu Triester
Straße,
Badener Bahn und Autobahn ungeeignet ist, weiterhin an diesem Standort
festgehalten und sachlich
fundierten Vorschläge für einen anderen Standort
ignorieren. Bewahrheitet
haben sich hingegen Befürchtungen, dass die
unzureichenden Lärmmessergebnisse zu einer unrealistischen Darstellung der
Situation mißbraucht werden.
24.10.2010
Flughafen-Hotline
argumentiert
mit falsch ermittelten Lärmwerten
In
einer der aktuellen
Antworten der Flughafen-Hotline
auf die zunehmende Fluglärmbelastung in Liesing wird
behauptet,
dass dere Fluglärm in Liesing immer leiser wird,
während
gleichzeitig zu lesen ist, dass die Anzahl der durchschnittlichen
Starts über Liesing Überflüge pro Tag von
unter 30 auf
34 gestiegen ist. Dazu werden Lärmmessungen herangezogen die
nur
einen Bruchteil der Flugzeuge erfassen.
In den Unterlagen ist für die
Lärmmessstation in
Siebenhirten
2009 eine durchschnittliche Erfassungsquote von 25,5% und ein LEQ-Wert
von 37,8 dB(A) zu finden. Die Erfassungsquote im 1. Halbjahr 2010 lag
bei nur noch 15,5%, für das 1.Halbjahr 2010 wurde ein LEQ-Wert
von 36,9 dB(A)
ausgewiesen. Im Vergleich zur Situation 2009 wird in der Folge eine
Reduktion der Lärmbelastung dargestellt. Die BI "Liesing gegen
Fluglärm" hat bereits mehrfach auf die Problematik der
geringen
Erfassungsquoten hingewiesen: Tatsächlich ergibt eine
Hochrechnung
für 100% Erfassungsquote für 2009 einen LEQ-Wert von
43,7
dB(A) und für das 1. Halbjahr 2010 sogar schon 44,9 dB(A).

Auch
findet sich in den vom Flughafen veröffentlichten Messungen
keine
Abnahme sondern eine Zunahme des energetisch gemittelten Maximalpegels,
was Behauptungen die Flugzeuge über Liesing würden
immer
leiser, widerspricht und somit die Richtigkeit die Erfassungsquote
hochzurechnen, also der Rechnung der BI "Liesing gegen
Fluglärm",
bestätigt.
Die Behauptungen der Flughafen-Hotline beruhen somit auf falschen
Annahmen und sollen wohl einmal mehr dazu dienen, Betroffenen - und
vermutlich auch den verantwortlichen Politikern - auf Basis
falscher Zahlen Illusionen über die tatsächliche
Fluglärmbelastung vorzugaukeln.
Liesing wird
als "Fluglärm-Überdruckventil" missbraucht
Interessant
ist auch die Rechtfertigung der Flugroutenverschiebung nach Liesing
durch die Flughafen-Hotline. So ist dort zu lesen: Ohne
dieser Änderungen (also ohne das Aufsplitten der
STO2C/MEDIX2C/LUGIN2C in KOVEL1C/LANUX1C/LEDVA2C/MIKOV3C und in
MOTIX1C/LUGIM1C, sowie die Umverteilung von mindestens 40% der Starts
von Luftfahrzeuge mit nördlichen Destinationen)
würden
demnach anstatt von durchschnittlich 34 Flugzeugen pro Tag auf der
jetzigen Strecke insgesamt 91 Flugzeuge (49 Flugzeuge mit
nördlichen Destinationen sowie 42 Flugzeuge auf
MOTIX1C/LUGIM1C
– Stand Ende Juli 2010) auf der vor 2004 gültigen
Strecke im
Bereich Perchtoldsdorf fliegen.
Dieser
Versuch einer Begründung für die Flugroute
über
Liesing demonstriert den Umgang des Flughafens mit dem
Fluglärmproblem. Nachdem nur Werte über 45 dB(A)
Eingang in
den Evaluierungsbericht finden, ist es offensichtlich oberste
Prämisse den Lärm, und damit die Flugrouten so zu
verteilen, dass
dieser Wert nicht erreicht wird. Durch diese Vorgehensweise werden
durch zunehmenden Flugverkehr immer mehr Menschen belastet –
es
spielt für den Evaluierungsbericht ja keine Rolle, dass der
Fluglärm bereits ab 40 dB(A) gesundheitsschädlich
ist. Am
Beispiel der Flugroute Liesing wird deutlich, dass dafür auch
die
gesundheitsschädliche Belastung von Gebieten mit 100.000
Menschen
in Kauf genommen werden.
Vielleicht sollte man den anonymen Schreiber der
Flughafenhotline als Berater nach Ungarn schicken, um das dortige
Rotschlamm-Problem zu lösen. Denn folgt man dessen Logik,
würde eine Verteilung über ganz Ungarn das Problem
lösen, selbst wenn damit auch Budapest betroffen wäre.
Trotzdem sollte
man sich
von
unbrauchbaren oder verweigerten Antworten der Flughafen-Hotline nicht
abschrecken lassen, Beschwerdemails zu schreiben, gehen diese doch auch
an Politiker und Zeitungen.
20.10.2010
Monatliches Treffen der
BI
"Liesing gegen Fluglärm"
Beim
gut besuchten Treffen ging es in den
zahlreichen Diskussionen vor allem darum, wie die positive
politische Entwicklung in Richtung Einstellung der Flugroute
über
Liesing am besten unterstützt werden kann. Dabei wurde
beschlossen,
am eingeschlagenen Weg festzuhalten und weiterhin vor allem auf
Informationsaustausch mit der Bevölkerung und den Politikern
aller Parteien zu
setzen. Dazu soll auch ein Treffen mit dem Bezirksvorsteher Herrn Wurm
dienen.
13.10.2010 unkontrollierter
nächtlicher Fluglärmkrawall im 23. Bezirk
Die
Lärmmessungen der BI "Liesing gegen Fluglärm"
bestätigen
Beschwerden von Betroffenen über den nächtlichen
Fluglärm zwischen 21:30 und 22:30. Lärmspitzen von 75
Dezibel sind schon unter Tags unzumutbar, erst Recht in der Nacht.
Aus den Flugspuren ist
klar
ersichtlich, dass sich die Austro Control und Fluglinien nicht einmal
an die Vereinbarungen des vom Flughafen gelenkten Mediationsvertrags
halten. Statt wenigstens die dort vorgesehene Nachtflugroute verwenden,
wurde (wieder einmal) einfach direkt über Liesing gestartet.

Was auffällt
ist, dass der Start
um 22:11 Liesing in einer Höhe von nur 1000 bis 1300m
überflogen hat, um am Rande des Bezirks in den
geräuschintensiven Steigflug überzugehen. Weiter
ist einer der 6
Starts der 2010 nach Liesing verlegten Flugroute LDVA2C Richtung Norden
zugeordnet.
Die enormen
nächtlichen
Lärmbelastungen zeigen, wohin die Verlegung von Flugrouten auf
dicht besiedeltes Gebiet führt und entziehen Behauptungen des
Liesinger Bezirksvorsteher Herrn Wurm, der Mediationsvertrag
schütze Liesing vor unnötigen
Überflügen, den
letzten Rest an Glaubwürdigkeit. Vereinbarungen
die
offensichtlich nur dem Zweck einer Scheinlegitimierung der Belastung
der Bevölkerung dienen und bei denen selbst der Kompromiss des
Kompromisses des Kompromisses - jeweils zu Gunsten der
Aviation
Group - von dieser nicht eingehalten werden, sind aus Sicht der
zahlreichen vom Fluglärm betroffenen Menschen völlig
wertlos
und gehören auch von den zuständigen Politkern
dringend
überdacht.
Generell stellt
sich
einmal mehr die
Frage, wann die unnötige und den Interessen der Allgemeinheit
zuwiderlaufende Flugroute über Liesing, deren
Rücknahme von
der Mehrheit der Wiener Parteien gefordert wird, endlich eingestellt
wird.
2.10.2010 Infoveranstaltung
beim Einkaufszentrum Riverside
Gleichzeitig
mit dem Besuch des Bürgermeisters fand auch eine
Infoveranstaltung
der BI "Liesing gegen Fluglärm" statt. Vertretern der
Bürgerinititative war es eine Ehre, dass
der Herr Bezirksvorsteher Wurm sich sogar die Zeit für eine
kurze Begrüßung nahm.

In den zahlreichen
Gesprächen mit Passanten ging es
hauptsächlich um die Frage, wo sinnvollerweise geflogen werden
sollte. Dass weder bei starkem Nordwestwind noch bei starkem
Südostwind über Liesing gestartet werden muss, hat
speziell
bei denjenigen großes Erstaunen hervogerufen, denen
die
"Winderklärungen" der Flughafen-Hotline bekannt sind.
Dass
dann ausgerechnet bei Windstille planmäßig
über
Liesing gestartet wird, sorgte für
großes Unverständnis gegenüber der
derzeitigen
Flugverkehrspolitik.
Inzwischen wurde dem
amtierenden Bürgermeister Dr.
Häupl von
einem Vertreter der BI -Liesing eine entsprechend dekorierte Flasche
eines aus Mauer stammenden "1. Liesinger Fluglärmweins"
überreicht. Diesen nett verpackte Einladung zum
Gespräch
über das Problem hatte zuvor bereits die Spitzenkandidatin der
Wiener ÖVP, Staatssekretärin Christine Marek
erhalten.
22.9.2010 Diskussionsrunde
der BI "Liesing gegen Fluglärm", 19h, Gasthaus
Brandauer, Maurer Hauptplatz
Beim
gut besuchten Treffen ging es neben der Frage, welche
Möglichkeiten es gibt, sich aktiv für die Einstellung
der
Flugrouten über Liesing einzusetzen auch um die
neuesten
Entwicklungen.
Freude herrschte vor alle darüber, dass alle drei
bei der
Podiumsdiskussion anwesenden Vertreter der Parteien Wort gehalten
hatten und nicht nur die Grünen sondern auch
die ÖVP den
von der FPÖ im Wiener Gemeinderat eingebrachten Antrag auf
Einstellung der Flugrouten über Liesing gestimmt hatten. Bei
der ÖVP dürfte dieses klare Bekenntnis zur
Vertretung
der Interessen der Bevölkerung vor allem
auf parteiinternes Lobbying der Liesinger ÖVP
insbesondere
auf die unermüdliche Arbeit von Herrn Bezirksvorsteher-Stv.
Paleta
zurückzuführen sein. Eine wesentliche Grundlage dem
Antrag
zuzustimmen dürften aber auch die Präsentationen der
BI-Liesing im Rahmen der Podiumsdiskussion geliefert haben, womit es
nicht verwundert, dass die
ferngebliebene SPÖ dem
Antrag nicht zustimmte.
17.9.2010 Wiener
Oppositionsparteien
stimmen im Gemeinderat geschlossen für die Rücknahme
der Flugroute über Liesing
Der
von der FPÖ
eingebrachte Antrag
stellt fest, dass die überfallsartig eingeführte
Flugroute
über Liesing seit dem Jahr 2004 für
lebensqualitätszerstörende,
gesundheitsgefährdende
Lärmemissionen und massive Entwertungen der Wohnobjekte bzw.
Grundstücke sorgt und dass die
betroffenen Menschen sind nicht gewillt sind, diese ohne
ihre Einbindung beschlossene massive Benachteiligung länger
hinzunehmen. Auch die ÖVP und die Grünen
haben dem Antrag, dass
sich der Gemeindrat für die umgehende Rücknahme der
Flugroute über Liesing aussprechen soll,
zugestimmt. Von
der ÖVP gibt es dazu auch eine entsprechende Presseaussendung,
aus
der hervorgeht, dass auch die Wiener Wirtschaftspartei die Flugrouten
über Liesing für unnötig erachtet.
Damit bleibt abzuwarten ob auch bei der SPÖ ein
Umdenken
einsetzt
oder ob die Partei die Flugrouten über Liesing weiterhin mit
nicht
nachvollziehbaren Argumenten verteidigt und die politische
Alleinverantwortung für diesen volkswirtschaftlichen
Schildbürgerstreich auf sich nimmt, der zu unnötig
vielen vom
Fluglärm betroffenen Menschen führt!
8.9.2010 Öffentliche
Podiumsdiskussion zum Thema "Gesundheitsschädlicher und
verkehrstechnisch unnötiger Fluglärm in Liesing -
eine
politische Notwendigkeit? "

Die
Podiumsdiskussion fand in dem bis auf den letzten Platz
besetzten
Garderobensaal der VHS Liesing statt, was das große Interesse
an
diesem Thema zum Ausdruck brachte. Neben Vertretern unserer
Bürgerinitiative und dem Moderator fanden sich
- Landtagsabgeordneter Mag.
Rüdiger Maresch,
Umweltsprecher der Wiener Grünen
- Landtagsabgeordneter
Toni Mahdalik, FPÖ Wien,
Bereichsprecher Stadtentwicklung und Verkehr
- Bezirksvorsteherstellvertreter
Ernst Paleta von
der Liesinger ÖVP
am Podium ein, um interessierten Bürgern
ihren
Standpunkt zum Thema
Fluglärm in Liesing zu erklären. Der für die
Wiener
SPÖ reservierte Platz blieb leer, da vom Wiener
Bürgermeister - trotz der bereits am 19. August erfolgten
Einladung - kein Vertreter nominiert wurde.
Zu Beginn gab es kurze Impulsreferate die sich im
Spannungsfeld zwischen
Behauptungen der verantwortlichen Wiener Politiker und
Realität bewegten:
- Kurzreferat zu den Flugrouten:
Ausgangspunkt war die von
der Flughafenhotline immer wieder behauptete
windbestimmte
Notwendigkeit einer Abflugroute über Liesing, die
sich an Hand des
Pistenbelegungsplans der Austro Control klar wiederlegen
läßt.So ist diesem zu entnehmen, dass gerade dann,
wenn am Flughafen
Schwechat die meisten Flugzeuge starten wollen, sowohl bei starken
Südostwind
noch bei Nordwestwind keine Starts über Liesing vorgesehen
sind. Das bedeutet,
dass es keine verkehrsmäßig oder technische
Notwendigkeit gibt, über Liesing zu starten -
erst recht nicht bei Windstille.
- Kurzreferat zum Thema Fluglärm und
dessen Messung:
Ausgangspunkt waren Briefe und öffentliche Behauptungen von
Umweltstadträtin Mag. Sima und des Bundesumweltamts,
die
Gemeinde Wien hätte der Flugroute über
Liesing nur
zugestimmt, wenn es dadurch zu keiner messbaren Lärmbelastung
kommt. Lärmmessungen des Flughafens die sich jedes Jahr in
einen
eigenen Evaluierungsbericht finden, scheinen Behauptung zu
stützen
dass das auch der Fall ist, während die vielen Beschwerden und
10.000 Unterschriften gegen die Flugroute über Liesing das
Gegenteil belegen. Als Erklärung wurde zuerst einmal der
Unterschied zwischen dem was offiziell nach dB(A) gemessen wird und
dem tatsächlichem Lärm an Hand
eines Hörbeispiels
präsentiert, das die verharmlosende Wirkung einer Messung nach
dB(A) eindrucksvoll demonstriert. Danach konnte auch der Zusammenhang
zwischen
unvollständiger Erfassung des Fluglärms durch den
Flughafen
und den unrealistisch niedrigen
Ergebnissen der Flughafenmessungen aufgezeigt
werden. Eine enstprechende Hochrechnung zeigt hingegen einen
gesundheitlich mehr als bedenklichen Dauerschallpegel von mehr als 43
dB(A).
- Kurzreferat zum Thema Fluglärm und
Gesundheit: Am
Beispiel Bluthochdruck und kardiovaskuläre Erkrankungen wurde
auf
die schädliche Wirkung von Fluglärm und auf die mit
der
Flugroute über Liesing zu erwartenden
unnötig
Erhöhung der Gesundheitskosten um 3,75 Mio alleine
für
Schlaganfälle hingewiesen, welche die Allgemeinheit
belasten.
Dass die Verlegung von Flugrouten auf das dichtest besiedelte Liesing
einzigartig sein dürfte und entgegen dem internationalen Trend
zur
Reduktion der Anzahl der vom Fluglärm betroffenen Menschen
erfolgte, widerspricht dem volkswirtschaftlichen Hausverstand -
Motto "Wien ist anders!"?
Aus den ersten
Stellungnahmen der
anwesenden Parteienvertreter war ersichtlich, dass alle drei Politiker
die Einstellung der Flugrouten über Liesing fordern.
Von Herrn LA Mahdalik gab es die glasklare Aussage,
dass seine
bereits seit vielen Jahren mehrfach in Presseaussendungen,
aber auch in der Wahlwerbung
auf den Punkt gebrachte Forderung nach Einstellung der Flugrouten
über Liesing auch der Parteilinie der gesamten
FPÖ
entspricht.
Herr LA Maresch von den Grünen präsentierte
zuerst
einmal die
anderen Forderungen der Grünen rund um die
Fluglärmproblematik wie eine absolutes Nachtflugverbot und
eine
absolute Deckelung des gesamten Flugverkehrs am Flughafen Wien
Schwechat. Dazu verwies er auch auf die zahlreichen Anträge
welche
die Grünen im Sinne der Fluglärmbetroffen gestellt
hatten,
beispielsweise den nach Erweiterung des
Flugbeschränkungsgebiets
auf Liesing - womit über Liesing nicht mehr
gestartet werden
würde. Zur Frage der Problematik der Flugrouten über
Liesing,
war von ihm zu hören, dass es Parteilinie der Grünen
ist,
dass Flugrouten über wenig bis nicht bewohnten Gebiet gehen
sollten - womit klar sein dürfte, dass sich an der
langjährigen
Forderung der
Grünen nach Einstellung der
Flugrouten über Liesing nichts geändert hat.
Von Herrn BV-Stv. Paleta von der ÖVP war zu
hören,
dass seine auch
schriftliche
Forderung "weg mit den Flugrouten über Liesing"
von der Landespartei abgesegnet wurde, und dass auch der
Wirtschaftsprecher
der Wirtschaftspartei
die BI "Liesing gegen
Fluglärm und die 3. Piste" politisch unterstützt.
Behauptungen es müsse über Liesing geflogen werden,
um den
Flugbetrieb ordnungsgemäß aufrecht zu erhalten,
bezeichnete
er als "Lavendel". Weiters verwies er auf sein bereits recht
erfolgreiches parteiinternes Lobbying.
Schwerpunkt der
zahlreichen Fragen aus dem Publikum war, ob die Austro Control
in Österreich
tatsächlich alles darf und warum ohne
Notwendigkeit über Liesing gestartet
wird. Weiters wurde auch auf das Sicherheitsrisiko von Flugrouten
über dicht besiedeltes Gebiet
hingewiesen und dass zur Frage eines Flugzeugabsturzes auf Wiener
Gebiet vom Wiener Bürgermeister nur lapidar auf die Wiener
Feuwehr
hingewiesen wurde. Auch die Frage ob hier nicht auch juristisch oder
mit Demonstrationen gegen die Flugrouten vorgegangen werden sollte,
wurde diskutiert.
Zur weiteren Entwicklung des Flughafens Wien Schwechat wurde
von Herrn
LA Maresch von den Grünen eine Eindämmung des
Flugverkehrs
gefordert. Die FPÖ schlägt einen
mitteleuropäschen
Zentralflughafen in der kleinen ungarischen Tiefebene mit einer
Anbindung durch Hochgeschwindigkeitseisenbahnen vor. Herr BV-Stv.
Paleta
verwies darauf, dass ähnlich der Donau auch der Flughafen
soweit
reguliert werden muss, dass ein gedeihliches Nebeneinander
möglich
ist.
Im Publikum gab
es
ziemliches
Unverständnis über die Abwesenheit der SPÖ
bei der
Podiumsdiskussion. Auch dass
Verkehrsministerin Bures die Austro Control offensichtlich
nicht
dazu anleitetet,
die Interessen der Bevölkerung entsprechend zu
berücksichtigen, wurde offen kritisiert.
Neben anderen
Emissionen
des Flugverkehrs war auch der krebserregende Feinsstaub Thema.
In diesem Zusammenhang wurde darauf hingewiesen, dass
die durch
den Flughafen Wien verursachte Partikelanzahl in der gleichen
Größenordnung liegt, wie jene des gesamten PKW
Verkehrs in
ganz Wien und Niederösterreich zusammen.
Die 3. Piste und deren -
insbesondere
bei Beibehaltung der Flugrouten über Liesing -
massive
Auswirkungen auf Liesing wurde ebenfalls diskutiert.
Grüne
und FPÖ lehnen die 3.Piste ab, Herr BV-Stv. Paleta
von ÖVP hofft
auf einen Bescheid im UVP-Verfahren, der seine Lebensqualität
nicht weiter beeinträchtigt.
27.8.2010 Im
23. Bezirk werden 30.000
Einladungen zur Podiumsdiskussion verteilt
In
Mauer und Alt-Erlaa wurde bereits mit der Verteilung von rund 30.000
Einladungen begonnen. Die Einladungen werden in den Bezirksteilen
Mauer, Kalksburg, Rodaun,
Liesing, Atzgersdorf, Erlaa,
Siebenhirten und Teilen
von Inzersdorf verteilt.
Diejenigen, welche keine Werbung in ihrem Briefkasten wollen,
können sich die Einladung
auch als PDF herunterladen.
Für die Podiumsdiskussion selbst gibt es
bereits
definitive
Zusagen der 3 Oppositionsparteien, während es vom Wiener
Bürgermeister noch keine Antwort auf die direkt an ihn
gerichtete Anfrage gibt, wer für die
SPÖ an der Diskussion teilnehmen wird.
22.8.2010 exemplarische Auswertungen der
Flugspuren verdeutlichen die fehlende Notwendigkeit über
Liesing zu starten
Nicht nur der von der Austro
Control selbst gestaltete Pistenplan zeigt, dass es keine
kapazitätsmäßige oder
windmäßige Notwendigkeit für die Startroute
über Liesing gibt. Auch
eine exemplarische Auswertung an Hand der Flugspuren der Austro
Control verdeutlicht, dass es problemlos möglich sein sollte,
den
Flugverkehr so zu lenken, dass damit deutlich weniger Menschen
vom Fluglärm betroffen wären.
So zeigen die
Flugspuren
für Sonntag, den 15.8.2010, dass zwischen
7 Uhr und 8 Uhr in der Früh neun (dröhnende) Starts
die über das dicht besiedelte Liesing geflogen
wurden, während auf der zur Entlastung Wiens
aus Steuergeld mitfinanzierten 2.
Piste (16/34) weniger als zehn Landungen und 2 Starts
stattgefunden haben.

Selbst
für den Laien
scheint es naheliegend, dass auf dieser 2. Piste noch die
Möglichkeit bestehen müsste, zwischen
den Landungen auch noch weitere Starts über
weitgehend unbesiedeltes Gebiet einzuschieben.
Tatsächlich gehen Insider in diesem
Zusammenhang von 45 - 55 Flugbewegungen aus, die auf einer
Piste untergebracht werden können, wenn auf dieser
gleichzeitig gestartet und gelandet wird.
Ein weiteres
Beispiel
dafür, dass unnötigerweise gerade über eines
der am dichtesten besiedelten Gebiete Österreichs
gedröhnt wird, war der letzte Donnerstag. Auch hier wurde in
der Erholungsphase am Abend alleine zwischen
20:00 und 21:00 zehnmal direkt über Liesing gestartet,
obwohl auf der zur Entlastung Wiens gebauten 2. Piste
mit nur 23 Landungen in dieser Zeit noch mehr als ausreichend
Kapazität zur Verfügung
stand. Es wäre also problemlos möglich
gewesen, die Starts Richtung Tschechien und die
Slowakei mit einem großen Bogen um Wien herum
Richtung Norden zu führen, statt unsinnigerweise über
den dicht besiedelten Süden Wiens zu fliegen.
Diese
beiden Beispiele verdeutlichen, wie leicht es eigentlich
möglich
wäre, die Anzahl der vom Fluglärm betroffenen
Menschen
drastisch zu reduzieren.
7.8.2010 Liesing ohne verkehrstechnische
Notwendigkeit vom Fluglärmterror betroffen
Der
Pistenbelegungsplan der Austro Control bestätigt, was mit der
Materie vertraute Personen wie Piloten schon länger vermuten.
Bei
der für
die
Flugrouten über Liesing immer wieder behauptete
kapazitätsmäßigen Notwendigkeit
handelt es sich augenscheinlich um einen Schmäh!
Denn gerade
dann, wenn
die meisten
Flugzeuge in kurzer Abfolge starten (überwiegend Depatures),
sieht
der Pistenbelegungsplan der Austro Control bei starkem Wind
keine Abflüge über Liesing vor. So soll
bei
Ost/Südostwind auf der Piste 16 nach Süden
gestartet werden und
bei West/Nordwestwind sind die im Pistenbelegungsplan in Klammern
angeführten Flugrouten von der Piste 34 aus zu fliegen. Das
betrifft alle 4 Flugrouten (LEDVA, MIKOV,KOVEL, LANUX), die direkt
über Liesing verlaufen und zu Grenzübergabepunkten in
Tschechien und der Slowakei geführt werden.
Hingegen
werden laut Pistenbelegungsplan bei Windstille (Calm) - also bei
verkehrstechnisch noch weitgehend vernachlässigbarem Wind -
die
Flugrouten LANUX und KOVEL von der Piste 29 über Liesing
geführt,
während dafür andere Destinationen nicht von der
Piste 29 sondern von der Piste 34 aus beflogen
werden. Gleichzeitig wird über den Norden Wiens gelandet - als
möglichst eng um Wien herumgeflogen.

Dazu
findet sich auch im
Diskussionsforum Austrian Aviation Net bereits 2008
ein entsprechender Expertenbeitrag,
der beschreibt, dass aus Kapazitätsgründen
bei
Nordwestwind Starts Richtung Tschechien und Slowakei auf
der Piste 34 (und damit nicht über Liesing) geführt
werden, um eineinhalb Pisten
für den Start verwenden zu können. Umkehrschluss:
die 2004 eingeführte Ausweitung der Flugrouten über
Liesing
dient also nicht der Kapazitätserweiterung.
Dass
ausgerechnet bei vernachlässigbarem Wind dann
doch über
Liesing gestartet wird, zeigt, dass die 2004 nach Liesing verlegten
Flugrouten ein politisch verursachtes Problem sind, für das es
keine verkehrstechnische Rechtfertigung gibt. Vielmehr wurden hier
unter dem falschen Vorwand
der Kapazitätsoptimierung die berechtigten Interessen der
Bevölkerung an der Vermeidung unnötiger
Lärmbelastung
dem Verlangen der Airlines nach Profitoptimierung geopfert.
Für
die 2004
angeblich aus
Kapazitätsgründen benötigte
zusätzliche Flugroute
über Liesing dürfte es auch eine Alternative
über
weitgehend unbesiedeltes Gebiet gegeben haben
Dass die Flugroute über Liesing den Politikern von
der Austro
Control angeblich als einzige mögliche Option verkauft wurde,
den
Bereich der für Startrouten von der Piste
29 auszuweiten,
fügt sich nahtlos ins Bild. Dabei reicht jedoch ein
Blick auf
die auch im Internet verfügbaren Flugroutenkarten aus, um zu
sehen, dass es eine Alternative mit um
Größenordnungen
weniger Betroffenen am südöstlichen Rand der schon
existierenden Flugrouten geben dürfte. Diese dürfte
aber von
den Beamten der Austro Control nicht einmal geprüft worden
sein.

Je
mehr sich Behauptungen über die nur mit der Flugroute
über
Liesing erreichbare Kapazität und nicht vorhandene
Lärmbelastung als Fiktion heraustellen, desto
vehementer ist
die Einstellung der Flugrouten über Liesing zu
fordern!
18.7.2010
Dröhnende
nächtliche Überflüge über dem dicht
besiedelten Liesing
Weckflüge mitten in der
Nacht von Donnerstag auf Freitag mit bis zu 77 Dezibel(!) lassen
sich
nicht nur mit Hilfe der Lärmmessungen
der BI "Liesing gegen Fluglärm" objektiv nachweisen,
sondern auch an Hand der Flugspuren der Austro Control
bestätigen.
 Sowohl
um 0:30 als auch um 0:55 wurde
über
dichtest besiedeltem Gebiet gestartet und dabei erheblicher
Lärm
produziert, der viele Menschen aus dem Schlaf gerissen haben
dürfte. |  |
Dass
es sich bei den nächtlichen Überflügen nicht
um
Notfälle gehandelte
haben dürfte, geht alleine schon daraus hervor, dass es sowohl
um
0:30
als auch um 0:55 über Liesing gestartet wurde.
Es sei
denn, man ginge
davon aus, dass jedes Gewitter einen Notfall darstellt, der es erlaubt,
mitten in der Nacht über dichtest besiedeltes Gebiet zu
dröhnen. Würde man eine solche Sichtweise auf das
Autofahren
anwenden, so dürfte bei einer Sperre eines Autobahnabschnitts
auf
der Umfahrung selbstverständlich auch dann Tempo 130 gefahren
werden
dürfen, wenn die Straße mitten durch ein
Ortsgebiet
durchgeht.
Leider sind dröhnende Überflüge in
der Nacht
kein Einzelfall:
Insbesondere rund um 22h wird häufig über Liesing
geflogen.
Generell ist die auf
Wien-Liesing
angewandte Nachtflugregelung, in der
fälschlicherweise davon
ausgegangen wird, dass Flugzeuge ab 2 oder 3km Höhe keine
merkbare
Lärmbelästigung mehr darstellen und daher in dieser
Flughöhe über dicht besiedeltes Gebiet geflogen
wird, völlig unzureichend, die Bevölkerung
vor dem
besonders
gesundheitsschädlichen nächtlichen Fluglärm
zu
schützen. Daher ist hier ein absolutes Nachflugverbot zu
fordern!
1.7.2010
Monatliches Treffen der BI "Liesing gegen
Fluglärm" zum Informationsaustausch
Beim
sommerlichen Treffen im Gastgarten des Gasthaus Brandauers waren die
Berichte über die Besprechung mit Herrn Gemeinderat Valentin
und
die Podiumsdiskussion im Cajetan-Felder Institut Hauptthema. Weiters
ging es auch um die Eckpunkte der noch zu erstellenden
Einladungen für die Veranstaltung am 8. September zu der die
BI
"Liesing gegen Fluglärm" alle politischen Parteien nach
Liesing
einlädt.
Eine positive Überraschung waren auch die in ganz
Wien
verschickten FPÖ Wahlkampf Broschuren, in denen das Thema
Fluglärm an
sehr prominenter Stelle platziert ist und in denen die SPÖ
aufgefordert wird, die Einstellung der 2004 über den Westen
Wiens
gelegten Flugschneise auf Schiene zu legen. Dass
Grüne und
ÖVP bereits die gesundheitsschädliche Wirkung von
Fluglärm und die daraus zu ziehenden Schlussfolgerungen
für
dicht besiedelte Gebiete, in den Wahlkampf eingebracht haben,
lässt darauf
hoffen, dass hier auch seitens der Verantwortlichen endlich
Konsequenzen gezogen werden. Hier sind konkrete Schritte Richtung
Einstellung der Flugroute über Liesing
gefordert, Versprechen alleine sind wenig hilfreich!
23.6.2010 Podiumsdiskussion „Flughafen
Wien - Guter Nachbar oder
Störenfried?“ Gegenwart und Zukunft
Bei
der trotz eines spannenden Fußballspiels gut besuchten
Veranstaltung im alten Wiener Rathaus wurde nicht nur über den
Flughafen und die Fluglärmproblematik sondern auch die Rolle
der
Politik diskutiert. Aufhorchen lies eine Aussage von Senator Fritz
Svihalek (Stadtrat für Umwelt- und Verkehrsagenden a.D.), dass
Beamte der Austro Control mit Vorschlägen wie das
Fluglärmproblem entschärft werden kann, mehr als
zurückhaltend sind und daher hier auch das Management in die
Pflicht genommen werden müsse. Eine Erfahrung die sich mit der
Flugroutenverschiebung nach Liesing deckt, für die
entsprechende
Alternativen mit um Größenordnungen weniger
Betroffenen von
der Austro Control nicht einmal geprüft worden sein
dürften.
Ein weiteres Thema war auch, dass eine intelligente
Flugroutenführung, die zu einer Minimierung der Anzahl der
Betroffenen führt, keine Arbeitsplätze kostet und die
durch
Fluglärm verusachten Gesundheitskosten senkt. Daraus ergibt
sich
in Zeiten knapper Budgets die Forderung, dicht besiedelte Gebiete- wann
und wo immer möglich - zu umfliegen.
12.6.2010 Infoveranstaltung
der BI
"Liesing gegen
Fluglärm" am
Maurer Berg

Die
Infoveranstaltung am Rande des "Tages der Artenvielfalt"
hinterlässt einen zwiespältigen Eindruck. Einerseits
Interesse, Zustimmung und die Unterstützung für unser
Anliegen von vielen Menschen, die am Weg zur
Großveranstaltung
auf das Thema Fluglärm und Gesundheitsgefährdung
angesprochen
wurden. Andererseits die ablehnende Haltung der Wiener Stadtregierung,
die das von ihr geschaffene Problem möglichst zu ignorieren
versucht.
Ein Beispiel: Trotz polizeilicher Anmeldung wurde uns von der MA-49 die
Verteilung von Informationen auf jenem Teil der Kalksburger Strasse
untersagt, der als Forststrasse deklariert ist. Ein
bürokratischer
"Kraftakt", der wiederum von einem Passanten wie folgt kommentiert
wurde: "Das Imperium schlägt zurück!".
Dass Umweltstadträtin Mag. Ulli Sima auch am
Rückweg
von
ihrer Veranstaltung im Unterschied zum niederösterreichischen
Umweltlandesrat Dr. Pernkopf nicht einmal bereit war,
Informationsmaterial zum Thema Fluglärm entgegenzunehmen, war
trotzdem irgendwie erstaunlich. Hatte doch gerade sie den Liesingern
versprochen, dass es durch die neue Flugroute zu keiner
zusätzlichen Lärmbelastung kommen wird.
Leider
löst sich das Fluglärmproblem nicht dadurch, dass man
dieses
konsequent ignoriert. So führt Fluglärm selbst im
Schlaf zu
einem Anstieg des Blutdrucks.
Obwohl nicht offizieller
Teilnehmer am
Tag der Artenvielfalt dürfte es der BI "Liesing gegen
Fluglärm" ganz gut gelungen sein, auf die Zerstörung
des
Naherholungsgebiets durch die seit 2004 aus politischen
Gründen
nach Liesing verlegten Flugrouten aufmerksam zu machen. Denn die
Luftballons mit den Slogans "Lebensqualität statt
Fluglärm!"
und "5 Jahre Fluglärmterror über Liesing sind genug!"
waren
auf Großveranstaltung allgegenwärtig (siehe Foto).
Stellt sich die Frage,
wann man
seitens der Politik endlich reagiert und der volkswirtschaftliche
Hausverstand zum Durchbruch kommt! Denn minimal kürzere
Flugrouten
für die Airlines können einfach nicht wichtiger sein,
als die
Lebensqualität und Gesundheit von 100.000
Betroffenen.
Postings
zum Thema "Wiener Stadtregierung vermarktet Erholungsgebiet statt es
vor Fluglärm zu schützen" im Forum...
10.6.2010 Zerstörung
des
Naherholungs- und Landschaftsschutzgebiets Liesing durch
Fluglärm
Die
beeindruckende Artenvielfalt der Tiere und Pflanzen am Maurer Berg ist
seit 2004 um eine Artenvielfalt verstärkt worden, die man
weder im
dicht besiedelten Liesing noch im angrenzenden Naherholungsgebiet als
erwünscht betrachten kann - so führen rund 40 Starts
pro Tag
direkt über Liesinger Gebiet zu einem unzumutbaren und
gesundheitsschädlichen
Gedröhne.
 |  |
| Beeindruckende
Artenvielfalt am Maurer Berg | In
einem Landschaftsschutzgebiet unerwünschte Artenvielfalt |
Auch die Wiener Umgebungslärmschutzverordnung
legt das Landschaftsschutzgebiet Liesing als ruhiges Gebiet fest,
für das die Summe aller Schallquellen einen Schwellenwert von
50
dB Lden und
40 dB Lnight nicht übersteigen darf. Entsprechend
der Lärmstörwirkung
von Fluglärm wären um 10-15
Dezibel niedrige Werte zu fordern, die aber seit der
Flugroutenverlegung 2004 mit einem Lden von rund 45 dB so gut
wie täglich massiv überschritten werden. Da
hilft es auch nicht, wenn Fluglärm auf Grund der
Bundeskompetenz
von der obigen Regelung explizit ausgenommen ist
- eine widmungsgemäße Nutzung des
Naherholungsgebiets Liesing wird dadurch trotzdem
verunmöglicht!
Postings im
Forum...
Nachdem es
unmöglich ist, das
Landschaftsschutzgebiet und die über 100.000 von der Flugroute
über Liesing betroffenen Menschen umzusiedeln,
sind die
entsprechenden Flugrouten abzusiedeln bzw. einzustellen!
29.5.2010 Informations-
und
Protestveranstaltung der BI
"Liesing gegen
Fluglärm" gegen das unnötige Verlärmen eines
ganzen Bezirks

Auch
dieses Mal haben wieder zahlreiche Fluglärmbetroffene aus der
Umgebung die Gelegenheit genutzt, sich am Maurer Hauptplatz
über
Ursachen und Auswirkungen des Fluglärms in Liesing zu
informieren. Aus den vielen Gesprächen lassen sich zwei immer
wieder kehrende Diskussionspunkte herausfiltern:
- Die Unzumutbarkeit der
dröhnenden
Überflüge in der
Früh, zu Mittag und in die späten Abendstunden und wo man sich
telefonisch oder per Mail darüber beschweren kann.
- Die Forderung nach einer volkswirtschaftlichen
intelligenten
Steuerung des Flugverkehrs, wozu auch gehört,
dass nicht mehr
über dicht
besiedelte Gebiete wie Liesing geflogen wird und wie man diese
durchsetzen kann - gibt es doch weder eine technische noch eine
kapazitätsmäßige Notwendigkeit für
diese
Startroute über Liesing.
Kein Diskussionsthema war hingegen die
Gesundheitsschädlichkeit des
Fluglärms, diese scheint vielmehr Teil des
Allgemeinwissens
geworden zu sein.
26.5.2010 Monatliches
Treffen der BI
"Liesing gegen Fluglärm" zum Informationsaustausch
Themen beim gut besuchten
monatlichen Treffen der BI-Liesing waren:
- Der mehr als
unzumutbare Fluglärm in der ersten
Maihälfte - durchschnittlich alleine 40 Starts direkt
über
Liesing, dazu weitere auf den Nachbarflugrouten, die z.T. bis an die
Stadtgrenze herangeführt wurden
- Was der
Einzelne mit wenig Zeitaufwand dagegen tun kann
(Beschwerdemails schreiben, Informationsmaterial
verteilen....)
- Die Besprechung einer Delegation
der BI "Liesing gegen
Fluglärm" mit Experten der Austro-Control und
des Flughafens
11.5.2010 Vortrag von Prof. Greiser und
Podiumsdiskussion zum Thema Gesundheitsrisiko Fluglärm
Schwerpunkt
des Vortrags von Prof. Greiser waren die Gesundheitsauswirkungen des
nächtlichen Fluglärms. Dass Fluglärm unter
Tags genauso
als gesundheitsschädlich einzustufen ist, wurde an den
gezeigten
Daten über Brustkrebs deutlich. So steigt das Brustkrebsrisiko
mit
jedem Dezibel Tagfluglärm stärker als bei
nächtlichem
Fluglärm. Eine Tatsache, die auch für Depressionen
und
Schlaganfälle bei Frauen festgestellt wurde. Eigentlich nicht
wirklich erstaunlich, da sich statistisch gesehen Frauen
länger am
Wohnort aufhalten als Männer.
Die Parallelen beim Umgang mit dem Gesundheitsrisiko Fluglärm
erinnern an das Thema Passivrauchen: Trotz des erwiesenen
Erkrankungsrisikos (plus 20-40%) wurde die Tatsache von der
Raucherlobby jahrzehntelang verneint bzw. von der Politik als
Panikmache abgetan. Nun
liegen die Erkrankungsrisiken bei Fluglärm weit höher
als beim Passivrauchen. Bei
der Veranstaltung war man sich darüber einig, dass
konsequenterweise auch möglichst unbesiedeltes Gebiet geflogen
werden! Damit stellt sich einmal mehr die Frage, wann die
Verantwortlichen auch beim Thema Fluglärm bereit
sind, auf
den volkswirtschaftlichen Hausverstand zu hören und somit
unnötig hohe Gesundheitskosten vermeiden?
In der Diskussion hat der Umweltsprecher der Wiener Grünen, GR
Mag. Maresch, wiederholt betont, dass die
Absiedlung der Flugroute über Liesing, die 2004
überfallsartig über 100.000 Betroffene verlegt wurde,
eine
Kernforderung der Grünen ist und bleibt. Laut Maresch steht
diese
Forderung bei möglichen Koalitionsverhandlungen mit der Wiener
SPÖ an oberster Stelle und nicht zur Disposition!
Auch am Podium vertreten war Prof. Kundi, welcher im Auftrag des BMVIT
eine Studie erarbeitete, welche in der Folge von Minister Bures als
Basis zum Entwurf "Luftverkehr-Imissionsschutzverordnung" diente.
Angesprochen darauf, dass die hohen Lärmpegel welche er in
seinem
Gutachten vorschlägt, die kognitive Entwicklung von Kindern
nachweislich beeinträchtigt,
sagte der Prof., dass damit eben die Schulen konsequenterweise
abzusiedeln seien.
Im persönlichen Gespräch stellte sich dann auch
heraus, dass
sich Prof. Kundi vom Auftraggeber BMVIT falsch interpretiert
fühlt
und dass ein Gutachten mit Empfehlungen für deutlich
niedrigeren
Fluglärm seiner Meinung nach sinnlos gewesen wäre, da
es vom
Auftraggeber "schubladisiert" worden wäre.
2.5.2010 Diskussion
über die
neuerliche Flugroutenverschiebung nach Liesing
Immer wieder
erreichen die BI "Liesing gegen
Fluglärm" Fragen von Betroffenen zu den neuen
Flugrouten über Liesing und dazu was von den Antworten des Flughafens und des Liesinger
Bezirksvorstehers Herrn Wurm
zu halten ist, in denen behauptet wird, dass die neuen Flugrouten
nichts anderes wären als eine Aufsplittung der schon
früher
verwendeten Flugroute STO4C in die Flugrouten LEDVA2C und MIKOV3C.
Der Aussage der Flughafenhotline "Am 27.
August
2009 (also
vor mittlerweile 8 Monaten) wurde die SID STO4C durch die beiden
Abflugstrecken LEDVA2C und MIKOV3C ersetzt" sind folgende Fakten
gegenüber zu stellen:
- Die Flugroute STO4C wurde im wesentlichen durch
die
Flugrouten LANUX1C und KOVEL1C ersetzt.
- Die
Flugrouten LEDVA2C und MIKOV3C sind, wie sich schon aus
deren
Namen ergibt, die direkten Nachfolger der Flugroute LEDVA1C und MIKOV2C.
- Die alten Flugrouten LDVA1C und MIKOV2C wurden mit
einer
Rechtskurve von der Piste 29 geflogen.
- Die
Flugroute MIKOV2C ist für das 2. Quartal
2009 im Messprotokoll der Lärmmessstelle
Großenzersdorf
angeführt.
- Weiters ist die
Flugroute MIKOV2C auch in den
Unterlagen zur 3. Piste mit einer Rechtskurve von der Piste 29
eingezeichnet.
- Die neuen Flugrouten werden
hingegen mit einer Linkskurve
von
der Piste 29 geflogen und tauchen zum ersten Mal in der 2.
Jahreshälfte 2009 im Messprotokoll der Lärmmessstelle
Zwölfaxing auf.
Zu der Aussage der Flughafenhotline „Es
gibt dadurch
keine
negativen Auswirkungen für die Bevölkerung, da die
Lage der
Strecke unverändert geblieben und die Anzahl der LFZ auf
dieser
Strecke gleichgeblieben, bzw. derzeit sogar geringer geworden
ist.“ ist anzumerken:
- Im Unterschied zu den alten Flugrouten LEDVA1C
und MIKOV2C
belasten die neuen Flugrouten Liesing. Auch waren die alten Flugrouten
angeblich nur für Propellerflugzeuge zugelassen,
während die
neuen Flugrouten über Liesing auch von Jets benutzt werden
dürfen.
- Eine Auswertung der Flugspuren
zeigt durchschnittlich 2
Überflüge pro Tag auf den neuen Flugrouten LEDVA2C
und
MIKOV3C, was in Summe mehr als 700 Überflüge pro Jahr
ausmacht.
- Für die Flugrouten die
über
Liesing verlaufen, werden
sogar die Vereinbarungen des Dialogforums betreffend der prozentuellen
Verteilung der Abflugrouten überschritten. So wurden auch 2009
deutlich mehr über Liesing geflogen als dort
vereinbart (laut
Flughafen 8.2% statt 6.8% aller Abflüge = 6
zusätzliche
Überflüge pro Tag) , was sich
vor allem in sommerlichen Fluglärmterror niedergeschlagen hat.
- Zusätzlich wird Liesing seit 2006 von landenden
Flugzeugen
im Tiefflug überflogen und ist vom Fluglärm der
Nachbarflugrouten, die immer weiter nach Norden und damit
näher an
Liesing gerückt wurden, mittlerweile auch sehr stark
betroffen.
Dazu kommen nächtliche Überflüge auf der
Flugroute SNU2C
und internationale Überflüge, welche die Nachtruhe
stören.
- Alleine der Fluglärm
der Startrouten erreicht in
ganz Liesing
gesundheitsschädliche Ausmaße, einen entsprechenden
Lärmpegel bestätigen sogar die Lärmmessungen
des
Flughafens, die bei Windstille (bzw. schwachen Wind) am Ende der
Abflugroute einen Dauerschallpegel (16h LEQ) von 42,5 dBA
feststellen
Es entsteht also einmal mehr der Eindruck, dass die Aussagen
des
Flughafens und seiner Vertreter dazu dienen sollen, das wahre Problem,
welches der Flugverkehr in Liesing verursacht, zu verharmlosen.
Und von der Einhaltung der Versprechen, dass es durch die
Flugrouten über Liesing auf Dauer weder zu einer
merkbaren
noch einer messbaren Lärmbelastung kommen wird, scheint man
auch
nichts mehr wissen zu wollen.
21.4.2010 Neuerliche
Verlagerung von
Flugrouten auf dicht besiedeltes Gebiet! - Dialog ohne Kommunikation?
Die
BI "Liesing gegen Fluglärm" ist Hinweisen von Betroffenen
nachgegangen,
wonach seit einiger Zeit "anders" geflogen wird und stellte
Erstaunliches
fest: Man fliegt nun
nach Südwesten, um nach Nordosten zu kommen!
Zu
diesem Zweck wurden Flugrouten, welche früher direkt
nach dem Start
nach Norden über die Felder abbogen, ausgerechnet auf das
dicht
besiedelte Liesing verlagert. Beachtlich sind hier nicht nur die
unnötig hohen
Gesundheitskosten, die vermeidbare Überflüge
über dicht
besiedeltem Gebiet mit sich bringen, sondern auch der
erhebliche Umweg,
den die Airlines dafür in Kauf nehmen müssen.
| MIKOV2C und
LEDVA1C
nach Rechtskurve von der Piste 29 | MIKOV3C und LEDVA2C
nach Linkskurve von der Piste 29 |
 |
 |
| Quelle:
www.flugspuren.at 2009 |
Quelle: www.flugspuren.at
2010 |
Die genauere
Betrachtung bringt die Ignoranz und Abgehobenheit der Verantwortlichen
zu Tage: Es gab keinerlei
Information an die betroffenen Bürger, keine
mediale Information, von einer UVP nicht zu reden. Dies ist als
wiederholter Nachweis zu verstehen, dass es für die Anrainer
des
Flughafens keinerlei Rechtssicherheit gibt - wer heute nicht betroffen
ist, kann also morgen bereits unter einer Flugroute aufwachen!
Aber
auch die Position des Fluglärmvertreters der Rathauspartei
bekommt hier
einen schalen Beigeschmack - hatte dieser doch jahrelang
erklärt, dicht
besiedelte Gebiete im Süden Wiens durch eine Rechtskurve von
der Piste
29 entlasten zu wollen. Tatsächlich wurde nun das
Gegenteil davon
umgesetzt. Dass
so etwas nicht ohne die Zustimmung des Vertreters Wiens im Dialogforum
möglich sein dürfte, ist nahe liegend. Jedenfalls
helfen den
Betroffenen weder immer wiederkehrende Verweise auf die formale
Unzuständigkeit der politisch mächtigsten Gemeinde
Österreichs noch auf die Implementierung einer
Lärmgebührenordnung weiter, die keinen Einfluss
darauf nimmt,
wo oder wann geflogen wird.
Alles in allem
drängt sich für die BI "Liesing gegen
Fluglärm" und die Betroffenen
damit der Schluss auf, dass die Fluglärmlobbyisten
einen Dialog führen,
welcher keiner Kommunikation mit den Bürgern bedarf.
Presseaussendung
21.4.2010 Monatliches
Treffen zum
Informationsaustausch
Das gut besuchten
Treffen diente
ausführlichen Diskussion der neuesten Entwicklungen.
Schwerpunkt
war die erfreuliche mediale Präsenz des Themas
Fluglärm in
Liesing (ORF, Heute, Krone, Kurier...) und
die Abschätzung der gesundheitsschädlichen
Dauerschallpegel, wo unterschiedliche Ansätze zu
übereinstimmenden Ergebnissen geführt haben. Weiters
wurden
die nächsten Informationsveranstaltungen geplant.
17.4.2010 Informationsveranstaltungen mit
Wiedererkennungswert
Unter
ungewohnt kondensstreifenfreien und ruhigen Himmel fand die erste
heurige Informationsveranstaltung der parteiunabhängige
Bürgerinitiative "Liesing gegen Fluglärm und die 3.
Piste"
beim Merkur in der Breitenfurterstrasse statt. Aus
zahlreichen
Reaktionen wurde klar, dass die Bürgerinitiative bereits einen
bemerkenswerten Wiedererkennungswert erreicht hat. Und dass Fluglärm
krank macht, dürfte mittlerweile auch einer breiten
Masse bekannt sein.
7.4.2010 Am Sonntag nach der
Zeitumstellung wurden unnötig viele Menschen durch
dröhnenden Fluglärm geweckt
Dröhnende Überflüge Sonntag früh
sind in Liesing
leider nichts ungewöhnliches. Besonders schlimm ist das aber
nach
der Umstellung auf die Sommerzeit, die ja nicht zufällig von
Samstag auf Sonntag erfolgt. Statt die "gestohlene" Stunde in
der Früh durch längeren Schlaf kompensieren zu
können,
wurden die Liesinger von dröhnenden
Überflügen ab
7:15 geweckt - physiologisch betrachtet also bereits
um 6:15!
Dass es dafür nicht die
geringste erkennbare Notwendigkeit gab,
belegt wieder
einmal die Auswertung der Flugspuren:
- Zwischen 7 und 8h gab es nicht einmal die
benötigte Anzahl
von Landungen für eine Anzeige der Flugspuren d.h. weniger als
10
Landungen, was wohl alles über die fehlende Pistenauslastung
zwischen 7h und 8h aussagt.
- Weiters
erfolgten alle Landungen zwischen 7h und 9h auf
Piste 34
- es bestand also die Möglichkeit die Piste im
"Mixed-Mode" auch für
Starts Richtung Nordwesten heranzuziehen und dann über
möglichst unbesiedeltes Gebiet zu fliegen.
- Selbst die anderen Startrouten von der Piste 29 mit immer
noch
deutlich weniger Betroffenen waren weit von einer Vollauslastung
entfernt.
Unterm Strich ergibt sich das folgende Bild: die
im Zusammenhang mit der Zeitumstellung besonders
gesundheitsschädlichen Weckflüge, erfolgten ohne die
geringste erkennbare Notwendigkeit ausgerechnet so, dass
möglichst viele Menschen davon betroffen waren.
Ein weiteres Beispiel
dafür, wie die Gesundheit und Lebensqualität der
Bevölkerung systematisch den Interessen
der Luftverkehrslobby
geopfert werden.
Einzige Abhilfe ist die
Verlegung der
Flugrouten auf möglichst unbesiedeltes Gebiet - also
eine
volkswirtschaftlich sinnvolle Optimierung der Flugrouten nach Anzahl
der
Betroffenen und nicht so wie in der Flughafen-Mediation nach dem
Shareholder-Value für die Flughafenaktionäre!

25.3.2010 Treffen zum Informationsaustausch
und zur Aktionsplanung
Nach dem Austausch über aktuelle Themen wurde eine ganze Reihe
von
Infoveranstaltungen vor den Sommerferien beschlossen. Für den
Herbst wollen wir die Wiener Politiker zu einer
Podiumsdiskussion
nach Liesing einladen. Weiters wurden noch einige Änderungen
am
überarbeiteten Informationsblatt
über den
gesundheitsschädlichen Fluglärm in Liesing diskutiert,
welches in größerer Stückzahl gedruckt
werden soll.
11.3.2010
Überflüge über dicht besiedeltes Gebiet sind
volkswirtschaftlich unsinnig und gesundheitspolitisch unverantwortlich
In
Deutschland ist es jetzt "amtlich". Fluglärm in der Umgebung
des
Flughafens Köln-Bonn erhöht das Erkrankungsrisiko
dramatisch.
Dass das in den betroffenen Gebieten rund um Wien Schwechat
ähnlich sein wird, leugnen wohl nur mehr eingefleischte
Fluglobbyisten.
Eine genauere Berechnung kann nur mit einer gleichartigen
Studie
für den Flughafen Wien erreicht werden. Für eine
erste
Abschätzung der zusätzlichen Krankheitsfälle
reicht aber
die Übertragung der Greiser Studien. Bei rund 100.000
betroffenen
Menschen in Liesing und den direkt angrenzenden Gebieten in Wien und
Niederösterreich ist entsprechend dem ermittelten
Risiken
u.a. mit 50 zusätzlichen
Schlaganfällen pro Jahr zu
rechnen.
Dabei macht nicht nur das persönliche Schicksal
betroffen. Es
entstehen auch beträchtliche
Kosten für das von der Allgemeinheit finanzierte
Gesundheitssystem.
Multipliziert man beispielsweise die bekannten durchschnittlichen
Kosten pro Schlaganfall von rund 75.000 Euro mit der Anzahl der 50
zusätzlichen Schlaganfälle, so kommt man alleine dafür auf rund
3,75 Millionen Euro pro Jahr. Vermeidbares
Leid und Kosten, die
der Verlegung der Flugrouten auf das dicht besiedelte Liesing
zuzuschreiben sind.
Daher sind nicht nur Austro Control und
Infrastrukturministerium,
sondern auch das Gesundheitsministerium dringend gefordert, zu den Flugrouten über
Liesing volkswirtschaftlich sinnvollere und gesundheitspolitisch
verträglichere Alternativen zu finden bzw. zu
verordnen.
Zum Lesen und Weitergeben gibt es eine Zusammenfassung
als PDF mit dem Titel "Jetzt ist es amtlich: Fluglärm macht
krank". Eine entsprechende Presseaussendung der
parteiunabhängigen BI "Liesing gegen Fluglärm und die
3. Piste" wurde von Gemeinderat Mahdalik einmal mehr
mit der Forderung nach Rücknahme der im Jahr 2004
eingerichteten Flugschneise über dem 23. Bezirk
unterstützt.
Die
Ablehnung
der Übertragbarkeit der Studie auf Liesing durch Herrn
Gemeinderat
Valentin mit dem Argument, die Studie habe sich (nur) mit
nächtlichem Fluglärm auseinandergesetzt
erweckt den
Eindruck, dass sich Herr Gemeinderat Valentin bisher auch nur mit der
Überschrift der Studie auseinandergesetzt hat. Andernfalls
sollte
er wissen, dass die die stärkste Risikoerhöhung
für
Schlaganfälle und Depressionen im Zeitfenster von 6-22 Uhr
gefunden
wurde und eine Beschränkung auf nächtlichen
Fluglärm als
Gesundheitsrisiko dem Problem Fluglärm nicht gerecht werden
kann.
Abgesehen davon gibt es in Wien kein absolutes Nachtflugverbot sondern
nur eines für Landungen auf der Piste 11. Behauptungen, in
Wien
werden die WHO Grenzwerte eingehalten, die auf einer nicht nur laut
WHO für Fluglärm ungeeigneten Messung nach
dBA beruhen,
sind wertlos. Diese und andere
Verharmlosungen
werden von den Fluglärmbetroffenen über die
Grenzen
Wiens hinaus als Provokation aufgefasst - Diskussion
Eine Video-Interview zur Studie und deren
Übertragbarkeit von Prof. Dr. Greiser findet sich auf
You Tube
1.3.2010
Fluglärm macht krank
- auch die Liesinger und ihre Nachbarn
Die neuesten
Untersuchungen von Prof. Greiser über die
Gesundheitsschädlichkeit von Fluglärm am Flughafen
Köln-Bonn, die auf den Daten von 1,020 Millionen Versicherten
gesetzlicher
Krankenkassen beruhen, sind jetzt offiziell vom deutschen
Bundesumweltamt
publiziert worden.
Die Ergebnisse zeigen für Herz- und Kreislauferkrankungen
einen
linearen Anstieg des Erkrankungsrisikos ab einem mit 35,25 dBA recht
niedrigen 24-Stunden-Dauerschallpegel Bei Frauen sind die
Erkrankungsrisiken für Depressionen signifikant
erhöht. Eine auf
die gleiche Art durchgeführte Auswertung, welche die
signifikante
Erhöhung des Risikos für Krebserkrankungen ab 35,25
dB(A)
Fluglärm Dauerschallpegel nachweist, ist bisher aus
politischen Gründen nicht offiziell veröffentlicht
worden.
Die Ergebnisse der Studien lassen sich am besten als einfache
Balkengrafiken zusammenfassen.
 | Mit
jedem Dezibel Fluglärm
über
einem 24-Stunden-Fluglärm-Dauerschallpegel von 35,25
dBA, steigt das
Risiko für eine Reihe von schweren Erkrankungen.
Ausgewählte
Krankheitskategorien aus den Studien von Prof. Dr. Greiser, Werte
für
Betroffene ohne die Möglichkeit der Finanzierung von
Schallschutz durch den
Flughafen. |
Überträgt
man die
Erkenntnisse von Prof. Greiser auf Liesing,
so erhält man ein beunruhigendes Bild über
die Auswirkungen der seit
2004 überfallsartig auf dicht besiedeltes Gebiet verlegten
Flugrouten. Eine Erhöhung mit fatalen Auswirkungen auf die
Bevölkerung: So steigt das Erkrankungsrisiko durch
Fluglärm
bei Frauen und Männern
- für sämtliche
Herzkreislauferkrankungen um 17% bzw. 18%,
- für
koronare Herzkrankheit um 14% bzw.
24% und
- für
Schlaganfälle um 23% bzw.
29 %.
Bei Frauen steigt das Risiko
-
für
Brustkrebs um 31% und das
- an
Depression zu
erkranken sogar um 51%.
 | Die
seit 2004 überfallsartig auf das
dicht besiedelte Liesing verlegten Flugrouten verursachen einen
24-Stunden-Fluglärm-Dauerschallpegel von 40,8 dBA
(Durchschnitt 6
verkehrsreichste Monate), also 5,55 dBA über der Schwelle von
35,25 dBA.
|
Eine genauere
Abschätzung kann nur mit einer gleichartigen Studie
für den Flughafen Wien erreicht werden. Laut
persönlicher
Empfehlung von Prof. Greiser sollte dabei der Fluglärm auch
nach
dBC erfasst werden.
17.2.2010
Monatliches Treffen der BI
"Liesing gegen Fluglärm und die 3. Piste"
Neben den Ereignissen der letzten
Monate wurden die
Auswirkungen von Fluglärm auf die Gesundheit der Liesinger und
ihrer Nachbarn diskutiert. Neu ist in diesem Zusammenhang eine
weitere
Studie von Prof. Greiser, deren offizielle Veröffentlichung
nicht
zuletzt deshalb zurückgehalten werden dürfte,
weil daraus hervorgeht, dass Fluglärm über 40
dB(A) auch das Risiko für Brustkrebs signifikant
erhöht.
Umgelegt auf die derzeitige Fluglärm-Situation in Liesing
bedeutet
das eine statistische Erhöhung der Anzahl der von Brustkrebs
Betroffenen um ein Drittel gegenüber der Situation vor der
überfallsartigen Verlegung der Flugrouten auf dieses dicht
besiedelte Gebiet.
In diesem Zusammenhang drängt sich auch die
Kostenwahrheit
beim
Flugverkehr als Thema auf, was
gerade im Zusammenhang mit der Budgetkonsolidierung und
möglichen
Steuererhöhungen an Brisanz gewinnt. Dass der
Flugverkehr zum
Unterschied von der Bevölkerung von Mehrwerts- und
Mineralölsteuer befreit ist, hat weder etwas mit
Verteilungsgerechtigkeit noch mit sozialer Umverteilung zu tun -
zumindest nicht mit der von oben nach unten.
Das nächste Treffen findet am 18.3.2010
statt,
für den
10.4.2010 ist bereits eine öffentliche
Infoveranstaltung geplant.
12.2.2010 Wirtschaftssprecher der
ÖVP setzt sich
für Fluglärmbetroffene ein -
Ablehnung der Verordnung des BMVIT quer durch alle Parteien
9.2.2010 Stadtkonferenz des Dialogforums
Bei dieser Stadtkonferenz des
Dialogforums ging es in 1. Linie um die Frage der Notwendigkeit der
Flugrouten über Liesing. Ausgangspunkt
war ein nach der letzten Stadtkonferenz erstelltes Dokument, in dem an
Hand der Flugspuren versucht wurde, die Notwendigkeit der zahlreichen
Überflüge im Laufe eines Tages über das
dicht besiedelte Liesing auf Alternativen zu prüfen. Dieses
Dokument wurde bereits im Juni 2009 an Austro Control, Gemeinde Wien
und Flughafen verschickt, ist also keineswegs neu. Auch die Darstellung
von Herrn Gemeinderat Valentin, dass darin der Austro Control
vorgeworfen wird, den Mediationsvertrag nicht einzuhalten,
findet sich darin nicht. In
dem Dokument wurde aber festgestellt, dass die Notwendigkeit
für die zahlreichen Überflüge
über Liesing in keinem konkreten Beispiel
feststellbar war und die Nachtflugregelung offensichtlich die
Interessen des Flugverkehrs höher bewertet als die der
Bevölkerung.
Seitens der Austro Control wurde dieses Dokument erst nach 8
Monaten, dafür aber um so heftiger, kritisiert. Dazu wurde von
der ACG bei der Stadtkonferenz erklärt, dass die vielen
Startrouten von der Piste 29 deshalb notwendig seien, um in
Spitzenzeiten die mit der Piste 29 mögliche
Maximalkapazität
zu garantieren und dass in den anderen Zeiten mangels
Flexibilität
dann von der Piste 29 auch über Liesing geflogen werden
müsse. Folgt
man den technisch nicht nachvollziehbaren Aussagen der Austro Control,
so wären einige
zusätzlichen
Slots (Start- und Landemöglichkeiten) am Flughafen Wien,
die derzeit nur in
den Spitzenzeiten benötigt werden, Grund genug, um über
Liesing zu fliegen. Auf Vorschläge eines
Piloten für
Alternativen wurde nicht
eingegangen, dazu ist aber noch ein Gespräch geplant. Dass die
Nachtflugregelung die Liesinger nicht vor
nächtlichen Überflügen schützt,
wurde damit
begründet, dass man den Fluglinien keine so langen Umwege
zumuten
könne.
Zur Frage des Antrags,
von der Piste 29 mit einer Rechtskurve über die
ÖMV/Borealis
zu starten, sei nur bekannt, dass es hier keine Zustimmung des
Ministeriums gebe, eine schriftliche Begründung aber trotz
angeblicher täglicher Bemühungen von Herrn GR
Valentin nach wie vor
fehle.
Von Herrn GR Valentin kam einmal mehr die Aussage, wie
wichtig der
Flughafen für die Wirtschaft und den Tourismus sei.
Das
Gegenbeispiel Zürich, wo die Pleite der Swiss Air zu
deutlich weniger Flügen geführt hat, die Anzahl der
Arbeitsplätze und die Wirtschaftsleistung
im Großraum
Zürich im gleichen Zeitraum aber trotzdem gestiegen sind,
wurde
vom Vertreter des Flughafens einfach für falsch
erklärt.
Laut Herrn Gemeinderat Valentin hätte es die
Flugroute
über
Liesing ohnehin geben müssen, weshalb die Gemeinde Wien dieser
zugestimmt habe. Diese Demonstration der
Machtlosigkeit gegenüber den Wünschen des Flughafens
durch
einen "Sozialdemokraten" Valentin, lässt darauf
schließen,
dass man im roten Wien einen Rückschritt in eine
Zweiklassengesellschaft in Kauf nimmt. Dazu passt das
beharrliche
Schweigen von Umweltstadträtin Mag. Sima zu diesem Thema
ebenso,
wie die in einem Vortrag von Ministerialrat DDr Zulinsky vom BMVIT
geäußerten Ideen, dass es unter den Flugrouten zur
Verslumung kommen wird.
Laut dem Vertreter des Flughafens lagen
die Flugbewegungen letztes Jahr in Liesing praktisch
gleich
hoch wie im Vorjahr. Dass von einem Rückgang der
Flugbewegungen um
knapp 10% in Liesing nichts zu bemerken war, ist also kein
Wunder.
Ebenfalls angesprochen wurden die Lärmmessungen
nach dB(C), deren grundsätzliche Sinnhaftigkeit nicht mehr
bestritten
wurde, für die aber gesetzliche Grenzwerte fehlen. Weiters
wurde auch die noch unveröffentlichte Studie von Prof. Greiser
andiskutiert.
29.1.2010 Einstellung
der Flugrouten über Liesing ist im Sinne eines echten
Luftverkehr-Immissionsschutz
Denn
alleine schon auf Grund der ab 40 dB(A) Dauerschall einsetzenden
gesundheitsschädlichen Wirkung ist der
Flugverkehr auch noch
20-30 km vom Flughafen entfernt so zu führen, dass
möglichst
wenige Menschen in ihrer Gesundheit beeinträchtigt werden. Aus
diesem Grund ist auch die Einstellung der seit 2004
überfallsartig
nach Liesing verlegten und der Umgebungslärmrichtlinie der
Europäischen Union widersprechenden Flugrouten über
Liesing
zu fordern. Die vollständige
Stellungnahme zur in Begutachtung befindlichen
Luftverkehr-Immissionsschutzverordnung der parteiunabhängigen
BI "Liesing
gegen Fluglärm und gegen die 3. Piste" wurde mit dem
eindringlichen Ersuchen die darin angeführten Fakten
und
Studien im Detail zu prüfen und zu würdigen per email
und Fax
an die
zuständige Abteilung im BMVIT übermittelt.
Weitere
Stellungnahmen die sich gegen die geplante Verordnung aussprechen gibt
es unter anderen auch von anderen BIs und der grünen
Bundespartei. Aber auch das Umweltministerium
ist mit der von der Luftfahrtabteilung im Infrastrukturministerium
ausgearbeiteten Verordnung, welche die Luftfahrt statt die
Bürger
schützt, nicht zufrieden und hat eine ganze Liste von
Änderungswünschen.
28.1.2010 Bundesumweltamt
lehnt Verordnungsentwurf des BMVIT klar ab
Das Umweltbundesamt hat zum Entwurf der LuIV eine Stellungnahme abgegeben.
Hauptkritikpunkte sind vor allem die Höhe der
Schwellenwerte und das mit der Verordnung festgelegte
Irrelevanzkriterium von 2 dB. Einer
Zustimmung zur Verordnung in der
vorliegenden Form durch den Umweltminister fehlt also die fachliche
Grundlage. Auf der Homepage des Bundesumweltamts
ist auch zu lesen, dass das Erkrankungsrisiko für Herz- und
Kreislauferkrankungen bereits ab Fluglärmbelastungen von 40
Dezibel ansteigt. Gesundheitsschädlichen
Fluglärm
über 40 dB(A) Dauerschall für zumutbar zu
erklären,
erscheint daher hochgradig unlogisch.
27.1.2010 Auch
Gutachten im Auftrag des BMVIT zeigt Unsinnigkeit und
Gesundheitsschädlichkeit der darin empfohlenen Grenzwerte
Zu der kurz vor Weihnachten in
Begutachtung gegebenen Verordnung
des Infrastrukturministeriums existiert auch ein Gutachten, welches von Umweltmedizinern der
Universität Wien erstellt wurde.
Das Gutachten und die darin empfohlenen Grenzwerte widersprechen sich
aber. So wird im fachlichen Teil des Gutachtens darauf hingewiesen,
dass die Störwirkung von
Fluglärm am besten durch die C-bewertete Lärmkurve
also Grenzwerte nach dB(C) wiedergegeben wird (Abschnitt
3.5.8 Seite 16), während eine Empfehlung
für
Grenzwerte nach dB(A) abgegeben wird. Weiters ist auch aus
dem Gutachten auch erkennbar, dass die abgegebenen
Empfehlungen
gesundheitsschädlich
sind. Wie gesundheitsschädlich diese wirklich sind, wird aber
erst
klar wenn man die im Gutachten verwendete Orginalliteratur zum
Bluthochdruck liest und deren Angaben in der zentralen Tabelle des
Gutachtens einträgt:

Abenteuerlich erscheint
aber auch, wie
aus der Tabelle 8 im Abschnitt 5.1.7 ab Seite 72 Empfehlungen
für
Grenzwerte abgeleitet werden. Da wird die Studie von Eriksson,2007
welche den Zusammenhang zwischen Bluthochdruck und Fluglärm an
Hand von 24 Stundenwerten größer bzw.
kleiner 50 dB(A)
Dauerschall und nur für Männer untersucht hat, dazu
verwendet
um die HYENA Studie von Jarup, 2008
die sich mit dem Nachtfluglärm und den Auswirkungen auf
Bluthochdruck ab 34 dB(A) beschäftigt hat, für
irrelevant zu
erklären. Dann wird nicht nur beim Dauerschall sondern auch
bei
den Spitzenschallpegel darüber hinweggesehen, dass die Studie
von
Eriksson gar nicht für nächtlichen Fluglärm
erstellt
wurde und auf Grund der Art der Auswertung gar keine Aussagen
darüber treffen kann, ob Fluglärm nicht auch schon
unter 50
Dezibel gesundheitsschädlich ist. Das mit dem nochmals um 2
Dezibel erhöhten Grenzwert kein vernünftiges
Durchschlafen
mehr möglich ist, geht sogar aus der Tabelle des Gutachtens
hervor.
Genauso
unwissenschaftlich liest sich die Ableitung der Empfehlung für
den Fluglärm unter Tags.
Hier werden einfach 10 dB(A) zum vorher ermittelten Grenzwert
für Nachtfluglärm addiert, obwohl aus der in der
Tabelle
angeführten Studie mit bereits
25% Belästigten nur 52 statt 62 dB(A) Dauerschall
für
Fluglärm unter Tags ermittelt wurde. Dass bereits ab 45
Dezibel
nur noch eine durchschnittliche kognitive Entwicklung von Kindern
möglich ist d.h. Fluglärm bereits darunter negative
Auswirkungen hat, wird an der Stelle des Gutachtens, wo es um die
Empfehlung geht, einfach ignoriert, ist aber aus der Tabelle eine Seite
davor ersichtlich.
Dass auch das Gutachten die eigene Empfehlung auf Seite 73
bereits 2
Seiten weiter hinten kritisiert, erweckt den Eindruck, dass auch die
Autoren des Gutachtens die empfohlenen Werte für bedenklich
halten
und die in der Verordnung
stehenden
Werte für zumutbaren Fluglärm bereits vor der
Erstellung des
Gutachtens von der Flugverkehrslobby festgelegt wurden. Gesundheitsschädlichkeit
war dabei offensichtlich kein Kriterium. Eine Festlegung der
Grenzwerte für Fluglärm, wie sie im Entwurf der
Verordnung des
Infrastrukturministeriums stehen, lässt sich durch das
Gutachten
jedenfalls nicht rechtfertigen. Insbesondere im Licht der
letzten Studienergebnisse
von Prof. Greiser,
welche wesentlich besser abgesichert sind, als die meisten wenn nicht
alle bisherigen Studien und welches die Schädlichkeit von
Fluglärm bereits ab 40 bzw. 32,25 dB(A) Dauerschall nachweist,
wäre das in
Kraft setzen der Verordnung in der vorliegenden Form umwelt- und
gesundheitspolitisch grob
fahrlässig. Das gilt auch für eine ganze
Reihe anderer Punkte
in der geplanten Verordnung,
die statt die Bürger vor dem
Flugverkehr den Flugverkehr vor den Bürgern schützen
soll.
24.1.2010 Flugspuren
zeigen auf - Fluglärmterror über den dicht
besiedelten Liesing ohne technische Notwendigkeit
Eine Überlagerung Flugspuren
für die Starts- und Landungen am 22.1.2009 zwischen 14 und 15
Uhr
zeigt, dass es sich hier um eine verkehrsarmen Zeiten
gehandelt
hat, in der also ohne nachvollziebare Notwendigkeit über
Liesing
gestartet wurde.

Bei
11 Landungen pro Stunde sollte es eigentlich kein Problem sein,
beispielsweise auf
der Piste 34 mit einer Rechtskurve Richtung Nordwesten über
weitgehend unbesiedeltes Gebiet zu starten. Stattdessen wurde aber 4
Starts über das dicht
besiedelte Liesing durchgeführt (betroffener Bereich rot
umrandet)
- unter anderem wurden damit 100.000 Menschen dem Lärm eines
400t
schweren chinesichen Frachtflugzeugs ausgesetzt, welches über
Liesing noch nicht einmal 2km Höhe erreicht hatte.
Diese Beispiel zeigt wieder einmal, wie einseitig der
Flugverkehr am
Flughafen Wien auf die Interessen der Fluglinien abgestimmt ist. Denn
weniger Aufwand bei der Austro Control bedeutet weniger
Arbeitsplätze bei der Austro Control und damit
geringere Kosten für die Fluglinien.
Das gilt auch für die Flugroute über
Liesing als
ganzes. Denn
leichte Vorteile für die Airlines wie kürzere
Flugrouten und
der Aufbau nicht benötigter Kapazitätsreserven
rechtfertigen
noch lange nicht, dass die Lebensqualität von 100.000 vor 2004
nicht vom Fluglärm Betroffenen zerstört wird und der
Allgemeinheit entsprechend hohe, aber leicht vermeidbare
Gesundheitskosten (Studie
von Prof. Greiser mit dem Titel
"Tödlicher Lärm" im Spiegel)
aufgebürdet werden.
Daher sind hier dringend klare Regelungen zum Schutz der
Bevölkerung vor der Willkür des Flugverkehrs
erforderlich, zu
denen auch der Entzug der Genehmigung für
die Flugroute
über Liesing gehört!
23.1.2010 Dröhnende
Überflüge auf der Flugroute über Liesing -
von
Einhaltung der Versprechen der Wiener Stadtregierung keine Spur
Weckflüge, dröhnende
Überflüge im Minutentakt bis in den späten
Abend, der
tägliche
Mittagsangriff
mit schwer beladene Interkontinentalflugzeugen nach New
York, Washington und Toronto und zuletzt ein chinesisches
Frachtflugzeug nach Frankfurt über dem
dicht besiedelten Liesing
machen wieder einmal klar, was die Flugverkehrslobby von
volkswirtschaftlichen Überlegungen und Rücksichtnahme
auf die
Allgemeinheit hält.

Davon
dass es durch die 2004 überfallsartig nach Liesing
verlegte Flugroute zu keiner zusätzlichen
merk- oder messbaren Lärmbelastung kommen sollte, ist in dem
Wohngebiet von 100.000 Menschen noch immer nichts zu
merken. Doch für die heurigeWien-Wahl zählen nur noch
überprüfbare Tatsachen, denn realitätsferne
und nicht
annähernd eingehaltene Versprechen helfen genauso wenig, wie jahrelange Realitätsverweigerung.
22.1.2010 Beinahezwischenfall
über Liesing?
Die zwei Flugzeuge, die sich am
12.10.2010 um 15:30 mit erstaunlich geringen vertikalen und zeitlichen
Abstand über Liesing entgegen gekommen sind, sind
auch in den überlagerten Flugspuren sichtbar
(roter Pfeil neben aufsteigenden startenden Flugzeug, blauer Pfeil
neben landenden Flugzeug). Diese
Bilder bestätigen den Eindruck, dass
die Flugrouten über Liesing keinen besonderen Beitrag zur
Sicherheit des Flugverkehrs leisten.

Auch wenn
eine entsprechende
Anfrage
an die Austro Control vom 14.1.2010 nach mehr als einer Woche
noch immer
unbeantwortet ist, zeigt der Vorfall, dass kreuzende
Flugbewegungen auch ohne offensichtliche Notwendigkeit
erfolgen. Und warum sich kreuzende Überflüge gerade
am Rande des dicht
besiedelten Liesings über hügeligem
Gebiet sicherer sein sollen, als über flachen und nur
sehr dünn besiedelten Gebiet nördlich von Wien,
ist ebenso wenig erkennbar, wie der Grund dafür, dass
ausgerechnet über dichtest besiedelten Gebiet gestartet und
gelandet wird. Aber vielleicht gibt es hier ja auch einen Zusammenhang
mit dem permanenten Personalmangel bei der Austro Control?
6.1.2010
Infrastrukturministerium
hat einen Entwurf für gesundheitsschädliche
Fluglärmzumutbarkeitswerte in Begutachtung gegeben.
Kurz vor Weihnachten hat das
Infrastrukturministerium eine Verordnung in Begutachtung gegeben, in der
die künftigen Zumutbarkeitswerte für
Fluglärm festgelegt werden.
Nicht nur, dass diese Grenzen auf einer für Fluglärm
ziemlich
ungeeigneten Bewertung nach dB(A) beruhen, werden damit auch die
bereits bekannten medizinischen Kriterien für die
Gesundheitsgefährdung durch Fluglärm bei Weitem
überschritten.
| Wert | Zumutbar laut
geplanter Verordnung - | Gesundheitsschädlichkeit
/ Empfehlungen Maximalwert WHO |
| LAeq
Tag
| 62
dB(A) (Jahresdurchschnittswerte) | signifikante
Erhöhung des Risikos für
verschiedene Krankheiten wie Schlaganfälle und Depressionen ab
40
dB(A) (neueste Studie Prof. Greiser, sechs verkehrsreichste
Monate), nur noch durchschnittliche kognitive Entwicklung bei
Kindern bei 45 dB(A) |
| LAeq
Nacht
| 52
dB(A) (Jahresdurchschnittswerte) |
Laut WHO bereits moderate Effekte im Bereich 30 dB(A) - 40
dB(A), als allgemeiner Grenzwert gilt 40 dB(A), wobei für
Fluglärm entsprechend der Art des Lärms niedrigere
Grenzwerte
gelten müssten (Tageswerte) |
| LAmax
| 6
mal 71 dB(A)
(Jahresdurchschnittswerte)
| Laut WHO maximal 60
dB(A), wobei für Fluglärm entsprechend der Art des
Lärms niedrigere Grenzwerte gelten müssten |
Bei
Überschreitung sind auf Kosten des Flughafens
Schallschutzfenster einzubauen, danach oder bei Weigerung des Besitzers
diese einzubauen gilt der Fluglärm als zumutbar. Wer sich im
Freien aufhält, ist somit selber schuld.
Weiters scheint es damit möglich, den
Fluglärm durch
Flughafenausbauten alle 5 Jahre um 2 Dezibel zu steigern, ohne dass
eine Überschreitung der Zumutbarkeit vorliegt - obwohl das
beinahe einer Verdoppelung der Überflüge entspricht.
Sollte beim Bundesministerium für Verkehr,
Innovation und
Technologie
bis zum 29. Jänner 2010 keine Stellungnahme einlangen, wird
(dort)
davon ausgegangen, dass gegen den Entwurf keine Bedenken bestehen.
Kommt die Verordnung in der eingereichten Form, wäre
damit ein
weiterer Schritt Richtung hemmungsloser Zerstörung der
Lebensqualität und Gesundheit durch
Fluglärm gesetzt.
Denn was genehmigt oder verordnet ist, wird - wie am Beispiel der
Flugrouten über Liesing zu sehen ist - von der
Flugverkehrslobby
auch ohne Rücksicht auf die Interessen der Allgemeinheit
(aus)genutzt.
16.12.2009
Gesundheitsschädlichkeit von Fluglärm erneut
bestätigt - Flugrouten über Liesing
gesundheitsschädlich
Eine Zusammenfassung einer noch
unveröffentlichten Studie von Prof. Greiser mit dem Titel
"Tödlicher Lärm" im Spiegel macht
darauf aufmerksam, dass Fluglärm
bereits ab 40 dB(A) statistisch nachweisbar zu
Gesundheitsschäden führt. Statistische
Auswertungen der Lärmmessungen der BI-Liesing am Maurer Berg
zeigen: dieser Wert
wird in Liesing beinahe täglich überschritten,
insbesondere in den
Abendstunden, wodurch auch jene stark betroffen sind, die
woanders arbeiten, sich aber in Liesing vom Arbeitsalltag erholen
wollen. Fluglärm
bis 22h beeinträchtigt aber auch regelmäßig
die Nachtruhe! Leserbrief
in der Kronenzeitung

Auch
ein unlängst von VCÖ publizierter Artikel mit
dem Titel auch "leiser" Lärm ist
gefährlichbestätigt
die Aussage von Univ.-Prof. Hutter, dass es keine Grenze
gibt, unter der Fluglärm unbedenklich ist. Weiters wird in dem
Artikel auch auf die
besonders unangenehmen Eigenschaften tieffrequenten Lärms
hingewiesen, wie er für den Fluglärm in Liesing
charakterisisch ist. Das tiefe
Dröhnen lässt sich durch so genannte
objektseitge Maßnahmen wie Schallschutzfenster nicht
vernünftig in den
Griff bekommen. Die
erfolgsversprechende
Maßnahme ist daher der Ersatz von Flugrouten über
dicht
besiedeltes Gebiet durch Alternativen, bei denen
möglichst
über unbesiedeltes Gebiet geflogen wird.
Für die Flugrouten über Liesing gibt es
diese
Alternativen.
Daher ist es alleine schon um die Gesundheitskosten zu senken, ein Gebot der politischen Vernunft,
die seit 2004 überfallsartig nach Liesing verlegten Flugrouten
wieder zurückzunehmen
und sich auch für andere Flugrouten über dicht
besiedeltes
Gebiet Alternativen zu überlegen, bei denen weniger
Menschen
vom Fluglärm betroffen sind!
Frühere
News finden sich in der Chronik